Karree (Militär)

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Britische Infanterie bildet bei Quatre Bras ein Karree

Ein Karree (von französisch carré, Quadrat) war im Militärwesen des 17. und 18. Jahrhunderts eine Gefechtsformation der Infanterie mit nach vier Seiten hin geschlossener Front zur Abwehr von Kavallerie. Das Karree bot einen wirkungsvollen Schutz gegen Kavallerieangriffe, da es keine ungeschützten Flanken aufwies und die Pferde vor den aufgepflanzten Bajonetten zurückschreckten. Ihr Vorläufer war der Igel der Landsknechte.

Das wirksamste militärische Mittel gegen im Karree aufgestellte Infanterieeinheiten war der Beschuss durch Artillerie, da die räumliche Ausdehnung des Karrees die Trefferwahrscheinlichkeit deutlich erhöht.

Das Karree war entweder hohl oder voll (carré plein), je nach der Größe des inneren Raums, der bei ersterem zur Aufnahme von Kavallerie und Fahrzeugen, bei letzterem der berittenen Kommandeure, Spielleute, Ärzte etc. diente. Die Karrees wurden meist bataillonsweise formiert und gaben ihr Feuer in gliederweisen Salven ab. Das erste Glied fiel dazu aufs Knie. Die Blütezeit der Karrees sind die Napoleonischen Kriege, z. B. bei der Schlacht von Austerlitz, der Schlacht bei Wagram, der Völkerschlacht bei Leipzig oder der Schlacht bei Waterloo.

Mit der Einführung der Hinterladegewehre hat das Karree an Bedeutung verloren und wurde von der deutschen Infanterie im Deutsch-Französischem Krieg von 1870/71 nicht mehr zur Anwendung gebracht. Die großen Attacken der französischen Kavallerie wurden bei den Schlachten von Wœrth im Elsass und Sedan in Schützenlinien abgewehrt.

Einen letzten großen Erfolg feierte das Karree in den Kämpfen der British Army während des Mahdi-Aufstandes im Sudan. Dort konnten ca. 1.500 Briten in Karreeformation ungefähr 10.000 Mahdisten in der Schlacht von Abu Klea, am 17. Januar 1885, schlagen.

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