Karoline von Schlotheim

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Karoline von Schlotheim 1788 (von Wilhelm Böttner)

Karoline Albertine Julie von Schlotheim, ab 1788 Reichsgräfin von Schlotheim, ab 1811 Gräfin von Hessenstein (* 6. Juli 1766; † 7. Januar 1847) war die Vierte der Mätressen des Kurfürsten Wilhelm I. von Hessen-Kassel, mit der er 13 gemeinsame Kinder hatte.

Leben[Bearbeiten]

Sie war die Tochter des Generals Heinrich Christian Wilhelm von Schlotheim und dessen Frau Friederike Most. Sie wurde vom Kurfürsten gegen ihren Willen entführt, floh, wurde von ihren Eltern dem Kurfürsten zurückgegeben und fügte sich später in die Beziehung. Sie hatte erheblichen, auch politischen Einfluss auf Wilhelm und die Entwicklung des Landes.[1] Der Kurfürst verehrte Karoline so sehr, dass er für sie die Löwenburg bauen ließ.[2] Karoline von Schlotheim begleitete Wilhelm I. ins Exil und lebte mit ihm 1807/1808 in Itzehoe.[3]

Sie wurde am 14. Mai 1788 in den Reichsgrafenstand erhoben mit der Anrede „Hoch- und Wohlgeboren“. Am 2. Mai 1811 folgte die Namensänderung in Gräfin von Hessenstein, einen Titel, den auch alle Kinder aus ihrer Verbindung mit dem Kurfürsten erhielten.[4] Namensgebend war dabei die Herrschaft Hessenstein in Holstein.

Kinder[Bearbeiten]

Der Kurfürst und sie hatten 13 gemeinsame Kinder[5]:

  1. Wilhelm Friedrich (* 23. Juni 1789; † 26. April 1790)
  2. Wilhelm Karl (* 19. Mai 1790; † 22 März 1867), Domherr zu Minden, Halberstadt und Cammin, mecklenburg-schwerinischer Wirklicher Geheimer Rat, ⚭ Gräfin Angelika von der Osten-Sacken
  3. Ferdinand (* 19. Mai 1791; † 15. Dezember 1794)
  4. Karoline Frederike Auguste (* 9. Juni 1792; † 21. August 1797)
  5. Auguste Wilhelmine (* 22 August 1793; † 1. Juni 1795)
  6. Louis Karl (* 11. August 1794; † 17. November 1857), preußischer Kammerherr, ⚭ Gräfin Auguste Wilhelmine von Pückler-Groditz
  7. Friederike Auguste (* 16. Oktober 1795; † 13. September 1845), ⚭ Wilhelm von Steuber († 6. Juli 1845)
  8. Wilhelm Ludwig Georg (* 28 Juli 1800; † 16. Januar 1836), kurhessischer Kammerherr, ⚭ 1. Luise von dem Bussche-Hünnefeld (* 27. März 1804; † 21. Mai 1829); 2. Karoline Wolff von Gudenberg (* 11. Februar 1812; † 20. August 1836)
  9. Friedrich Ludwig (* 8. Februar 1803; † 8. September 1805)
  10. Karoline (* 16. Februar 1804; † 18. März 1891), ⚭ Karl von Stenglin († 15. März 1871)
  11. NN
  12. NN
  13. Sohn NN (* 1807 in Itzehoe)

Literatur[Bearbeiten]

  • Eckhart G. Franz: Haus Hessen. Biografisches Lexikon = Arbeiten der Historischen Kommission NF 34. Darmstadt 2012. ISBN 978-388443-411-6, S. 141.
  • Eckhart G. Franz: Das Haus Hessen. Eine europäische Familie. Kohlhammer, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018919-0 (Urban-Taschenbücher; Bd. 606).
  • Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln/NF, Bd. 3. Klostermann, Frankfurt/M. 2004, ISBN 3-465-03292-6, Tafeln 250 ff.
  • Rainer von Hessen (Hrsg.): Wir Wilhelm von Gottes Gnaden. Die Lebenserinnerungen Kurfürst Wilhelms I. von Hessen 1743-1821. Campus-Verlag, Frankfurt/M. 1996, ISBN 3-593-35555-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Eduard Vehse: Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. 4. Abteilung, Fünfter Teil. Hamburg, 1853 S. 265.
  2. Geschichte Winterpalais Kassel
  3. Kreismuseum Itzehoe
  4. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band V, Seite 175, Band 84 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1984
  5. Franz: Biografisches Lexikon, S. 141.