Karsdorfer Störung

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Wilisch vom Finckenfang aus gesehen

Die Karsdorfer Störung (auch Karsdorfer Verwerfung) ist als Teil der Mittelsächsischen Störung eine markante tektonische Bruchlinie im Bereich des östlichen Erzgebirges und des Elbtalschiefergebirges. Sie bildet die geologische Nordgrenze des Osterzgebirges im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gegen die Elbezone. Dort schließt sie an das Döhlener Becken und das Kreischaer Becken an.

Sie erhält ihren Namen vom Ort Karsdorf bei Rabenau (Sachsen), der früher auch als Wendisch-Carsdorf bezeichnet wurde. Daher wird die Bruchlinie in der historischen Literatur auch Wendisch-Carsdorfer Verwerfungslinie genannt.

Nahe Karsdorf wird die in südöstliche Richtung verlaufende Bruchlinie durch die folgenden Vollformen deutlich sichtbar geomorphologisch abgebildet:

Südlich der Verwerfungslinie schließt mit der Dippoldiswalder Heide und der Hirschbacher Heide ein fast ebenes Waldgebiet mit Sandstein-Relikten an, das vom Oelsabach und vom Hirschbach bzw. dem Lockwitzbach entwässert wird. Diese mit Wald bewachsenen Gebiete sind Abschnitte des kreidezeitlichen Elbsandsteins und haben für den natürlichen Wasserhaushalt regionale Bedeutung. Die ältesten Abschnitte dieser Relikte gehören zu den frühesten kreidezeitlichen Ablagerungen (Niederschöna-Formation) im Raum Dresden. Durch die Karsdorfer Störung sind sie vom Hauptbereich der Elbtalkreide abgetrennt.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Pietzsch: Abriß der Geologie von Sachsen, 2. Auflage, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin 1956
  • P. Kossmat, K. Pietzsch: Geologische Spezialkarte des Königreiches Sachsen. Nr.82 Blatt Kreischa 2. Auflage, herausgegeben vom Königlichen Finanzministerium 1912

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. W. Pälchen (Hrsg.)/ H. Walter (Hrsg.): Geologie von Sachsen. Geologischer Bau und Entwicklungsgeschichte. Stuttgart 2008. S. 316-319 ISBN 978-3-510-65239-6