Karpaty Lwiw

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Karpaty Lwiw
Wappen
Voller Name FK Karpaty Lwiw
Gegründet 1963
Vereinsfarben grün-weiß
Stadion Arena Lwiw[1]
Plätze 34.915
Präsident UkraineUkraine Petro Dyminskyj
Trainer UkraineUkraine Oleksandr Sewidow
Homepage www.fckarpaty.lviv.ua
Liga Premjer-Liha
2013/14 11. Platz
Heim
Auswärts

Der FK Karpaty Lwiw (ukr. ФК «Карпати» Львів; UEFA-Transkription FC Karpaty Lviv) ist ein ukrainischer Fußballverein aus der galizischen Stadt Lemberg (ukrainisch Lwiw). Benannt ist der Verein nach den Karpaten, in deren Nähe Lwiw liegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Spielbetrieb in der Sowjetunion[Bearbeiten]

Der FC Karpaty wurde 1963 von Fußballspielern, die in einer Fabrik für Landwirtschaftsmaschinen arbeiteten und in der dortigen Werksmannschaft spielten, gegründet. Die ersten vier Jahre spielte der Verein in der dritten sowjetischen Liga. 1968 konnte der Aufstieg in die zweite Liga erreicht werden.

Am 17. August 1969 gewann die Mannschaft den sowjetischen Fußballpokal gegen den FK SKA Rostow, die damals zu einer der besten Mannschaften zählten. Lwiw war damit die erste und einzige Mannschaft, die jemals als Zweitligist diesen Pokal gewinnen konnte. In der Folgespielzeit war das Team schließlich als Teilnehmer des Europapokal der Pokalsieger 1970/71 qualifiziert. Nach 0:1 und 3:3 gegen den rumänischen Vertreter Steaua Bukarest war jedoch bereits in der 1. Runde des Wettbewerbs schluss.

Von 1970 bis 1977 und 1980 spielte Karpaty Lwiw in der Wysschaja Liga, der höchsten Fußballliga der Sowjetunion. In der Saison 1976 wurde mit dem vierten Platz das beste Ergebnis erzielt.

1981 wurde Karpaty mit einer anderen Mannschaft aus Lwiw zusammengelegt. Der neue Verein, SKA Karpaty, spielte bis 1989 in der zweiten Liga. 1989 benannte sich der Verein wieder in FC Karpaty Lwiw um.

Spielbetrieb in der Ukraine[Bearbeiten]

Als die Ukraine im Jahre 1992 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion unabhängig wurde, wurde der FC Karpaty Teil der neu entstandenen Wyschtscha Liha, der obersten Spielklasse in der Ukraine. In der Saison 1997/98 konnte die Mannschaft mit den dritten Platz die bisher beste Platzierung in der Vereinsgeschichte erreichen

1993/94 qualifizierte sich der Klub erneut für den Europapokal der Pokalsieger. Nach einem 1:0-Hinspielerfolg gegen den irischen Klub Shelbourne FC schied Lwiw nach einer 1:3-Rückspielpleite erneut in der erste Runde des Turniers aus. Grund für die Teilnahme war der Einzug in das Finale des Ukrainischen Pokals, dass das Team jedoch mit 1:2 am 30. Mai 1993 gegen Dynamo Kiew verlor. Da Dynamo im gleichen Jahr aber auch Meister wurde, nahm Lwiw am Pokal der Pokalsieger teil. 1999 stand der Klub zum zweiten Mal im nationalen Pokalendspiel. Erneut musste die Mannschaft sich gegen Dynamo Kiew geschlagen geben.

Nach der Saison 2003/04 stieg Karpaty in die Perscha Liha, die zweite Liga des Landes, ab. Der Mannschaft gelang es jedoch bereits nach zwei Jahren wieder in die Wyschtscha Liha zurückzukehren.

In der Saison 2010/11 konnte Lwiw zum ersten Mal die Gruppenphase der UEFA Europa League erreichen. In der 3. Qualifikationsrunde wurde der FC Sestaponi aus Georgien mit insgesamt 2:0 geschlagen. Zuvor wurde KR Reykjavík mit 6:2 besiegt. In den Play-offs traf die Mannschaft auf Galatasaray Istanbul. Nach einem 2:2[2] Hinspiel und einem 1:1[3] im Rückspiel siegte Karpaty durch die mehr erzielten Auswärtstore. Damit nahm der Verein an der Endrunde der UEFA Europa League 2010/11 teil. Dort wurde das Team zusammen mit Borussia Dortmund, Paris Saint-Germain und FC Sevilla in die Gruppe J des Turniers gelost, schied dort jedoch mit nur einem erzielten Punkt vorzeitig aus dem Wettbewerb aus.

Die Spielzeit 2012/2013 schloß der Verein auf dem 14. Tabellenplatz der Premjer-Liha ab und konnte nur knapp dem sportlichen Abstieg in die zweite Liga entrinnen. Als Reaktion auf die enttäuschend verlaufene Saison erklärte der Verein im Mai 2013 nun 19 der 23 Spieler des Kaders verkaufen und ein neues Team zusammenstellen zu wollen.[4][5]

Nationalistische Ausrichtung des Vereins[Bearbeiten]

Banderstadt Ultras im Stadion Ukraina

Die Anhängerschaft des Vereins gilt als von radikalen Nationalisten dominiert, die in Lwiw, einer Hochburg der nationalistischen Partei Swoboda, großen Rückhalt genießen. Berüchtigt ist vor allem die Ultra-Gruppierung Banderstadt Ultras, die sich nach dem umstrittenen nationalistischen Politiker Stepan Bandera benannt hat.[6]

2012, erklärte der Pressesprecher des Vereins, Danilo Nikulenko, zwar: „Karpaty gilt in der Ukraine als rechter Verein, aber wir sind nicht rechtsradikal.“[7] Als die FIFA 2013 aber entschied, das Stadion in Lwiw für 5 Jahre für FIFA-Begegnungen zu sperren, da es dort während des WM-Qualifikationsspiels gegen San Marino am 6. September 2013 zu rassistischen Äußerungen gekommen war und nationalistische Symbole gezeigt worden waren,[8] erklärte der Verein die schwarz-rote nationalistische Fahne der UPA zu einem seiner Vereinssymbole.[9] Dies geschehe „zur Ehre der Helden des nationalen Befreiungskampfes“. Zukünftig werde das Team bei Auswärtsspielen auch in Rot und Schwarz auflaufen. Die Vereinsführung begründete diesen Schritt mit den Worten: „Unser Club wird sich niemals und unter keinen Umständen von dem lossagen, worauf unsere Großväter und Väter stolz waren. Ehre den Helden.“[10]

Stadion[Bearbeiten]

Der FC Karpaty Lwiw trug seine Heimspiele im Stadion Ukrajina aus. Diese Spielstätte wurde 1963 gebaut und trug damals den Namen Druzhba, welches Freundschaft bedeutet. 1992 wurde es dann in Ukrajina umbenannt. Mit einem Fassungsvermögen von 29.004 Zuschauern gehört es zu den großen Stadien in der Ukraine. Zur Fußball-Europameisterschaft 2012 wurde die Arena Lwiw errichtet. Die rund 220 Millionen Euro teure Spielstätte mit 34.195 Sitzplätzen löste im November 2011 das Ukrajina als Heimat von Karpaty Lwiw ab.

Aktueller Kader[Bearbeiten]

(Stand: 29. Juni 2013)[11]

Nr. Position Name
4 SerbienSerbien AB Ivan Milošević
8 UkraineUkraine AB Ihor Oshchypko
10 UkraineUkraine ST Olexandr Hladkyj
11 EstlandEstland ST Sergei Zenjov
15 UkraineUkraine AB Taras Petrivskiy
16 UkraineUkraine MF Ihor Khudobyak
17 UkraineUkraine MF Oleh Holodyuk
18 UkraineUkraine MF Mykhaylo Kopolovets
19 UkraineUkraine MF Yaroslav Martynyuk
21 SlowenienSlowenien AB Gregor Balažic
25 UkraineUkraine MF Andriy Tkachuk
Nr. Position Name
27 BrasilienBrasilien MF Eric de Oliveira
29 UkraineUkraine TW Oleksandr Ilyuschenkov
28 UkraineUkraine ST Oleksandr Kasyan
31 UkraineUkraine ST Illya Mykhalov
32 MazedonienMazedonien TW Martin Bogatinov
36 UkraineUkraine ST Volodymyr Hudyma
41 UkraineUkraine AB Stepan Hirskyi
43 UkraineUkraine MF Ihor Ozarkiv
44 UkraineUkraine AB Artem Fedetskyi
47 MoldawienMoldawien AB Vadim Bolohan
50 UkraineUkraine ST Volodymyr Kostevych
80 BrasilienBrasilien ST William Batista

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Ukraine und GUS

Europa

Südamerika

Afrika

Lwiws Trainer[Bearbeiten]

(unvollständig)

Name des Trainers Zeitraum Bemerkung
Sowjetunion 1955Sowjetunion Ernő Juszt 1967-1977
Ungarn 1957Ungarn Ishtvan Sekech 1978-1980
Ungarn 1957Ungarn Ishtvan Sekech 1988-1989
UkraineUkraine Myron Markevych 1992-1995
UkraineUkraine Myron Markevych 1996-1998
KroatienKroatien Ivan Golac 2001-2002
UkraineUkraine Myron Markevych 2002-2004
UkraineUkraine Yuriy Dyachuk-Stavytskyi 2004-2006
UkraineUkraine Oleksandr Ishchenko 2006-2007
UkraineUkraine Yuriy Dyachuk-Stavytskyi 2007
UkraineUkraine Oleksandr Ishchenko 2007
UkraineUkraine Valeriy Yaremchenko 2007-2008
WeissrusslandWeißrussland Oleh Kononow 2008-???
BulgarienBulgarien Nikolaj Kostow 2012-2013
UkraineUkraine Oleksandr Sewidow 2013-heute

Erfolge[Bearbeiten]

  • Pokalsieger der UdSSR (1x): 1969
  • Erreichen der Gruppenphase der Europa League 2010/11, wo Karpaty Lwiw der Gruppe J mit dem FC Sevilla, Paris Saint-Germain und Borussia Dortmund zugelost wurde.

Saisonstatistik[Bearbeiten]

Saison Liga Pos. Spiele S U N T+ TD Punkte Pokal Europa Bemerkungen
1992 1. Liga 13 18 005 06 07 15 18 16 Achtelfinale
1992/1993 1. Liga 06 30 10 10 10 37 38 30 Finale
1993/1994 1. Liga 05 34 16 08 10 37 30 40 Halbfinale Europapokal der Pokalsieger Vorrunde
1994/1995 1. Liga 08 34 12 09 13 32 36 45 Achtelfinale
1995/1996 1. Liga 08 34 12 10 12 39 39 46 Achtelfinale
1996/1997 1. Liga 05 30 15 07 08 36 23 52 Viertelfinale
1997/1998 1. Liga 03 30 16 09 05 36 20 57 Achtelfinale
1998/1999 1. Liga 04 30 15 10 05 54 34 55 Finale
1999/2000 1. Liga 09 30 12 04 14 39 38 40 Viertelfinale UEFA-Pokal 1. Runde
2000/2001 1. Liga 10 26 09 03 14 33 42 30 3. Runde
2001/2002 1. Liga 08 26 07 08 11 19 31 29 Viertelfinale
2002/2003 1. Liga 07 30 09 09 12 29 37 36 3. Runde
2003/2004 1. Liga 15 30 06 08 16 22 39 26 2. Runde Abgestiegen
2004/2005 2. Liga 06 34 15 07 12 39 35 52 Achtelfinale
2005/2006 2. Liga 02 34 25 05 03 53 14 80 Halbfinale Aufgestiegen
2006/2007 1. Liga 08 30 09 10 11 26 32 37 3. Runde
2007/2008 1. Liga 10 30 09 06 15 29 41 33 2. Runde
2008/2009 1. Liga 09 30 08 10 12 33 39 34 3. Runde
2009/2010 1. Liga 05 30 13 11 06 44 35 50 Achtelfinale
2010/2011 1. Liga 05 3. Runde UEFA Europa League Gruppenphase
2011/2012 1. Liga 14 UEFA Europa League 3.Qualirunde
2012/2013 1. Liga 14

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: FC Karpaty Lviv – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadioninfo (Englisch) Karpaty Lwiw. Abgerufen am 30. August 2010.
  2. Spielstatistik: Galatasaray Istanbul - Karpaty Lwiw 2:2 auf kicker.de
  3. Spielstatistik: Karpaty Lwiw - Galatasaray Istanbul 1:1 auf t-online.sport-dienst.de
  4. FC Karpaty.lviv.ua: Karpaty decide to sell 19 players vom 27. Mai 2013
  5. Ukraine: Lwiw verkauft fast alle Spieler, RP-Online vom 27. Mai 2013
  6. Für BVB-Fans war Lwiw Stadt mit zwei Gesichtern in WAZ vom 17. September 2010.
  7. M. Brand & R. Kalimullin: Orangebraune Gesinnungen in taz vom 29. Februar 2012 (online)
  8. Fifa verurteilt Ukraine zu Spiel ohne Zuschauer, SPON vom 27. November 2013
  9. Karpaty Lwiw macht Nationalistenfahne zum Vereinssymbol, Augsburger Allgemeine vom 9. Oktober 2013
  10. Nach Stadionsperre: Fußball-Club aus der Ukraine läuft in Nationalisten-Farben auf in: Huffington Post Deutschland vom 10. Oktober 2013 (online)
  11. Aktueller Kader