Karsten Neitzel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karsten Neitzel

Karsten Neitzel, links, 1988

Spielerinformationen
Geburtstag 17. Dezember 1967
Geburtsort DresdenDDR
Größe 176 cm
Position Abwehr, Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1977–1980
1980–1985
Robotron Radeberg
Dynamo Dresden
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1985–1989
1986–1989
1989–1992
1992–1994
1994–1997
Dynamo Dresden
Dynamo Dresden II
Hallescher FC
Stuttgarter Kickers
SC Freiburg
10 (0)
68 (5)
71 (2)
79 (1)
18 (0)
Nationalmannschaft
1985–1987
1989
DDR-Junioren
DDR-Nachwuchs
17 (1)
7 (0)
Stationen als Trainer
1997–2007
1997–2008
2009–2010
2011–2012
2012–2013
2013–
SC Freiburg (Co-Trainer)
SC Freiburg II
Urawa Red Diamonds (Co-Trainer)
VfL Bochum (Co-Trainer)
VfL Bochum
Holstein Kiel
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Karsten Neitzel (* 17. Dezember 1967 in Dresden) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger -spieler, der Erstligafußball bei Dynamo Dresden, dem Halleschen FC Chemie und dem SC Freiburg spielte und mehrfacher DDR-Nachwuchsnationalspieler ist. Aktuell trainiert er die erste Herrenmannschaft von Holstein Kiel in der Dritten Liga.

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten]

Nachwuchsspieler[Bearbeiten]

Neitzel spielte zunächst bis 1980 Fußball im sächsischen Radeberg, nahe Dresden, wo er mit neun Jahren bei der BSG Robotron, der Betriebssportgemeinschaft des dortigen Fernsehgerätewerkes mit dem Fußballsport begonnen hatte. 1980 delegierte ihn die BSG zur Dresdner Fußballhochburg Dynamo Dresden. Ein Jahr später wurde Neitzel Schüler der Dresdner Kinder- und Jugendsportschule Artur Becker. 1984 wurde er als Mittelfeldspieler in die Juniorenoberliga-Mannschaft von Dynamo Dresden aufgenommen, mit der er 1985 DDR-Meister und 1985 und 1986 Juniorenpokalsieger wurde. 1982 wurde er auch Mitglied der DDR-Junioren-Nationalmannschaft, für die er bis 1987 60 Länderspiele bestritt und mit der er jeweils als Libero 1986 nach einem 3:1-Sieg über Italien U-19-Europameister, und 1987 Dritter der Junioren-Weltmeisterschaft (5:4 nach Elfmeterschießen gegen Chile) wurde. Bei beiden Turnieren war er Kapitän der Mannschaft. 1986 wurde Karsten Neitzel mit der Europameister-Juniorenauswahl zum DDR-Sportler des Jahres gewählt.

DDR-Oberliga mit Dynamo Dresden[Bearbeiten]

Noch als nomineller Juniorenspieler bestritt Neitzel am 23. November 1985 sein erstes Spiel in der DDR-Oberliga. In der Begegnung des 11. Spieltages der Saison 1985/86 FC Carl Zeiss Jena – Dynamo Dresden (2:0) wurde er als Mittelfeldspieler eingesetzt. Bis zum Saisonende erreichte er insgesamt sechs Oberligaeinsätze. Zur Saison 1986/87 wurde er erstmals für den DDR-Oberligakader als Abwehrspieler nominiert, spielte aber nur dreimal zwischen dem 1. und 9. Spieltag in der Oberliga. Stattdessen bestritt er für die 2. Mannschaft 21 Punktspiele in der zweitklassigen DDR-Liga. In den Spielzeiten 1987/88 und 1988/89 war Neitzel mit 24 bzw. 23 Einsätzen Stammspieler der 2. Mannschaft und bestritt lediglich in der Rückrunde 1988/89 eine Oberligabegegnung als Einwechselspieler. Damit ging er auch in die Statistik als Spieler der Dresdner Meistermannschaft 1988/89 ein. Anfang 1989 wurde Neitzel als Zweitligaspieler in den Kader der DDR-Nachwuchs-Nationalmannschaft aufgenommen, mit der er im Laufe des Jahres sieben Länderspiele als Mittelfeld- bzw. Abwehrspieler bestritt. Zum Ende der Saison 1988/89 verließ Neitzel nach neun Jahren Dynamo Dresden, wo zehn Oberligaspiele ohne Torerfolg und 68 DDR-Liga-Spiele mit fünf Toren absolviert hatte.

Zwischen Halle und Freiburg[Bearbeiten]

Zur Saison 1989/90 kam es zwischen Dynamo Dresden und dem Ligakonkurrenten Hallescher FC Chemie zu einem Spielertausch, Dresden gab Neitzel gegen den bisherigen Hallenser Libero Andreas Wagenhaus ab. Neitzel übernahm zunächst auch in Halle die Libero-Position, wechselte aber im Winter 1990 in das Mittelfeld. Mit 23 Spielen hatte er sich sofort einen Stammplatz bei Chemie erobert. Diesen konnte er, hauptsächlich weiter im Mittelfeld spielend, auch 1990/91 verteidigen. Mit Platz vier in der letzten DDR-Oberliga-Saison qualifizierte sich Halle für die 2. Bundesliga. In der über 32. Runden laufenden Saison 1991/92 bestritt Neitzel 23 Punktspiele, abwechselnd in der Abwehr und im Mittelfeld spielend. Der Hallesche FC konnte sich nicht in der 2. Bundesliga behaupten und stieg nach einer Spielzeit in die Regionalliga ab. Neitzel wechselte daraufhin zur Saison 1992/93 zum Zweitligisten Stuttgarter Kickers. Dort blieb er zwei Spielzeiten und bestritt als Abwehrspieler 79 der 84 Punktspiele. 1994 stiegen auch die Kickers aus der 2. Bundesliga ab, und Neitzel wagte mit dem Wechsel zum SC Freiburg den Sprung in die 1. Bundesliga. Bei den Freiburgern stand er bis zum Sommer 1997 unter Vertrag, kam aber über die Rolle des Ersatzspielers nicht hinaus. Er bestritt in den drei Spielzeiten lediglich 18 Bundesligaspiele, darunter nur zwei Begegnungen über die volle Spieldauer. Nach dem Ende der Saison 1996/97 beendete Neitzel seine Laufbahn als Leistungssportler.

Trainer[Bearbeiten]

Unmittelbar nach dem Ende seiner Spielerlaufbahn begann Neitzel beim SC Freiburg als Trainer der Amateurmannschaft zu arbeiten und war zeitgleich Co-Trainer der Profimannschaft unter Volker Finke. Dieser Doppelfunktion kam er zehn Jahre lang nach (1997 bis 2007). Seit 2001 ist Neitzel im Besitz der DFB-Fußballlehrerlizenz. Nach dem Abschied von Finke im Jahr 2007 war er bis Dezember 2008 auf eigenen Wunsch nur noch für die Amateurmannschaft verantwortlich. 1998 stieg Neitzel mit dem Team direkt in die Oberliga Baden-Württemberg auf. 2001 wurde er Verbandspokalsieger und zog in die erste Hauptrunde des DFB Pokal ein, in der er sich mit seinen Amateuren 0:1 gegen den FC Schalke 04 geschlagen geben musste. 2008 wurde er Meister in der Oberliga Baden-Württemberg und qualifizierte sich direkt für die neugeschaffene dreigleisige Regionalliga. Mit den Profis stieg er als Co-Trainer in dieser Zeit zweimal in die Bundesliga auf (1998 und 2003) und qualifizierte sich 2001 nach einem fünften Platz in der Bundesliga für den UEFA-Cup. Dort erreichte der SC die dritte Runde und schied gegen den späteren Pokalsieger Feyenoord Rotterdam aus. Viele Spieler, die in den elfeinhalb Jahren beim SC Freiburg II seine Trainingsgruppe durchlaufen hatten, wurden später Stammspieler bei verschiedenen Bundesligisten (Daniel Schwaab, Ömer Toprak bei Bayer 04 Leverkusen, Dennis Aogo beim Hamburger SV, Sascha Riether beim 1. FC Köln, Karim Matmour bei Eintracht Frankfurt, Daniel Caligiuri beim SC Freiburg, Daniel Williams bei der TSG 1899 Hoffenheim, Daniel Pavlovic bei den Grasshoppers Zürich)

Anfang 2009 ging er zusammen mit Volker Finke und Ibrahim Tanko zum asiatischen Champions League-Sieger von 2007 Urawa Red Diamonds. Dort fungierte er zwei Spielzeiten lang als Co-Trainer. Im September 2011 wurde er Co-Trainer des VfL Bochum unter Andreas Bergmann. Im November 2012 übernahm er den Posten des Chefcoaches beim Zweitligisten VfL Bochum. Nach sportlicher Erfolglosigkeit wurde er von seinen Aufgaben am 8. April 2013 entbunden.[1]

Am 18. Juni 2013 gab Holstein Kiel, Aufsteiger in die 3. Liga, die Verpflichtung Neitzels bekannt. Er erhält dort einen bis zum 30. Juni 2015 datierten Zweijahresvertrag. [2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Abschied von Todt und Neitzel, Neururer übernimmt vfl-bochum.de, abgerufen am 8. April 2013
  2. Karsten Neitzel neuer Holstein Trainer holstein-kiel.de, abgerufen am 18. Juni 2013

Literatur[Bearbeiten]

  • Hanns Leske: Enzyklopädie des DDR-Fußballs. Die Werkstatt, Göttingen 2007, ISBN 978-3-89533-556-3
  • Baingo/Horn: Geschichte der DDR-Oberliga. Göttingen 2007, ISBN 978-3-89533-428-3
  • Uwe Nuttelmann: DDR-Oberliga. Eigenverlag 2007, ISBN 978-3-930814-33-6
  • DSFS: DDR-Chronik, Band 7, 1984/85–1988/89
  • DDR-Sportzeitung Deutsches Sportecho. Ausgabe vom 20. November 1986 mit Kurzbiografie

Weblinks[Bearbeiten]