Kasachische Musik

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Briefmarke mit einer Dombra, Kasachstan 2003
Briefmarke mit einer Kobys, Kasachstan 2003
Jetigen, im Museum der Volksmusikinstrumente in Almaty

Die kasachische Musik ist die in Zentralasien beheimatete Volksmusik der Kasachen und basiert auf alten türkisch-persischen Musikformen und Elementen einer einheimischen schamanischen Tradition.

Traditionelle Musikinstrumente[Bearbeiten]

Am verbreitetsten sind Zupfinstrumente, hauptsächlich die Dombra mit zwei Saiten, die im Intervall einer Quinte gestimmt sind. Ein anderes Instrument ist die Kobys, ein Streichinstrument mit einem Resonanzkörper aus Tierhaut sowie zwei Saiten und Bogen aus Pferdehaar. Wie die genannten Saiteninstrumente hat auch die seltener gespielte Sybyzɣy, eine Flöte aus Holz oder Rohr mit vier bis sechs Grifflöchern einen türkischen Ursprung. Ein Vertreter der asiatischen Doppelrohrblattinstrumente Surnai ist die Syrnaj.

Aus Zentralasien stammen die Maultrommel Jan-qobyz, die Harfe Šerter und die Zither Jetigen. Die Dauylpaz ist eine Pauke mit einem Holzkorpus, die im 19. Jahrhundert an Pferdesätteln befestigt und von Militärkapellen verwendet wurde, danach wie die anderen Volksmusikinstrumente außer Gebrauch geriet und heute wieder eingesetzt wird.

Kasachische Musik im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Während der Zeit der Sowjetunion unterlag die kasachische Volksmusik den Anforderungen des Sozialistischen Realismus und war dementsprechend von dem Anliegen geprägt, allgemeinverständlich, konservativ und national orientiert zu sein.

Ein Musikethnographe und Komponist mit großer Schaffenskraft während dieser Zeit war Alexander Wiktorowitsch Satajewitsch (1869–1936).

Eine 2001 gegründete Popmusik-Band ist Muzart, die mit einer Mischung aus kasachischer Volksmusik und Techno bekannt wurde. Ihre drei Musiker heißen Meirambek Besbaev, Saken Maigasiev und Kenshebek Shanabilov.

Institutionen und Komponisten[Bearbeiten]

Die Musikalisch-Dramatische Hochschule, gegründet 1931, war die erste höhere Ausbildungsstätte für Musik in Kasachstan. Zwei Jahre später wurde das Kasachische Staatliche Qurmanghazy-Orchester für Volksmusikinstrumente gegründet. Außerdem bestehen das Kasachische Staatliche Philharmonie-Orchester, die Kasachische Nationaloper und das Kasachische Staatliche Kammerorchester.

Bedeutende Konservatorien sind das Qurmanghazy-Konservatorium in Almaty und das Nationalkonservatorium in der Hauptstadt Astana.

Die Stiftung Asyl Mura archiviert und publiziert historische Aufnahmen kasachischer Musik.

Das Orchester für Volksmusikinstrumente und das Konservatorium in Almaty wurden nach Qurmanghazy benannt, einem berühmten Komponisten und Dombra-Spieler des 19. Jahrhunderts. Andere kasachische Komponisten waren Korkyt, Tattimbet, Sougur, Bayserke, Makhambet, Khazanghap, Yerkegali Rakhmadiev, Almaz Serkebayev, Mukhan Tulebayev, Tles Kazhgaliev, Nagim Mendygaliev, Akhmet Zhubanov, Ghaziza Akhmetkhysy Zhubanova, Mansur Sagatov und Akhtoty Raimkulova.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean Durin: Zentralasien. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Musik in Geschichte und Gegenwart, Sachteil 9, 1998, Sp. 2322–2326
  • Alexander Wiktorowitsch Satajewitsch: 1000 songs of Kyrgyz/Kazakh people: Tunes and melodies. Orenburg, 1925.
  • Alexander Wiktorowitsch Satajewitsch: 500 songs and kyuis of Aday, Bukey, Semipalatinsk, and the Ural Kazakhs. Alma-Ata, 1931.

Weblinks[Bearbeiten]