Karl von Großheim

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Carl von Großheim
Aufbahrung von Großheims im Krematorium zu Lübeck
Grab der Familie v. Großheim[1]
Gedenkbank am Sterbeort in Bad Rippoldsau, gestiftet von seiner Witwe (Foto 2012)

Karl von Großheim (* 15. Oktober 1841 in Lübeck; † 5. Februar 1911 in Bad Rippoldsau) war ein deutscher Architekt und Präsident der Preußischen Akademie der Künste.

Leben[Bearbeiten]

Der gelernte Zimmermann Großheim absolvierte ab 1861 ein Studium an der Berliner Bauakademie, arbeitete dann vorübergehend unter Hermann von der Hude und führte anschließend seine Studien an der Bauakademie fort, die er mit dem Baumeister-Examen abschloss.

Nach dem Studium begann Großheim seine Zusammenarbeit mit Heinrich Joseph Kayser, mit dem er von 1867 bis 1870 für August Orth arbeitete. 1872 gründeten Großheim und Kayser in Berlin das Architekturbüro Kayser und von Großheim. Das gemeinsame Atelier entwickelte sich zu einem der führenden deutschen Architekturbüros des späten 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Mit dem Bau mehrerer Bankhäuser prägten sie den Typus für längere Zeit.

Mit dem Aufkommen der Deutschen Renaissance, oder das was man darunter verstand, schlossen sich auch diese beiden Architekten, die bis dahin im Stil der „Italienischen Hochrenaissance“ und gelegentlich der Frührenaissance bauten, dieser Richtung an. Ihr erstes Gebäude dieses Stils war das Buchhändlerhaus in Leipzig.

Später näherten sie sich dem Klassizismus und gelangten auf diesem (Um)Weg zum Barock. Hierin erschufen sie ihr größtes Werk, den Gebäudekomplex der Akademie der Künste in Charlottenburg. Des Weiteren erwähnenswert sind noch das Domhotel in Köln und die Kuppelhalle des Landesausstellungsgebäudes am Lehrter Bahnhof. Ihrer Renaissancezeit entstammen Schlösser in Schlesien und in der Lausitz.

Nach Großheims und Kaysers Plänen entstanden zahlreiche Geschäfts- und Warenhäuser wie das Gebäude des Clubs von Berlin (Jägerstraße 2-3), der Spindlershof und eine große Zahl von Villen.

1879 gehörte Großheim zu den Gründungsmitgliedern der Vereinigung Berliner Architekten. 1880 wurde er Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, später einer ihrer Senatoren der Einrichtung und stand ihr ab 1910 vor. Beide wurden 1886 mit der „Großen goldenen Medaille“ ausgezeichnet.

Die Firma baute das Charlottenburger Reichsmilitärgericht. Mit dem Neubau des Berliner Warenhauses Wertheim in der Königstraße am Alexanderplatz bewies man, dass man den modernsten Aufgaben gewachsen war.

Seine außerordentliche Vielseitigkeit sowie Anpassungsfähigkeit zeigten auch die ihm übertragenen Ausführungen diverser Gebäude im Berliner Zoologischen Garten. Hier galt es unterschiedliche exotische Baustile über fremdartigen Grundrissen geschmackvolle und praktische Behausungen zu errichten.

Auf der Trauerfeier in der Königlichen Akademie der Künste liess sich der Kaiser durch den Kurator der Akademie, Kultusminister August von Trott zu Solz, vertreten. Auf Anordnung des Kaisers nahm der Leichenzug seinen Weg durch das sonst zu jener Zeit nur Fürstlichkeiten zur Benutzung vorbehaltene Mittelportal des Brandenburger Tores bevor sie nach Lübeck transportiert wurde.

In Lübeck wurde seine Leiche durch den Hauptpastor Marth eingesegnet.

Karl-v.-Grossheim-Brunnen[Bearbeiten]

Karl-v.-Grossheim-Brunnen in Lübeck

Ende Dezember 1912 gedachte seine Vaterstadt ihres Sohnes durch die Errichtung einer Brunnenanlage auf dem Platz vor seinem Elternhaus in der Bäckerstraße 21, der seinen Namen trug. Die im Atelier der Firma Kayser und v. Grossheim entworfene halbrunde Anlage fügte sich in dem Platze ein. Der mittlere Aufbau trug das von der Ehefrau des Verstorbenen gestiftete Bronzebildnis, das von dem Bildhauer Ludwig Manzel erschaffen wurde. Rechts und links der darunter befindlichen Inschrift fielen aus Muscheln Wasserstrahlen in ein Becken, dem sich zu beiden Seiten Sitzbänke mit hohen Rückenlehnen anschlossen. Der Abschluss wurde von vier Pfeilern mit ornamental behandelten Blumenbekrönungen gegliedert. Der Brunnen, der durch gärtnerische Anlagen mit seiner Umgebung passend verbunden wurde, bestand aus Muschelkalkstein.[2]

Bauten und Entwürfe[Bearbeiten]

(→ Werkliste im Artikel Heinrich Joseph Kayser)

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neue Grabdenkmäler auf dem Friedhof an der Israelsdorfer Allee. V. Schluß..“; In: Vaterstädtische Blätter, Jg. 1912, Nr. 24, Ausgabe vom 16. Juni 1912
  2. Karl-v.-Grossheim-Brunnen in Lübeck. In: Zentralblatt der Bauverwaltung, 33. Jahrgang 1913, Nr. 65 (vom 16. August 1913), S. 431.