Kasendorf

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der oberfränkischen Gemeinde Kasendorf. Ein Ortsteil der mecklenburgischen Gemeinde Wedendorfersee trägt ebenfalls den Namen Kasendorf.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Kasendorf
Kasendorf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Kasendorf hervorgehoben
50.03333333333311.35380Koordinaten: 50° 2′ N, 11° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Kulmbach
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Kasendorf
Höhe: 380 m ü. NHN
Fläche: 39,01 km²
Einwohner: 2504 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95359
Vorwahlen: 09228 (Ortsteile abweichend)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KU, EBS, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 77 124
Marktgliederung: 16 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 8
95359 Kasendorf
Webpräsenz: www.kasendorf.de
Bürgermeister: Bernd Steinhäuser (CSU/Freie Wähler)
Lage des Marktes Kasendorf im Landkreis Kulmbach
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Hauptstraße

Kasendorf ist ein Markt im Landkreis Kulmbach (Regierungsbezirk Oberfranken) und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kasendorf.

Geografie[Bearbeiten]

Ortsteile[Bearbeiten]

Die Gemeinde Kasendorf ist in 16 Ortsteile eingeteilt[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Kasendorf stammt aus dem Jahre 1286. 1307 erwarben ihn die Burggrafen von Nürnberg, die späteren Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth. Im Jahr 1328 erhielt er durch kaiserliches Privileg Markt- und Stadtrechte. Kasendorf wurde vermutlich 1528 protestantisch, als in der gesamten Markgrafschaft die Reformation eingeführt wurde. Kasendorf hieß im frühen 13. Jahrhundert noch Kazendorf bzw. Kazenstatt[3], daher ist auch im Wappen von Kasendorf eine Katze abgebildet. Erst im Laufe der Jahrhunderte kam der Name Kasendorf zustande.

Das Amt des seit 1792 preußischen Fürstentums Bayreuth lag ab 1500 im Fränkischen Reichskreis. Es fiel im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Berühmtes historisches Verbrechen[Bearbeiten]

In Kasendorf wurde 1808 die Ehefrau von Justizamtmann Wolfgang Conrad Glaser, dem Leiter des dortigen Justizamtes, von der Witwe Anna Margaretha Zwanziger, der Haushälterin, mit Arsen vergiftet. Der Kasendorfer Giftmord wurde erstmals durch den bayerischen Juristen Paul Johann Anselm von Feuerbach (1765–1835) in seinem Werk Aktenmäßige Darstellung merkwürdiger Verbrechen, 2 Bde. (1828/29) veröffentlicht. Der Kasendorfer Fall ist seitdem in zahllosen Sammlungen historischer Kriminalliteratur in aller Welt (zum Beispiel im Neuen Pitaval) nachgedruckt bzw. nacherzählt worden. Das Familien- und Gesellschaftsleben Glasers ist in kultur- und sozialgeschichtlich reizvollen Details geschildert. Feuerbachs Werk ist daher für die Kasendorfer Ortsgeschichte von besonderer Bedeutung. Gerold Schmidt hat die wichtigsten historischen Angaben Feuerbachs zu Personen, Daten usw. überprüft und ergänzt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Azendorf, Döllnitz und Heubsch sowie Teile der aufgelösten Gemeinden Lopp und Schirradorf eingegliedert.[4] Peesten kam am 1. Juli 1976 hinzu. Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Neudorf folgten am 1. Januar 1978.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 2564
  • 1970: 2385
  • 1987: 2257
  • 2000: 2587
  • 2011: 2479

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Bernd Steinhäuser (CSU/offene Liste). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Hans Eschenbacher (CSU/Freie Wähler) und 2014 für seine dritte Amtszeit bestätigt.

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:

2002 2008
CSU/Offene Liste* 10 11
Überörtliche Wählergemeinschaft 03 03
SPD 01 n.a.
Gesamt 14 14
  • * CSU/Offene Liste, 2002 angetreten als CSU/Freie Wähler

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Zu den größten im Ort ansässigen Unternehmen gehören das Kalkwerk Johann Bergmann Kalk und Franken Maxit, ein Hersteller von Baustoffen. Außerdem sind die Firmen Richter Steuerungstechnik GmbH, W.E.T. GmbH, D SPA & Wellness GmbH und Alpha-InnoTec GmbH, sowie die Möbelfabrik MAJA-Möbel vertreten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Johanneskirche mit Deckengemälden aus dem frühen 18. Jahrhundert
  • Herkulesbrunnen auf dem Marktplatz aus dem Jahr 1737
  • Turmberg mit vor- und frühgeschichtlichen Befestigungen und dem Magnusturm, siehe: Burg Kasendorf
  • Tanzlinde im Ortsteil Peesten
  • Görauer Anger, im Winter Skigebiet für Snowboarder und Skifahrer mit Tellerlift und Almhütte
  • Die Friesenquelle ist eine Karstquelle und zählt mit einer durchschnittlichen Schüttung von 400 Litern pro Sekunde zu den stärksten Quellen in Oberfranken.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Kasendorf

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Marktes[Bearbeiten]

  • Siegfried Leffler (1900–1983), protestantischer Theologe und ein Hauptvertreter des radikalen Thüringer Flügels der Deutschen Christen in der Zeit des Nationalsozialismus, Ehrenbürger von Hengersberg
  • Eduard Rupprecht (1837–1907), lutherischer Pfarrer und apologetischer Schriftsteller, wurde in Azendorf geboren

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111031/161900&attr=OBJ&val=1269
  3. http://www.kasendorf.de/
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 503.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 693.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Johann Anselm von Feuerbach: Alltag im Alten Bayern. Die frech-sexy'en Reportagen des alten Ritters von Feuerbach aus dem Bayern von 1730–1830. Eingeleitet, ausgewählt und nacherzählt von Gerold Schmidt. Norderstedt 2006, ISBN 978-3-8334-6060-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kasendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien