Kaschau-Oderberger Bahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bahnhof Teschen (Český Těšín)

Die k. k. privilegierte Kaschau-Oderberger Bahn (ungarisch: cs. és kir. szab. Kassa-Oderbergi Vasút (Ks.Od.), tschech. Košicko-bohumínská dráha (KBD), slowak. Košicko-bohumínska železnica) war eine private Eisenbahngesellschaft im einstigen Österreich-Ungarn. Die Hauptstrecke der Gesellschaft – die eigentliche Kaschau-Oderberger Bahn – verband das Industrie- und Kohlebergbaurevier Schlesiens mit der damals oberungarischen Stadt Kaschau (ungar. Kassa, heute: Košice) in der heutigen Ostslowakei.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1866 erhielt die Kaschau-Oderberger Bahn die Konzession zum Bau einer Bahn, welche das preußische Bahnnetz in Schlesien auf kürzestem Wege mit dem Ungarns verbinden sollte. In den Jahren 1869 bis 1872 wurde die schwierig trassierte 362 km lange Hauptstrecke von Oderberg in Österreichisch-Schlesien bis Kaschau fertiggestellt. Die Direktion der k.k. privilegierten Gesellschaft befand sich in der ungarischen Hauptstadt Budapest, Betriebsleitungen befanden sich später in Teschen (für den österreichischen Abschnitt) und Kaschau.

Eine weitere Hauptstrecke betrieb die KsOd ab 1870 später noch von Kaschau nach Norden bis Eperjes (heute: Prešov), wo Anschluss an die ebenfalls private Eperjes-Tarnower Bahn in Richtung Leluchów in Österreich (heute Polen) bestand. Am 18. April 1874 fusionierte die Kaschau-Oderberger Bahn mit dieser Gesellschaft.

Mit der Czorbasee-Zahnradbahn in der Hohen Tatra betrieb die KsOd ab 1896 auch ein Verkehrsmittel, welches hauptsächlich dem Fremdenverkehr diente.

Für eine ganze Reihe von privaten Lokalbahnen, welche an die Hauptstrecke Kaschau-Oderberg anschlossen, übernahm die KsOd die Betriebsführung. Aber auch auf Strecken im Eigentum der Ungarischen Staatsbahn MÁV – wie der Verbindung CsadczaZwardoń – führte die KsOd den Betrieb aus. Für Ungarn war die Eisenbahn vor allem wegen der Kohleimporte sehr wichtig.[1] Aber auch im Personenverkehr stellte die Hauptstrecke der Bahngesellschaft ein bedeutsames Netzelement im mitteleuropäischen Fernverkehr dar, über das auch Kurswagen zum Orientexpress liefen und während des Ersten Weltkriegs der Balkanzug geführt wurde.

Nach 1918 verblieb das Streckennetz der Kaschau-Oderberger Bahn zur Gänze in der neugegründeten Tschechoslowakei. Als strategisch wichtige Eisenbahnstrecke (die Strecke Kaschau-Oderberg war die einzige leistungsfähige Verbindung im Osten des Landes) war die KsOd so schnell wie möglich für eine Verstaatlichung vorgesehen.

Am 1. Februar 1921 wurde die Gesellschaft verstaatlicht. Strecken und Fahrzeuge wurden von der Tschechoslowakischen Staatsbahn ČSD übernommen.

Die Strecken[Bearbeiten]

Für Rechnung der Eigentümer betriebene Strecken[Bearbeiten]

Lokomotiven[Bearbeiten]

Die Tabelle zeigt die Reihenbezeichnungen der k.k. priv. Kaschau-Oderberger Bahn und wie sie in das ČSD-Bezeichnungssystem 1924 übernommen wurden.

Die unter der Betriebsführung der Kaschau-Oderberger Bahn stehenden Lokalbahnen beschafften in der Regel eigene Lokomotiven. Sie gelangten später in den Bestand der Kaschau-Oderberger Bahn und erhielten mit Ausnahme der Schmalspurbahnen Bahnnummern nach dem KsOd-Schema.

Lokomotiven der Kaschau–Oderberger Bahn
Reihe KsOd-Nr. Achsformel Anzahl Hersteller Baujahr ČSD-Nummer Anmerkung
I 31–40 2'B n2 10 Floridsdorf 1884–1891 253.101–110 baugleich SB 17a
Ia 41–45 2'B n2 5 Budapest 1895–1898 254.401–405 baugleich MÁV Ia / MÁV 220
Ip 301–318 1'C1'-n4v 18 Budapest, Floridsdorf, Wr. Neustadt 1907–1912 354.901–918 baugleich kkStB 110
It 351–355 2'D-h2 5 StEG 1918 455.001–005 baugleich SB 570
IIa 1–2 1B-n2 2 Sigl/Wr. Neustadt 1869 221.001 -
IIb 3–8 1B-n2 6 Sigl/Wr. Neustadt 1873 232.101 baugleich MÁV II / MÁV 238
IIIa 101–107 C-n2 7 Sigl/Wr. Neustadt 1868–1869 321.101–107
IIIb1 108–130 C-n2 23 Sigl 1871 313.301–321
IIIb2 131–143 C-n2 13 Sigl / Wiener Neustadt 1873–1892 313.322–334
IIIb3 144–166 C-n2 23 Sigl / Wiener Neustadt 1873–1892 313.601–623
IIIb4 201–205 C-n2 5 Sigl/Wr. Neustadt 1873 313.335–339 1879 von Eperjes-Tarnower Bahn übernommen
IIIe 206–220 C-n2 15 Budapest 1892–1898 313.201–215 baugleich MÁV IIIe / MÁV 326
IIIq 251–285 C-n2v 35 Budapest 1899–1909 334.301–335 baugleich MÁV IIIq / MÁV 325
TVa 561–569 1'C1'-n2v 9 Budapest 1912–1913 320.201–209
V 51–56 B1t-n2 6 Floridsdorf 1881–1884 210.001–004
VIm 401–424 C'C-n4v 24 Budapest, Floridsdorf 1912–1914 622.001–024 baugleich MÁV 651
VImb 473–485 C'C-n4v 13 Floridsdorf 1919 623.004–016 Brotankessel; direkt an ČSD abgeliefert
Lokalbahnlokomotiven
Reihe KsOd-Nr. Achsformel Anzahl Hersteller Baujahr ČSD-Nummer Anmerkung
X 501–502 Bt-n2 2 MÁVAG 1884 200.201
XII 521–533 Ct-n2 13 MÁVAG 1892–1899 310.501–512 baugleich MÁV XII / MÁV 377
XIIa 551–552 Ct-n2 2 Krauss & Co/München 1882–1884 310.601–602 gekauft von MÁV; baugleich MÁV XIIa
XIIb 511–512 Ct-n2 2 MÁVAG 1908 310.701–702
XIVa 541 Dt-n2 1 MÁVAG 1909 410.101, UN → 410.006 baugleich MÁV XIVa / MÁV 475
TVa 570–571 1C1t-n2v 2 MÁVAG 1914 320.211–212
Schmalspurlokomotiven
Lokalbahn Spurweite Bahn-Nr. Achsformel Anzahl Hersteller Baujahr ČSD-Nummer Anmerkung
Göllnitztalbahn 1000 mm 1–4 Ct-n2 4 Hagans 1884 U 36.01–04
Zsakaroczvölgyi Iparvasut 1000 mm 1–2 Bzt-n2 2 Esslingen 1884 Zahnradlokomotive
Csorbasee-Zahnradbahn 1000 mm 1–2 Bzt-n2 2 Floridsdorf 1898 U 29.01–02 Zahnradlokomotive
Rosenberg–Korytnica 760 mm 1–3 Dt-n2 3 MÁVAG 1898
KsOd I Nr. 36
KsOd Ib Nr. 301
KsOd IIa Nr. 2
KsOd IIb Nr. 6
KsOd I Nr. 36 KsOd Ib Nr. 301 KsOd IIa Nr. 2 KsOd IIb Nr. 6

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eisenbahngeschichte Alpen-Donau-Adria abgerufen am 27. Juni 2009