Karl von Amira
Karl von Amira (* 8. März 1848 in Aschaffenburg; † 22. Juni 1930 in München) war ein deutscher Rechtshistoriker.
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Leben [Bearbeiten]
Er legte 1867 am Wilhelmsgymnasium München[1] das Abitur ab und studierte anschließend Rechtswissenschaften in München. Von 1875 bis 1892 war er Professor für deutsches und Kirchenrecht in Freiburg im Breisgau. Ab 1892 war er Professor für Staatsrecht in München. Er befasste sich vor allem mit germanischer und mittelalterlicher Rechtsgeschichte. Amira gilt auch als Begründer der Rechtsarchäologie und der Rechtsikonographie. 1892 wurde er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 1893 außerordentliches Mitglied, trat 1896 aus der Akademie aus und trat 1901 als ordentliches Mitglied wieder ein. 1896 wurde Amira Mitglied der Gründungskommission des maßgeblich von ihm mit initiierten Deutschen Rechtswörterbuchs (DRW).
Zu seinen bedeutendsten Schülern zählen Claudius Freiherr von Schwerin, Eberhard Freiherr von Künßberg und Paul Puntschart.
Veröffentlichungen (Auswahl) [Bearbeiten]
- Erbenfolge und Verwandtschaftsgliederung nach den alt-niederdeutschen Rechten. Ackermann, München 1874 (Digitalisat).
- Ueber Zweck und Mittel der germanischen Rechtsgeschichte. Akademische Antrittsrede. Ackermann, München 1876 (Digitalisat).
- Das Endinger Judenspiel (Herausgeberschaft). Halle 1883 (Digitalisat; DjVu).
- Thierstrafen und Thierprocesse. In: Mittheilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung. XII. Band, 4. Heft, S. 545–601. Separatdruck: Innsbruck 1891 (Digitalisat; PDF).
- Die Dresdner Bilderhandschrift des Sachsenspiegels. Erster Band: Facsimile der Handschrift. Leipzig 1902. Zweiter Band: Erläuterungen. Teil I, Leipzig 1925 und Teil II, Leipzig 1926.
- Die Handgebärden in den Bilderhandschriften des Sachsenspiegels (= Abhandlungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Philologische und Historische Klasse; Bd. 23, 2). München 1905.
- Der Stab in der germanischen Rechtssymbolik (= Abhandlungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Philologische und Historische Klasse; Band 25, 1). München 1909 (Rezension in der ZRG).
- Grundriß des germanischen Rechts (= Grundriß der Germanischen Philologie. Band 5). 3. Auflage. Strassburg 1913.
- Die Neubauersche Chronik (= Sitzungsberichte der Königlichen Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-philologische und historische Klasse; Jg. 1918, 9). München 1918 (Digitalisat; DjVu).
- Die germanischen Todesstrafen. Untersuchungen zur Rechts- und Religionsgeschichte (= Abhandlungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-philologische und Historische Klasse; Bd. 31, 3). München 1922.
Literatur [Bearbeiten]
- Peter Landau, Hermann Nehlsen, Mathias Schmoeckel (Hrsg.): Karl von Amira zum Gedächtnis, (= Rechtshistorische Reihe; Band 206), Lang, Frankfurt am Main u. a. 1999, ISBN 3-631-35425-8.
- Hermann Nehlsen: Karl von Amira (1848–1930). In: Katharina Weigand (Hrsg.), Münchner Historiker zwischen Politik und Wissenschaft. Utz, München 2010, S. 137–158, ISBN 978-3-8316-0969-7.
- Hans Liermann: Karl von Amira. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 249 (Digitalisat).
- Paul Puntschart: Karl von Amira und sein Werk. Böhlau, Weimar 1932.
- Mathias Schmoeckel: Amira, Karl von (1848–1930). In: Albrecht Cordes, Heiner Lück, Dieter Werkmüller, Ruth Schmidt-Wiegand (Hrsg.): Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Band I, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2008, Sp. 200–202, ISBN 978-3-503-07912-4.
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Karl von Amira im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- BBAW (PDF; 38 kB)
- Die rechtsarchäologische Sammlung Karls von Amira (1848–1930)
- Der Nachlass befindet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek
Einzelnachweis [Bearbeiten]
- ↑ Jahresbericht vom K. Wilhelms-Gymnasium zu München. ZDB-ID 12448436, 1866/67
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Amira, Karl von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rechtshistoriker |
| GEBURTSDATUM | 8. März 1848 |
| GEBURTSORT | Aschaffenburg |
| STERBEDATUM | 22. Juni 1930 |
| STERBEORT | München |
- Rechtswissenschaftler (19. Jahrhundert)
- Rechtswissenschaftler (20. Jahrhundert)
- Rechtshistoriker
- Hochschullehrer (Ludwig-Maximilians-Universität München)
- Hochschullehrer (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)
- Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften
- Deutscher
- Geboren 1848
- Gestorben 1930
- Mann