Karol von Mikuli

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Karol Mikuli

Karol (Carol, Charles, Carl, Karl) Ritter von Mikuli (Miculi)[1] oder Karol Pstikyan / Armen.Կարոլ Միկուլի oder Կարոլ Պստիկյան/ (* 20. Oktober 1821 in Czernowitz, Bukowina; † 21. Mai 1897 in Lemberg, Galizien) war ein Komponist, Pianist und Musikpädagoge.

Leben[Bearbeiten]

Karol Mikuli studierte zuerst in Wien Medizin, ging aber 1844 nach Paris und wurde Schüler von Chopin in Klavierspiel – später war er dessen Assistent – und Rebers in der Komposition. Die Revolution 1848 vertrieb ihn in seine Heimat. Nachdem er sich als Pianist durch Konzerte in verschiedenen österreichischen, russischen und rumänischen Städten bekanntgemacht, wurde er 1858 zum künstlerischen Direktor des Galizischen Musikvereins zu Lemberg (Konservatorium, Konzerte usw.) gewählt. 1888 trat er von der Leitung des Musikvereins zurück und leitete nur noch eine Privatschule. Er veröffentlichte die erste Gesamtausgabe der Werke Chopins, deren unübertroffener Interpret er bis zum Ende seines Lebens war. Mikulis Ausgabe von Chopins Werken (Kistner) enthält viele Korrekturen und Varianten nach Chopins eigenhändigen Randbemerkungen in Mikulis Schulexemplar.

Schüler[Bearbeiten]

Berühmte Schüler waren Moriz Rosenthal und Raoul Koczalski.

Zitate[Bearbeiten]

Mikulis Denkmal in Lemberg

„Der erstaunliche Charme, die Poesie und die Originalität, die vollkommene Freiheit und die absolute Klarheit von Chopins Spielen können nicht beschrieben werden. Es ist vollkommen in jeder Richtung.“

Werke[Bearbeiten]

Werke mit Opuszahl[Bearbeiten]

  • Prelude et presto agitato, op. 1
  • Zwei Polonaisen op. 8
  • Six pièces pour piano, op. 9; erschienen in Wien (Verlag: Spina)
  • Serenade für Klarinette und Klavier op. 22 (rumänisch: Serenadă pentru clarinet și pian op. 22)
  • Variantes harmoniques sur la gamme d'Ut majeure pour piano à 4 mains, op. 23; erschienen in Leipzig (Verlag: Kistner)
  • Pieces pour piano op. 24
  • Paraphrase sur un ancien chant de Noël polonais pour 4 voix avec instruments á cordes et orgue, op. 31
  • Zwei geistliche Lieder für Männerchöre und Soli, op. 32
  • Veni creator für gemischten Chor und Orgel, op. 33

Werke ohne Opuszahl[Bearbeiten]

  • Klavierstücke (rumänisch: Piese pentru pian)
  • Douze airs nationaux roumains (ballades, chants des Bergers, airs de danse etc.) / recueillis et transcrits pour le piano par Charles Mikuli; Erschienen in Paris (Verlag: Kallenbach, ca. 1900)

CD-Aufnahmen[Bearbeiten]

Karol Radziwonowicz: Karol Mikuli - Piano Works

Literatur[Bearbeiten]

  • Th. Antonicek: Mikuli Karl von. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 6. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1975, ISBN 3-7001-0128-7, S. 288.
  • Raoul Koczalski: Frederic Chopin. Betrachtungen, Skizzen, Analysen, Köln-Bayenthal 1936 (Enthält einen Bericht über den Lehrer des Autors Karol Mikuli)
  • Mircea Bejinariu: Carol Miculi. Leben und Aktivität (rumänisch: Carol Miculi. Viața și activitatea). Cluj, Ed. Casa Cărții, 1998. ISBN 973-9404-22-7.
  • Hellmut Federhofer: Der Chopinschüler Carl Mikuli in Rom und Graz. Edition Peters, Frankfurt 1966
  • Alexandre Siranossian: L'aventure arménienne du piano. Lyon 1983

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erich Prokopowitsch, Der Adel in der Bukowina, Verlag "Der Südostdeutsche", München 1983, S. 126