Karl Schlögel
Karl Schlögel (* 7. März 1948 in Hawangen bei Memmingen) ist ein deutscher Historiker.
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Leben [Bearbeiten]
Nach dem Zivildienst studierte Karl Schlögel Philosophie, Geschichte, Soziologie und Slawistik an der FU Berlin, sowie an den Universitäten in Moskau und Leningrad.
In den 1970er Jahren war Schlögel in West-Berlin in der maoistischen KPD/AO, später KPD aktiv. Nach deren Auflösung 1980 veröffentlichte er das Buch Partei kaputt: Das Scheitern der KPD und die Krise der Linken.
Nach seiner Promotion 1981 arbeitete er als freier Autor und Wissenschaftler. Schon zu dieser Zeit galt sein besonderes Interesse der Kulturgeschichte und insbesondere der Geschichte Osteuropas. Der Berliner Tagesspiegel verlieh ihm 1986 den Essay-Preis. 1990 folgte der europäische Charles Veillon Essay-Preis. Seit 1990 ist Schlögel Professor für Osteuropäische Geschichte, zunächst an der Universität Konstanz, seit 1994 an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), wo er von 2003 bis 2005 auch Dekan der Kulturwissenschaftlichen Fakultät war.
Theorie [Bearbeiten]
Schlögel geht es darum, die hermeneutische Richtung der Sozial- und Geschichtswissenschaften wiederzubeleben und dabei die unmittelbare Anschauung als Erkenntnismethode zu stärken. In seinen Arbeiten versucht der Historiker zu zeigen, dass Geschichte immer in einem spezifischen Raum spielt, dessen jeweilige Kontur an ihr mitschreibt. Gegen die Diskurse vom Ende der Geschichte und vom Verschwinden des Raums setzt Schlögel eine raumbewusste Historiografie, die im Nacheinander geschichtlicher Sequenzen wie im Nebeneinander ihrer Schauplätze gleichermaßen zu Hause ist.[1]
Preise [Bearbeiten]
- 1990 Prix européen de l'essai Charles Veillon (Europäischer Essaypreis Charles Veillon)
- 1999 Anna-Krüger-Preis des Wissenschaftskollegs zu Berlin[2]
- 2004 Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa
- 2004 Georg Dehio-Buchpreis (Hauptpreis)
- 2005 Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg
- 2009 Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung für Terror und Traum. Moskau 1937
- 2010 Samuel-Bogumil-Linde-Preis gemeinsam mit Adam Krzemiński
- 2012 Hoffmann-von-Fallersleben-Preis[3]
- 2012 Franz-Werfel-Menschenrechtspreis[4]
Werke [Bearbeiten]
- Terror und Traum: Moskau 1937, München 2008
- Sankt Petersburg. Schauplätze einer Stadtgeschichte, Frankfurt a.M. 2007 (Hrsg.)
- Das Russische Berlin: Ostbahnhof Europas (Ergänzte und aktualisierte Neuausgabe von Berlin, Ostbahnhof Europas), München 2007
- Planet der Nomaden, Berlin 2006
- Marjampole oder Europas Wiederkehr aus dem Geist der Städte, München 2005
- Kartenlesen oder: Die Wiederkehr des Raumes, Zürich 2003
- Im Raume lesen wir die Zeit: Über Zivilisationsgeschichte und Geopolitik, München 2003
- Promenade in Jalta und andere Städtebilder, München 2001
- Die Mitte liegt ostwärts: Europa im Übergang, München 2002
- Petersburg: Das Laboratorium der Moderne 1909-1921, München 2002
- Berlin, Ostbahnhof Europas: Russen und Deutsche in ihrem Jahrhundert, Berlin 1998
- Go East oder die zweite Entdeckung des Ostens, Berlin 1995
- Moskau lesen, 1984
- veränderte Neuauflage 2011: Moskau lesen. Verwandlungen einer Metropole, Carl Hanser Verlag, München 2011 ISBN 978-3-446-23655-4
- Partei kaputt: Das Scheitern der KPD und die Krise der Linken , 1980 (gemeinsam mit Willi Jasper, Bernd Ziesemer)
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Karl Schlögel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Schlögel / Viadrina
- Der Historiker Karl Schlögel - Karriereweg ohne Leitplanken
- Georg Dehio-Buchpreis 2004
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Frankfurter Rundschau 20. Oktober 2003
- ↑ Anna Krüger Stiftung im Wissenschaftskolleg zu Berlin, Juli 2008
- ↑ Wolfsburger Allgemeine vom 15. März 2012
- ↑ idw Informationsdienst Wissenschaft Pressemitteilung vom 29. Oktober 2012, abgerufen am 29. Oktober 2012
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schlögel, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker und Osteuropa-Experte |
| GEBURTSDATUM | 7. März 1948 |
| GEBURTSORT | Hawangen |