Karlsburg (Vorpommern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Karlsburg
Karlsburg (Vorpommern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Karlsburg hervorgehoben
53.96666666666713.61666666666722Koordinaten: 53° 58′ N, 13° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Züssow
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 28,58 km²
Einwohner: 1272 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17495
Vorwahl: 038355
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 057
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Dorfstraße 6
17495 Züssow
Webpräsenz: www.gemeinde-karlsburg.de
Bürgermeister: Thomas Kohnert
Lage der Gemeinde Karlsburg im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe (Peene) Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Karlsburg ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die Gemeinde wird vom Amt Züssow mit Sitz in Züssow verwaltet. Die Gemeinde liegt südlich der Kreisstadt Greifswald.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Karlsburg liegt etwa 18 Kilometer südöstlich von Greifswald und rund 15 Kilometer nordwestlich von Gützkow. Durch die Gemeinde verlaufen die B 109 und die B 111, welche sich beim Ortsteil Moeckow-Berg kreuzen. Karlsburg besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Züssow–Wolgast Hafen, der im Stundentakt von der Usedomer Bäderbahn bedient wird. Im Ortsteil Steinfurth beginnt der Brebowbach. Im Karlsburger Holz ist die Quelle der Swinow.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Karlsburg
  • Carolinenhof, Karlsburger Meierei (Werkplatz)
  • Moeckow
  • Moeckow-Berg
  • Pretschow (historisch)
  • Steinfurth
  • Zarnekow

Geschichte[Bearbeiten]

Das Karlsburger Schloss - Zentralflügel

Karlsburg[Bearbeiten]

Karlsburg wurde erstmals im Jahre 1300 als „Gnatzkow“ urkundlich erwähnt. Da der Ort erst viel später von Gnatzkow in Karlsburg umbenannt wurde, gilt diese Eintragung als erste urkundliche Erwähnung. Zu Beginn gehörte das Gut Gnatzkow verschiedenen Familien, so den Horn, Schwobe, Buckow und Normann. Die Erbin Maria Lucretia von Normann heiratete 1679 Christoph von Bohlen. Dadurch kam die Familie von Bohlen in den Besitz des Gutes, sie gehörte zum Uradel von der Insel Rügen. Diese Familie wurde 1745 zu Grafen ernannt.

Nach einem Brand wurde das Schloss 1732 neu aufgerichtet. Es rechnet zum Hochbarock des pommerschen Herrenhausbau. Leider wurde es nie fertiggestellt, es fehlt der westliche Flügel.

Umbenannt wurde der Ort 1771 von Gnatzkow in Carlsburg - später Karlsburg, beim Besuch des Schwedenkönigs Gustav III. zu Ehren des Besitzers Carl Julius Bernhard Reichsgraf von Bohlen (1738-1813) nach dessen erstem Vornamen.

Die letzte Erbin dieser vorpommerschen Linie, Gräfin Karoline von Bohlen (1798-1858) heiratete 1817 Theodor von von Bismarck. Laut Testament ging durch diese Heirat Namen und Wappen der Grafen von Bohlen auf Theodor von Bismarck über, der dann damit die Linie Bismarck-Bohlen gründete. 1818 wurde die Familie zu preußischen Grafen ernannt. Als Gräfin Karoline 1858 starb, ließ Theodor von Bismarck-Bohlen in Steinfurth die Grabkapelle errichten, in der noch heute die Särge der Familie stehen.

Seit 1817 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte das Gut und das Schloss der Familie von Bismarck-Bohlen.

1947 wurde im Schloss eine Heimstätte für Diabeteskranke eingerichtet. Daraus entwickelte sich das Zentralinstitut für DiabetesGerhardt Katsch“.

Auch nach 1990 blieb Karlsburg als Standort des aus dem Zentralinstitut entstandenen Klinikums Karlsburg ein bedeutendes medizinisches Zentrum besonders für Herz-Kreislauferkrankungen.

Moeckow[Bearbeiten]

Moeckow wurde erstmals 1447 als „Mogekow“ genannt. Der Name ist nicht gedeutet. Es war ein Landgut, das bedeutet, die ritterschaftlichen Vorrechte wurden aberkannt. Besitzlich war Moeckow lange Zeit mit dem Gut Nepzin verbunden. Als Besitzer sind urkundlich genannt: 1514 Familie Barfft (auch Barfuß genannt), danach bis 1570 an von Horn, 1570 bis 1603 Rolof von Owstin, 1603 bis 1628 Christoph Nienkerken auf Ramitzow. Dann ist eine Lücke bis 1829, als König Friedrich Wilhelm III. dem C. E. Niemann als Besitzer die Landtagsfähigkeit verlieh. 1832 hatte dann Obristlieutenant von Mühlenfels das Gut bis 1844, als er an Guthknecht verkaufte, dem die Rittergut-Qualität entzogen wurde. danach hatte Laug (Wrangelsburg) das Gut bis 1865. Er verkaufte 1865 an Lagemann, dessen Familie wohl entsprechend den Grabmalen auf dem Kirchhof in Zarnekow bis 1945 Besitzer auf Moeckow war.

Moeckow hatte mit dem Wohnplatz Moeckow-Berg 1865 176 Einwohner in 32 Familien. An Bauten waren vorhanden: 1 öffentliches Gebäude (Posthalterei mit Krug), 13 Wohn- und 16 Wirtschaftsgebäude, sowie 1 Fabrik (wohl Brennerei).

Moeckow-Berg[Bearbeiten]

Moeckow-Berg wurde erstmals 1928 als „Möckowberg“ genannt. Dieser Ortsteil wurde etwa 1835 beim Bau der Steinbahn Anklam – Greifswald (B 109) mit dem Abzweig nach Wolgast angelegt, als dort ein Chausseehaus und ein Gasthof errichtet wurden. Erst um 1850 entstand dann von dort aus die Verbindung nach Züssow und weiter nach Gützkow (B 111) zur Steinbahn Greifswald – Altentreptow (B 96). Bis zum Bau der Eisenbahnstrecke in Züssow befand sich hier eine wichtige Poststation (Postkutschen - Pferdewechsel). In der Neuzeit entstand dann der hohe Mast des Senders Züssow. Bis in die 1970er Jahre war dort ein hoher hölzerner Turm als geodätischer Messpunkt. Das Chausseehaus ist jetzt Wohnhaus und Station des Straßendienstes und der seit langem eingegangene Krug ist ein Öko-Bauernhof mit Hofladen. Nordöstlich vom Ortsteil ist ein großer Salzstock, der vom Energieversorger gäodätisch untersucht wurde, ob dort ein unterirdischer natürlicher Gasspeicher für das Erdgas der in der Nähe verlaufenden Nord-Stream-Leitung angelegt werden kann. Die Untersuchungen waren positiv, aber entschieden ist noch nichts.

Steinfurth[Bearbeiten]

Steinfurth wurde als „Stenvorde“ 1405 erstmals urkundlich erwähnt. Steinfurth ist eine frühdeutsche Gründung, der Name leitet sich von den vielen Findlingen und Geröllen ab, die in der Umgebung massenweise auftreten. Sie wurden oftmals als Steinriegel – niedrige lockere Trockenmauern, meistens als Begrenzung für alte Viehkoppeln angelegt. Sie sind noch heute zu sehen, obwohl sie oft mit Hecken und Baumreihen überwachsen sind. Der Namensteil „Furth“ ist nicht gut erklärbar, denn es gibt nur unbedeutende Gräben in der Umgebung.

Im Ort befindet sich eine Kirchenruine als Bodendenkmal des Mittelalters. Die Kirchenruine wurde urkundlich 1492 als bestehende Kirche der Parochie Steenvort erwähnt.

Steinfurth war immer ein Rittergut, das aber ständig mit dem Karlsburger Besitztum der Grafen Bismark von Bohlen verbunden war. Im Gutshaus des Ortes war der Inspektor (Verwalter) wohnhaft. 1858 ließen die Grafen aus Karlsburg sich eine Grabkapelle in Steinfurth neben der alten Kirchenruine errichten. Im Gruftkeller sind noch heute die Särge der Familie vorhanden, das ist in der Gegend ungewöhnlich, denn 1945 haben die Besatzungstruppen der Roten Armee sonst die dort enthaltenen Särge entleert und für die Rückführung ihrer gefallenen Offiziere verwendet. Östlich der Kapelle schließt sich die vorherige Grabstätte der Familie Bismarck-Bohlen an, auch mit den Grabstätten einiger langjähriger Bediensteter.

1865 hatte der Ort 81 Einwohner in 15 Familien. An Bauten waren vorhanden: 1 Kirche (Kapelle), 7 Wohn- und 11 Wirtschaftsgebäude.

Pretschow (historisch)[Bearbeiten]

Pretschow wurde als „Pretzkow“ 1485 erstmals erwähnt. Die slawische Gründung ist vom Namen nicht gedeutet. 1782 wurde der Ort letztmals genannt, danach wohl wüst. Die Lage ist nicht genau lokalisiert, aber ein Flurname aus der PUM (Preuß. Urmesstischblatt 1835) weist auf den Ort südlich von Karlsburg nahe der B 109. Jetzt sind dort ausgedehnte Waldgebiete des Karlsburger Holzes.

Zarnekow[Bearbeiten]

Zarnekow wurde erstmals 1415 als „Sarnekow“ urkundlich erwähnt. Der Name bedeutet im slawischen Sprachgebrauch soviel wie „schwarz“ oder „unglücklich“. Zarnekow war ein Bauern- und Büdnerdorf, sowie Kirch- und Pfarrort. Deshalb sind zumindest bis 1865 keine Besitzer genannt, lediglich einige Ländereien gehören zur Kirchgemeinde des Ortes, drei Bauernhöfe gehörten besitzlich der St. Petri-Kirche zu Wolgast.

Zarnekow hatte 1865 107 Einwohner in 19 Familien. An Bauten waren vorhanden: 1 Kirche, 1 Schule, 12 Wohn- und 20 Wirtschaftsgebäude.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 14. März 1995 unter der Nr. 35 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber eine eingebogene rote Spitze, darin ein golden bewehrter und gezungter silberner Greif, der aus einem, aus fünf silbernen Steinen gebildeten, offenen Stufengiebel aufwächst; vorn ein aufrechter roter Stab, um den sich eine rote Schlange windet; hinten eine aufrechte rote Ähre.“

Das Wappen wurde nach Ideen des Quedlinburgers Udo Glathe und des Karlsburgers Peter Heinke gestaltet.

Der untere Teil ist dem Wappen der Grafen Bismarck-Bohlen entlehnt, der Äskulap-Stab versinnbildlicht das Zentralinstitut (heute Klinikum) und die Ähre die umliegende Landwirtschaft.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist gleichmäßig längsgestreift von Rot und Silber (Weiß). In der Mitte des Flaggentuches liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des roten und des silbernen (weißen) Streifens übergreifend, das Wappen der Gemeinde. Das Verhältnis von Länge und Höhe des Flaggentuchs beträgt 5:3.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Karlsburg (Vorpommern)

  • Schloss Karlsburg
  • „Rosentor“ vor Schloss Karlsburg, eine berühmte Kunstschmiedearbeit
  • Schlosspark Karlsburg im englischen Stil der Landschaftsparks, mit vielen Elementen, wie Skulpturen, Menhire, Turmhügel
  • Karlsburger Holz mit Wegesteinen, Duellstein, Königseiche, Kesselmoor, Kreuzung und Rastplatz „Spinne“
  • Grabkapelle Steinfurth mit Mausoleumskeller und Grabstätten von Bismarck-Bohlen
  • Kirchenruine Steinfurth
  • Kirche Zarnekow
  • Gutsanlage Moeckow mit Park und Turmhügel

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Oldenburger Energieversorgungsunternehmen EWE AG hat geprüft, ob sich der Salzstock beim Züssower Ortsteil Moeckow als Erdgasspeicher eignet. In diesem soll dann über die Ostseepipeline gepumptes Erdgas gespeichert werden.

Sonstige Bauwerke[Bearbeiten]

Der Sender Züssow besitzt einen 190 Meter hohen, abgespannten Sendemast der Deutschen Telekom AG östlich der Moeckow Berg genannten Kreuzung der B 111 und B 109.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstenthums Rügen. IV. Teils Band II, Anklam 1868 Google Books S. 1120 ff für das Kirchspiel Zarnekow
  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 90/91, 105, 127, 150

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karlsburg (Vorpommern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)