Karl Rudolf Jacobi

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Karl Rudolf (von) Jacobi (* 8. September 1828 in Jeggau (Altmark); † 24. Juli 1903 in Zinnowitz) war ein deutscher Politiker und Staatssekretär im Reichsschatzamt des Deutschen Kaiserreichs.

Studium und berufliche Laufbahn[Bearbeiten]

Jacobi absolvierte zunächst ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Halle-Wittenberg sowie der Universität zu Berlin und trat anschließend in den preußischen Verwaltungsdienst. Seit 1848 war er Mitglied des Corps Borussia Halle.[1]

Zwischen 1856 und 1862 war er Hilfsarbeiter im Handelsministerium und anschließend zwei Jahre im Innenministerium. 1864 kehrte er als Hilfsarbeiter in das Handelsministerium zurück, in dem er 1866 zunächst zum Regierungsrat und bereits ein Jahr darauf zum Geheimen Regierungsrat befördert wurde. Nachdem er 1870 zum Geheimen Oberregierungsrat ernannt worden war, wechselte er 1873 für ein Jahr als Vortragender Rat in das Preußische Staatsministerium. 1872 wurde er Mitglied des Staatsrats und des Gerichtshofes für Kompetenzkonflikte, 1873 Bevollmächtigter zum Bundesrat und im Herbst des Jahres erster Vortragender Rat im Staatsministerium.

1874 erfolgte seine Ernennung zum Ministerialdirektor im Handelsministerium.[2] Von 1877 bis 1879 war er dann erster Präsident des am 1. Juli 1877 gegründeten Kaiserlichen Patentamtes in Berlin.[3] 1879 kehrte er als Unterstaatssekretär in das Preußische Handelsministerium zurück. Ab 1880 leitete er zusätzlich die wirtschaftliche Abteilung im Reichsamt des Innern. 1881 schied er aus dem Staatsdienst aus und wurde Präsident der Preußischen Zentralbodenkreditgesellschaft. 1886 kehrte er für kurze Zeit als Unterstaatssekretär in das Handelsministerium zurück und übernahm auch wieder die Funktion des Bundesbevollmächtigten. Im November 1886 wurde er dann als Nachfolger des wegen Krankheit entlassenen Franz Emil Emanuel von Burchard Staatssekretär im Reichsschatzamt. Bereits am 14. September 1888 trat er selbst jedoch auch aus Gesundheitsgründen von diesem Amt zurück. Nachfolger als Staatssekretär wurde Helmuth Freiherr von Maltzahn.

1891 wurde er Mitglied des durch kaiserlichen Erlass vom 10. Oktober 1890 gegründeten Kolonialrates, dem er bis zu seinem Tod angehörte.

Er war Wirkl. Geheimrat, Exzellenz und D. theol. h. c. Bei seiner Entlassung wurde ihm der erbliche Adel verliehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jacobi, Karl Rud. von. In: Brockhaus Konversations-Lexikon 1894–1896, 9. Band, S. 817.
  • Dirk Hainbuch/ Florian Tennstedt (Bearb.): Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945. Band 1: Sozialpolitiker im Deutschen Kaiserreich 1871 bis 1918. Kassel University Press, Kassel, 2010, S. 80 f.; ISBN print 978-3-86219-038-6, ISBN online 978-3-86219-039-3 (Online, PDF; 2,2 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1930, 57, 146
  2. Zu seinen sozialpolitischen Aktivitäten im Handelsministerium vgl. Quellensammlung zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1867 bis 1914, I. Abteilung: Von der Reichsgründungszeit bis zur kaiserlichen Sozialbotschaft (1867-1881), 3. Band: Arbeiterschutz, bearbeitet von Wolfgang Ayaß, Stuttgart/ Jena/ New York 1996, S. 73, 151, 153, 157, 174, 178, 248, 299, 330, 333, 395, 406, 490, 545f., 598, 601, 613, 653, 689f., 696f., 701f., 706, 723.
  3.  Das Reichs-Patentamt. In: Provinzial-Correspondenz. 15, Nr. 28, 11. Juli 1877, S. 2 (amtspresse.staatsbibliothek-berlin.de).