Karteileiche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Karteileiche (nicht zu verwechseln mit Dateileiche) bezeichnet man umgangssprachlich die Daten zu einer Person, einer Sache oder einem Sachverhalt, die in Karteien, Listen, Statistiken und dergleichen – und seit Aufkommen der elektronischen Datenverarbeitung besonders auch in Dateien und Datenbanken – weitergeführt werden, obwohl ein Grund für ihre Aufnahme in die jeweilige Zusammenstellung nicht oder nicht mehr besteht. Der Duden definiert als Karteileiche scherzhaft, für jemanden deren „Stichwort keiner wirklichen Person oder Sache, keinem tatsächlichen Vorgang mehr entspricht“ sowie für ein „registriertes, aber nicht aktives Mitglied einer Organisation“.[1]

Unter Karteileiche versteht man somit einen inaktiven Fall oder Verwaltungsvorgang, der nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht und zu einer Verfälschung der Validität von Statistiken beiträgt. Ein Grund für das Weiterführen von Karteileichen kann – neben mangelnder Sorgfalt bei der Verwaltung der Datenbestände – auch in der Absicht liegen, finanzielle Zuwendungen zu erhöhen, die pro Kopf (zum Beispiel als Zuschuss je Einwohner einer Stadt oder je Mitglied eines Vereins) berechnet werden.

In der Literatur wurde das Thema Karteileiche von Nikolaj Gogol in seinem Roman Die toten Seelen aufgegriffen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karteileiche. In duden.de. Abgerufen am 6. Februar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Karteileiche – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen