Karoline Herfurth

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Karoline Herfurth, 2012

Karoline Herfurth (* 22. Mai 1984 in Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Karriere [Bearbeiten]

Kindheit und Ausbildung [Bearbeiten]

Karoline Herfurth wurde in Berlin-Pankow als zweites Kind ihrer Eltern geboren, die sich trennten, als sie zwei Jahre alt war. So wuchs sie als Kind einer großen Patchworkfamilie in beiden Haushalten in Berlin-Mitte und Berlin-Hohenschönhausen auf. Sie hat sieben Geschwister.[1]

Von 1990 bis 1999 besuchte sie die Freie Waldorfschule Mitte, 1999 wechselte sie an die Dahlemer Waldorfschule, die sie 2003 mit dem Abitur abschloss.[2] Herfurth war sieben Jahre lang Schülerin der Freien Musikschule Berlin-Hohenschönhausen (Musikhaus e.V.),[3] einer Schulgründung junger Musiker und Musikpädagogen nach der Wende. Sie tanzte in der Kindertanzgruppe des FEZ Wuhlheide und war einige Jahre Mitglied des Kinderzirkus Cabuwazi.

2008 machte Herfurth ihren Abschluss an der Ernst-Busch-Schauspielschule und nahm anschließend ein Studium der Soziologie und Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität auf.[4]

Karriere [Bearbeiten]

Ihre erste Filmrolle hatte Herfurth im Alter von zehn Jahren in dem ZDF-Fernsehfilm Ferien jenseits des Mondes (1995) aus der Kinderfilmreihe Achterbahn. Die für die Besetzung Verantwortlichen hatten in ihrer Tanztheatergruppe nach Kindern gesucht und sie zum Casting eingeladen. Ihre eigentliche Entdeckung verdankt Herfurth einer Talentsucherin der Agentur Nessi Nesslauer,[5] der sie als Fünfzehnjährige auf dem Hof ihrer Schule auffiel. Ihren ersten Kinofilm, Crazy, drehte sie im Jahr 2000.[6] Größere Bekanntheit erlangte sie ein Jahr später mit der Kinokomödie Mädchen, Mädchen, die in ihren synchronisierten Versionen auch in Osteuropa erfolgreich war,[7] und in der Fortsetzung Mädchen, Mädchen 2 im Jahr 2004. Ernstere Rollen spielte sie in Filmen wie Große Mädchen weinen nicht (2002), als Anna Amalie in Mein Name ist Bach (2003) und an der Seite von Thierry van Werveke in Eine andere Liga (2005).

International bekannt wurde sie 2006 durch die Rolle des Mirabellenmädchens in Tom Tykwers Großproduktion Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders, von der Der Spiegel schrieb: „nicht wenige behaupten, dass ihr Auftritt als Mirabellen-Mädchen, das beim Helden Grenouille ein Trauma und seine Mordslust auf junge Mädchen auslöst, die zehn Minuten sind, an die sich der Zuschauer nach 147 Minuten Großkunst am liebsten erinnern wird.“[8] In Marc Rothemunds Komödie Pornorama (2007) spielte sie eine Kommunardin, die in die Szene der Münchner Sexfilmindustrie gerät. 2008 gab sie neben Heino Ferch und Veronica Ferres unter der Regie von Roland Suso Richter die weibliche Hauptrolle der Anja im Fernsehdrama Das Wunder von Berlin. Im selben Jahr war sie an der Seite von Kate Winslet und Ralph Fiennes als Marthe unter der Regie von Stephen Daldry in der Verfilmung Der Vorleser des gleichnamigen internationalen Bestsellers von Bernhard Schlink zu sehen. Für ihre Rolle der Tanzschülerin Lilli Richter in Caroline Links mit dem Bayerischen Filmpreis prämierten Film Im Winter ein Jahr erhielt sie im Januar 2009 den Nachwuchsdarstellerpreis für „ihr kraftvolles und nuancenreiches Spiel“, wie die Jury die Preisvergabe begründete.[9] Im selben Jahr spielte sie noch die Hauptrolle der Prinzessin Elisabeth in der ARD-Neuverfilmung Die Gänsemagd. In Vincent will Meer (Kinostart 22. April 2010) verkörperte sie die magersüchtige Marie. Der Ende 2009 gedrehte Vampirthriller Wir sind die Nacht (Regie: Dennis Gansel) mit Herfurth, Nina Hoss und Anna Fischer in den Hauptrollen feierte im Oktober 2010 Premiere. Im Juni 2011 kam der 2010 unter der Regie von Hans Steinbichler entstandene Film Das Blaue vom Himmel, in dem Herfurth neben Hannelore Elsner und Juliane Köhler zu sehen ist, in die deutschen Kinos.[10]

Im Februar und März 2011 stand Herfurth in Dresden im Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik vor der Kamera und drehte an der Seite von Michael Eklund den international besetzten Film Errors of the Human Body, bei dem Eron Sheean Regie führte.[11] Im Anschluss daran drehte sie mit Regisseur Helmut Dietl die Komödie Zettl, in der sie die Freundin des von Michael Herbig gespielten Titelhelden verkörpert. Im März 2012 begannen in Berlin die Dreharbeiten für Passion, Brian De Palmas englischsprachiges Remake von Alain Corneaus letztem Film Crime d'amour. Herfurth spielt darin eine Nebenrolle an der Seite von Rachel McAdams und Noomi Rapace.[12][13] Seit Frühjahr 2013 steht sie an der Seite von Elyas M'Barek in der neuen Kinokomödie von Bora Dağtekin (Autor von Türkisch für Anfänger), Fack ju Göhte, als Lehrerin Elisabeth Schnabelstädt vor der Kamera.

In den Jahren 2011 und 2012 war Herfurth das Werbegesicht für ein Damenparfüm von Jil Sander.[14][15]

Bei den Hofer Filmtagen 2012 präsentierte sie mit dem Kurzfilm Mittelkleiner Mensch ihre erste Regiearbeit.[16]

Karoline Herfurth lebt in Berlin.

Filmografie [Bearbeiten]

Karoline Herfurth auf der Berlinale 2010

Regisseurin [Bearbeiten]

  • 2012: Mittelkleiner Mensch (Kurzfilm)

Theater [Bearbeiten]

Auszeichnungen [Bearbeiten]

Herfurth auf der Berlinale 2012

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Karoline Herfurth – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. „Ihre Eltern trennten sich als sie zwei Jahre alt war. Sie hat sieben Geschwister, der jüngste Bruder ist sechs Monate alt. «Ich bin in einer großen Patchworkfamilie aufgewachsen, mit vielen Eltern», sagt Karoline Herfurth im Interview mit dem Frauenmagazin EMOTION (Ausgabe 7/2011). «Was ich gar nicht leiden kann, ist der Begriff Halbgeschwister. Ich bin mit ihnen groß geworden. Es sind also ganze Geschwister und ganze Familien.»” Julia Möhn, stv. Chefredakteurin EMOTION: Pressemitteilung zur Emotion 7/2011. In: PRESSEPORTAL.DE. Abgerufen am 23. April 2012.
  2. Karoline Herfurth. In: kino.de. Abgerufen am 28. Februar 2012.
  3. Website des Musikhaus e.V. - Freie Musikschule abgerufen am 26. Januar 2009
  4. Nina Anika Klotz: Karoline Herfurth, Biografie. In: Gala. Abgerufen am 28. Februar 2012.
  5. Grimme-Institut zu Preisverleihung an Nessi Nesslauer 2008, abgerufen am 27. Januar 2010
  6. Anja Daeschler: Karoline Herfurth: „Ich konnte nicht mehr“. In: Bunte.de. 13. November 2008, abgerufen am 28. Februar 2012.
  7. knapp 250.000 $ Einspielergebnis allein in Russland lt. Internet Movie Database, abgerufen am 27. Januar 2010
  8. Moritz von Uslar: Der Profi-Engel. In: Der Spiegel. 11. September 2006, abgerufen am 28. Februar 2012.
  9. Gala in München: Bayerischer Filmpreis geht an "Baader Meinhof Komplex". In: Der Tagesspiegel. 16. Januar 2009, abgerufen am 28. Februar 2012.
  10. www.spielfilm.de abgerufen am 26. September 2011
  11. DNN online, abgerufen am 31. März 2012
  12. Kultregisseur beginnt Dreh bei Lankwitz. Berliner Morgenpost vom 7. März 2012
  13. Herfurth wird zum Hollywood-Star. B.Z. vom 14. März 2012
  14. Der Duft des Mirabellenmädchens. In: Gala. 11. April 2011, abgerufen am 28. Februar 2012.
  15. Everose. In: ParfumNEWS. 24. Dezember 2012, abgerufen am 1. Januar 2013.
  16. Der Spiegel/Wolfgang Höbel: Junger deutscher Film in Hof: Unsere lächerlichen Fratzen, 29. Oktober 2012