Kasel (bei Trier)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kasel
Kasel (bei Trier)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kasel hervorgehoben
49.7611111111116.7341666666667166Koordinaten: 49° 46′ N, 6° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Ruwer
Höhe: 166 m ü. NHN
Fläche: 4,53 km²
Einwohner: 1266 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 279 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54317
Vorwahl: 0651
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 056
Adresse der Verbandsverwaltung: Untere Kirchstraße 1
54320 Waldrach
Webpräsenz: www.kasel-ruwertal.de
Ortsbürgermeister: Karl-Heinrich Ewald (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Kasel im Landkreis Trier-Saarburg
Luxemburg Saarland Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Birkenfeld Trier Bescheid (Hunsrück) Beuren (Hochwald) Damflos Geisfeld Grimburg Gusenburg Hermeskeil Hinzert-Pölert Naurath (Wald) Neuhütten (Hochwald) Rascheid Reinsfeld Züsch Baldringen Greimerath (bei Trier) Heddert Hentern Kell am See Lampaden Mandern Paschel Schillingen Schömerich Vierherrenborn Waldweiler Zerf Kanzem Konz Nittel Oberbillig Onsdorf Pellingen Tawern Temmels Wasserliesch Wawern (Saar) Wellen (Mosel) Wiltingen Bonerath Farschweiler Gusterath Gutweiler Herl Hinzenburg Holzerath Kasel (bei Trier) Korlingen Lorscheid Mertesdorf Morscheid Ollmuth Osburg Pluwig Riveris (Gemeinde) Schöndorf (an der Ruwer) Sommerau (an der Ruwer) Thomm Waldrach Ayl Fisch (Saargau) Freudenburg Irsch (bei Saarburg) Kastel-Staadt Kirf Mannebach (bei Saarburg) Merzkirchen Ockfen Palzem Saarburg Schoden Serrig Taben-Rodt Trassem Wincheringen Bekond Detzem Ensch Fell (Mosel) Föhren Kenn Klüsserath Köwerich Leiwen Longen Longuich Mehring (Mosel) Naurath (Eifel) Pölich Riol Schleich Schweich Thörnich Trittenheim Aach (bei Trier) Franzenheim Hockweiler Igel (Mosel) Kordel (Eifel) Langsur Newel Ralingen Trierweiler Welschbillig ZemmerKarte
Über dieses Bild
Kasel mit Weinberg Kaseler Nies’chen
Blick von Kasel nach Waldrach

Kasel (moselfränkisch: Kosel), zumindest bahnamtlich bis November 1935 Casel geschrieben,[2] ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwer an, die ihren Verwaltungssitz in Waldrach hat.

Geographie[Bearbeiten]

Kasel liegt zwischen Mertesdorf und Waldrach im Ruwertal, umgeben von steil ansteigenden Weinbergen. Zum Ort gehört der Wohnplatz Benninger Hof, der auf der Höhe zwischen Kasel und Trier-Tarforst gelegen ist.

Über die Landesstraße 149 (ehemalige Bundesstraße 52) hat die Gemeinde Anschluss ans überregionale Straßennetz. Über die Kreisstraßen 140 und 77 besteht ebenfalls ein Anschluss zur Bundesstraße 52.

Kasel ist ein bekannter Weinort und zählt zum moselfränkischen Sprachraum.

Durch Kasel fließt die Ruwer mit den Nebenbächen Benninger Bach und Kundelbach.

Geschichte[Bearbeiten]

Siedlungsreste und ein Gräberfeld aus der Römerzeit belegen eine zumindest dünne Besiedlung in dieser Periode. Der Ort Kasel wird erstmals in einer Bestätigungsurkunde des Kaisers Otto II. von 973, ausgestellt an das Kloster Oeren in Trier, als Casella (latein. „casale“ = Gehöft) erwähnt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]

  • 1815 – 0.255
  • 1835 – 0.409
  • 1871 – 0.520
  • 1905 – 0.712
  • 1939 – 0.958
  • 1950 – 1.029
  • 1961 – 1.033
  • 1965 – 1.023
  • 1970 – 0.993
  • 1975 – 1.132
  • 1980 – 1.194
  • 1985 – 1.232
  • 1987 – 1.220
  • 1990 – 1.219
  • 1995 – 1.257
  • 2000 – 1.272
  • 2005 – 1.231
  • 2010 – 1.247

Datenquelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Kasel besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG WGR Gesamt
2014 8 3 5 16 Sitze
2009 8 3 5 16 Sitze
2004 8 5 3 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Kasel e.V.

Wappen[Bearbeiten]

Wappenbeschreibung: Das Wappen ist geteilt und oben in zwei Felder gespalten. In Feld eins in Silber ein rotes Kreuz. In Feld zwei in Grün ein schräglinks laufendes silbernes Wellenband, diagonal überlegt mit einem goldenen Hirtenstab. Unten in Gold eine hängende grüne Weintraube mit zwei grünen Blättern.

Wappenbegründung: Das rote Kreuz in Silber ist das Wahrzeichen von Kurtrier, zu dessen Besitz Kasel vom Mittelalter bis in die napoleonische Zeit gehörte. Das silberne Wellenband in Grün stellt die Ruwer dar. Der Hirtenstab weist auf die Trierer Frauenabtei Oeren-St. Irminen hin, die in Kasel wie auch das Trierer Stift St. Paulin Hofgüter besaß und die Grundgerichtsbarkeit innehatte. Die Traube weist auf den Weinbau hin, der seit dem Mittelalter bis heute die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde bestimmte.

Wirtschaft und Tourismus[Bearbeiten]

Haupteinnahmequellen des Ortes sind der Weinbau und der Tourismus.

Kasel gilt als der bekannteste Weinort im Ruwertal, das zum Weinanbaugebiet "Mosel" (früher: "Mosel-Saar-Ruwer") gehört. Es wird - wie für die Ruwer typisch - hauptsächlich Riesling angebaut.

Die Weinlagen des Ortes sind:

  • Kaseler Kehrnagel
  • Kaseler Herrenberg
  • Kaseler Dominikanerberg
  • Kaseler Timpert
  • Kaseler Nies'chen, die bekannteste Weinlage des Ruwertals
  • Kaseler Hitzlay, die steilste Weinlage des Ruwertals

Der Ort liegt am Saar-Hunsrück-Steig und am Ruwer-Hochwald-Radweg, der auf der ehemaligen Bahntrasse von Trier-Ruwer nach Hermeskeil entstanden ist.

Kasel ist Sitz der zentralen Touristinformation der Verbandsgemeinde Ruwer. Im Ort befinden sich mehrere Hotel- und Gaststättenbetriebe sowie Vinotheken.

Ansässige Unternehmen:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Nikolaus
    • "Doppelkirche", entstanden aus der Erweiterung der alten Kapelle von 1781 zur dreischiffigen Basilika in den Jahren 1926/27
    • Barocker Tabernakelaltar aus dem 18. Jahrhundert
    • Älteste Weihnachtskrippe im unteren Ruwertal
    • Holzgeschnitzte, lebensgroße Christkindfigur nach bayrischem Brauch - Abschiedsgeschenk von Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg, an seine Heimatpfarrei (siehe Persönlichkeiten)
  • Lourdeskapelle und Wegekreuz "Auf Hex", sog. "Hexenkreuz"
  • Pauliner Hof
  • St. Irminenhof
  • Sauerbrunnen

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Kasel

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Rudolf Voderholzer (* 1959), Bischof von Regensburg, lebte von 2005 bis zum Jahresanfang 2013 in Kasel. In dieser Zeit arbeitete der als Vertrauter von Papst Benedikt XVI. geltende Voderholzer als Dogmatikprofessor an der Theologischen Fakultät Trier und als Direktor des Instituts Papst Benedikt XVI. in Regensburg. Zeitgleich war er als Seelsorger der Pfarrei St. Nikolaus Kasel engagiert, wo er im Juni 2012 auch sein silbernes Priesterjubiläum feierte. Am 6. Dezember 2012 wurde er durch Papst Benedikt XVI. zum 78. Bischof von Regensburg ernannt, seine Bischofsweihe im Regensburger Dom fand am 26. Januar 2013 statt.
  • Thomas Happe (* 1958), ehem. dt. Handballspieler und olympischer Silbermedaillengewinner, lebte während seines Engagements als Trainer der DJK/MJC Trier (1. Handball-Bundesliga Damen) in Kasel.
  • Sascha Becker (* 1975), deutscher Fernsehmoderator und -journalist (SWR)
  • Arno Michels (* 1967), Co-Trainer des Fußballbundesligisten 1. FSV Mainz 05

Sport[Bearbeiten]

Örtlicher Sportverein ist die SG Ruwertal 1925 e.V., die aus den ehemaligen Sportvereinen SV Waldrach und Spvgg. Kasel hervorgegangen ist.

Sportlicher Höhepunkt auf der Rasensportanlage in Kasel war am 10. November 2011 ein Testspiel des Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern gegen die Luxemburgische Fußballnationalmannschaft vor 1.400 Zuschauern, das der Erstligist mit 2:0 für sich entscheiden konnte.

Straßennamen weltweit[Bearbeiten]

Der Weinort Kasel ist Namensgeber folgender Straßen:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kasel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Verzeichnis der Änderungen von Bahnhofsnamen; unter RB-Direktion "Saarbrücken"
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Infothek
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen