Karl V. (HRR)

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Karl V. (Gemälde von Tizian, wird heute Lambert Sustris zugeschrieben)

Karl V. (* 24. Februar 1500 in Gent; † 21. September 1558 im Kloster San Jerónimo de Yuste, Extremadura) aus dem Hause Habsburg war von 1516 an König Karl I. von Spanien (spanisch offiziell Carlos I, wobei er im Volksmund normalerweise ebenfalls als Carlos V bezeichnet wird). Er wurde im Jahre 1519 zum römisch-deutschen König gewählt; nach seiner Krönung im Jahre 1520 nannte er sich „erwählter“ Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (HRR). Im Jahre 1530 wurde er offiziell, als letzter römisch-deutscher Herrscher, durch Papst Clemens VII. in Bologna zum Kaiser gekrönt. Am 23. August 1556 verzichtete er zugunsten seines Sohnes Philipp II. auf den spanischen Thron und zugunsten seines Bruders Ferdinand I. auf die Kaiserwürde.

Karl V. verfolgte das Konzept der Universalmonarchie. Dem Kaiser kam danach Vorrang vor allen übrigen Königen zu. Er verstand sich als Friedenswahrer in Europa, Schützer des Abendlandes vor den Osmanen und sah sich zuständig für den Schutz und die Reform der Kirche. Um dieses Konzept durchsetzen zu können, kämpfte Karl mit Franz I. von Frankreich, der ähnlich dachte, um die Vorherrschaft in Europa. Er konnte sich dabei finanziell auch auf die neuen Kolonien in Übersee stützen. Er war zwar der mächtigste Herrscher in Europa, aber sein Ziel einer dauerhaften Schwächung des zeitweise mit den Osmanen verbündeten Frankreichs konnte er nicht erreichen.

Im Heiligen Römischen Reich ging es ihm darum, das monarchische gegenüber dem ständischen Prinzip zur Vorherrschaft zu bringen. Zu seiner Zeit wurden für die kommenden Jahrhunderte wichtige Reichsgesetze erlassen. Darunter war etwa die nach ihm benannte Constitutio Criminalis Carolina. Er scheiterte aber mit dem Versuch, die kaiserliche Macht gegenüber den Reichsständen nachhaltig zu stärken.

Dies hing auch damit zusammen, dass in seiner Zeit mit der Reformation ein neuer Großkonflikt im Reich entstand, der sich teilweise mit den ständischen Kräften verband. Karl V., oft durch Kriege abwesend, konnte die Ausbreitung der Reformation nicht verhindern. Zeitweise zielte er auf eine Überwindung der Spaltung ab. Er setzte gegenüber dem Papst die Einberufung des Konzils von Trient durch, das aber nicht zur Versöhnung der Religionsparteien, sondern nach Karls Tod mit der Reform des Katholizismus zum Ausgangspunkt der Gegenreformation wurde. Nachdem seine Bemühungen um einen Ausgleich mit den Protestanten gescheitert waren, versuchte er nach dem Sieg im Schmalkaldischen Krieg mit dem Augsburger Interim den Reichsständen eine Lösung des Religionskonflikts aufzuzwingen. In dem daraufhin ausbrechenden Fürstenaufstand wurde er gezwungen, mit dem Augsburger Religionsfrieden ein Nebeneinander der Konfessionen zu akzeptieren.

Karl trat resigniert von seinen Herrscherämtern zurück und zog sich völlig zurück. Zuvor hatte er noch die Nachfolge dergestalt geregelt, dass es zur Aufteilung seines Reiches zwischen der spanischen und der österreichischen Linie der Habsburger kam.

Familie und Kindheit[Bearbeiten]

Kaiser Maximilian mit Familie (der Sohn Philipp der Schöne, die Gattin Maria von Burgund, die Enkel Ferdinand I., Karl V. und sein Schwiegerenkel Ludwig II.; Gemälde auf Lindenholz von Bernhard Strigel, nach 1515, vor 1520)

Karl wurde als ältester Sohn Philipps I. des Schönen und Johannas von Kastilien am 24. Februar 1500 in Gent geboren. Benannt wurde er nach Karl dem Kühnen von Burgund. Nach seiner Geburt bekam er den Titel eines Grafen von Luxemburg verliehen.[1]

Karl war ein Enkel Ferdinands II. von Aragón und Isabellas I. von Kastilien sowie Maximilians I., römisch-deutscher König und seit 1508 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, und Marias von Burgund. Eine Tante war die Statthalterin der Niederlande Erzherzogin Margarete. Ein Bruder war Ferdinand, der spätere Kaiser. Die ältere Schwester war Eleonore, die in erster Ehe mit König Manuel I. von Portugal und in zweiter Ehe mit König Franz I. von Frankreich verheiratet war. Isabella war mit König Christian II. von Dänemark und Maria war mit König Ludwig II. von Ungarn vermählt. Die Schwester Katharina wurde mit König Johann III. von Portugal verheiratet.

Die Eltern begaben sich 1502 zur Anerkennung des Erbes der Mutter Johanna nach Spanien. Karls Vater kehrte einige Zeit darauf in die Niederlande zurück. Die Mutter verkraftete die Trennung nicht und folgte ihm nach. In dieser Zeit zeigten sich erste Anzeichen einer psychischen Erkrankung Johannas; spätestens nach dem Tod ihres Mannes war sie auf Dauer geistig umnachtet. Sie litt wahrscheinlich unter einer chronischen Schizophrenie. Ihr Vater Ferdinand ließ sie in ein Schloss bei Valladolid bringen, wo sie bis zu ihrem Tod 1555 blieb.[2]

Seine Eltern sah Karl nur selten, seine Mutter erst 1517, als er nach Spanien kam. Er wuchs zusammen mit seinen Schwestern Eleonore und Isabella faktisch elternlos in Mecheln und Brüssel in den Niederlanden am Hof der Tante Margarete auf, die sein Vormund war. Erzogen wurde er im Geist der Kultur Burgunds in französischer Sprache. Adrian von Utrecht, der spätere Papst Hadrian VI., übernahm die religiöse Erziehung in der Tradition der Devotio moderna. Sein Patenonkel und erster Mentor war Charles I. de Croÿ. Dessen Nachfolger Guillaume II. de Croÿ führte ihn in das höfische Leben und in die Politik ein.[3] Karl hatte nur bescheidene Sprachkenntnisse in Latein, Spanisch und Deutsch und beherrschte auch das Flämische nicht gut. Obwohl er körperlich schwach und kränklich war, konnte er wegen seines starken Willens die wichtigsten militärischen Fähigkeiten erlernen, um später bei Jagden und Turnieren große Geschicklichkeit und Ausdauer zu zeigen. Bereits in seiner Jugend trat er mit hoheitlicher Würde auf, wurde aber im Laufe seines Lebens immer unnahbarer.[4]

Herrschaftsbeginn und Machtgrundlagen[Bearbeiten]

Burgundisches und spanisches Erbe[Bearbeiten]

Herrschaftsbereich Karls V.
Weinrot: Kastilien
Rot: Besitzungen Aragons
Orange: Burgundische Besitzungen
Gelb: Österreichische Erblande
Blassgelb: Heiliges Römisches Reich

Durch den Tod ihrer Geschwister Juan und Isabella sowie Isabellas Sohn Miguel hatte Karls Mutter Aussicht auf die Throne von Kastilien und Aragon. Sie wurde 1502 von den Cortes in Toledo und Salamanca 1502 zusammen mit ihrem Mann als Erbin anerkannt.[5] Nachdem Königin Isabella 1504 gestorben war, wurde Johanna von Kastilien Königin von Kastilien. Als 1506 sein Vater starb, erbte Karl mit sechs Jahren die nördlichen Teile des ehemaligen Herzogtums Burgund, d. h. die heutige Picardie, Belgien und die Niederlande. Die Regentschaft in Kastilien übernahm König Ferdinand. Auf Drängen des burgundischen Hochadels wurde Karl frühzeitig im Jahr 1515 für volljährig und damit für regierungsfähig erklärt. Damit übernahm er die Herrschaft im Herzogtum Burgund. Als König Ferdinand 1516 starb, kam das Erbe in Spanien hinzu, obwohl der alte König lieber den in Spanien aufgewachsenen Ferdinand als Nachfolger gesehen hätte. Karl wurde daher als Nachfolger seines Großvaters König von Aragon. Da seine Mutter als Erbin von Kastilien regierungsunfähig war, hatte Karl bis zu ihrem Tod im Jahr 1555 die Regentschaft inne und ließ sich auch als König titulieren. In Spanien wurde der Erbanspruch zwar anerkannt, aber Karl wurde gedrängt, zur Bestätigung nach Spanien zu kommen. Die Reise verzögerte sich. Um das spanische Erbe zu sichern, schloss Karl 1516 den Vertrag von Noyon zur Verständigung mit Frankreich. Dieser Kurs entsprach der profranzösischen Haltung eines Teils der burgundischen Hocharistokratie, zu der auch wichtige Berater Karls zählten.[6]

Karl reiste erst 1517 nach Spanien, um von den Cortes von Kastilien und Aragon bestätigt zu werden. Zum ersten Mal traf er seinen Bruder Ferdinand. Um Ferdinand als möglichen Rivalen auszuschalten, schickte er diesen kurze Zeit später in die Niederlande. Problematisch war, dass Karl zunächst kein Spanisch sprach und mit der Besetzung der wichtigsten Posten mit burgundischen Vertrauten Unmut erregte. Die Huldigung der kastilischen Stände erfolgte 1518 und die der von Aragon 1519. Dabei musste Karl den Ständen verschiedene Zugeständnisse machen. Darunter waren die Bestimmungen, kein Gold ins Ausland bringen zu lassen und Ämter nur an Einheimische zu vergeben. Er wurde gebeten, Spanisch zu lernen und bald zu heiraten.

Zu seinem Herrschaftsbereich gehörten damit auch die Königreiche Navarra, Neapel, Sizilien, Sardinien und die spanischen Kolonien in Amerika und auf den Philippinen. Da er erstmals in einer Person die Kronen von Kastilien und Aragon vereinte, gilt er als erster König von Spanien.[3][7][8]

Königswahl im Reich[Bearbeiten]

Der junge Karl (Gemälde von Bernard van Orley)

Als 1519 sein Großvater Maximilian I. starb, erbte Karl auch die Habsburgischen Lande im Heiligen Römischen Reich (mit dem Kernland Österreich).

Vor seinem Tod war es Maximilian nicht mehr gelungen, die Nachfolge im Reich zu klären. Ganz unumstritten war Karls Bewerbung nicht. Spanische Kreise befürchteten, dass dadurch die iberische Halbinsel an den Rand von Karls Interesse geraten könnte. Vorangetrieben wurde die Wahl vor allem von dem seit 1518 amtierenden Großkanzler Mercurino Arborio di Gattinara.[6] Um Maximilians Nachfolge als römisch-deutscher König und Kaiser bewarben sich zudem noch Franz I. von Frankreich und Heinrich VIII. von England. Am Ende des Wahlkampfs brachte die Kurie überdies Kurfürst Friedrich von Sachsen ins Spiel. Auch Karls Bruder Ferdinand war zeitweise als Kandidat im Gespräch.

Die eigentliche Wahlauseinandersetzung fand zwischen Karl und Franz I. statt. Diese übertraf in ihrer Intensität alle früheren und folgenden Wahlen dieser Art. Beide vertraten ein universalmonarchisches Konzept und wollten die Trennung Europas in Einzelstaaten überwinden. Ein dominanter Herrscher sollte den innereuropäischen Frieden sichern und das Abendland vor den Osmanen schützen. Kritik daran etwa von Erasmus von Rotterdam blieb nicht aus, aber die Idee eines einheitlichen Europas war durchaus wirkmächtig.[7] Für Karl sprach die Tradition der habsburgischen Kaiser und die Bedeutung der Familie im Reich. Auf der anderen Seite war er durch seine außerdeutschen Besitzungen deutlich mächtiger als seine Vorfahren und seine bisherigen Schwerpunkte lagen außerhalb des Reiches. Dies ließ bei den Reichsfürsten die Furcht vor einer Übermacht des Monarchen über die Reichsstände entstehen. Der französische König war dagegen keine Bedrohung für den Einfluss der Reichsstände. Auch Papst Leo X. wollte eine habsburgische Dominanz verhindern. Beide Seiten wandten erhebliche Finanzmittel auf, um die Wahl für sich zu entscheiden.

Erhebliche Bedeutung für den Erfolg Karls hatte eine geschickte Propaganda zu seinen Gunsten, die ihn zum „deutschen“ Kandidaten stilisierte. Dies war keineswegs einfach, reichte doch nur eine Ahnenreihe nach Deutschland zurück. Auch konnte Karl noch kein Deutsch. Militärische Unterstützung fand Franz I. in Herzog Karl von Geldern, der gerade in die Hildesheimer Stiftsfehde involviert war. Zu Gunsten Karls wirkte sich auch die Auseinandersetzung um Herzog Ulrich von Württemberg aus. Nach dessen Vorgehen gegen die Reichsstadt Reutlingen hatte ihn der Schwäbische Bund abgesetzt. Die Habsburger warben die nun freien Truppen des Bundes an und verfügten so während der Wahlauseinandersetzungen über militärische Kräfte in Oberdeutschland. Einige Zeit später kam Württemberg unter die Verwaltung der Habsburger. Den Ausschlag aber gab die finanzielle Unterstützung durch die Fugger. Diese erklärten sich bereit, im Fall einer Wahl den Großteil der Wahlforderungen der Kurfürsten zu begleichen. Im Gegenzug erhielten die Fugger weitgehende wirtschaftliche Privilegien im Reich. Die Gesamtkosten der Wahl lagen bei 852.000 Gulden, davon brachten die Fugger mehr als eine halbe Million auf.

Zwischen den Kurfürsten und Karls Gesandten wurde eine Wahlkapitulation ausgehandelt – eine neue Erscheinung bei einer Königswahl. Der Inhalt hatte fast den Charakter eines Reichsgrundgesetzes, wie sie etwa die Goldene Bulle darstellte. Darin kam Karl den Reichsständen in verschiedenen Punkten bis hin zur Regierung des Reiches und der äußeren Politik entgegen. Zugesagt wurde etwa die Einrichtung eines Reichsregiments. Ebenso wurden alle Regalien, Privilegien und Reichspfandschaften der Reichsfürsten bestätigt. Die Furcht vor einer Fremdherrschaft kam in Bestimmungen zum Ausdruck, dass in wichtige Reichsämter nur Deutsche eingesetzt werden sollten und fremdes Kriegsvolk nicht auf Boden des Reiches stationiert werden durfte. Auch sollten die Geldforderungen der Kurie begrenzt und die großen Handelsgesellschaften abgeschafft werden. Letztere Forderung scheiterte an den Gegenkräften der oberdeutschen Handelshäuser. Auf ihre Intervention hin unterzeichnete Karl 1525 ein neues Handelsgesetz, das ihren wirtschaftlichen Interessen entgegenkam.[3][9]

Am 28. Juni 1519 wählten die Kurfürsten Karl in Frankfurt am Main in Abwesenheit zum römisch-deutschen König. Seine Krönung fand am 23. Oktober 1520 in Aachen statt. Anschließend nannte sich Karl „erwählter römischer Kaiser“. Papst Leo X. willigte am 26. Oktober 1520 in das Führen dieses Titels ein.[10]

Karl trug die offiziellen Titel:

Wir, Karl der Fünfte, von Gottes Gnaden erwählter Römischer Kaiser, zu allen Zeiten Mehrer des Reiches, in Germanien, zu Kastilien, Aragon, León, beider Sizilien, Jerusalem, Ungarn, Dalmatien, Kroatien, Navarra, Granada, Toledo, Valencia, Galizien, Mallorca, Sevilla, Sardinien, Córdoba, Korsika, Murcia, Jaén, Algerien, Algeciras, Gibraltar, der Kanarischen und Indianischen Inseln und des Festlandes, des Ozeanischen Meers &c. König, Erzherzog zu Österreich, Herzog zu Burgund, zu Lothringen, zu Brabant, zu Steyr, zu Kärnten, zu Krain, zu Limburg, zu Luxemburg, zu Geldern, zu Kalabrien, zu Athen, zu Neopatria und zu Württemberg &c. Graf zu Habsburg, zu Flandern, zu Tirol, zu Görz, zu Barcelona, zu Artois und zu Burgund &c. Pfalzgraf zu Hennegau, zu Holland, zu Seeland, zu Pfirt, zu Kyburg, zu Namur, zu Roussillon, zu Cerdagne und zu Zutphen &c. Landgraf im Elsass, Markgraf zu Burgau, zu Oristan, zu Goziani und des Heiligen Römischen Reiches, Fürst zu Schwaben, zu Katalonien, zu Asturien &c. Herr zu Friesland und der Windischen Mark, zu Pordenone, zu Biscaya, zu Monia, zu Salins, zu Tripolis und zu Mecheln &c.

Sein Wahlspruch lautete: Plus Ultra (lat. – immer weiter).

Überseeische Besitzungen[Bearbeiten]

„Allegorie auf Kaiser Karl V. als Weltenherrscher“ (Gemälde von Peter Paul Rubens, um 1604). Der Spruch: „In meinem Reich geht die Sonne niemals unter“ wird Karl V. zugesprochen.

Die Kosten für Armee und Flotte stiegen vor allem in den 1530er Jahren stark an. Finanziert wurde die weitgespannte Machtpolitik des Kaisers nicht zuletzt durch die spanischen Einkünfte. Aber diese reichten bald nicht mehr aus. Immer wichtiger wurden die Gold- und Silberlieferungen der Konquistadoren aus den neu eroberten Ländern auf dem amerikanischen Kontinent.[11] Ein Fünftel der Einnahmen stand der Krone zu. Wenn auch die Eroberungen nicht zentral gelenkt wurden, förderte Karl doch die Expansionspolitik. So beteiligte er sich an der Finanzierung der Weltumsegelung des Magellan. Ohne die reichen Goldsendungen von Hernán Cortés aus Neu-Spanien und Francisco Pizarro aus Peru wären die Kriege des Kaisers so nicht durchführbar gewesen.[12]

Durch die neuen Besitzungen in Amerika und auf den nach seinem Sohn und Thronfolger Philipp benannten Philippinen im Pazifik regierte Karl V. über ein Reich, von dem er selber gesagt haben soll, dass in ihm "die Sonne niemals unterging".

In der mittleren Phase seiner Herrschaftszeit bezog Karl aus den spanischen Besitzungen pro Jahr immerhin eine Million Dukaten. Der Leiter der spanischen Angelegenheiten Francisco de los Cobos y Molina baute eine wirkungsvolle Bürokratie auf, um die Gelder einzutreiben.[13]

Gerechtfertigt waren die Eroberungen in Übersee nach Meinung des Kaisers durch die Bekehrung der Heiden zum Christentum. Auch unter Einfluss von Bartolome de las Casas versuchte Karl durch verschiedene Verordnungen und Gesetze der Versklavung der Indianer entgegenzuwirken. In den 1540er Jahren wurde sogar eine Befreiung aller Indios befohlen. Letztlich scheiterten diese Versuche jedoch an den Gegebenheiten in den Kolonien und an dem Goldbedürfnis Karls.

In Spanien wurde damit begonnen, die Verwaltung und Ausbeutung der neuen Kolonien zu organisieren. Sevilla wurde 1525 zum Monopolhafen für den Verkehr mit Amerika. Dort war mit dem Indienrat auch die zentrale Behörde der Kolonien angesiedelt. Im Jahr 1535 wurde das Vizekönigreich Neuspanien (Mexiko) und 1542 das Vizekönigreich Peru gegründet. Nach der Erschließung der Silberminen von Potosí seit 1541 erreichten in den Jahren zwischen 1541 und 1560 480 Tonnen Silber und 67 Tonnen Gold Spanien.

Das Edelmetall diente als Basis für Anleihen. Trotz der hohen Einnahmen reichten die Einkünfte aber nicht, um die Ausgaben für Karls Machtpolitik zu decken. Zeitweise wurden die amerikanischen Besitzungen an die Gläubiger verpfändet. So kam etwa 1527 das heutige Venezuela an die Welser, die dieses Gebiet bis 1547 ausbeuteten. Insgesamt hat die Politik der Anleihen die Verschuldung insbesondere Spaniens stark beschleunigt.[14][11]

Herrschaftsorganisation und Selbstverständnis[Bearbeiten]

Krönung in Aachen (Holzschnitt, 1520)

Die Nachricht von seiner Wahl zum König erreichte Karl an seinem Hof in Barcelona. Er reiste 1520 von Spanien über England und die Niederlande ins Reich. Die Krönung zum römisch-deutschen König erfolgte am 23. Oktober 1520 im Kaiserdom zu Aachen durch den Kölner Erzbischof Hermann V. von Wied. Mit Karls Herrschaftsantritt verbanden sich große Hoffnungen. Martin Luther schrieb. „Gott hat uns ein junges, edles Blut zum Haupt gegeben und damit viel Herzen zu großer guter Hoffnung erweckt.“[15]

Zum Aufbau von Institutionen, die den gesamten Herrschaftskomplex umfassten, ist es nie gekommen. Die einzelnen Teile wurden allein durch die Person des Kaisers zusammengehalten. Der Hof Karls gehörte zu den komplexesten seiner Zeit. Eine Aufgabe war es, die verschiedenen Bestandteile („Casas“) in irgendeiner Form zusammenzuführen. Neben dem burgundischen Haus hatten die Kronen von Aragon und Kastilien besonderes Gewicht. Karl übte seine Herrschaft weniger durch den Versuch einer Zentralisation als durch Koordination aus. Wichtig waren persönliche und Klientelbeziehungen, der Hof und das Königshaus. Insbesondere die anfängliche Vorherrschaft der Burgunder löste bei den spanischen Eliten Unmut aus. Die Prachtentfaltung war unter Karl deutlich schwächer ausgeprägt als bei früheren Herrschern über Burgund. Zu bestimmten Anlässen entfaltete allerdings auch der Hof unter Karl noch seine Pracht. Der Kaiser übertrug das burgundische Hofzeremoniell nach Spanien - dieses wurde daher später spanisches Hofzeremoniell genannt. Es wurde zu Karls Zeit kirchlich-sakral aufgeladen.[16]

Zur Sicherung der Macht in seinem weit gespannten Herrschaftsbereich setzte Karl Familienangehörige als Regenten und Statthalter in den spanischen Ländern, in den Niederlanden, in den Erblanden und auch im Reich ein. So erhielt sein Bruder Ferdinand im Wormser Vertrag von 1521 und im Brüsseler Vertrag von 1522 nach und nach die österreichischen Erblande sowie Württemberg. Die letzten Reste landesherrlicher Rechte in Deutschland trat Karl 1525 an Ferdinand ab. Dieser vertrat den Kaiser bei Bedarf im Reich. Der Kontakt zwischen den Reichsteilen wurde schriftlich aufrechterhalten. Zehntausende von Briefen zeugen von der Intensität dieser Kommunikation. So blieb der Kaiser auch bei Abwesenheit über die Geschehnisse informiert und konnte entsprechende Anweisungen geben. Allerdings erschwerte die Entfernung etwa zwischen Spanien und dem Reich die Entscheidungen sehr, zumal Ferdinand zunächst kaum eigenen Handlungsspielraum zugebilligt bekam.[17]

Es gab auf Reichsebene zeitweise führende Berater oder „Minister.“ Besonders mächtig waren Guillaume II. de Croÿ und Mercurino Arborio di Gattinara. In militärischen Dingen vertraute Karl in den ersten Jahren Charles de Lannoy. Welche Rolle Karl selbst in der Frühzeit seiner Herrschaft spielte, ist nicht ganz klar. Sicher ist, dass die Rolle seiner Vertrauten beträchtlich war. Nicolas Perrenot de Granvelle und sein Sohn Antoine Perrenot de Granvelle hatten später deutlich weniger Einfluss. Um 1530 kam es zu einer Zweiteilung der Spitzenpositionen. Das spanische Staatssekretariat unter Francisco de los Cobos war zuständig für die spanischen Gebiete unter Einschluss der überseeischen Besitzungen und Italien. Daneben bestand ein burgundisches Staatssekretariat für die burgundischen Besitzungen unter Granvella. De facto war diesem auch das Amt des Reichsvizekanzlers untergeordnet. Der Mainzer Erzbischof als Reichserzkanzler gab seine Kompetenzen weitgehend an Gattinara ab. In den letzten Jahren der Herrschaft Karls wurde so etwas wie ein für das gesamte Reich zuständiges Kabinett geschaffen, das sich aber als wenig effektiv erwies.

Karl war der letzte Kaiser ohne eine feste Residenz. Der Hof mit 1000 bis 2000 Personen zog daher häufig umher. Insbesondere die Reichsstädte hatten unter den damit verbundenen Belastungen stark zu leiden. Der Hofstaat war multinational; Ähnliches galt für die Truppen. Insbesondere die Spanier waren im Reich ausgesprochen unbeliebt.[18][19]

Karl sah im Kaisertum die universale Ordnungsmacht in Europa oberhalb der Einzelstaaten. Zu seinen Aufgaben gehörten die Abwehr der Ungläubigen und die Sicherung des Friedens innerhalb des Abendlandes. Hinzu kamen der Schutz, aber auch die Reform der Kirche. Der Großkanzler Mercurino Gattinara mit seiner Vorstellung des Kaisers als dominum mundi d.h. als Weltmonarch hat Karls Selbstverständnis stark geprägt.[20]

Reichstag von Worms 1521[Bearbeiten]

Luther auf dem Reichstag in Worms (kolorierter Holzschnitt, 1557)
Hauptartikel: Reichstag zu Worms (1521)

Die Situation im Reich war bei Karls Machtantritt schwierig. Unter den Bauern und ärmeren Stadtbewohnern machte sich Unruhe breit. Auch die Reichsritterschaft war unruhig. Insbesondere begann die Reformationsbewegung um Martin Luther an Bedeutung zu gewinnen. Karl V. folgte in der Sache Luther zunächst seinen Beratern aus dem Umfeld des Humanismus und sagte Ende November 1520 ein Schiedsgerichtsverfahren zu. Luther wurde 1521 vom Papst exkommuniziert. Zu der in solchen Fällen üblichen Vollstreckung der Reichsacht kam es nicht, da Luther unter dem Schutz des Kurfürsten Friedrich des Weisen stand. Dieser forderte ohne Berücksichtigung des römischen Ketzerprozesses eine Klärung des Falles auf reichsrechtlicher Basis. Damit wurde das bisherige Verhältnis von Reich und Kirche in Frage gestellt. Zur Klärung der Frage war der Reichstag das geeignete Forum. Karl ließ sich auf einen Kompromiss ein und lud Luther nach Worms ein, damit dieser dort seine Lehren widerrufen sollte. Würde Luther standhaft bleiben, drohte Karl mit der Vollstreckung der Acht. Zwischen Kaiser und Papst Leo X. wurde die Causa Luther für politische Zwecke genutzt. Sie diente als Druckmittel des Kaisers, um eine Annäherung an die Kurie zu erreichen.[21]

Der erste Reichstag zur Zeit Karl V. fand in Worms im Jahr 1521 statt. Dabei standen Fragen der Reichsreform und der Umgang mit der von Martin Luther ausgehenden reformatorischen Bewegung im Mittelpunkt. Was die Fragen der Reichsverfassung anging, ging es zunächst im Konflikt zwischen Kaiser und Reichsständen um die Regierungsgewalt. Diese Frage war unter Maximilian I. nicht eindeutig geklärt worden und die Stände verlangten erneut durch Einsetzung eines Reichsregiments an der Regierung beteiligt zu werden. Dies hatte Karl auch in seiner Wahlkapitulation zugesichert. Karl bestand aber darauf, dass das Reichsregiment nur bei Abwesenheit des Kaisers wirksam werden sollte. In der am 26. Mai 1521 beschlossenen Regimentsordnung konnte er sich damit weitgehend durchsetzen. Außerdem wurde mit seinem Bruder Ferdinand als Statthalter und Leiter des Reichsregiments der kaiserliche Einfluss auch bei dessen Abwesenheit weitgehend gesichert. Aber letztlich handelte es sich bei der Entscheidung nur um einen Kompromiss zwischen dem ständischen und dem monarchischen Prinzip. Ein Konflikt zwischen Kaiser und Reichsständen war daher nicht auszuschließen. Weitere Fragen, die es zu klären galt, betrafen das Reichskammergericht und die Ordnung des Landfriedens. Im Hinblick auf das in eine Krise geratene Reichskammergericht konnte ein tragfähiger Kompromiss zwischen dem Kaiser und den Reichsständen erzielt werden, der dazu beitrug, dass das Gericht an Ansehen und Bedeutung gewann. Auch mit Blick auf den Landfrieden wurde die Exekution der Urteile des Gerichts den Reichskreisen übertragen. Damit wurde den Reichskreisen eine den einzelnen Reichsständen übergeordnete Kompetenz übertragen. Ebenso geregelt wurden die Reichsfinanzen, die auf eine tragfähige Basis gestellt wurden. Als Finanzierungsmittel einigte man sich schließlich auf das System von Matrikularbeiträgen. Im Grundzug galt diese Regelung bis zum Ende des Reiches.[22][23]

Bekannt geworden ist der Reichstag zu Worms durch die Lutherfrage. Welche Haltung der Kaiser zu Luthers Positionen vor dem Reichstag hatte, ist nicht ganz eindeutig. Persönlich scheint er ein durchaus differenziertes Verhältnis zu den reformatorischen Thesen gehabt zu haben. Allerdings hielt er Luther nach dem Urteil des römischen Ketzerprozesses für überführt. Außerhalb des Reiches ließ er die Schriften verbieten und gegen Luthers Anhänger vorgehen.

Im Vorfeld des Reichstages hatte es von Seiten des Kaiserhofs Verhandlungen sowohl mit Kursachsen wie auch mit der Kurie in Rom gegeben. Eine feste Linie scheinen Karl V. und seine Berater zunächst nicht gehabt zu haben. Allerdings wollte der Kaiser eine Mitbestimmung der Reichsstände in der Frage der Verhängung der Reichsacht verhindern. Dies gelang ihm nicht. Karl V. sah sich gezwungen, Luther freies Geleit nach Worms zuzusichern. Am 17. März fand in Anwesenheit des Kaisers ein erstes Verhör Luthers statt. In einem weiteren Verhör am nächsten Tag verweigerte Luther den Widerruf seiner Schriften, solange niemand sie auf Basis der Bibel widerlegt hätte. Nach der Abreise Luthers gab Karl V. am 19. April eine Erklärung ab, in der er sich zur tausendjährigen christlichen Tradition, zur Treue gegenüber Rom und zum Schutz der römischen Kirche bekannte. Auf den Inhalt der Lehre Luthers ging er nicht ein. Nach einiger Vorbereitungszeit erließ Karl V. am 8. Mai das Wormser Edikt, das die Reichsacht über Luther verhängte und seine Schriften verbot. Allerdings konnte er damit die reformatorische Bewegung nicht mehr aufhalten, zumal Luther von Friedrich dem Weisen auf der Wartburg in Sicherheit gebracht wurde. In Geheimverhandlungen zwischen Friedrich und dem kaiserlichen Hof kam es zu der Einigung, dass Sachsen das Edikt nicht offiziell zugestellt wurde. Der Hintergrund für die kaiserliche Zurückhaltung waren die Auseinandersetzungen mit Frankreich. Insgesamt spielte das Reich zu dieser Zeit für Karl nur eine Nebenrolle. Ein wirkliches Verständnis für das Reich und seine Probleme fand Karl auf dem Reichstag nicht.[24][25]

Herrschaftssicherung in Spanien[Bearbeiten]

Hinrichtung der Comuneros (Ölgemälde von Antonio Gisbert, 1880)

Während Karls Abwesenheit war Adrian von Utrecht Regent in Spanien. Gegen seine Regentschaft erhob sich schon 1519 die Aufstandsbewegung der Comuneros. Diese wurde vor allem vom Bürgertum der Städte Kastiliens, insbesondere von den Einwohnern von Toledo, getragen. Unterstützung fand sie bei Teilen der Geistlichkeit und des Adels. Ihr Ziel war es, die königliche Macht zu Gunsten des Cortes zu beschränken. Im Königreich Valencia kam er zu einer sozialrevolutionären Bewegung, die unter dem Namen Germanía bekannt wurde. Eine Zusammenarbeit der Bewegungen in den verschiedenen spanischen Territorien erfolgte nicht. Besorgt durch die antifeudale Haltung der Aufständischen in Valencia stellte sich ein Großteil des Adels auf die Seite Karls. Die Aufständischen unter Juan de Padilla wurden 1521 bei Villalar besiegt. Karl reiste selbst zur Klärung der Verhältnisse im Winter 1521/22 nach Spanien. Er betonte zwar, Milde walten zu lassen, aber er sah in dem Aufstand ein Vergehen gegen die göttliche Ordnung. Es kam zu mehreren Todesurteilen und dem Einziehen von Vermögen. Unter den Hingerichteten war auch ein Bischof, was Karl die Exkommunikation fürchten ließ. Auch wenn einige Zeit später die päpstliche Absolution eintraf, haben die Hinrichtungen Karl bis zu seinem Tod stark beschäftigt. Im Laufe seiner Herrschaft gelang es Karl den politischen Einfluss des Hochadels zu begrenzen, ohne seine sonstigen Privilegien anzutasten. Damit sicherte er sich dessen Gefolgschaft. Die spanische Inquisition, die gegen Juden und Moslems vorging, blieb auch unter Karl V. in Funktion. In Hinblick auf die Notwendigkeit des Kampfes gegen Ketzer und der Verteidigung des Katholizismus waren sich Karl und die führenden Kräfte in den spanischen Gebieten einig. Nach der Sicherung der Macht zu Gunsten der Krone wurde Spanien zu einer zentralen Machtbasis des Kaisers.[18][26]

Karl war seit langem mit Maria Tudor, der Tochter Heinrichs VIII., verlobt. Auch wegen finanzieller Vorteile entschloss er sich aber zur Heirat mit Isabella, der Tochter des portugiesischen Königs. Damit verbunden war eine Mitgift von einer Million Dukaten. Die Hochzeit fand am 10. März 1526 in Sevilla statt.[27]

Europäische Machtpolitik[Bearbeiten]

Hauptartikel: Italienische Kriege

Krieg bis zum Frieden von Madrid[Bearbeiten]

Um seinen Anspruch als überragende europäische Ordnungskraft Realität werden zu lassen, bedurfte es einer den anderen Staaten überlegenen Macht. Dabei spielte Italien eine wichtige Rolle. Das Land war reich und wenn es dort gelang, maßgeblichen Einfluss zu gewinnen, war die europäische Hegemonie möglich. Daneben wollte Karl das 1477 an Frankreich gefallene Herzogtum Burgund zurückgewinnen. Damit wollte er auch Dijon gewinnen, wo seine burgundischen Vorfahren begraben lagen. Wie wichtig ihm das war, machte sein Testament von 1522 deutlich. Sollte er sterben und das Herzogtum Burgund in kaiserlicher Hand sein, wollte er neben seinen Vorfahren in der Kartäuserkirche in Dijon bestattet werden. Damit stellte er den Kompromiss der Aufteilung des burgundischen Erbes von 1477 in Frage. Auch wollte Karl die französischen Lehnsrechte in Flandern und im Artois loswerden. Auch die Provence beanspruchte er als Reichslehen für sich. Das Languedoc forderte er als früheres Lehen des Königreichs Aragon ebenfalls von Frankreich zurück.

Franz I. war keineswegs bereit, diesen Ansprüchen nachzugeben. Umgekehrt dachte er selbst daran, seine Macht auszuweiten. Auch für ihn spielte Italien eine wichtige Rolle. Nach seinem Sieg über die Schweizer 1515 waren große Teile Oberitaliens und insbesondere Mailand in seiner Hand. Auch erhob er Ansprüche auf das Königreich Neapel und die 1512 an Spanien gefallenen Teile des Königreichs Navarra.[28]

Schlacht bei Pavia 1525 (Ölgemälde von Ruprecht Heller, 1529)

Schon 1520 hatte Karl die Duldung Heinrichs VIII. für seinen geplanten Krieg gegen Frankreich erreicht. Ein Jahr später konnte er den Papst sogar für ein antifranzösisches Bündnis gewinnen. Vor diesem Hintergrund begann der Krieg. Zunächst marschierte der im französischen Exil lebende König von Navarra Henri d’Albret ins spanische Navarra ein, musste sich aber nach ein paar Wochen wieder zurückziehen. Auch an der niederländisch-französischen Grenze kam es zu Kämpfen. In der zweiten Hälfte des Jahres begann der direkte Krieg zwischen Karl V. und Franz I. Kriegsschauplätze waren die Champagne und Oberitalien. Im November des Jahres trat auch Heinrich VIII. auf Seiten des Kaisers in den Krieg ein. Anfangs waren die Kaiserlichen erfolgreich. Bis Mai 1522 war Oberitalien in kaiserlicher Hand. Die Sforza erhielten Mailand als Reichslehen zurück. Herzog Charles III. de Bourbon-Montpensier fiel vom französischen König ab, aber die Pläne, ein eigenes Territorium zu Lasten der französischen Krone zu erwerben, scheiterten und er musste ins Exil an den kaiserlichen Hof fliehen. Für den Kaiser problematisch wurde es, dass der Papst und Venedig immer stärker zur Seite Frankreichs tendierten. Außerdem entwickelte sich in Italien eine antikaiserliche Stimmung.

Die Franzosen begannen nun auch militärische Erfolge zu erringen. Eine englische Invasion in Frankreich scheiterte ebenso wie 1524 der Vormarsch der Kaiserlichen in die Provence. Im Gegenzug gelang es den Franzosen, fast ganz Oberitalien zu kontrollieren. Sie eroberten Mailand zurück und belagerten Pavia. Aber am 24. Februar 1525 nahmen Karls Truppen Franz I. in der Schlacht bei Pavia gefangen.[29]

Franz I. wurde nach Spanien gebracht und dort gefangen gehalten. Wie man mit dem gefangenen König umgehen sollte, war zwischen Karl und seinen Beratern umstritten. Gattinara hätte ihn am liebsten töten lassen, auch eine faktische Zerschlagung Frankreichs war in seinem Sinn. Karl aber schloss sich den Vorschlägen zu einem maßvollen Frieden an.[30][31] Dies führte 1526 zur Unterzeichnung des Vertrags von Madrid, in dem Frankreich auf seine Ansprüche in Norditalien verzichtete. Außerdem wurde das Herzogtum Burgund wiederhergestellt. Frankreich musste auch auf die Lehnsrechte in Flandern und Artois verzichten. Von Seiten des Kaisers waren die Friedensbedingungen als milde und Geste der Versöhnung gedacht. Auch das Versprechen, seine Schwester Eleonore dem französischen König zur Frau zu geben, zielte in diese Richtung. Karl hoffte, Franz I. zum gemeinsamen Kampf gegen die Osmanen und gegen die Lutheraner bewegen zu können. Auf französischer Seite wurde der Friede jedoch nicht als mäßig, sondern als Unterwerfungsfriede angesehen.[32][33]

Krieg gegen die Heilige Liga von Cognac[Bearbeiten]

Die Plünderung Roms
Gemälde von Johann Lingelbach aus dem 17. Jh.

Nachdem Franz wieder frei war, widerrief er den Vertrag, da er ihm in Gefangenschaft aufgezwungen worden war. Ihm gelang es seinerseits, mit der Heiligen Liga von Cognac ein breites antikaiserliches Bündnis zustande zu bringen, dem der Papst, Venedig, Florenz und schließlich sogar auch Mailand angehörten. Auch das Herzogtum Bayern gehörte der antihabsburgischen Opposition an. Schon zuvor kam es zur Verständigung mit Heinrich VIII. Der Krieg setzte erneut ein und die Situation wurde für Karl V. noch bedrohlicher, als die Osmanen 1526 die österreichischen Erblande bedrohten.[33]

Eine langfristig wirkende Verschiebung der europäischen Machtverhältnisse war die Expansion des Osmanischen Reiches. Die Eroberungen und Expeditionen der osmanischen Streitkräfte entlang der Mittelmeerküste und den Balkan hinauf Richtung Wien bedrohten die Länder Habsburgs und den Frieden in Westeuropa. 1521 eroberten die Türken Belgrad. 1526 siegten sie in der Schlacht von Mohacs über Ludwig II. von Ungarn, der in der Schlacht fiel. Damit hatte Ferdinand Anspruch auf das Erbe Böhmen und Ungarn. Um den Besitz Ungarns kam es zum Krieg mit den Osmanen und diese standen 1529 mit einer Armee von 120.000 Mann vor Wien. Karl V. konnte seinem Bruder Ferdinand I. jedoch auf Grund seiner Aktivitäten in Italien nicht zu Hilfe kommen. Ferdinand konnte nur einen kleinen Teil Ungarns beherrschen.

Der Krieg gegen Frankreich überforderte zunehmend die kaiserlichen Finanzen. Die Landsknechte in Oberitalien wurden unzufrieden und ihr Kommandant Georg von Frundsberg erlitt einen Schlaganfall, als er versuchte, ihre Meuterei zu verhindern. Die Armee zog gegen Rom, von den Landsknechten als „Hure Babylon“ angesehen. Karl von Bourbon, der die Truppen führte, starb bei der Stürmung der Stadt am 5. Mai 1527. Ohne Führer plünderten die kaiserlichen Truppen beim sogenannten Sacco di Roma die Stadt. Für die Stadt Rom war dies ein Schlag, von dem sie sich nur langsam erholte. Papst Clemens VII. war in die Engelsburg geflüchtet und musste sich Anfang Juni 1527 ergeben. Wieder war ein Gegner in der Hand der Kaiserlichen und wieder setzte sich Karl mit einer milden Behandlung des Gegners durch. Obwohl Karl nicht verantwortlich war, wurde der Vorgang als Beleg für die Bedrohung des Papsttums durch den Kaiser und für die gewalttätige Politik des Kaisers in Italien angesehen. Dadurch wurde die antikaiserliche Koalition in Italien gestärkt und die Kaiserlichen gerieten immer stärker in Bedrängnis. Zugute kam Karl, dass Andrea Doria mit der genuesischen Flotte auf die Seite des Kaisers wechselte, nachdem dieser die Unabhängigkeit der Republik Genua garantiert hatte. Damit brach der Nachschub der Franzosen und ihrer Verbündeten in Italien zusammen und die antikaiserlichen Kräfte erlitten militärische Niederlagen. Franz I. musste erneut Frieden schließen.[34][35]

Der 1529 mit Frankreich unterzeichnete Damenfriede von Cambrai schrieb den Verzicht Frankreichs auf italienische Gebiete fest. Der Verzicht auf die französischen Lehnsansprüche in Flandern und Artois wurde bestätigt. Der Kaiser verzichtete seinerseits auf den Anspruch auf das Herzogtum Burgund. Mit dem Frieden war die Vorherrschaft Karls und seiner Nachfolger über Italien bis zum Ende des 16. Jahrhunderts gesichert. Im Frieden von Barcelona gewährte Karl dem Papst günstige Friedensbedingungen und schloss mit ihm eine Defensivallianz ab. Die Abhaltung eines Konzils zu einer Kirchenreform konnte Karl aber nicht durchsetzen. Die Aussöhnung mit dem Papst führte dazu, dass Clemens VII. Karl am 24. Februar 1530 in Bologna zum Kaiser krönte. Karl V. war damit der letzte römisch-deutsche Kaiser, dessen Herrschaft durch die Krönung durch den Papst bestätigt wurde.[36][35] Zwei Tage zuvor erhielt Karl aus den Händen des Papstes zudem die Eiserne Krone der Langobarden.[37]

Kämpfe gegen Osmanen und Franzosen[Bearbeiten]

Der Friede war indes nur von kurzer Dauer. Im Jahr 1532 kam es zu einem neuen großen Feldzug gegen die Osmanen. Daran nahm Karl V. selbst teil, ohne dass dieser Krieg eine Entscheidung gebracht hätte. Karl kehrte nach Spanien zurück, um von dort einen „Kreuzzug“ gegen die Osmanen zu starten. Den Kampf auf dem Kontinent überließ er aber seinem Bruder.[38]

Feierlicher Einzug von Karl V. und Franz I. im Jahr 1540 in Paris
Karl V. verkündet dem Papst 1535 den Sieg in Tunis

Das Verhältnis zu Papst Clemens VII., der sich immer mehr Frankreich anschloss, verschlechterte sich. Auch Heinrich VIII. wandte sich eher gegen die Habsburger.[11] Es gelang Franz I. allerdings nicht, mit den deutschen Protestanten ein antikaiserliches Bündnis zu schließen. Die Franzosen waren dagegen seit 1534 mit den Barbaresken und den Osmanen verbündet. Insgesamt war Karl nicht in der Lage, das osmanisch-französische Bündnis entscheidend zu schwächen. Aber auch den Franzosen gelang es nicht, die Ergebnisse des Friedens von Cambrai zu revidieren. Vielmehr gelang es Karl nach dem Aussterben der Sforza, Mailand als Reichslehen an sich zu ziehen und es an seinen Sohn Philipp zu vergeben. Einen wichtigen Sieg konnte Karl 1535 durch die Eroberung von Tunis im Tunisfeldzug erringen. Es war das erste Mal, dass der Kaiser persönlich an einer Schlacht teilnahm. Der Sieg steigerte sein Ansehen in Europa. Von Tunis aus besuchte er das Königreich Neapel und zog von dort nach Rom. Sein Einzug dort glich einem Triumphzug. Allerdings war die Macht der Barbaresken keineswegs gebrochen.[11] Franz I. eroberte Turin. Karl V. hielt im Vatikan am Ostermontag eine lange Rede, klagte den französischen König des Friedensbruchs an und appellierte an den Papst als Schiedsrichter aufzutreten. Auch als Propagandamaßnahme für die italienische Öffentlichkeit gedacht, führte dies beim Papst nicht zum Erfolg. Immerhin kam ihm dieser in der Konzilsfrage entgegen. Auf Raten von Andrea Doria entschloss sich Karl, eine Gegenoffensive in Richtung Marseille zu starten. Der Angriff auf die Stadt scheiterte und die kaiserliche Armee musste in die Lombardei zurückkehren. Inzwischen förderte die Zusammenarbeit der Franzosen mit den Osmanen die Annäherung des Papstes an die Seite Karls. Im Jahr 1538 wurde eine gegen die Türken gerichtete Liga zwischen Karl, seinem Bruder Ferdinand, Venedig und dem Papst abgeschlossen. Im selben Jahr vermittelte Papst Paul III. den auf zehn Jahre angelegten Waffenstillstand von Nizza zwischen Karl V. und Franz I. Dieser schrieb den Status quo in Italien fest. Nach einem Treffen Karls mit Franz I. schien zeitweise sogar eine Aussöhnung möglich.[11]

Krieg gegen Frankreich bis zum Frieden von Crépy[Bearbeiten]

Belagerung von Nizza von 1543

Bereits seit 1540 begannen sich Karl und Franz I. diplomatisch auf den nächsten Waffengang vorzubereiten. Die Situation verschärfte sich, als die nach Istanbul entsandten französischen Gesandten bei der Rückkehr von spanischen Soldaten ermordet wurden. Auch wenn der Kaiser eine Beteiligung abstritt, hatte er eine gewisse Mitwisserschaft. Anstatt seinem Bruder an der ungarischen Front zu helfen, befahl Karl 1541 eine Flottenexpedition nach Algier, die durch den Untergang zahlreicher Schiffe in einem Sturm jedoch scheiterte. Franz I., der noch immer mit dem osmanischen Reich verbündet war, erklärte 1543 Karl den Krieg. Dieser setzte diesmal auf ein defensives Konzept und war damit gegen die französischen Vorstöße erfolgreich (siehe auch: Belagerung von Nizza (1543)). Kaum Bedeutung hatte das Bündnis Frankreichs mit Dänemark und Schweden. Karl ging 1543 ein Bündnis mit Heinrich VIII. ein. Anstatt die Entscheidung im Mittelmeerraum zu suchen, verlagerte Karl den Schwerpunkt seiner Anstrengungen nach Mitteleuropa. Durch die Niederlage des mit Frankreich verbündeten Herzogs Wilhelm von Kleve verlor Franz I. seinen letzten Verbündeten im Reich. Im Jahr 1544 stimmten Kaiser und Reichsstände in der Politik gegen Frankreich überein. Karl drang daraufhin auf französisches Gebiet vor. Allerdings scheiterte der Vorstoß an der hinhaltenden Taktik des Gegners und den Festungen des Landes. Heinrich VIII. beschränkte sich im Wesentlichen auf die Belagerung von Boulogne. Wegen ausbleibender Soldzahlungen begann sich die Armee aufzulösen. Ein Vorstoß nach Paris konnte darum nicht stattfinden. Dennoch veranlasste die Gefahr Franz I. zum Waffenstillstand 1544 im Frieden von Crépy. Franz I. verzichtete vertraglich auf zukünftige Bündnisversuche mit den protestantischen Ständen im Reich und verpflichtete sich, Teilnehmer zu einem Konzil auf Reichsboden zu entsenden.[39][40]

Letzte auswärtige Kriege[Bearbeiten]

Belagerung von Metz

Der neue französische König Heinrich II. arbeitete seit 1550 auf ein neues Offensivbündnis mit den Osmanen hin. Er beabsichtigte, den Sultan zum Bruch des 1547 mit Ferdinand geschlossenen Waffenstillstands zu bewegen. Karl verstimmte mit seinem Vorgehen gegen einen Piratenführer im Mittelmeer, der auch türkischer Vasall war, die Hohe Pforte. Damit scheiterten Verhandlungen Ferdinands mit den Türken und es drohte ein Zweifrontenkrieg in Italien und Ungarn. Heinrich II. schloss zudem ein Bündnis mit der protestantischen Opposition im Reich. Im reichsrechtlich ungültigen Vertrag von Chambord verpflichtete sich Heinrich II., die Verbindung Karls zu seinen Truppen in den Niederlanden abzuschneiden. Außerdem sollte er erhebliche Subsidien an die Fürstenopposition zahlen. Dafür sollte er die Städte Metz, Toul, Verdun und Cambrai als Reichsvikar erhalten. Heinrich besetzte daraufhin mit einer Armee von 35.000 Mann die genannten Städte im sogenannten Trois-Évêchés. Karl versuchte nach der Einigung mit der Opposition die Städte zurückzugewinnen. Er belagerte die Stadt Metz, die strategisch günstig an der Verbindungslinie zwischen den Niederlanden und Italien lag. Die Festung war mit den damaligen Mitteln kaum zu nehmen und wurde zudem gut verteidigt. Die Belagerung scheiterte daher auch mit hohen Verlusten. Der Kriegszug war mit zweieinhalb Millionen Dukaten ungemein kostspielig; dies entsprach dem Doppelten der jährlichen Einnahmen Spaniens. So schädlich die Niederlage vor Metz für Karls Ansehen auch war, bedeutete dies nicht die Niederlage oder das Ende des Krieges insgesamt. Vielmehr nahmen die Kaiserlichen die Kämpfe seit 1553 sowohl in Italien wie auch in den Niederlanden wieder auf. Erst nach der Abdankung Karls wurde Friede geschlossen.[41][42]

Reichs- und Religionspolitik[Bearbeiten]

Bis zur Protestation von Speyer[Bearbeiten]

Ab dem Winter 1521/22 war der Kaiser durch Kriege oder andere Verpflichtungen neun Jahre lang vom Reich abwesend. Seinem Bruder Ferdinand übertrug er im Vertrag von Brüssel von 1522 mehr Kompetenzen und sagte zu, dessen Wahl zum römisch-deutschen Kaiser und damit zum möglichen Nachfolger zu betreiben. Die Regierung des Reiches wurde dadurch erschwert, dass Karl auf den Reichstagen mit eigenen Gesandten vertreten war, deren Instruktionen oft nicht mit dem Statthalter oder dem Reichsregiment abgestimmt waren. Auch behielt sich der Kaiser persönlich die Bestätigung der Reichstagsbeschlüsse vor. Daneben erwies sich das Reichsregiment als wenig effektiv. Vor diesem Hintergrund blieb das Wormser Edikt ohne größere Wirkung. Vielmehr beharrten die Stände in der Religionsfrage auf einem allgemeinen oder zumindest einem nationalen Konzil. Der Kaiser untersagte 1524 die Vorbereitung zu einem nationalen Konzil. Eine nationalkirchliche Lösung der Religionsfrage war damit nicht mehr möglich.[43]

Zwischen 1524 und 1526 wurde das Reich vom deutschen Bauernkrieg erschüttert. Dabei verbanden sich soziale Unruhen und Einflüsse der reformatorischen Bewegung. An der Niederschlagung dieser Bewegung war der abwesende Karl V. kaum beteiligt. Hauptkontrahenten der Bauern waren der schwäbische Bund und verschiedene Reichsstände.

Auf dem Reichstag von Speyer 1526 kam erneut Bewegung in die Lösung des Religionskonfliktes. Wieder scheiterten Ansätze zu einer Kirchenreform auf nationaler Grundlage am Widerspruch des in Spanien weilenden Kaisers. Die Reichsstände drängten weiter auf ein Konzil und beschlossen, dass die Umsetzung des Wormser Edikts in die Verantwortung der einzelnen Stände fallen sollte. Der Reichsabschied legte die Grundlagen für die Konfessionswahl der Reichsstände wie auch für den Aufbau eines evangelischen Kirchenwesens. Die weitere Expansion der Reformation wurde durch die Feindschaft zwischen Kaiser und Papst während der Liga von Cognac weiter erleichtert. Landgraf Philipp von Hessen wurde zum Motor einer protestantischen und zugleich antihabsburgischen Politik. Auf einem weiteren Reichstag in Speyer im Jahr 1529 verschärfte Ferdinand gegen den Willen Karls die Gangart gegenüber den Evangelischen. Diese legten dagegen die Protestation zu Speyer ein, was zur Bezeichnung Protestanten führte. Die evangelischen Stände versuchten vergeblich, Karl V. zu einer Aussetzung des Wormser Edikts zu bewegen. Daraufhin begannen die Protestanten mit den Vorbereitungen zu einem Defensivbündnis.[44]

Bis zum Nürnberger Anstand[Bearbeiten]

Augsburger Reichstag von 1530

Nach seiner Krönung zum Kaiser kehrte Karl 1530 ins Reich zurück. Er kam mit einem Programm der kirchlichen Einheit zurück. Er konnte dabei auf eine mittlere Partei zwischen den entschiedenen Altgläubigen und den Evangelischen bauen. Im selben Jahr hielt er einen Reichstag in Augsburg ab. In der Ausschreibung deutete er einen Verzicht auf das Wormser Edikt an. Dies traf auf den Widerstand der katholischen Reichsstände und des Papstes. Bereits in der Reichstagsproposition war Karl vor diesem Hintergrund von seiner angestrebten Schiedsrichterrolle schon etwas abgerückt.[45] Durch die Anwesenheit des Kaisers bekam die Versammlung eine weit größere Verbindlichkeit als alle Reichsversammlungen seit 1521. Dabei ging es um die Klärung der Religionsfrage. Neu war, dass Karl V. nicht einfach auf der Umsetzung des Wormser Edikts bestand. Von den Protestanten verlangte Karl eine Darlegung ihrer Auffassungen als Diskussionsgrundlage für die weiteren Verhandlungen. Die Protestanten nahmen die Verhandlungsbereitschaft Karls nicht ganz ernst und kamen ohne die Darlegung nach Augsburg. Philipp Melanchthon verfasste dann während des Reichstages die Confessio Augustana. Zusätzlich reichten Straßburg, Konstanz, Memmingen und Lindau die Confessio Tetrapolitana ein. Der Kaiser ließ die Schriften durch eine katholische Expertenkommission begutachten. Vor allem Johannes Eck verfasste eine Gegenstellungnahme, die zur Basis der katholischen „Confutatio“ wurde, mit der der Kaiser die Confessio Augustana für widerlegt erklärte. Weil er auf die finanzielle Hilfe des Reiches gegen die Osmanen angewiesen war, gingen die Verhandlungen letztlich ohne Erfolg weiter. Nach der Abreise der evangelischen Stände ließ Karl mit den Stimmen der katholischen Stände das Wormser Edikt wieder in Kraft setzten.[46]

Trotz des Gegensatzes der Konfessionen gelang es Karl die Kurfürsten zur Wahl seines Bruders Ferdinand zum römischen-deutschen König zu bewegen. Allerdings hatte sich Karl V. in einem Geheimvertrag weiterhin die entscheidenden Machtbefugnisse gesichert.[38] Weil die protestantischen Stände befürchten mussten, dass Karl gewaltsam gegen die Reformierten vorgehen würde, schlossen sich einige im Februar 1531 im Schmalkaldischen Bund zusammen. Dieser Zusammenschluss zielte auch auf den Schutz vor einem übermächtigen Habsburg ab. Daher stand zumindest zeitweise das katholische Bayern dem Bund nahe. Der Bund war auch für äußere Mächte wie Frankreich ein möglicher Bündnispartner. Diese Situation zwang den Kaiser zu Zurückhaltung in der Religionsfrage.[47]

Kaiser Karl V., König von Spanien (Porträt von Christoph Amberger, um 1532)

So wichtig auch die Religionsfrage war, so wurden doch daneben in dieser Zeit auch wichtige reichsrechtliche Entscheidungen getroffen. Karl erließ mit der Constitutio Criminalis Carolina ein einheitliches Straf- und Prozessrecht für das gesamte Reich. Die Carolina wurde im Jahre 1532 auf dem Reichstag in Regensburg ratifiziert und gilt als das erste allgemeine deutsche Strafgesetzbuch. Auf dem Augsburger Reichstag von 1530 wurde die Reichspolizeiordnung erlassen. Diese wurde zur Basis weiterer Reichsgesetze und von Regelungen in den einzelnen Territorien. Waren die Regelungen insgesamt maßvoll, galt dies für die diskriminierenden Bestimmungen zu den Juden nicht. Ein weiterer Punkt während des Reichstages war erneut die Diskussion über die Monopole der großen Handelsgesellschaften. Ein sehr weitgehender Gesetzentwurf wurde jedoch nicht verabschiedet.[48]

Vor dem Hintergrund der Türkengefahr sah sich Karl, auch auf Drängen Ferdinands, gezwungen, mit den protestantischen Reichsständen den Nürnberger Religionsfrieden zu schließen. Dieser bedeutete eine Art Waffenstillstand zwischen den Konfessionen bis zur Klärung der Religionsfrage durch ein allgemeines Konzil. Er war rechtlich gesehen ein Vertrag des Kaisers mit den evangelischen Reichsständen und nicht Teil des Reichstagsabschieds. Bei allen Vorbehalten bedeutete dies, dass Karl den seit 1521 beschrittenen antireformatorischen Weg erstmals verlassen hatte. Luther hat den Anstand als göttliche Bestätigung der Reformation gesehen und war überzeugt, dass über kurz oder lang eine Versöhnung des Reiches mit der Reformation möglich sei.[49][38]

Nach dem Feldzug gegen die Türken 1532 verließ Karl erneut für fast zehn Jahre das Reich. In diesen Jahren übertrug Karl die Verantwortung für Deutschland auf seinen Bruder Ferdinand.[50] Karls Abwesenheit wirkte sich auf die habsburgische Herrschaft im Reich nachteilig aus. Bereits seit 1531 hatten sich Kursachsen, Hessen und Bayern unter dem Vorwand der Nichtanerkennung der Königswahl Ferdinands über konfessionelle Grenzen hinweg zum Saalfelder Bund zusammengeschlossen und betrieben eine mehr oder weniger offene Anti-Habsburg-Politik.[51]

Religionsgespräche[Bearbeiten]

Auch die Wiederherstellung der Herrschaft von Herzog Ulrich von Württemberg und dessen Übergang zum Protestantismus waren 1538 ein Auslöser für die Gründung des Nürnberger Bundes der Altgläubigen, an dem auch Karl und Ferdinand beteiligt waren. Auf der anderen Seite hatte der Schmalkaldische Bund seine Bündnisverhandlungen mit Dänemark und Frankreich verstärkt. Zeitweise drohte die Situation sogar in gewalttätige Auseinandersetzungen zu münden.[52][53]

Im Jahr 1539 starb Karls Frau bei einer Fehlgeburt. Dieser Verlust traf ihn tief. Am Ende des Jahres sah er sich veranlasst, Spanien zu verlassen, um gegen Unruhen in Gent vorzugehen. Dort hatten sich die unteren Volksschichten gegen die herrschenden Patrizier aufgelehnt. Dabei spielten auch religiöse Motive eine Rolle. Die Bürger träumten von einer protestantischen Stadt unter französischem Schutz. Karl reiste dabei auf Drängen von Franz I. auf dem Landweg durch Frankreich. Weil er längere Strecken nicht mehr reiten konnte, benutzte er eine Sänfte. Nachdem er vom König in Ehren aufgenommen wurde, reiste er in die Niederlande weiter. Mit militärischer Gewalt unterdrückte er den Genter Aufstand und ließ eine Reihe von Todesurteilen verkünden. Ab 1541 war er wieder im Reich.[54]

Seit den 1540er Jahren nahm Karl verstärkt Anteil an der Reichspolitik. Er fuhr dabei in der Glaubensfrage auch mit Blick auf außenpolitische Gefahren zunächst einen versöhnlichen Kurs. Auf protestantischer Seite kamen entsprechende Initiativen von Kurfürst Joachim II. von Brandenburg. Auch der Papst signalisierte zunächst Zustimmung. Ein erster Schritt in diese Richtung war der Frankfurter Anstand von 1539. Dieser sicherte den Protestanten einen zeitlich zunächst begrenzten Religionsfrieden zu. Er erwies sich jedoch als wenig wirksam, da sich beide Seiten nicht an die festgelegten Bedingungen hielten. Der Kaiser versuchte den Weg des Ausgleichs fortzusetzen. Er ließ ein Religionsgespräch organisieren, das im Juni 1540 in Hagenau unter Vorsitz König Ferdinands stattfand. Allerdings kam es zu keinem greifbaren Ergebnis. Ein weiteres Gespräch sollte in Worms stattfinden. Auch bat man um die Anwesenheit des Kaisers bei einem der nächsten Reichstage, um mit seiner Autorität die Verhandlungen voranzubringen. Das Wormser Religionsgespräch war erfolgreich und beide Seiten einigten sich in wichtigen theologischen Streitfragen auf Kompromissformeln. Die Weiterführung der Gespräche sollten auf dem Reichstag erfolgen.[55]

Auf dem Regensburger Reichstag von 1541 war er denn tatsächlich erneut persönlich anwesend. Dort kam es auf Basis der Wormser Beschlüsse zu einem weiteren Religionsgespräch zwischen hochrangigen und angesehenen Vertretern beider Glaubensrichtungen. Es kam zu gewissen Kompromissen in Einzelfragen und es deuteten sich eine Teileinheit und die reichsrechtliche Anerkennung des Protestantismus an. Dagegen erhoben die Kurie und die entschiedenen Altgläubigen, vor allem das Herzogtum Bayern und Kurmainz, Einspruch. Auch die protestantischen Stände, aber auch Luther und Melanchthon, waren damit nicht einverstanden. Nach dem Scheitern dieses Ausgleichsversuchs trat wieder die Konzilsfrage in den Vordergrund.[52] Der kaiserliche Ausgleichsversuch war somit weitgehend gescheitert. In anderen Fragen kam der Kaiser den Protestanten entgegen. So wurde etwa der Nürnberger Anstand verlängert. Einen gewissen Erfolg konnte Karl verbuchen, als er Philipp von Hessen, einen der Führer der Protestanten, auf seine Seite bringen konnte.[56]

Konzilspolitik[Bearbeiten]

Sitzung des Konzils in der Kathedrale von Trient

Karl begann bereits seit 1529/30 verstärkt auf ein allgemeines Konzil zur Reform der Kirche zu drängen. Gleichzeitig war es für ihn ein Mittel, um das Religionsproblem in Deutschland zu lösen. Bei Clemens VII. stieß Karl damit auf wenig Entgegenkommen. Paul III. sah zwar die Notwendigkeit einer Kirchenversammlung ein, fürchtete aber den Einfluss Karls auf die Mitglieder des Konzils. Franz I. war nicht bereit, in Sachen eines Konzils Zugeständnisse zu machen. Vielmehr war er ja gerade am Konflikt des Kaisers mit den Protestanten im Reich interessiert. Auf Druck des Kaisers berief Paul III. das Konzil zum 23. Mai 1537 nach Mantua ein. Die deutschen Protestanten beschlossen allerdings, nicht am Konzil teilzunehmen, verzichteten aber auf ein Gegenkonzil. Das Konzil selber wurde als Folge der französischen Politik verschiedentlich verschoben. Zusammen mit dem Kaiser erneuerten die katholischen Reichsstände die Forderung nach einem Konzil. Auf dem Reichstag von Regensburg von 1541 wurde beschlossen, notfalls ein Nationalkonzil einzuberufen. Die Einberufung eines allgemeinen Konzils scheiterte erneut an Franz I. Erst mit dem Frieden von Crepy war der Weg frei. Auf Betreiben des Kaisers wurde 1545 das Konzil von Trient eröffnet. Der Papst war zwar der Forderung der Protestanten gefolgt, das Konzil auf Reichsboden abzuhalten, aber die wesentlichen Entscheidungen fielen ohne Beteiligung der Protestanten. Der Abschluss des Konzils etwa zwanzig Jahre später markiert den eigentlichen Beginn der Gegenreformation.[57]

Schmalkaldischer Krieg[Bearbeiten]

In Abwesenheit des Kaisers kamen die Reichstage in den folgenden Jahren insbesondere in der Religionsfrage nicht weiter voran. Nach oft langer Abwesenheit war der Kaiser zwischen 1543 und 1551 dann aber für lange Zeit im Reich anwesend. Von Deutschland aus wollte er seinen Plan der Universalmonarchie verwirklichen. Frankreich sollte geschlagen, das Religionsproblem im Reich gelöst und die Reichsverfassung im monarchischen Sinn umgestaltet werden. Dabei setzte Karl vor allem auf militärische Mittel. Er ließ seinen sechzehnjährigen Sohn Philipp als Regent in Spanien zurück. Dieser wurde auch mit der Infantin Maria von Portugal verheiratet. Er übergab dem Sohn ein privates und ein politisches Testament. Das letztere machte deutlich, dass er seine Pläne für das größte Wagnis seiner Herrschaft hielt. Auf den Krieg mit Frankreich bis zum Frieden von Crépy wurde schon hingewiesen. Aber auch im Reich ging Karl nunmehr in die Offensive.

Im Jahr 1543 griff Karl die Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg im Dritten Geldrischen Erbfolgekrieg an. Ein Hintergrund war das Interesse aus den Niederlanden am Herzogtum Geldern, das durch Erbe an Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg gefallen war. Der Herzog suchte Schutz bei Frankreich, beim Schmalkaldischen Bund sowie bei Erzbischof Hermann von Wied. Eine nennenswerte Unterstützung blieb aus. Düren wurde zerstört. Geldern fiel an Karl, der es mit den Niederlanden vereinte. Der Herzog musste im Vertrag von Venlo aber auch zusagen, sich nicht der Reformation anzuschließen. Insgesamt hemmte der Erfolg Karls das Vordringen der Reformation in Teilen Nordwestdeutschlands und machte die Schwäche des Schmalkaldischen Bundes deutlich.[58]

Auf dem Reichstag von Speyer von 1544 trat Karl mit einer gestärkten Position gegenüber den Reichsständen auf. Diese bewilligten ihm nicht nur Unterstützung für den Krieg gegen Frankreich, sondern zum ersten und einzigen Mal finanzielle Hilfe für einen neuen Krieg gegen Frankreich. Damit war es gelungen, die beiden gefährlichsten Gegner seiner Politik voneinander zu trennen. Die protestantischen Stände forderten aber einen hohen Preis. Die Religionsprozesse vor dem Reichskammergericht sollten endgültig eingestellt werden und die Augsburger Konfession sollte reichsrechtlich anerkannt werden. Sein Selbstverständnis als Schirmherr der Kirche stellte Karl zu Gunsten des Kampfes gegen Frankreich zurück und stimmte den Forderungen bis zu einer Konzilsentscheidung oder der eines Reichstages zu. Der Papst antwortete auf diesen Kompromiss mit scharfer Kritik, auf die ihrerseits Luther und Calvin Karl V. in Schutz nahmen.[59]

Der Vertrag von Crepy vom September 1544 gab dem Kaiser Spielraum für eine Lösung der Religionsfrage. Karl hatte sich nach dem Scheitern seiner Vermittlungspolitik entschlossen, gewaltsam gegen den Protestantismus vorzugehen. Dazu wurden noch einmal erhebliche finanzielle Anstrengungen unternommen. Der Papst versprach dem Kaiser eine Armee von 12.500 Mann sowie hohe Geldsummen. Auch durfte Karl spanische Kirchengüter zur Finanzierung des Krieges verkaufen. Der Kriegsbeginn verzögerte sich aus verschiedenen Gründen. Nicht zuletzt spielte dabei der Übergang der Kurpfalz zur Reformation eine wichtige Rolle. Das Religionsgespräch von Regensburg von 1546 brachte keinerlei Fortschritte. Die Entscheidung zum Krieg fiel auf dem Reichstag von Regensburg von 1546, der erneut vom Kaiser geleitet wurde. Es gelang dem Kaiser, den Papst, Bayern und Herzog Moritz von Sachsen und weitere Verbündete zu gewinnen.[60]

Gegen die protestantischen Städte Frankfurt am Main, Straßburg, Augsburg und Ulm wurde ein Wirtschaftskrieg geführt. Handelswaren wurden beschlagnahmt und dadurch die Wirtschaft der Städte getroffen. Im Jahr 1546 eröffnete der Kaiser den Krieg gegen den Schmalkaldischen Bund. Die Armee der Protestanten war mit 57.000 Mann den Armeen des Kaisers und seiner Verbündeten überlegen. Der Bund konnte seine Überlegenheit allerdings nicht ausspielen, da man sich nicht auf ein koordiniertes Vorgehen einigen konnte. Die numerischen Vorteile wurden durch die päpstlichen Truppen und Einheiten aus den Niederlanden weitgehend ausgeglichen. Nach ersten Erfolgen der Kaiserlichen begann die Front der Gegner zu bröckeln. Der Kaiser beherrschte schließlich Oberdeutschland weitgehend. Danach konnte er gegen Mittel- und Norddeutschland vorstoßen. Im März 1547 marschierte der Kaiser in Richtung Sachsen, um dort die Entscheidung zu suchen. In dieser Zeit problematisch war, dass das Konzil in Trient die protestantische Rechtfertigungslehre als ketzerisch verdammte. Damit war die Hoffnung der Anerkennung des Konzils durch die Protestanten endgültig beendet. Politisch begann sich der Papst aus Sorge vor einer kaiserlichen Vorherrschaft wieder in Richtung Frankreich zu orientieren. Das Bündnis mit dem Kaiser wurde gekündigt. Durch die Verlegung des Konzils nach Bologna, wurde es dem kaiserlichen Einfluss weitgehend entzogen. Im Krieg selbst drang der Kaiser in Kursachsen ein. Karl V. besiegte Johann Friedrich von Sachsen in der Schlacht bei Mühlberg (24. April 1547). Dieser und später auch Philipp von Hessen wurden gefangen genommen. Der Kurfürst von Sachsen wurde später sogar zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde zwar nicht vollstreckt, aber die Kurwürde vergab Karl an Moritz von Sachsen. Beide Gefangene hat der Kaiser über Jahre inhaftiert. Der Kaiser ließ sich von Tizian 1549 als Triumphator porträtieren.[61] Auch im Zusammenhang mit der Beteiligung am Schmalkaldischen Krieg hat Karl V. an die Stelle der Zünfte eine patrizische Verfassung (Hasenrat) in den Reichsstädten in Oberdeutschland erzwungen.[62]

Geharnischter Reichstag[Bearbeiten]

Karl gedachte den Sieg für seine Ziele zu nutzen. Zwischen September 1547 und Mai 1548 tagte in Augsburg der sogenannte geharnischte Reichstag. Dieser wurde so bezeichnet, weil die Stadt als Mitglied des Schmalkaldischen Bundes besetzt war und zahlreiche Regimenter vor allem aus Spanien als Demonstration kaiserlicher Macht um die Stadt zusammengezogen wurden. Der Reichstag behandelte sowohl Fragen der Reichsreform wie auch das Religionsproblem. Der Kaiser setzte sich mit seinen Vorstellungen zu Wiederherstellung des Reichskammergerichts durch. Die Kosten hatten die Reichsstände zu tragen, während der Kaiser das Recht der Stellenbesetzung bekam. Auch wurde eine Kammergerichtsordnung beschlossen, die im Wesentlichen bis zum Ende des Reiches Bestand hatte. Besonders zentral für Karl war die Bildung eines Bundes aus Reichsständen für die Kriegsführung nach außen und die Sicherung des Landfriedens nach innen. Gegen den kaiserlichen Entwurf leisteten vor allem die Kurfürsten Widerstand. Als Karl merkte, dass er sich nicht durchsetzen konnte, gab er das Projekt auf.

Mit dem Burgundischen Vertrag vom 26. Juni 1548 wurde die Stellung der Habsburgischen Niederlande neu geregelt: Karl löste einige Territorien, die bislang zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis gehört hatten, aus diesem heraus und schlug sie dem Burgundischen Reichskreis zu; damit wurden die 17 niederländischen Provinzen, die unter Karls direkter Herrschaft standen, zu einer staatsrechtlichen Einheit erhoben. Gegen die Verpflichtung eines fortwährenden Schutzes durch das Reich wurde der Burgundische Reichskreis der Jurisdiktion des Reichskammergerichts entzogen. Im Gegenzug sollte der Kreis deutlich höhere Reichsumlagen an die Staatskasse zahlen als die Kurfürsten, etwa zur finanziellen Unterstützung im Kampf gegen die Türken; in der Realität fielen die Hilfsgelder aber deutlich geringer aus.[63]

Das zentrale Thema war jedoch die Religionsfrage. Dabei ging es zunächst um die Anerkennung des Konzils auch durch die evangelischen Stände. Der Kaiser versprach unter anderem sicheres Geleit für die Protestanten zum Konzil. Der Kaiser schaffte es, die Mehrheit der Stände von seiner Konzilsresolution zu überzeugen. Damit hatte er ein zentrales Ziel auch des Schmalkaldischen Krieges erreicht. Die Realisierung hing indes vom Entgegenkommen des Papstes ab. Durch Konflikte in Italien hatte sich das Verhältnis von Kaiser und Papst allerdings stark verschlechtert, so dass von dieser Seite keine Unterstützung für Karls Konzilspläne zu erwarten war.[64]

Vor diesem Hintergrund gewann die Suche nach einer provisorischen Lösung des Religionsproblems in Deutschland an Bedeutung. Der Kaiser hatte schon zuvor eine Gruppe von katholischen Theologen mit der Ausarbeitung von Reformvorschlägen und für Bedingungen einer Duldung der Protestanten gebeten. Diese Entwürfe fielen aber so antiprotestantisch aus, dass sie keine Basis für eine Lösung darstellen konnten und der Kaiser kein tragfähiges Konzept hatte. Daher sah er sich gezwungen, einen Ausschuss aus Vertretern beider Lager einzusetzen, der nach Kompromissen suchen sollte. Der Ausschuss erwies aber als nicht arbeitsfähig. Inzwischen hatte eine Kommission, an der neben kompromissbereiten Katholiken auch der protestantische Theologe Johann Agricola beteiligt war, einen neuen Vorschlag ausgearbeitet. Dieser Kompromiss sah einerseits das Zugeständnis des Laienkelches und die Anerkennung bereits verheirateter Priester vor und griff auch andere Aspekte der reformatorischen Lehre auf, forderte aber ansonsten die Rückkehr der Protestanten zur alten Kirche.

Das von Karl durchgesetzte Augsburger Interim scheiterte in der Praxis. Die katholischen Stände weigerten sich die Bestimmungen umzusetzen. In den protestantischen Gebieten gab es kaum noch katholische Priester und wo es sie gab, wurden ihre Gottesdienste gemieden. Als der Kaiser versuchte, die Beschlüsse durch spanische Soldaten gewaltsam umsetzen zu lassen, löste dies heftigen Unmut aus. Die „viehische spanische Servitut“ wurde zu einem bekannten Schlagwort. Die antikaiserliche Opposition behauptete für die Erhaltung der „deutschen Libertät“ zu streiten. Die Reichsstände fanden Unterstützung im neuen französischen König Heinrich II.[65]

Fürstenaufstand[Bearbeiten]

Moritz von Sachsen unterstützte Karl während des Schmalkaldischen Krieges und war während des Fürstenaufstandes das Haupt der antikaiserlichen Opposition (Gemälde von Lucas Cranach d. J., (1578))

Die kaiserliche Übermacht nach dem Schmalkaldischen Krieg und der Unmut über den Versuch der Lösung der Religionsfrage von oben löste unter den Reichsständen oppositionelle Bewegungen aus. Deren Motor war zunächst Hans von Küstrin. Er plante den Aufbau eines großen antikaiserlichen und proevangelischen Bundes. Dem schlossen sich verschiedene Reichsstände an. Die Führung der Bewegung ging auf Moritz von Sachsen über, der in das Lager der Gegner Karls gewechselt war. Der wachsende Bund wollte die evangelische Sache verteidigen und den Landgrafen Philipp von Hessen befreien. Später wurde auch die Freiheit der Stände als Kriegsgrund genannt. Der Bund verband sich mit Heinrich II. von Frankreich. Im Reich kam es zum sogenannten Fürstenaufstand. Karl blieben die Vorbereitungen zwar nicht völlig verborgen, aber er reagierte erst als die Bewegung schon auf dem Weg war. Im Februar 1552 marschierte Heinrich II. mit einer Armee von 35.000 Mann in Lothringen ein und besetzte die dortigen zum Reich gehörenden Hochstifte. Kurz darauf marschierte die Fürstenarmee in die österreichischen Erblande ein und kam Karl, der sich in Innsbruck aufhielt, nahe. Außerdem führte daneben Albrecht Alkibiades auf eigene Faust Krieg gegen die fränkischen Hochstifte und gegen Nürnberg. Die Armee der Gegner drang bis nach Tirol vor. Die Lage Karls war zeitweise verzweifelt. Ihm fehlten Geld und Truppen, die Verbindung in die Niederlande war unterbrochen, er hatte keine Verbündeten im Reich und selbst der Bruder Ferdinand bekannte sich nicht klar zu ihm. Damit war Karls Politik der harten Hand gegenüber den Protestanten gescheitert. Er musste sich auf Verhandlungen mit den Gegnern einlassen. Ferdinand verhandelte mit den Fürsten in Linz. Neben verschiedenen anderen Bedingungen gehörte zu den fürstlichen Forderungen auch ein dauernder Religionsfrieden. Ferdinand war bereit, auf die meisten Forderungen einzugehen. Karl spielte auf Zeit. Bald aber marschierten die Gegner in Innsbruck ein und der Kaiser musste nach Villach fliehen. In Passau wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Noch immer versuchte der Kaiser Widerstand zu leisten. Aber auch katholische Reichsfürsten und selbst geistliche Fürsten drangen auf einen dauernden Religionsfrieden, der auch ihre Existenz sichern würde. Auch Ferdinand drängte mit Blick auf die osmanische Gefahr den Kaiser zum Nachgeben. Karl brachte gestützt auf inzwischen gesammelte Truppen noch verschiedene Änderungen ein, die die gesamten Verhandlungen gefährdeten. Auch wenn die Fürsten nicht alle Kriegsziele erreicht hatten, waren die Vorteile für sie doch beträchtlich. Der Passauer Vertrag lief im Kern auf die Rückkehr zum Nürnberger Anstand hinaus. Das Interim war damit faktisch schon beseitigt. Über die Religionsfrage sollte dann der nächste Reichstag entscheiden. Damit waren die Erfolge Karls aus dem Schmalkaldischen Krieg verspielt. Karl führte nun verstärkt den Krieg gegen Frankreich zur Befreiung der lothringischen Hochstifte weiter. (s.o.) Er verbündete sich dabei mit Albrecht Alkibiades. Diese Zusammenarbeit mit einem Landfriedensbrecher hat Karls Ansehen stark beschädigt. Nach dem ruhmlosen Ende des Feldzuges nach Lothringen begann Alkibiades erneut gegen die fränkischen Hochstifte vorzugehen. Dies löste den Markgräflerkrieg aus. Vor allem Ferdinand und Moritz von Sachsen gingen gegen Alkibiades vor.[66]

Augsburger Religionsfrieden[Bearbeiten]

Reichstagsabschied von Augsburg. Erste Seite des von Franz Behem in Mainz gedruckten Dokuments

Der Kaiser hatte nach dem Scheitern des Feldzuges gegen Metz und dem Passauer Vertrag in der Reichspolitik weitgehend resigniert und zog sich nach Brüssel zurück. Allerdings boten sich mit der Heirat seines Sohnes Philipp mit Maria, der Erbin von England, neue dynastische Perspektiven und die Aussicht Frankreich weiter einzukreisen. Die Geschäfte im Reich führte erneut im Wesentlichen der Bruder Ferdinand.[67]

Der Kaiser zögerte lange den im Passauer Vertrag vereinbarten Reichstag einzuberufen. Als er sich dazu entschloss, machte er sofort klar, dass nicht er, sondern Ferdinand die Leitung übernehmen sollte. Er wollte nicht für wahrscheinliche Zugeständnisse an die Protestanten verantwortlich sein. Allerdings wurde der Reichstag von Augsburg von 1555 im Namen des Kaisers eröffnet. Bis auf die Fertigung der Proposition hat sich Karl an den Verhandlungen insbesondere in der Religionsfrage nicht beteiligt. Gegen die Bedenken Karls wurde am 25. September 1555 der Augsburger Religionsfrieden geschlossen. Er erkannte die lutherische Variante des Protestantismus an. Den Reichsständen, mit Ausnahmen der geistlichen Territorien, wurde das Recht der freien Religionswahl („cuis regio, eius religio“) zugestanden. Es wurden daneben auch eine Reform der Kammergerichtsordnung und eine Exekutionsordnung für den Landfrieden beschlossen.

Kurz vor dem Ende des Reichstages erschien einer der kaiserlichen Räte bei Ferdinand und kündigte die Abdankung des Kaisers zu Gunsten Ferdinands noch während des Reichstages an, so dass der Reichsabschied mit dem Religionsfrieden nicht in Karls Namen veröffentlicht würde. Dies bedeutete das Eingeständnis des Scheiterns seiner Politik. Die Sendung des Gesandten kam allerdings zu spät, so dass der Reichsabschied doch im Namen Karls erlassen wurde. Ferdinand sandte den Boten nach Brüssel mit der Bitte an seinen Bruder zurück, die Entscheidung noch einmal zu überprüfen. Tatsächlich verging bis zur Abdankung noch einige Zeit, aber der Kaiser hatte sich schon entschlossen, sein Amt aufzugeben.[68]

Die Klärung der Nachfolge hatte Karl schon länger beschäftigt. Das spanische Erbe sollte an seinen Sohn Philipp fallen. Komplizierter war die Nachfolge im Reich. Karl wollte, dass auf Ferdinand auch im Reich Philipp folgen sollte. In Augsburg kam es darüber zu Verhandlungen zwischen Karl, Philipp und Ferdinand. Letzterer hat diesen Plänen widersprochen. Auch Ferdinands Sohn Maximilian war damit nicht einverstanden. Maria von Ungarn versuchte zu vermitteln. Es wurde schließlich vereinbart, dass Ferdinand Philipp helfen sollte, zum römisch-deutschen König gewählt zu werden. Philipp wiederum sollte Maximilian folgen. Außerdem sollte Philipp eine Tochter Ferdinands heiraten. Dieser Plan der spanischen Sukzession scheiterte. Im September 1555 fiel dann die Entscheidung, die Besitzungen zu teilen. Die spanische Linie bekam auch die Niederlande und die italienischen Besitzungen. Die Österreichische Linie erhielt die Erblande, Böhmen, Ungarn und den Anspruch auf die Kaiserkrone.[69]

Abdankung[Bearbeiten]

Übertragung der Herrschaft über die Niederlande am 25. Oktober 1555 durch Karl V. an Philipp II. (Gemälde von Louis Gallait, 1841)

Bereits 1554 war das Königreich Neapel anlässlich der Hochzeit Philipps mit Maria von England an seinen Sohn übergegangen. Staatsrechtlich war Karl erst nach dem Tod der Mutter am 13. April 1555, der ihn tief bewegte, alleiniger König von Spanien geworden. Er verfügte die unbedingte Primogenitur, so dass nach seinem Sohn Philipp dessen Sohn Don Carlos die Nachfolge antreten würde. Am 2. Oktober 1555 legte er das Amt des Großmeisters des Ordens vom Goldenen Vlies nieder. Am 25. Oktober übergab er in Brüssel die Herrschaft über die Niederlande an Philipp. Karl erschien zu diesem feierlichen Staatsakt in Trauerkleidung und gestützt auf Wilhelm von Oranien. In einer Ansprache hielt er Rückblick auf sein Leben.

Auszug aus der Abdankungserklärung Kaiser Karls V. – Brüssel, 25. Oktober 1555[70]

Vor vierzig Jahren, am selben Ort, am Vorabend des Dreikönigstages, hat mich der Kaiser, mein Großvater, für volljährig erklärt. Dann wurde ich König von Spanien, dann selbst Kaiser – Ich habe die Kaiserkrone gesucht, nicht um über noch mehr Reiche zu gebieten, sondern um für das Wohl Deutschlands und der anderen Reiche zu sorgen, der gesamten Christenheit Frieden und Eintracht zu erhalten und zu schaffen und ihre Kräfte gegen die Türken zu wenden. Ich habe darum viel beschwerliche Reisen machen, viele beschwerliche Kriege führen müssen … aber niemals mutwillig, sondern stets sehr gegen meinen Willen als Angegriffener …“

Große Hoffnung hatte ich – nur wenige haben sich erfüllt, und nur wenige bleiben mir: und um den Preis welcher Mühen! Das hat mich schließlich müde und krank gemacht. Ihr wisst alle, wie sehr … Ich habe alle Wirrnisse nach Menschenmöglichkeit bis heute ertragen, damit niemand sagen könnte, ich sei fahnenflüchtig geworden. Aber jetzt wäre es unverantwortlich, die Niederlegung noch länger hinauszuzögern. Glaubt nicht, dass ich mich irgend Mühen und Gefahren entziehen will: Meine Kräfte reichen einfach nicht mehr hin. Vertraut meinem Sohn, wie er euch vertraut, seid einig, übt stets Gerechtigkeit und lasset den Unglauben nicht in eure Reihen.

Was mich betrifft: ich weiß, daß ich viele Fehler begangen habe, große Fehler, erst wegen meiner Jugend, dann wegen des menschlichen Irrens und wegen meiner Leidenschaften, und schließlich aus Müdigkeit. Aber bewusst habe ich niemandem Unrecht getan, wer es auch sei. Sollte dennoch Unrecht entstanden sein, geschah es ohne mein Wissen und nur aus Unvermögen: ich bedaure es öffentlich und bitte jeden, den ich gekränkt haben könnte, um sein Verzeihen.

Am 16. Januar 1556 gingen dann auch Kastilien, Aragon, Sizilien und die amerikanischen Kolonien an seinen Sohn Philipp über.[71]

Wegen der ungeklärten Nachfolge im Reiche wurde die Abdankung dort zunächst zurückgestellt. Einerseits bedurfte es hierfür der Zustimmung der Kurfürsten, andererseits wollte Ferdinand alle Eventualitäten insbesondere durch französische Einflüsse ausgeschlossen wissen. Da kam der auf fünf Jahre angelegte Waffenstillstand 1556 gelegen. Allerdings begannen die Osmanen eine neue Offensive, was die Machtübergabe weiter verzögerte. Karl reiste nach Spanien ab und überließ Ferdinand am 8. August 1556 die Regierung des Reiches. Am 12. September 1556 stellte er den Kurfürsten seine förmliche Abdankungsurkunde zu, was ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Heiligen Römischen Reiches war.[72] Ferdinand I. wurde jedoch erst am 26. Februar 1558 durch die Kurfürsten als „erwählter Kaiser“ im Heiligen Römischen Reich anerkannt.

Letzte Jahre[Bearbeiten]

Grab Kaiser Karls V. im Escorial

Karl V. zog sich in eine Villa im Renaissancestil bei San Jerónimo de Yuste (Extremadura) zurück. Sein dortiger Hofstaat war mit etwa 50 Personen relativ klein. Weil die Staatsfinanzen katastrophal waren, musste auch der kleine Hof mit nur 20.000 Dukaten pro Jahr auskommen. An die Villa war das Kloster San Jerónimo de Yuste angeschlossen. Von einem Raum der Villa hatte der Kaiser einen direkten Blick auf den Hochaltar und Zugang zur Klosterkirche. Nur selten hat er noch mit Ratschlägen versucht, Einfluss auszuüben. Seine umfangreiche Uhrensammlung hatte er nach Yuste mitgenommen, darunter vier von dem berühmten italienischen Uhrmacher Juanelo Turriano. Im Schloss stand ihm nur eine kleine Bibliothek zur Verfügung. Er hat in Yuste viel Zeit mit seinem Beichtvater verbracht.[16]

Karl verstarb am 21. September 1558 im Kloster San Jeronimo de Yuste an Malaria, die in der Gegend endemisch war. Die Verdachtsdiagnose Malaria tropica konnte 2007 durch ein Pathologenteam der Universität Barcelona anhand mikroskopischer Untersuchungen an einem mumifizierten Fingerglied des Kaisers zweifelsfrei bewiesen werden.[73]

Der Leichnam des Kaisers wurde unter dem Altarraum des Klosters beigesetzt, seine Leiche wurde später von seinem Sohn Philipp II. in das Kloster El Escorial bei Madrid überführt, wobei bereits bei der Überführung festgestellt wurde, dass der Leichnam eine Spontanmumifikation durchgemacht hatte.

Kunstförderung[Bearbeiten]

Die Kunst setzte Karl bewusst zu Propagandazwecken ein. Besonders deutlich wird dies bei den Bildprogrammen anlässlich verschiedener triumphaler Einzüge in italienische oder niederländische Städte. In Mantua schuf Giulio Romano eine Säule nach dem Vorbild der Trajanssäule. Nach dem Sieg im Tunisfeldzug wurden 1535 bei seinem Einzug in Neapel Verbindungen zu Scipio Africanus, Hannibal, Alexander dem Großen und Gaius Iulius Caesar gezogen. Auf der Alhambra von Granada ließ Karl 1533 einen neuen Palast im Stil der Renaissance erbauen, der bei seinem Tod allerdings noch unvollendet war. Vergleichsweise selten trat Karl als Mäzen auf. Eine besondere Rolle auch zur Verbreitung des von Karl gewünschten Kaiserbildes spielte Tizian, der von ihm 1532/33 ein erstes Ganzkörperbildnis malte. Tizian lässt sich zeitweise dem kaiserlichen Hof zurechnen. Zu einer längeren Begegnung zwischen Karl und Tizian kam es anlässlich der Reichstage in Augsburg in den Jahren 1547/48 und 1550/51. Zu dieser Zeit entstand auch das Reiterbild, das Karl nach der Schlacht bei Mühlhausen zeigte. Der niederländische Maler Jan Cornelisz Vermeyen schuf in Karls Auftrag Bilder vom Tunisfeldzug, bei dem er selbst anwesend gewesen war. Willem de Pannemaker, der damals führende Gobelinweber in Brüssel verherrlichte den Sieg in Tunis in einer Serie von Tapisserien. Karl unterhielt eine Hofkapelle aus niederländischen Sängern. Leiter war Nicolas Gombert, der auch verschiedene anlassbezogene Kompositionen für Karl schuf.[16]

Persönlichkeit und Charakter[Bearbeiten]

Johanna von Spanien, Gemälde von Alonso Sánchez Coello

Karl war von hoch gewachsener, kräftiger Gestalt mit blassem Teint und feinen rotblonden Haaren. Auf Jugendporträts ist zu erkennen, dass er hervorquellende Augen hatte und einen schweren nach vorn gestreckten Unterkiefer. Weiter hatte er auch jene längliche Kopfform, die später ein Charakteristikum der österreichischen Habsburgerlinie wurde.

In seiner Jugend gab er viel Geld für Kleidung aus, später trug er meist ernstes Schwarz.[74] Er schwankte zwischen Lethargie und Ausdauer sowie Starrsinn. Große Entscheidungen zögerte er zeit seines Lebens hinaus und tendierte Richtung nachdenklicher Entscheidungen. Gelobt wurde seine Selbstbeherrschung. Im Krieg konnte er auch grausam sein. Außerdem neigte er, wie bereits seine Mutter, zu Depressionen. Er war schweigsam und wirkte unnahbar.[75]

Mit seiner Frau lebte er nur wenige Jahre zusammen, zumal Isabella stets in Spanien blieb. Nachdem sie 1539 gestorben war, hörte er täglich eine Messe für ihre Seele. Seine Kinder, vor allem sein Sohn Philipp, waren ihm wichtig und der Sohn hat ihn sehr geschätzt. Neben der Familie hatte er durchaus außereheliche Affären. Bereits am Hof seiner Tante Margarete hatte er mit der Magd Johanna van Gheest erste sexuelle Erfahrungen gemacht und eine Tochter gezeugt. Margarete von Parma erkannte er als seine natürliche (das heißt außereheliche) Tochter an. Später hatte er eine Beziehung zu einer Regensburger Bürgertochter mit Namen Barbara Blomberg. Aus der Beziehung stammte der Sohn Juan de Austria, den er nach Spanien holte und dort versorgte. Er war ausgesprochen fromm, hat aber nicht wie seine Vorgänger Klöster errichtet oder andere Stiftungen gemacht.[76]

Nach 1536 hatte er sein Interesse für die Astronomie und die Naturphilosophie, in die er sich von Alonso de Santa Cruz, einem gelehrten Kosmographen, einführen ließ, entdeckt. Ihn faszinierten die damals schon sehr präzisen Land- und Seekarten. Unter den Werken, mit denen er sich beschäftigte, war auch die von Kopernikus verfasste Schrift De revolutionibus orbium coelestium.[77]

Seine ungesund wirkende Gesichtsfarbe kam möglicherweise von seinen schon früh chronischen Verdauungsstörungen. Bereits als er noch am Hof in Gent lebte, hieß es, er sei gefräßig und auch schlecht kauend – und der übergroße Appetit blieb ihm bis ins hohe Alter. Aufgrund seiner Völlerei litt er allerdings dreißig Jahre lang an der Gicht. Auch diese Diagnose konnte im Jahre 2006 durch Untersuchungen an dem außerhalb des Sarkophags in der Sakristei der Klosterkirche von San Lorenzo de El Escorial aufbewahrten, mumifizierten Fingerglied des Kaisers medizinisch zweifelsfrei erhärtet werden.[78] Die Untersuchung des terminalen Fingerglieds ergab eine massive Ansammlung charakteristisch geformter Harnsäurekristalle mit weit fortgeschrittener Zerstörung der Knochenmasse. Die höchstgradige Gichterkrankung muss Karl V. große Schmerzen verursacht haben und macht seine Lebensleistung um so bewundernswerter. Darüber hinaus litt er an Hämorrhoiden, was ihm das Reisen zu Pferde mehr und mehr unerträglich machte, sodass der auch von Asthma Gequälte in seinen letzten Jahren der Regierung nur noch in Kutschen und Sänften unterwegs war. Nachdem er auch den Weisungen der Ärzte hinsichtlich Diäthaltens nicht Folge leistete und weiterhin Unmengen von Bier (bereits zum Frühstück) trank, verschlimmerte dies Gicht und Hämorrhoiden, und in Yuste wurden auch noch Anzeichen der Zuckerkrankheit bemerkbar.

Hinweise in der Literatur[Bearbeiten]

  • Die Ode to Napoleon Buonaparte von Lord Byron spricht von ihm als "The Spaniard" (Der Spanier).

Nachkommen[Bearbeiten]

Am 10. März 1526 heiratete Karl V. in Sevilla Isabella, Schwester von Johann III. von Portugal, der kurz vorher erst Karls Schwester Katharina geehelicht hatte. Karl und Isabella hatten folgende Kinder:

Karl V. hatte zwei uneheliche Kinder, beide hat er als „natürliche“, legitime Nachkommen anerkannt:

mit Johanna von Gheenst aus Oudenaarde (Flandern)

mit Barbara Blomberg aus Regensburg

Ahnentafel[Bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Friedrich III. (1415–1493)
Römisch-deutscher Kaiser
 
 
 
 
 
 
 
Maximilian I. (1459–1519)
Römisch-deutscher Kaiser
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eleonore Helena von Portugal (1434–1467)
Infantin von Portugal
 
 
 
 
 
 
 
Philipp der Schöne (1478–1506)
König von Kastilien und León
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karl der Kühne (1433–1477)
Herzog von Burgund
 
 
 
 
 
 
 
Maria von Burgund (1457–1482)
Herzogin von Burgund
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Isabella von Bourbon (1437–1465)
 
 
 
 
 
 
 
Karl V. (1500–1558)
Römisch-deutscher Kaiser, König beider Sizilien, von Aragón, Kastilien und León
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann II. (1397–1479)
König von Aragón und Navarra
 
 
 
 
 
 
 
Ferdinand II. der Katholische (1452–1516)
König von Aragón, Kastilien und León
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Juana Enríquez (1425–1468)
 
 
 
 
 
 
 
Johanna die Wahnsinnige (1479–1555)
Titularkönigin von Kastilien und León
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann II. (1405–1454)
König von Kastilien und León
 
 
 
 
 
 
 
Isabella I. die Katholische (1451–1504)
Königin von Kastilien und León
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Isabella von Portugal (1428–1496)
Infantin von Portugal
 
 
 
 
 
 

Rezeption[Bearbeiten]

Durch die kaiserliche Entschließung von Franz Joseph I. vom 28. Februar 1863 wurde Karl V. in die Liste der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufgenommen, zu deren Ehren und Andenken auch eine lebensgroße Statue in der Feldherrenhalle des damals neu errichteten k.k. Hofwaffenmuseums (heute: Heeresgeschichtliches Museum Wien) errichtet wurde. Die Statue wurde 1867 vom böhmischen Bildhauer Emanuel Max Ritter von Wachstein (1810-1901) aus Carrara-Marmor geschaffen, gewidmet wurde sie von Kaiser Ferdinand I.[79]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Monografien

  • Manuel Fernández Álvarez: Imperator mundi: Karl V. – Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Stuttgart 1977, ISBN 3-7630-1178-1.
  • Manuel Fernández Álvarez: Carlos V – El César y el hombre. Barcelona 1999.
  • Karl Brandi: Kaiser Karl V. Werden und Schicksal einer Persönlichkeit und eines Weltreiches. 5. Aufl., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1959.
  • Norbert Conrads: Die Abdankung Kaiser Karls V. Abschiedsvorlesung, Universität Stuttgart, 2003 (Volltext)
  • Stephan Diller, Joachim Andraschke, Martin Brecht: Kaiser Karl V. und seine Zeit. Ausstellungskatalog. Universitäts-Verlag, Bamberg 2000, ISBN 3-933463-06-8.
  • Sigrid-Maria Größing: Karl V. – Herrscher zwischen den Zeiten und seine europäische Familie. Amalthea. Wien 1999, ISBN 3-85002-430-X.
  • Alfred Kohler: Karl V. 1500–1558. Eine Biographie. C. H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-45359-7.
  • Alfred Kohler, Barbara Haider. Christine Ortner (Hrsg): Karl V. 1500–1558. Neue Perspektiven seiner Herrschaft in Europa und Übersee. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2002, ISBN 3-7001-3054-6.
  • Ernst Schulin: Kaiser Karl V. Geschichte eines übergroßen Wirkungsbereichs. Kohlhammer, Stuttgart 1999, ISBN 3-17-015695-0.
  • Ferdinand Seibt: Karl V. Goldmann, München 1999, ISBN 3-442-75511-5
  • Luise Schorn-Schütte: Karl V. Kaiser zwischen Mittelalter und Neuzeit. Beck, München 2000, ISBN 3-406-44730-9. (Rezension)
  • Kaiser Karl V. 1500–1558 – Macht und Ohnmacht Europas. Mailand 2000, ISBN 88-8118-699-3. (Rezension)

Lexikonartikel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karl V. – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Karl V. – Quellen und Volltexte

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Herbert Nette: Karl V. Reinbek 1979, S. 12.
  2. Herbert Nette: Karl V. Reinbek 1979, S. 14.
  3. a b c Alfred Kohler: Karl V., Kaiser. In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 193; Onlinefassung.
  4. Herbert Nette: Karl V. Reinbek. 1979, S. 15.
  5. Herbert Nette: Karl V. Reinbek 1979, S. 12–13.
  6. a b Alfred Kohler: Karl V. (1519–1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. München 1990, S. 35.
  7. a b Alfred Kohler: Karl V. (1519–1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. München 1990, S. 33.
  8. Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 111–112; Herbert Nette: Karl V. Reinbek 1979, S. 22.
  9. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 148–151; Alfred Kohler: Karl V. (1519–1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. München 1990, S. 33, S. 41.
  10. Gerhard Hartmann, Karl Schnith (Hrsg): Die Kaiser. ISBN 3-86539-074-9, S. 494.
  11. a b c d e Alfred Kohler: Karl V., Kaiser. In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 201; Onlinefassung.
  12. Felix Hinz: Begegnungen von Kaiser Karl V. und Hernán Cortés.
  13. Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 114.
  14. Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 115.
  15. zit. nach Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 117.
  16. a b c Alfred Kohler: Karl V. Beitrag für die Residenzenkommission.
  17. Alfred Kohler: Karl V. (1519–1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. München 1990, S. 40.
  18. a b Alfred Kohler: Karl V., Kaiser In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 194; Onlinefassung.
  19. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 218–219; Alfred Kohler: Karl V. (1519–1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. München 1990, S. 39–40.
  20. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 151.
  21. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 138; Alfred Kohler: Karl V. (1519–1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. München 1990, S. 38.
  22. Alfred Kohler: Karl V., Kaiser. In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 194–195; Onlinefassung.
  23. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 162–164.
  24. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 158–161; Alfred Kohler: Karl V. (1519–1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. München 1990, S. 39.
  25. Alfred Kohler: Karl V., Kaiser. In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 195; Onlinefassung.
  26. Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 112–113; Herbert Nette: Karl V. Reinbek 1979, S. 48, S. 57.
  27. Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 127.
  28. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 151–152.
  29. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 152; Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 126.
  30. Alfred Kohler: Karl V., Kaiser. In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 196; Onlinefassung.
  31. Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 126.
  32. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 153; Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 127.
  33. a b Alfred Kohler: Karl V., Kaiser. In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 197; Onlinefassung.
  34. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 205–206; Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 130–131.
  35. a b Alfred Kohler: Karl V., Kaiser. In: Neue Deutsche Biographi e 11 (1977), S. 198; Onlinefassung.
  36. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 206.
  37. Gerhard Hartmann, Karl Schnith (Hrsg.): Die Kaiser. ISBN 3-86539-074-9, S. 494.
  38. a b c Alfred Kohler: Karl V., Kaiser. In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 200; Onlinefassung.
  39. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 206–207.
  40. Alfred Kohler: Karl V., Kaiser. In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 204–205; Onlinefassung.
  41. Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 40; Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 290.
  42. Alfred Kohler: Karl V., Kaiser. In: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 209; Onlinefassung.
  43. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 164–165, S. 170–171; Alfred Kohler: Karl V. (1519–1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. München 1990, S. 41.
  44. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 211–213.
  45. Alfred Kohler: Karl V. (1519–1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. München 1990, S. 42.
  46. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 215–216; Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 136–137.
  47. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 219.
  48. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 220–223.
  49. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 220.
  50. Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 137.
  51. Alfred Kohler: Karl V. 1500–1558. Eine Biographie. C. H. Beck, München 2005, S. 222.
  52. a b Alfred Kohler: Karl V. (1519–1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. München 1990, S. 46.
  53. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 247.
  54. Herbert Nette: Karl V. Reinbek 1979, S. 91–92.
  55. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 248–249.
  56. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 251.
  57. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 209–210.
  58. Alfred Kohler: Karl V. (1519–1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. München 1990, S. 47; Herbert Nette: Karl V. Reinbek 1979, S. 99–103.
  59. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 263; Alfred Kohler: Karl V. (1519–1556). In: Die Kaiser der Neuzeit. München 1990, S. 49.
  60. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 259–261.
  61. Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 138; Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 262–265.
  62. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 280.
  63. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 268–272.
  64. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 273–274.
  65. Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 139; Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 274–278.
  66. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 290; Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 140.
  67. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 291.
  68. Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 241; Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 293–299.
  69. Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 143.
  70. Gerhard Geißler: Europäische Dokumente aus fünf Jahrhunderten. Esche, Leipzig 1939. S. 85.
  71. Karl Brandi: Kaiser Karl V., Verlag F. Bruckmann, München, 7. Auflage 1964, S. 528–529.
  72. Horst Rabe: Reich und Glaubensspaltung. Deutschland 1500–1600. München 1989, S. 302–303.
  73. J. de Zulueta: The cause of death of Emperor Charles V. In: Parassitologia. 49, Nr. 1–2, Juni 2007, S. 107–109. PMID 18412053.
  74. Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine europäische Familiengeschichte. Wien 1992, S. 149–150.
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Vorgänger Amt Nachfolger
Maximilian I. Römisch-deutscher Kaiser
1519–1556
Ferdinand I.
Ferdinand II. und Johanna König von Spanien
1516–1556
Philipp II.
Ferdinand II. König von Sardinien
1516–1554
Philipp II.
Maximilian I. Erzherzog von Österreich
1519–1521
Ferdinand I.
Maximilian I. Herzog von Luxemburg
1516–1555
Philipp II.
Francesco II. Sforza Herzog von Mailand
1535–1554
Philipp II.
Johanna von Trastámara Fürst von Asturien
1506–1516
Philipp von Österreich
Philipp I. Großmeister des Ordens vom Goldenen Vlies
1506–1555
Philipp II.