Karoo-Eiszeit

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Landmassenverteilung zur Zeit der Karoo-Eiszeit (vor 300 Millionen Jahren)

Die Karoo-Eiszeit (vor 360 bis 260 Millionen Jahren[1]) war das zweite große Eiszeitalter des Phanerozoikums. Benannt ist es nach den in der Karoo in Südafrika gefundenen glazialen Ablagerungen, die den ersten klaren Beweis für dieses Eiszeitalter darstellten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der tektonische Zusammenschluss der Kontinente Euramerika (später mit der Uralischen Orogenese, zu Laurasia) und Gondwana zu Pangaea, in der Variszischen Orogenese schuf eine große kontinentale Landmasse in der Antarktis-Region, und das Verschwinden des Rheischen Ozeans oder des Iapetus unterbrach die warmen Meeresströmungen in der Panthalassa und im Tethysmeer, was fortschreitende Abkühlung der Sommer und angehäufte Schneemassen zur Folge hatte. Das führte wiederum zum Wachstum der Gletscher in den Gebirgen, die sich dann über das Hochland hinaus ausbreiteten und einen Eisschild bildeten, der einen relativ großen Teil Gondwanas bedeckte.

Mindestens zwei große Perioden der Vergletscherung wurden entdeckt:

  • Die erste Vereisungsperiode fällt in das Mississippium (vor 359,2 bis 318,1 Millionen Jahren): Die Eisschilde breiteten sich von einem Kern im heutigen südlichen Afrika und Südamerika aus.
  • Die zweite Vereisungsperiode fällt in das Pennsylvanium (vor 318,1 bis 299 Millionen Jahren); Die Eisschilde breiteten sich von einem Kern im heutigen Australien und Indien aus.

Das Ausmaß der Vergletscherung der Antarktika ist wegen des bestehenden Eisschildes nicht genau bekannt.

Folgen der Karoo-Eiszeit[Bearbeiten]

Durch Gletscher während der Karoo-Eiszeit gebildete Kritzungen in der Witmarsum Kolonie, Paraná, Brasilien

Die Auswirkungen der Karoo-Eiszeit beginnen mit der Dwyka-Eiszeit vor rund 300 bis 280 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit lag das heutige Namibia im Gebiet des Südpols. Die Inlandseismassen lassen sich durch Tillite (verfestigte Moränen) und die aus Sedimenten gebildeten Sandsteine und Schieferton belegen. In der folgenden Trockenzeit wurde das Dwykagebiet durch Ablegerungen verschüttet, die als Etjo oder Ecca bezeichnet werden. Diese Phase endete mit dem Auseinanderbrechen Gondwanas und der anschließenden Abdrift Afrikas von Südamerika vor rund 132 Millionen Jahren. Die dadurch entstanden bis zu zwei Kilometer mächtigen Etendeka-Flutbasalte konservierten das zuvor vorhandene Dwyka-Relief. Durch Verwitterung und Erosion kommt die darunterliegende Landoberfläche wieder zum Vorschein.[2]

In der Periode der Karoo-Eiszeit kam es zu einer erhöhten Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre, die die Pflanzen in den wärmeren Gebieten zu einem erhöhten Stoffwechsel anregten. Daraus resultierten ein verstärktes Wachstum im Karbonzeitalter und die Entwicklung großer Wirbeltiere oder Insekten wie der Riesenlibelle Meganeura oder dem Tausendfüßler Arthropleura.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fremdartige Wälder auf planeterde.de, abgerufen am 22. November 2013.
  2. Geologie und plattentektonische Grundstruktur – Karoo-Folge auf geo.uni-tuebingen.de, abgerufen am 22. November 2013.
  3. D. J. Beerling, R. A. Berner: Impact of a Permo-Carboniferous high O2 event on the terrestrial carbon cycle. In: Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A.. 97, Nr. 23, 2000, S. 12428–32. Bibcode: 2000PNAS...9712428B. doi:10.1073/pnas.220280097. PMID 11050154. PMC: 18779 (freier Volltext).