Karl Stotz

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Karl Stotz (* 27. März 1927 in Wien) ist ein ehemaliger österreichischer Fußballspieler und Fußballtrainer. Von 1978 bis 1982 war er Teamchef der österreichischen Fußballnationalmannschaft.

Karriere[Bearbeiten]

Stotz wurde als junger Soldat im Zweiten Weltkrieg bei Stalingrad in Gefangenschaft genommen und konnte erst 1948 drei Jahre nach Kriegsende nach Wien zurückkehren. Der Verteidiger wurde allerdings bald nach seiner Heimkehr Stammspieler des FC Wien in der Verteidigung. Nach knapp über drei Jahren bei den Favoritnern in der landeshöchsten Liga wurde er zu Jahresbeginn 1952 von der Wiener Austria abgeworben. Bis zu seinem Karriereende wurde Karl Stotz mit den Veilchen 1953, 1961, 1962 und 1963 insgesamt vier Mal österreichischer Meister und gewann 1960, 1962 und 1963 den ÖFB-Cup.

Stotz feierte ebenso große Erfolge als Verteidiger des Nationalteams. Sein Debüt gab er bereits im März 1950 als Spieler des FC Wien gegen die Schweiz, seine Höhepunkte im Team erlebte er jedoch eher gegen Ende seiner Karriere. War er bei der Weltmeisterschaft 1954 noch Ersatzspieler gewesen, kam er 1958 in Schweden beim 0:2 gegen die Sowjetunion schließlich doch noch zu seinem WM-Debüt. Gemeinsam mit Heribert Trubrig bildete er zudem den Rückhalt der Nationalmannschaft zur Zeit der Decker-Ära. Insgesamt lief der Verteidiger 42 Mal für die Nationalmannschaft auf und erzielte sogar ein Tor. Dieser Treffer aus einem Elfmeter in der 89. Minuten beim 3:2-Sieg über Holland war der entscheidende bei der WM-Qualifikation Österreichs für Schweden.

Nach seiner aktiven Zeit arbeitete Karl Stotz bei der Wiener Büromaschinenfirma „Tonko“, ehe er 1970 zur Wiener Austria zurückkehrte. Ab 1976 war er zum Cheftrainer der Kampfmannschaft erwählt worden und gewann sogleich die Meisterschaft und eine Saison später auch den ÖFB-Cup. Stotz wurde 1978 österreichischer Nationaltrainer und führte das Team zur Weltmeisterschaft 1982 nach Spanien. Trotz dieses Erfolges und der tadellosen Bilanz von 13 Siegen und nur fünf Niederlagen wurde er vom damaligen ÖFB-Präsidenten Karl Sekanina ausgebootet und ihm die Mitreise mit dem Team nach Spanien untersagt. Sekanina hatte geglaubt, Ernst Happel verpflichten zu können, was sich als Irrtum herausstellte. Deswegen mussten der Trainer Felix Latzke und der ÖFB-Angestellte Georg Schmidt einspringen, unter deren Ägide es zum skandalumwitterten Nichtangriffspakt von Gijón im Spiel gegen Deutschland kam.[1] Zu seinem Ende als ÖFB-Teamchef meinte Stotz Jahre später: "Ich war damals so enttäuscht, dass ich mir geschworen habe, mit dem Fußball Schluss zu machen."[2]

Ehrungen[Bearbeiten]

Im Jahr 2001 wurde Stotz in die Austria-Elf des Jahrhunderts gewählt.

Erfolge[Bearbeiten]

Spieler[Bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Josef Metzger: Mächtiger Polterer mit viel Herz. In: Die Presse, 28. Oktober 2008
  2. http://www.fk-austria.at/magnoliaPublic/Austria-Home/News/Archiv-ab-12-02-2007/Wir-gratulieren-Karl-Stotz-zum-80--Geburtstag.html