Karlsbrunnen (Aachen)

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Dieser Artikel behandelt den Karlsbrunnen in Aachen. Für andere Karlsbrunnen siehe hier.
Blick auf den Karlsbrunnen vom Rathaus aus
Karlsbrunnen vor dem Aachener Rathaus

Der Karlsbrunnen (auch Marktbrunnen) steht in Aachen, Nordrhein-Westfalen auf dem Markt, direkt vor dem Aachener Rathaus.

Der Karlsbrunnen ist der älteste Aachener Brunnen. Seit 1620 krönt ihn eine Figur Karls des Großen, die in Dinant gegossen wurde. Beim Einmarsch der Franzosen im Jahr 1792 wurde die Karlsstatue als Kriegsbeute nach Paris verschleppt, konnte aber durch erfolgreiche Verhandlungen des amtierenden Aachener Maire Johann Wilhelm Gottfried von Lommessem im Jahr 1804 zurück erlangt und ein Jahr später wieder feierlich aufgestellt werden. Die Originalfigur steht seit 1969 im Krönungssaal des Rathauses.

Die sechs Tonnen schwere Bronzeschale mit einem Durchmesser von 3,60 m heißt in Aachener Mundart Eäzekomp. Dieser Begriff ist zweideutig. Man kann ihn von Erz ableiten oder auch mit Erbsenschüssel übersetzen. Gegossen wurde sie laut Inschrift von den Aachener Glockengießern Franz und Peter von Trier mit Unterstützung des auswärtigen Glockengießers Daniel Laner (Lonner). An ihrem Außenband zeigen sich zwischen Blumengirlanden mit Meerwesen, dem Reichsadler und dem Aachener Stadtwappen abwechselnd sechs wasserspeiende Löwenköpfe sowie ebenso viele aufgelegte Wappenschilde. Diese sind den verdienten Bürgermeistern Joachim Berchem, Albrecht Schrick, Dietrich Speckhewer und Johann Schörer sowie dem Bürger Peter Brunnenstein zuzuordnen.[1]

Der Aachener Baumeister Johann Joseph Couven entwarf im Jahr 1735 das Blausteinbecken. Drei Jahre später fügte Couven die beiden bronzenen Fische dem Blausteinbecken hinzu. Da der Karlsbrunnen als Zierbrunnen konzipiert war, entwarf Couven 1736 noch zwei kleine Laufbrunnen, an denen die Aachener Bürger Wasser schöpfen konnten. Diese standen in unmittelbarer Nähe vom Karlsbrunnen. Alimentiert wurden die drei Brunnen über die so genannte Marktwasserleitung, die u.a. auch in ihrem weiteren Verlauf die Hotmannspief mit Wasser der Pau versorgte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

50.7763888888896.0837083333333Koordinaten: 50° 46′ 35″ N, 6° 5′ 1,35″ O

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag im Inschriftenkatalog Aachen, DI 32, Stadt Aachen, Nr. 118 (Helga Giersiepen)