Karlsruher FV

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Karlsruher FV
Wappen des Karlsruher FV
Voller Name Karlsruher Fußball Verein e. V.
Ort Karlsruhe, Baden-Württemberg
Gegründet 17. November 1891
Vereinsfarben schwarz-rot
Stadion Sportplatz am Adenauerring
Plätze n.b.
Homepage karlsruher-fv1891.de
Liga Kreisklasse C Staffel 1
2013/14 9. Platz
Heim
Auswärts

Der Karlsruher FV (KFV) ist ein Fußballverein aus Karlsruhe. Der Verein wurde am 17. November 1891 gegründet, Anfang 1894 schloss sich der erste Fußballverein der Stadt, der International FC 1889 Karlsruhe, dem KFV an. Vor dem Ersten Weltkrieg gehörte der KFV zu den Spitzenmannschaften des deutschen Fußballs, wurde einmal deutscher Meister (1910) und zweimal Vizemeister (1905 und 1912). Nach einer wechselhaften Geschichte musste 2004 aus finanziellen Gründen der Spielbetrieb vorübergehend eingestellt und das Gelände an der Hertzstraße aufgegeben werden. Seit Sommer 2007 spielt der KFV wieder in den unteren Spielklassen des Badischen Fußballverbandes.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Karlsruher FV wurde 1891 gegründet, 1894 schloss sich der älteste Fußballverein der Stadt, der von Walther Bensemann 1889 gegründete International Football Club, dem KFV an. Der KFV legte daraufhin seine alten Vereinsfarben hellblau-weiß ab und übernahm die des IFC, nämlich schwarz-rot. Nach der Gründung des Deutschen Fußball-Bunds, wobei der Karlsruher FV zu den 86 Gründungsmitgliedern gehörte, entwickelte er sich vor dem Ersten Weltkrieg zu einem der erfolgreichsten Fußballvereine in Deutschland. Fünf Mal in Folge – 1901, 1902, 1903, 1904 und 1905 – gewann man die Süddeutsche Meisterschaft und konnte sich damit ab 1902/03 für die jeweilige Endrunde um den nationalen Titel qualifizieren. 1905 gelang dem KFV erstmals der Einzug ins Finale, in dem man aber Union 92 Berlin unterlag. Die Krönung dieser Ära war die Deutsche Meisterschaft 1910, die sich die Mannschaft durch einen 1:0-Erfolg nach Verlängerung im Finale über Holstein Kiel sicherte. Darüber hinaus wurde der KFV 1912 zum zweiten Mal Vizemeister, 1910, 1911 und 1912 erneut Süddeutscher Meister.

Die Meistermannschaft des KFV 1910

Zu den herausragenden Spielern dieser Zeit gehörte das Stürmertrio Fritz Förderer, Gottfried Fuchs und Julius Hirsch, das in den Jahren 1911 bis 1913 auch in mehreren Spielen der Nationalmannschaft den Innensturm bildete. Fuchs verewigte sich dabei mit seinen zehn Toren beim Spiel gegen die russische Mannschaft während der Olympischen Spiele in den Fußball-Geschichtsbüchern.

Auch wenn der KFV nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr zu den Spitzenclubs in Deutschland zählte, lag man auch in den 1920er und 1930er Jahren zumindest im Karlsruher Raum meist vor den Rivalen vom Karlsruher FC Phönix und dem FC Mühlburg und dessen Nachfolger, dem VfB.

1925 wurde der Schotte Jimmy Lawrence, vom englischen Erstligaabsteiger Preston North End FC kommend, Trainer des Karlsruher FV, wo er bis 1931 verblieb. Dabei gewann der ehemalige Rekord-Torwart von Newcastle United 1925/26 mit dem KFV die Meisterschaft von Württemberg/Baden und 1928, 1929 und 1931 den Titel des Badischen Meisters. Dies qualifizierte den Traditionsverein in diesen Jahren zur Teilnahme an den Spielen um die Deutsche Meisterschaft, wo er aber jeweils gleich in der ersten Runde ausschied.[1][2]

Der 1933 als neue höchste Spielklasse geschaffenen Gauliga Baden gehörte der KFV von 1933/34 bis 1936/37, 1938/39 bis 1940/41 und in der letzten Saison 1943/44 an. Von Januar 1944 an verstärkte der Nationalspieler Ernst Willimowski, der in einer Panzerjägereinheit in Karlsruhe Dienst tat, den Verein. [3]

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Ab 1945 spielte der Karlsruher FV in der neu gegründeten Oberliga Süd nochmals für zwei Spielzeiten erstklassig. 1946 beendete der KFV die Saison als abgeschlagener Tabellenletzter, konnte aber die Klasse wegen einer Aufstockung der Liga halten. 1947 stieg der Verein jedoch als Vorletzter endgültig ab.

Als der nunmehr einzige in der obersten Spielklasse verbliebene Karlsruher Verein VfB Mühlburg Anfang der 1950er Jahre aufgrund Platzmangels und finanzieller Probleme auf der Suche nach einem Fusionspartner war, bot man dem Karlsruher FV die Vereinigung zu einem Großverein an, was dieser aber ablehnte. So fusionierten die Mühlburger schließlich im Oktober 1952 mit dem FC Phönix zum Karlsruher SC, mit dem der KFV in den folgenden Jahren sowohl sportlich und in der Publikumsgunst als auch – was in diesen Jahren immer wichtiger wurde – finanziell nicht mithalten konnte und in der Runde 1956/57 auch aus der 2. Liga Süd ins Amateurlager abstieg. Dieser Abstieg markierte den Anfang des Niedergangs des Traditionsvereins, der nie mehr an frühere Erfolge anknüpfen konnte. Bis 1976 konnte man sich in der Amateurliga Nordbaden halten und 1974 sogar nochmal Meister werden (wobei ein Aufstieg wegen der Gründung der zweigleisigen 2. Bundesliga unterblieb), stieg dann in tiefere Spielklassen ab und spielte zuletzt in der B-Klasse.

Im Oktober 2004 wurde der Karlsruher FV vom Badischen Fußballverband mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb ausgeschlossen, da er die finanziellen Auflagen nicht mehr erfüllen konnte. Damit verschwand der Verein vorübergehend von der Fußball-Landkarte Deutschlands. Vom Karlsruher FV existierte zunächst nur noch dessen frühere Tennisabteilung, die sich während der Liquidation des KFV vom Hauptverein und der Fußballabteilung abspaltete und noch 2004 als nunmehr eigenständiger Tennisverein unter dem neuen Namen „Tennisclub Karlsruhe-West e. V.“ neu gründete. Der Karlsruher FV wurde jedoch nicht aufgelöst, sondern blieb im Vereinsregister eingetragen.

Folglich konnte der KFV 2007 auf Initiative von Alexander Etzel in der Staffel 3 der Kreisklasse C wieder neu starten, und ist damit zurück auf der Fußball-Landkarte.[4] In der Saison 2008/09 startete der KFV in der Staffel 1 der Kreisklasse C und belegte dort mit nur fünf Punkten aus 24 Saisonspielen den 13. und letzten Tabellenplatz. Ein Jahr später holte man mit 22 Punkten den zehnten Tabellenplatz. 2011 wurde man erneut Tabellenletzter, 2012 Vorletzter, 2013 wieder Zehnter, 2014 Neunter. Seit der Saison 2012/2013 verfügt der KFV nach vielen Jahren wieder über eine zweite Mannschaft im Spielbetrieb.

Platzierungen 1945 bis 1977[Bearbeiten]

Saison Liga Platz S U N Tore Punkte
1945/46 Oberliga Süd 16. 3 7 20 33:112 13:47
1946/47 Oberliga Süd 19. 10 7 21 48:84 27:49
1947/48 Amateurliga Nordbaden Süd 7. nicht bekannt 60:45 29:23
1948/49 2. Amateurliga Nordbaden nicht bekannt
1949/50 2. Amateurliga Nordbaden nicht bekannt
1950/51 Amateurliga Nordbaden 2. nicht bekannt 103:28 46:14
1951/52 Amateurliga Nordbaden 1. nicht bekannt 76:39 44:12
1952/53 2. Liga Süd 10. nicht bekannt 60:45 33:35
1953/54 2. Liga Süd 5. nicht bekannt 69:58 35:33
1954/55 2. Liga Süd 13. nicht bekannt 56:71 30:38
1955/56 2. Liga Süd 15. nicht bekannt 54:63 27:41
1956/57 2. Liga Süd 17. nicht bekannt 46:95 18:50
1957/58 Amateurliga Nordbaden 3. nicht bekannt 79:46 37:23
1958/59 Amateurliga Nordbaden 12. nicht bekannt 47:47 27:33
1959/60 Amateurliga Nordbaden 6. nicht bekannt 58:52 30:30
1960/61 Amateurliga Nordbaden 4. nicht bekannt 53:41 34:26
1961/62 Amateurliga Nordbaden 3. nicht bekannt 66:53 35:25
1962/63 Amateurliga Nordbaden 2. nicht bekannt 54:40 34:26
1963/64 Amateurliga Nordbaden 8. nicht bekannt 51:36 30:30
1964/65 Amateurliga Nordbaden 7. nicht bekannt 66:55 33:27
1965/66 Amateurliga Nordbaden 7. nicht bekannt 58:41 34:26
1966/67 Amateurliga Nordbaden 10. nicht bekannt 45:60 28:32
1967/68 Amateurliga Nordbaden 11. nicht bekannt 50:58 25:35
1968/69 Amateurliga Nordbaden 12. nicht bekannt 41:40 25:35
1969/70 Amateurliga Nordbaden 11. nicht bekannt 56:47 29:31
1970/71 Amateurliga Nordbaden 9. nicht bekannt 52:55 31:29
1971/72 Amateurliga Nordbaden 8. nicht bekannt 44:44 32:32
1972/73 Amateurliga Nordbaden 2. nicht bekannt 63:35 46:14
1973/74 Amateurliga Nordbaden 1. nicht bekannt 69:45 38:22
1974/75 Amateurliga Nordbaden 5. nicht bekannt 58:39 35:25
1975/76 Amateurliga Nordbaden 16. nicht bekannt 30:55 18:42
1976/77 2. Amateurliga Mittelbaden 13. nicht bekannt 56:70 25:43

Platzierungen seit 2007[Bearbeiten]

Saison Liga Platz S U N Tore Punkte
2007/08 Kreisklasse C 9. 9 5 12 50:60 32
2008/09 Kreisklasse C 13. 1 2 21 27:115 5
2009/10 Kreisklasse C 10. 7 1 16 49:79 22
2010/11 Kreisklasse C 15. 2 1 25 23:127 7
2011/12 Kreisklasse C 15. 2 3 23 24:94 9
2012/13 Kreisklasse C 10. 5 3 16 36:88 18
2013/14 Kreisklasse C 9. 4 5 13 20:53 17

Erfolge[Bearbeiten]

  • Deutscher Meister 1910
  • Deutscher Vizemeister 1905, 1912
  • Süddeutscher Meister 1901, 1902, 1903, 1904, 1905, 1910, 1911, 1912
  • Badischer Pokalsieger 1961, 1962, 1965

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Stadion[Bearbeiten]

In den ersten Jahren nach seiner Gründung spielte der Karlsruher FV auf dem Engländerplatz.[5] 1905 bezog der Verein einen neuen Fußballplatz in der Nordweststadt auf einem ehemaligen Militärgelände gegenüber der Karlsruher Telegrafenkaserne.[6] Der Platz an der Telegrafenkaserne erhielt eine Tribüne und wurde später zu einem Stadion ausgebaut, in dem bis zu 35.000 Zuschauer Platz fanden. 1909 fand an der Telegrafenkaserne ein Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz statt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Stadion stark beschädigt, so dass der KFV in der Oberliga-Saison 1945/46 vorübergehend auf den damaligen Platz von Phönix Karlsruhe ausweichen musste. Das Stadion an der Telegrafenkaserne wurde 2006 abgerissen und sein Gelände anschließend überbaut. Sein nominelles Fassungsvermögen betrug zuletzt 4000 Zuschauer.

Nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Jahre 2007 spielte der KFV zunächst auf dem Sportplatz des Gehörlosenvereins Daxlanden, seit der Saison 2009/2010 wird der Platz des DJK Ost benutzt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karlsruher FV – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. RSSSF: Germany – Championships 1902–1945
  2. Karlsruher FV 1891: Chronik
  3. Oberschlesische Zeitung, 20. Januar 1944, S.4; Der Kicker/Die Fußball-Woche – Gemeinsame Kriegsausgabe, 4. Juli 1944, S.7.
  4. Boulevard Baden, 15. Juli 2007, Titelgeschichte
  5. Der Engländerplatz im Stadtwiki Karlsruhe
  6. Lage des KFV-Stadions an der Telegrafenkaserne49.0218168.365447