Kassel

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Dieser Artikel befasst sich mit der Großstadt Kassel in Hessen; zu weiteren gleichnamigen Begriffen siehe Kassel (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kassel
Kassel
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kassel hervorgehoben
51.3166666666679.5167Koordinaten: 51° 19′ N, 9° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Höhe: 167 m ü. NHN
Fläche: 106,8 km²
Einwohner: 192.874 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1806 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 34001–34134
Vorwahl: 0561
Kfz-Kennzeichen: KS
Gemeindeschlüssel: 06 6 11 000
Stadtgliederung: 23 Ortsbezirke
Adresse der Verbandsverwaltung: Obere Königsstraße 8
34117 Kassel
Webpräsenz: www.stadt-kassel.de
Oberbürgermeister: Bertram Hilgen (SPD)
Lage der Stadt Kassel in Hessen
Kassel Landkreis Kassel Werra-Meißner-Kreis Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Waldeck-Frankenberg Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Gießen Main-Kinzig-Kreis Wetteraukreis Rheingau-Taunus-Kreis Hochtaunuskreis Wiesbaden Main-Taunus-Kreis Kreis Groß-Gerau Frankfurt am Main Offenbach am Main Landkreis Offenbach Darmstadt Landkreis Darmstadt-Dieburg Kreis Bergstraße Kreis Bergstraße Odenwaldkreis Baden-Württemberg Rheinland-Pfalz Bayern Nordrhein-Westfalen Niedersachsen ThüringenKarte
Über dieses Bild
Blick von der Schönen Aussicht auf den Kaufunger Wald (Bellevue), Louis Kolitz um 1900
Die Orangerie im barocken Park Karlsaue
documenta 12 am Schloss Wilhelmshöhe anno 2007

Kassel (bis 1926 amtlich Cassel) ist eine kreisfreie Stadt, Verwaltungssitz des gleichnamigen Regierungsbezirkes und des Landkreises Kassel. Die einzige Großstadt Nordhessens ist nach Frankfurt am Main und Wiesbaden die drittgrößte Stadt und eines von zehn Oberzentren des Landes Hessen. Mit über 100.000 Bürgern wurde Kassel 1899 zur Großstadt. Im Dezember 2012 waren es 192.874 Einwohner. Ungefähr 450.000 Personen leben im stadtregionalen Verdichtungsraum; im Regierungsbezirk und der Region Nordhessen liegt die Zahl bei rund einer Million.

Ab 1277 war Kassel Hauptstadt der Landgrafschaft Hessen, der Landgrafschaft Hessen-Kassel (von 1567 bis 1803) und des Kurfürstentums Hessen (bis 1866). Bis heute zeugen Residenzen und Schlösser davon, darunter insbesondere das Schloss Wilhelmshöhe im seit dem 23. Juni 2013 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählenden Bergpark. Mit der documenta beherbergt die Stadt alle fünf Jahre die weltweit bedeutendste Ausstellung für zeitgenössische Kunst; daher trägt Kassel seit März 1999 die amtliche Zusatzbezeichnung documenta-Stadt.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Blick von der Drahtbrücke über die Fulda in Richtung Schlagd

Kassel befindet sich etwa 70 Kilometer nordwestlich des geografischen Mittelpunkts von Deutschland. Nach Erfurt und Göttingen ist Kassel damit die dem geografischen Zentrum Deutschlands am drittnächsten gelegene Großstadt.

Die Stadt befindet sich in Nordhessen nahe der Grenzen zu Niedersachsen und Thüringen im so genannten Kasseler Becken, das im geomorphologischen Sinn kein Becken ist, sondern ein weit ausgedehnter Talkessel, in dem sich insbesondere im Bereich der Karls- und Fuldaaue eine weitläufige Flussniederung der Fulda befindet. Das Kasseler Becken ist Teil der Westhessischen Senke, die ihrerseits ein Teil der Mittelmeer-Mjösen-Zone ist.

In diesem Talkessel wird die Stadt von den etwas entfernten Langenbergen im Südwesten und dem Hohen Habichtswald im Westen (jeweils ein Bestandteil des Habichtswälder Berglandes) sowie von den südlichen Ausläufern des Reinhardswaldes (Teil des Weserberglandes) im Nordosten, dem Kaufunger Wald im Osten und der Söhre im Südosten und Süden (beides Teile des Fulda-Werra-Berglandes) eingerahmt. Diese fünf Mittelgebirge sind durch zwei nördlich und südlich der Stadt gelegene und in West-Ost-Richtung verlaufende Höhenrücken miteinander verbunden, so dass der Kasseler Talkessel – abgesehen vom Flusstal der Fulda, das diesen von Süd nach Nord durchschneidet – von Bergzügen umgeben ist.

In der Innenstadt bildet der Kasseler Graben mit Gesteinen des Muschelkalks durch Reliefumkehr einen auffälligen Höhenrücken (Weinberg).[3]

Da das Habichtswälder Bergland und die Westhessische Senke zum Westhessischen Bergland, das Weserbergland zum Niedersächsischen Bergland und das Fulda-Werra-Bergland zum Osthessischen Bergland gehört, befindet sich die Stadt an der unmittelbaren Nahtstelle dreier naturräumlicher Haupteinheitengruppen.

Die nächsten Großstädte sind – per Luftlinie/Straße gemessen – Hannover (ca. 120/164 Kilometer nördlich) und Göttingen (ca. 40/55 Kilometer nordöstlich) in Niedersachsen, Erfurt (ca. 115/185 Kilometer östlich) in Thüringen, Frankfurt am Main (ca. 150/193 Kilometer südlich) in Hessen sowie Siegen (ca. 115/165 Kilometer südwestlich), Hamm (ca. 122/153 Kilometer westlich), Dortmund (ca. 145/165 Kilometer westlich) und Paderborn (ca. 70/84 Kilometer nordwestlich von Kassel) in Nordrhein-Westfalen.

Kassel wird von der Fulda und den teils innerhalb des Stadtgebiets in diesen Fluss einmündenden Nebenflüssen und Bächen durchflossen, darunter sind Ahne, Drusel (im Unterlauf „Kleine Fulda“ genannt), Geile (im Unterlauf Döll genannt), Grunnelbach, Jungfernbach, Losse, Nieste und Wahle.

Kassels tiefste Stelle befindet sich im nordöstlichen Fuldatal auf 132,9 m ü. NN (Flusspegel etwas nördlich der Gaststätte Graue Katze); zieht man noch die Exklave Kragenhof in diesem Tal mit in Betracht, so befindet sich die tiefste Stelle der Stadt wenige Meter unterhalb der Staustufe an der Stadtgrenze zu Fuldatal-Wahnhausen auf nur noch 131,4 m ü. NN. Die Innenstadt liegt am Königsplatz 163 m und am Rathaus 169 m ü. NN hoch, und das Schloss Wilhelmshöhe steht auf etwa 285 m ü. NN Höhe.

Die höchste Stelle des Stadtgebiets befindet sich mit etwa 615 m ü. NN im Habichtswald am Hohen Gras.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Kassel ist in 23 Ortsbezirke eingeteilt, von denen jeder einen Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden hat. Die Ortsbeiräte werden alle fünf Jahre von der Bevölkerung der Ortsbezirke direkt gewählt. Der Ortsbeirat ist zu allen wichtigen Fragen, die den Ortsbezirk berühren, zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt jedoch der Kasseler Stadtverordnetenversammlung.

Beschriftetes Panorama von Kassel, aufgenommen vom Herkules

Neben den historisch gewachsenen Stadtteilen sind einige ehemals selbstständige Gemeinden und Gemarkungen nach Kassel eingemeindet worden. Die Grenzen dieser Stadtteile stimmen zum Teil nicht mit den Grenzen der 23 Ortsbezirke überein. Das Jahr der Eingemeindung findet sich in Klammern.

Stadtentwicklung durch Eingemeindungen seit 1899
Ortsbezirke Kassels und die angrenzenden Gemeinden
Kassel und die angrenzenden Regionen

Innerhalb der Kasseler Ortsbezirke gibt es zum Teil noch Siedlungen mit eigenen Namen, etwa Mulang, Marbachshöhe und Wahlershausen, die zum Ortsbezirk Bad Wilhelmshöhe gehören, die Exklave Kragenhof, die zum Ortsbezirk Wolfsanger-Hasenhecke gehört, Osterberg, der zum Ortsbezirk Jungfernkopf gehört, oder das Blücherviertel, das zum Ortsbezirk Unterneustadt gehört. Nicht als Ortsbezirk sondern als ortsbezirksfreies Gebiet zählt die Dönche, die sich als unbebautes Naturschutzgebiet im Südwesten von Kassel befindet.

Flächennutzung[Bearbeiten]

Das Gebiet der Stadt Kassel ist 106,798 km²[5] groß. Die Flächennutzung in Prozent (%) verteilt sich so:

Flächennutzung in % 1999[6] 2003 2009[5] 2010[7]
Gebäude- und Freiflächen 34,4 34,5 34,95 34,96
Waldgebiete 21,6 21,6 21,6 21,6
Landwirtschaft 17,3 17 15,96 15,89
Verkehr 12,9 13 12,92 12,92
Erholung 09,6 10 10,56 10,6
Wasser 02 02 02,10 02,11
andere Nutzung 01,8 01,5 01,48 01,48
Betriebsfläche 00,4 00,4 00,44 00,44

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

An die Stadt Kassel grenzen folgende Städte und Gemeinden (im Uhrzeigersinn beginnend im Norden): Ahnatal, Vellmar, Fuldatal, Staufenberg, Nieste, Niestetal, Kaufungen, Lohfelden, Fuldabrück, Baunatal, Schauenburg, Habichtswald. Davon wachsen Vellmar und Fuldatal im Norden, Kaufungen im Osten, Lohfelden im Südosten und Baunatal im Süden immer näher an das Stadtgebiet heran. Mit Ausnahme von Staufenberg, das Teil des Landkreises Göttingen in Niedersachsen ist, gehören alle Gemeinden zum Landkreis Kassel.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist in Kassel deutlich milder und wärmer als im umgebenden Mittelgebirge. Wegen der Talkessellage und den höher gelegenen Waldgebieten ist die Stadt gut vor Unwettern geschützt. Aufgrund der sich stauenden Luftmassen ist es in den tiefer gelegenen Stadtgebieten teilweise 3 bis 5 Grad wärmer als im Umland, insbesondere im Sommer.

In den Stadtrandbereichen des Kasseler Westens sind in den vergangenen Jahren natürliche Schneisen, die der mikroklimatischen Zirkulation und natürlichen Durchlüftung der Stadt dienen, verbaut worden. Auch gewerbliche Neubebauungen in den Nachbargemeinden, wie auf dem Rüsterberg in Niestetal (Gut Ellenbach) begünstigen die Aufheizung. Ähnliche Gefahren gehen von einer möglichen Erschließung am Langen Feld in Niederzwehren aus. Die Fulda als Gewässerraum mit Auen und Überschwemmungsgebieten, sowie Zuflüssen innerhalb des städtischen Einzugsgebietes bildet darüber hinaus einen sensiblen Ansatzpunkt zum Umgang mit nachhaltigem Naturschutz und nachhaltiger Entwicklung. Renatuierungsansätze, wie das dem Vogelschutz dienende Lossedelta sind im Rahmen der Umsetzung von EU-Richtlinien Projekte transitorischer Entwicklung. An der Universität Kassel werden dazu umfangreiche Untersuchungen im Rahmen des KLIMES-Forschungsvorhabens durchgeführt und evaluiert.[8]

Kassel
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
54
 
3
-2
 
 
40
 
4
-2
 
 
51
 
9
2
 
 
45
 
13
4
 
 
64
 
18
8
 
 
76
 
20
11
 
 
64
 
23
13
 
 
57
 
23
13
 
 
57
 
18
10
 
 
52
 
13
6
 
 
59
 
7
2
 
 
67
 
4
0
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: DWD, Daten: 1971–2000[9]; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kassel
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,8 4,2 8,7 12,8 17,9 20,3 22,6 22,8 18,4 13,0 6,7 3,9 Ø 12,9
Min. Temperatur (°C) −1,5 −1,5 1,5 3,9 8,1 11,0 13,0 12,7 9,8 5,9 2,1 −0,2 Ø 5,4
Niederschlag (mm) 53,5 40,0 51,3 44,8 64,3 76,0 64,4 56,6 57,1 51,8 59,3 67,0 Σ 686,1
Sonnenstunden (h/d) 1,2 2,3 3,5 4,8 6,3 6,1 6,3 6,1 4,4 3,2 1,5 1,0 Ø 3,9
Regentage (d) 10,7 8,4 11,3 9,3 9,8 11,0 9,2 8,8 9,3 9,3 10,9 12,5 Σ 120,5
Luftfeuchtigkeit (%) 84 80 75 70 69 70 70 72 78 82 84 85 Ø 76,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,8
−1,5
4,2
−1,5
8,7
1,5
12,8
3,9
17,9
8,1
20,3
11,0
22,6
13,0
22,8
12,7
18,4
9,8
13,0
5,9
6,7
2,1
3,9
−0,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
53,5
40,0
51,3
44,8
64,3
76,0
64,4
56,6
57,1
51,8
59,3
67,0
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD, Daten: 1971–2000[9]; wetterkontor.de

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Kassel
Wappen der hessischen Landgrafen
Stadtplan Kassels von Matthäus Merian, 1648
Landgrafenschloss Kassel, 1770
Die Enthüllung des Denkmals Landgraf Friedrichs I. Gemälde von Johann Heinrich Tischbein dem Älteren, 1783.

Name der Stadt[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung des Königshofes Kassel, damals unter dem Namen Chassalla bzw. Chassella, findet sich auf zwei Urkunden des deutschen Königs Konrad I. aus dem Jahr 913.

Historisch wurde Kassel auch bei seinem lateinischen Namen genannt: Castellum.[10]

Erste Siedlungsspuren und Stadtgründung[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Kassels geht auf das Jahr 913 zurück. Bei Ausgrabungen im Bereich des Altmarkts stieß man jedoch auf ältere Funde, die während der Bauvorarbeiten für das Ende 2008 fertiggestellte Finanzzentrum (FIZ) archäologisch gesichert wurden. Diese verdeutlichten, dass es in dem Bereich der Niederung an der heutigen Schlagd schon vorchristliche Siedlungen gegeben haben muss. Diese Funde sind einer Tiefgarage an derselben Stelle gewichen.

Die urkundliche Erwähnung allerdings ist der erste schriftliche Beleg für die Existenz Kassels und damit der Beweis, dass die Stadt auf eine mehr als tausendjährige Entwicklung zurückblicken kann. Zunächst konnte man jedoch nicht von einer Stadt sprechen. Vielmehr stand an der Stelle des heutigen Regierungspräsidiums eine Befestigungsanlage, in deren Schutz sich in den nächsten Jahrhunderten eine Siedlung entwickelte, deren geringe Ausdehnung man heute noch an dem Straßenzug „Graben“ ablesen kann. Der ehemalige fränkische Königshof, von dessen Namen Chassalla sich auch der Stadtname ableitet, wurde um 1150 als Residenz der Grafen des fränkischen Hessengaus, d. h. der Grafschaft Maden bzw. Gudensberg, ausgebaut.

Zwischen 1140 und 1148 gründeten Heinrich Raspe und seine Mutter Hedwig von Gudensberg das Prämonstratenserinnenstift auf dem Ahnaberg am Nordrand der damaligen Siedlung, das Kloster Ahnaberg. Hof, Kloster und Siedlung wurden schon bald ummauert, und bereits vor 1189 erlangte Kassel das Stadtrecht. Zwar ging die zugehörige Handfeste verloren, doch wurden die darin verbrieften Rechte der Ratsbeamten und Bürger Kassels 1239 von Landgraf Hermann dem Jüngeren von Thüringen bestätigt.[11]

Mittelalter[Bearbeiten]

1189 war Kassel erstmals als Stadt im heutigen Sinne bezeugt. Nach dem Ende der ludowingischen Epoche erhielt zunächst die Brabanter Linie der Herzogin Sophie die Unabhängigkeit gegenüber den Wettinern in Sachsen und festigte damit die engen Beziehungen des Landgrafentums Hessens zu Holland.

1239 erneuerte Landgraf Hermann II. der Jüngere von Thüringen einige Stadtrechte,[12] und 1277 wurde Kassel die Hauptresidenz des ersten hessischen Landgrafen Heinrich I. der neugeschaffenen Landgrafschaft Hessen.

16. bis 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Anfang des 16. Jahrhunderts entwickelte sich Landgraf Philipp zu einem wichtigen Protagonisten der Reformation. Entscheidend prägte Landgraf Karl das Stadtbild ab 1700 durch seine ambitionierten barocken Bauprojekte, wie die Karlsaue oder den Herkules. Im Siebenjährigen Krieg wechselte die Stadt mehrfach zwischen britisch-deutschen Alliierten und Franzosen, die auf Seiten der Habsburgerin Maria Theresia kämpften. Die Messe Kassel wurde 1763 gegründet.

Die Oberneustadt beruht auf Plänen des Hofarchitekten Simon Louis du Ry, der Kassel zur Residenzstadt umgestaltete und Friedrichsplatz und Königsplatz anlegte, des Weiteren wurden Verwaltungs- und Kulturbauten sowie klassizistische Geschäftsgebäude errichtet.

Kurz nachdem der Landgraf von Hessen-Kassel 1803 zum Kurfürsten geworden war, besetzten 1806 napoléonische Truppen die Stadt und machten Kassel bis 1813 zur Hauptstadt des neu gegründeten Königreichs Westfalen und Residenz von Napoleons Bruder Jérôme.

19. Jahrhundert bis Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Generalstabsplan der Region um Cassel vor Beginn der Industrialisierung, 1835

Im frühen 19. Jahrhundert bildete sich in Kassel mit Personen wie Achim von Arnim, Clemens Brentano und den Brüder Grimm ein Kreis der Romantiker. Am Kasseler Polytechnikum arbeiteten Chemiker wie Friedrich Wöhler und Robert Bunsen, die Industrialisierung machte Kassel von der Residenzstadt zum bedeutenden Industriestandort. Kurhessen verlor nach dem Deutschen Krieg von 1866 seine Unabhängigkeit und wurde gemeinsam mit dem Königreich Hannover von Preußen annektiert, fortan verbrachte die Familie des Kaisers die Sommermonate in Kassel. Bis zur Jahrhundertwende entstanden großzügige Wohnquartiere, bald wurde die 100.000 Einwohnermarke in der Kernstadt überschritten, es folgten noch Eingemeindungen. Zwischen 1920 und 1925 war Philipp Scheidemann Oberbürgermeister der Stadt Kassel.

Wenngleich 1933 der „Reichskriegertag“ in Kassel abgehalten wird, spielt die Stadt unter den Nationalsozialisten keine besondere Rolle. In Geschichte und Gegenwart der Stadt finden sich diesbezüglich keine herausragenden Schnittstellen. Angehörige von SA und SS beginnen am Abend des 7. November 1938 die Kasseler Synagoge und andere jüdische Einrichtungen in Kassel zu verwüsten. Sie treten in Zivilkleidung auf um einen „Volkszorn“ zu mimen, zwei Tage vor dem 9. November, dessen Pogrome als Novemberpogrome in die deutsche Geschichte eingehen sollten. Seit den frühen 1930er Jahren kann die Stadt als größtenteils gleichgeschaltet gelten. Der Widerstand beschränkte sich auf einige wenige antifaschistische Gruppen. Nach den Pogromen der Reichskristallnacht kam es zu Deportationen jüdischer Mitbürger vom Kasseler Hauptbahnhof aus.

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs zerstörten mehrere Luftangriffe weite Teile der Altstadt und der weiteren städtischen Bebauung und forderten viele Menschenleben. Das schwerste Bombardement erlebte die Stadt am 22. Oktober 1943. In dieser Nacht starben über 10.000 Menschen und 80 % der Wohnhäuser wurden zerstört. Weil Kassel, insbesondere in den Altstadtbereichen, eine Stadt mit vielen Fachwerkhäusern war, wurde sie zum perfekten Ziel von Brandbombenangriffen im Rahmen der britischen Moral-bombing-Offensive. Durch den gezielten Massenabwurf von Phosphor- und Stabbrandbomben entstand durch das in Brand gesetzte Holz ein Feuersturm wie in Dresden, Hamburg, Pforzheim und Darmstadt.

Nachkriegszeit bis zur deutschen Einheit[Bearbeiten]

Die Bewerbung Kassels 1949 als neue Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland war nicht erfolgreich. Neben Kassel hatten sich auch die Städte Bonn, Frankfurt am Main und Stuttgart um den Regierungssitz beworben. Einer der Hauptgründe, den die eigens zur Prüfung der vier Bewerber gebildete Kommission in ihrem Abschlussbericht für den Parlamentarischen Rat anführte, war die exponierte Lage Kassels an der damaligen innerdeutschen Grenze.[13] Kassel wurde dafür aber 1953 Sitz sowohl des Bundesarbeitsgerichts als auch des Bundessozialgerichts, ersteres musste die Stadt später einigungsbedingt an Erfurt abtreten.

Der Wiederaufbau der Stadt wurde nach Plänen, die aus der Zeit des Nationalsozialismus stammten und nach Vorstellungen der „autogerechten Stadt“ umgesetzt. Unter anderem entstand mit dem Innenstadtring ein Straßenring um die Innenstadt. Pferdemarkt und Entenanger wurden neu erbaut

Mit der am 9. November 1953 eröffneten Treppenstraße wurde die erste Fußgängerzone der Bundesrepublik Deutschland angelegt. Als Begleitprogramm zur Bundesgartenschau von 1955 wurde von Arnold Bode die „documenta“ initiiert, die sich seitdem zu der weltweit bedeutendsten Ausstellung moderner Kunst entwickelt hat.

360°-Panorama – aufgenommen vom Turm der Lutherkirche
Ehemaliges Gelände der Fa. Gottschalk & Co. zwischen alter Henschelei (heutige Universität Kassel) und Mombachstraße/Nordstadtpark
„Elefantenrüssel“ auf dem Königsplatz des Nachts

Zwischen 1980 und 1982 wurde unter dem Begriff documenta urbana zu Demonstrations- und Ausstellungszwecken eine Siedlung im Südwesten Kassels erbaut.

Seit 1990[Bearbeiten]

Seit den 1990er Jahren wurde die Unterneustadt, die nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nicht wiederaufgebaut worden war, neu bebaut. Seit 2013 zählt der Bergpark zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Blick auf die Innenstadt zwischen Schöner Aussicht und Möncheberg vom östlichen Ufer der Fulda am Waldauer Fußweg

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Blick vom Bergpark Wilhelmshöhe am Neuen Wasserfall nach Kassel-Kirchditmold (mit Kirche; im Hintergrund der Kaufunger Wald; nach NO; 7. Dezember 2003)

Ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen, die nach Kassel eingegliedert wurden:

Jahr Orte Zuwachs in ha
1. April 1899 Wehlheiden 372
1. April 1906 Wahlershausen, Kirchditmold, Rothenditmold, Bettenhausen 1770
4. Januar 1926 Gutsbezirk Fasanenhof 142
15. November 1928 Gutsbezirk Oberförsterei Kirchditmold, Wilhelmshöhe,
Kragenhof, Oberförsterei Elend
2968
1936 Waldau, Niederzwehren, Oberzwehren, Nordshausen,
Harleshausen, Wolfsanger
2483

Während viele andere deutsche Großstädte ihre Bevölkerungszahl durch den Neuzuschnitt der kommunalen Grenzen vergrößern konnten, gab es im Zuge der Gebietsreform in Hessen in den 1970er-Jahren keine Eingemeindungen in die Stadt Kassel, so scheiterte eine Eingemeindung von Lohfelden am Widerstand der dortigen Gemeinde.[14] Das Kasseler Stadtgebiet hat bis heute die Grenzen von 1936, sodass sich der Verlauf der Einwohnerzahl unverfälscht auf das gleiche Gebiet bezieht.

Die selbständigen Nachbargemeinden profitierten vom Standort, nicht zuletzt weil dessen Siedlungs- und Gewerbeflächen nahtlos an Kassel übergehen. Als Kompensation musste Lohfelden 1975 Gemarkungen im Industriegebiet abtreten,[15] die Stadt Kassel wiederum ermöglichte der Gemeinde die gemeinsame Erschließung des Grenzgebiets.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung der Stadt Kassel seit 1670

1899 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000 Einwohnern, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1939 verdoppelte sich diese Zahl auf 216.000, was den historischen Höchststand bedeutete. Ende Juni 2005 lebten in Kassel nach Fortschreibung des Hessischen Statistischen Landesamtes 194.176 Menschen mit Hauptwohnsitz. Das Regierungspräsidium Kassel, Abteilung Regionalplanung, rechnet bis 2020 mit einem Rückgang der Bevölkerungszahl auf 175.000.

Ausländeranteil[Bearbeiten]

In Kassel leben ca. 24.125 Ausländer (Daten von 2010), beachtenswert ist die große eritreische Gemeinde. Der Anteil aller Ausländer an der Gesamtbevölkerung beträgt 12,5 % und liegt damit über dem Durchschnitt von etwa acht Prozent in Deutschland. Da allerdings generell ausländische Mitbürger wesentlich häufiger in Großstädten über 100.000 Einwohnern leben als deutsche Staatsangehörige (47 % zu 29 % der jeweiligen Bevölkerungsgruppe), ist der Ausländeranteil bezogen auf Städte dieser Größenordnung (etwa 15 % Ausländeranteil in Westdeutschland) unterdurchschnittlich.

Die Verteilung auf das Stadtgebiet ist sehr unterschiedlich. So beträgt der Ausländeranteil im Jungfernkopf 3,9 % und in der Nordstadt 32,4 %.

Lebensqualität[Bearbeiten]

Bei einem Ranking im Auftrag der Wirtschaftswoche und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erreichte Kassel 2011 den ersten Platz in einem sogenannten „Dynamikranking“ der 50 größten deutschen Städte. Ausschlaggebend war dabei der Anstieg der Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, der Rückgang der Arbeitslosenquote und der Anstieg des durchschnittlich verfügbaren Einkommens in Kassel. Die Untersuchung stützte sich auf 91 Indikatoren, unter anderem aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Daten des Statistischen Bundesamtes oder der Bundesagentur für Arbeit. In der Kategorie Lebensqualität erreichte Kassel dabei Platz drei. Entscheidend waren dabei Indikatoren wie die Erreichbarkeit von Autobahnen, die Ärztedichte, die Kita-Betreuungsquote und die Anzahl der Erholungsgebiete.[16]

Religion und Kirchen[Bearbeiten]

Die Karlskirche im Zentrum der Oberneustadt von Paul du Ry
Der Turm der Lutherkirche von 1897
Die Friedenskirche im Vorderen Westen vom Bebelplatz

Christentum[Bearbeiten]

Kassel gehörte vor der Reformation zum Erzbistum Mainz. 1526 leitete Landgraf Philipp in Hessen die Reformation ein. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts verordnete der Landgraf von Hessen-Kassel, Moritz der Gelehrte, das reformierte Bekenntnis. Die Kirchenverwaltung der (reformierten) Kirche in Hessen befand sich in Kassel, doch wurden später innerhalb des Landes Hessen-Kassel weitere Konsistorien (Kirchenverwaltungsbehörden) eingerichtet (1704 in Marburg, später auch in Hanau). Die Kasseler Behörde verwaltete die reformierten Gemeinden. Ab 1731 wurde den Lutheranern ein eigener Gottesdienst und ein eigener Geistlicher zugestanden, weil sich Hessen seinerzeit mit dem lutherischen Schweden verbündet hatte. Erst nach dem Übergang des Kurfürstentums Hessen an Preußen (1866) wurde 1873 ein einheitliches Konsistorium für den gesamten Regierungsbezirk Kassel innerhalb der Provinz Hessen-Nassau eingerichtet (dagegen richtete sich die Hessische Renitenz). 1907 kam es in der Folge von Predigten des Evangelisten Heinrich Dallmeyer zu einer Erweckungsbewegung, deren Auswüchse zur Ablehnung der aufkommenden Pfingstbewegung durch die evangelikale Gemeinschaftsbewegung führt (dazu Berliner Erklärung und Kasseler Erklärung). Die später mit „Evangelische Landeskirche in Hessen-Kassel“ benannte Kirche vereinigte sich 1934 mit der Evangelischen Landeskirche in Waldeck zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Innerhalb dieser Landeskirche gehören die Kirchengemeinden Kassels – sofern sie nicht zu einer Freikirche gehören – zu den Kirchenkreisen Kassel-Mitte, Kassel-Ost und Kassel-West (ab 1. Januar 2005: Stadtkirchenkreis Kassel) des Sprengels Kassel. Der Schwesternorden der mennonitischen Diakonissen besteht seit 1947, allerdings mit rückläufiger Ordination.

Die neue apostolische Gemeinde Cassel wurde am 1. Februar 1900 gegründet und bezog ihr erstes gemietetes Lokal in der Gießbergstraße 5. Dieses Lokal diente fortan als Versammlungsstätte der stetig wachsenden Zahl der Gläubigen und Gäste. Die Neuapostolische Kirche im Kirchenbezirk Kassel umfasst derzeit fünf Stadtgemeinden und zehn Gemeinden in der Region mit insgesamt über 2.000 Mitgliedern.

Eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) gibt es in Kassel seit 1847. Heute sind im Kasseler Stadtgebiet drei Baptistengemeinden mit insgesamt 550 getauften Mitgliedern tätig. Sie gehören zur Evangelisch-Freikirchlichen Vereinigung Hessen-Siegerland. In Kassel befindet sich der Verlag der deutschen Baptisten, der – nach seinem Gründer benannt – als J. G. Oncken Nachf. GmbH firmiert.

Seit 1910 besteht die Freie evangelische Gemeinde in Kassel. Die Urgemeinde ist in Wilhelmshöhe in der Kurhausstraße ansässig. Im Jahr 2000 kam eine zweite in der Sandershäuser Straße in Bettenhausen hinzu. Beide gehören zum Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland.

1873 wurde die evangelisch-lutherische St. Michaelisgemeinde gegründet. Sie und weitere Kirchengemeinden traten aus Protest gegen das unierte Konsistorium in Kassel aus der Landeskirche aus und schlossen sich zur Renitenten Kirche ungeänderter Augsburger Konfession in Hessen zusammen. Heute gehört die etwa 300 Mitglieder große Kirchengemeinde als altkonfessionelle Freikirche zum Kirchenbezirk Hessen-Nord der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Die Kirche wird auch als Althessische Kirche bezeichnet.

Neben diesen gibt es noch die Evangelisch-methodistische Kirche und eine unitarische Gemeinde in Kassel.

Nachdem sich reformationsbedingt alle katholischen Gemeinden in Kassel aufgelöst hatten, gibt es seit 1731 wieder römisch-katholische Gemeindeglieder in Kassel. Ab 1776 wurden wieder Gottesdienste zugelassen, zumal der damalige Landgraf Friedrich II. selbst römisch-katholisch geworden war. Der Anteil der römischen Katholiken vergrößerte sich danach stets, so dass sich bald wieder eigenständige Kirchengemeinden bildeten. Diese gehören seit 1821 zum Bistum Fulda. Innerhalb dieser Diözese gehören sie heute zum Dekanat Kassel-Hofgeismar.

Die alt-katholische Gemeinde, die nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem für die heimatvertriebenen Alt-Katholiken aus dem Sudetenland (Bistum Warnsdorf) gegründet wurde, hat im Vorderen Westen ihr Gemeindezentrum. Als Diaspora-Gemeinde erstreckt sie sich über ganz Nordhessen und den westlichen Teil Thüringens.

In Kassel bestehen darüber hinaus auch einige orthodoxe Kirchengemeinden. Darunter eine rum-orthodoxe, eine russisch-orthodoxe (Gemeinde zu Ehren der Heiligen Neumärtyrer Russlands) sowie eine serbisch-orthodoxe Gemeinde. Die Gottesdienste der russisch- und der serbisch-orthodoxen Gemeinde werden in der altkatholischen Kirche gefeiert.

In Kassel gibt es außerdem mehrere Versammlungen der Zeugen Jehovas sowie eine Gemeinde der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen).

Islam[Bearbeiten]

Bereits seit den 1960er Jahren besteht eine große Anzahl kleiner Gebetshäuser für die islamische Bevölkerung und die Vielzahl der einzelnen Strömungen. Eine der ältesten Gemeinden ist die der DİTİB Stadtmoschee (Merkez Camii) in der Nordstadt. Sie beherbergt einen Gebetsraum, eine Teestube und einen Garten. Ein größerer Neubau befindet sich seit 2008 auf dem Gelände der Graf-Haeseler-Kaserne in Niederzwehren. Ebenfalls im Jahr 2008 legte Oberbürgermeister Bertram Hilgen den Grundstein für die Mevlana Moschee Kassel-Mattenberg für etwa 300 Gläubige in der Mattenbergsiedlung. Dem Projekt, das dem Rathaus im Jahr 2001 vorgelegt worden war, war eine kontroverse Debatte vorausgegangen.[17] Der Projektneubau feierte im Sommer 2010 Richtfest und ist mittlerweile nahezu abgeschlossen. In Kassel gibt es auch eine Gemeinde der Aleviten.

Judentum[Bearbeiten]

Die neue Synagoge an der Mosenthalstraße

Seit dem Mittelalter ist eine jüdische Gemeinde in Kassel nachgewiesen. Sie war über Jahrhunderte integraler Bestandteil der Gesellschaft und bestand ununterbrochen bis in die 1930er Jahre, als die Barbarei der Nationalsozialisten auch in Kassel das jüdische Leben nahezu beendete. Die Zerstörung jüdischer Glaubenseinrichtungen in der Stadt begann bereits am 7. November 1938, durch in Zivil gekleidete SA- und SS-Angehörige, zwei Tage vor den Pogromen der Reichskristallnacht.

Von 2301 Menschen jüdischen Glaubens (1933) gründeten etwa noch 300 Menschen die Gemeinde nach dem Ende der NS-Diktatur neu. Durch starke Zuwanderung in den 1990er Jahren ist die Gemeinde wieder auf etwa 1300 Gemeindemitglieder angewachsen (Stand: 2006). Seit dem Jahr 2000 wurde der Neubau der Synagoge unweit des Standorts der alten Synagoge in der Unteren Königsstraße nach der Federführung und den Plänen Alfred Jacobys fertiggestellt und am 28. Mai 2000 eingeweiht. Sie befindet sich in etwa in dem Bereich der ehemaligen Altstadt, welche am Rande der Stadtmauer unweit des Holländischen Tors nach Norden lag und seit dem Mittelalter als jüdisches Viertel galt.

Politik[Bearbeiten]

Das Rathaus in der Oberen Königsstraße
Büste Carl Schomburgs, Oberbürgermeister und Vorsitzender des kurhessischen Landtags 1821–1841

Die kreisfreie Stadt Kassel wird seit dem 1. April 2006 von einer Koalition aus SPD und Grünen regiert.

Der Verwaltungsaufbau der Stadt Kassel richtet sich nach der Hessischen Gemeindeordnung. Danach besteht die Stadtverordnetenversammlung als oberstes Organ der kommunalen Selbstverwaltung aus 71 von den Bürgern der Stadt gewählten Stadtverordneten.

Der Magistrat als ausführendes Organ besorgt die laufende Verwaltung der Stadt und besteht aus dreizehn ehrenamtlichen und fünf hauptamtlichen Stadträten, von denen der Oberbürgermeister den Vorsitz innehat. Die Stadt Kassel ist in 23 Ortsbezirke unterteilt, deren Bürger jeweils einen Ortsbeirat wählen. Der Ortsbeirat wiederum wählt aus seiner Mitte einen Ortsvorsteher.

Historisch stand an der Spitze der Stadt Kassel der Rat. Die Bürgermeister vertraten die Gemeinde gegenüber dem Rat. Die Zahl der Bürgermeister schwankte zwischen vier und acht. Sie wurden von den Zünften und der übrigen Bürgerschaft bestellt. Die Bürgermeister hatten Sitz und Stimme im Rat und überwachten das Finanz- und Steuerwesen der Stadt. Im Königreich Westphalen standen ein Maire und ein Munizipalrat nach französischem Vorbild an der Spitze der Stadt. In kurhessischer Zeit trat 1834 die hessische Gemeindeordnung in Kraft. Danach hatte Kassel einen Oberbürgermeister und einen Bürgermeister als leitenden und vollziehenden Beamten neben der Stadtverordnetenversammlung als mitverwaltende Instanz.

Kassel gehört bei Bundestagswahlen zum Bundestagswahlkreis Kassel, bei Landtagswahlen ist die Stadt in die Wahlkreise Kassel-Stadt I und Kassel-Stadt II aufgeteilt.

Stadtoberhäupter[Bearbeiten]

Oberbürgermeister der Stadt Kassel ist seit dem 22. Juli 2005 Bertram Hilgen (SPD).

(seit 1821)

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt und besteht in Kassel aus den Stadtverordneten, die in Fraktionen organisiert sind. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre bei der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Wählen darf, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und Deutscher Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes oder Staatsangehöriger eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Für alle gilt, dass sie seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet sein müssen.

Bei der Kommunalwahl am 27. März 2011 wurden die 71 Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung und der 23 Ortsbeiräte für die Stadt Kassel für die Wahlzeit vom 1. April 2011 bis 31. März 2016 gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Der hessische Löwe und das Wappen an der Eingangstreppe des Kasseler Rathauses

Blasonierung: „In Blau ein silberner Schrägbalken, oben begleitet von sechs (2:4 gestellten) und unten von sieben (4:3 gestellten) schräggestellten, silbernen Kleeblättern.“ Die Stadtfarben sind Blau und Weiß.

Symbolik: Die Kleeblätter als Stadtzeichen sind schon seit dem 14. Jahrhundert als Wasserzeichen in Papier nachweisbar. Der Schrägbalken, der früher auch als Wellenbalken zu sehen war, ist ebenfalls seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar und bezieht sich wohl auf die Lage an der Fulda, weshalb man von einem „redenden“ Wappen spricht. Warum gerade 13 Kleeblätter abgebildet sind, lässt sich historisch nicht eindeutig belegen, ebenso wenig wie die Bedeutung der Kleeblätter. Einige Experten sind der Meinung, der silberne Balken symbolisiere die Fulda, die sechs im oberen und sieben im unteren Teil des Wappens enthaltenen Kleeblätter repräsentierten die Zahl der Ratsherren auf den jeweiligen Seiten des Flusses. Eine andere Lesart, die Kasseler Schüler früher lernten, besagt, dass die Kleeblätter Fischerhäuser links und rechts der Fulda symbolisierten. Bisher nicht anerkannte Forschungen gehen auch davon aus, dass es sich bei den Kleeblättern um die abstrahierte Darstellung von Rautengewächsen handeln könnte.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kassel unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:[18]

Zudem ist Kassel Mitglied des Bundes der europäischen Napoleonstädte.

Finanzen[Bearbeiten]

Kassel gehört zu den am höchsten verschuldeten Städten Hessens.[19] Neben Darmstadt und Offenbach am Main gehört Kassel zu den drei kreisfreien Städten, die aufgrund ihrer schlechten Finanzlage berechtigt sind, am Kommunalen Schutzschirm des Landes Hessen teilzunehmen.[20]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater und Museen[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Bereits im 16. Jahrhundert lassen sich Auftritte englischer Schauspielgruppen am Kasseler Hof nachweisen. Unter Landgraf Moritz wurde 1605 das Ottoneum vollendet, das als erstes feststehendes Theatergebäude Deutschlands gilt. Moritz erhoffte sich eine Reform des deutschen Schauspiels, die allerdings ausblieb. Der Schwerpunkt blieb weiterhin beim englischen Lustspiel. Mit Beginn des Dreißigjährigen Kriegs kam der Theaterbetrieb 1621 in Kassel zum Erliegen. Erst Landgraf Karl ließ das ehemalige Ballhaus am Stadtschloss zum Komödienhaus umbauen, nachdem auch der Marstall des Schlosses gelegentlich für Opern und Komödien genutzt wurde. 1769 erhielt Kassel sein erstes Opernhaus. Es entstand aus dem von Landgraf Friedrich II. angeregten Umbau eines fürstlichen Palais am heutigen Opernplatz. 1909 wurde an der südöstlichen Seite des Friedrichsplatzes ein monumentaler, eklektizistischer Neubau errichtet, der während der Luftangriffe im Oktober 1943 schwer beschädigt und in den frühen Nachkriegsjahren abgerissen wurde. Der Folgebau trägt eine längere Geschichte, sollte doch zunächst ein Neuentwurf durch den Wettbewerbsgewinner Hans Scharoun umgesetzt werden, der sich städtebaulich an der alten Bebauung des Platzes orientiert hätte. Stattdessen wurde dieses Vorhaben verworfen und bis 1959 durch den Neubau Paul Bodes abgelöst. Der Intendant des Staatstheaters Kassel ist Thomas Bockelmann. Das Orchester des Staatstheaters gilt als eines der ältesten Deutschlands und findet seine erste Erwähnung 1502 als Hofkapelle.

Neben dem Staatstheater gibt es in Kassel zahlreiche Kleinkunstbühnen und Laientheater.

Museen, Galerien und Ausstellungen[Bearbeiten]

Hessisches Landesmuseum am Wilhelmshöher Tor
Hauptartikel: Museen in Kassel

Die Stadt Kassel verfügt über eine Anzahl von bedeutenden Museen und Galerien. Grundlage der heutigen Museumslandschaft in Kassel waren die Sammlungen der Landgrafen und Kurfürsten von Hessen-Kassel der Staatlichen Museen und Schlösser und Gärten. Das Fridericianum, am heutigen Friedrichsplatz, gilt als der erste öffentliche Museumsbau auf dem europäischen Kontinent und ist derzeit unter der Leitung von Rein Wolfs als Kunsthalle Fridericianum mit einer bedeutenden Reputation zeitgenössischer Arbeiten ausgestattet. Das benachbarte Ottoneum beherbergt als erster feststehender Theaterbau Deutschlands heute die naturkundlichen Sammlungen. Am Ständeplatz befindet sich das Stadtmuseum Kassel, das nach einem Umbau und Neukonzeption 2014[21] wiedereröffnet werden soll. Daneben befindet sich als erstes Parlament Deutschlands das Ständehaus.

Die 1992 erbaute documenta-Halle wird für wechselnde Veranstaltungen – etwa der jährlichen Vorstellungen der Examens- und Meisterarbeiten der Kunsthochschule Kassel – genutzt. Im Vorderen Westen gibt es den Kunsttempel als temporären Ausstellungsraum unterschiedlicher privater Stiftungen und den Werkstatt e. V. als Literatureinrichtung. Zudem gibt es den 1835 gegründeten Kasseler Kunstverein.

Das Gros der anderen Gebäude und Ausstellungen ist seit der Bildung der museumslandschaft hessen-kassel derzeit im Umbau und daher bis auf weiteres nicht zugänglich.

In Rothenditmold befinden sich das Technik-Museum Kassel und das Henschel-Museum. In Bettenhausen und der nördlichen Innenstadt gibt es kleinere private Ausstellungsflächen.

Vom 2. Oktober 2012 bis 18. Februar 2013 fand an zahlreichen frei zugänglichen Orten in der Innenstadt die Ausstellung Alles unter dem Himmel gehört allen statt. Nach Angaben der Veranstalter handelte es sich um die „bisher größte Übersee-Ausstellung chinesischer Kunst im öffentlichen Raum und zugleich die größte Kunstausstellung, die im Rahmen des Chinesischen Kulturjahrs in Deutschland 2012 stattfindet.“

documenta[Bearbeiten]

Hauptartikel: documenta

Seit 1955 findet in einem fünfjährigen Turnus die Weltkunstausstellung documenta statt. Sie wurde von dem ehemaligen Professor an der Kasseler Werkkunstschule, Arnold Bode initiiert. Die erste documenta bildete den Anspruch die während der Zeit des deutschen Faschismus zwischen 1933 und 1945 als „entartet“ diffamierte Kunst der Moderne wieder der Öffentlichkeit vorzustellen. Seither bilden Kunst, Ausstellung und Stadt eine engverwobene Symbiose. Die Präsenz und das Wirken der seitherigen Ausstellungen sind im Stadtbild und der Gesellschaft fest verankert, auch wenn jede einzelne Ausstellung für sich ihren eigenen Charakter mit sich gebracht hat und einer fortdauernden Rezeption unterliegt. Die emanzipative, aufklärende Funktion kommt dabei den an den Ausstellungen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern in gleichem Maße zu, wie der jeweiligen Ausrichtung und Leitung der Einzelausstellungen. So wie unter dem Kuratorium Catherine Davids zur documenta X (1997) insbesondere die Schwierigkeit der Rolle der Medien innerhalb pluralistischer Gesellschaft thematisiert wurde, findet sich diesbezüglich die Rezeption als nicht abgeschlossen fortgesetzt. Ebenfalls das Werk und Wirken Joseph Beuys’ als Einzelkünstler und in Hinsicht auf seine politische und sozial-gesellschaftliche Wertschätzung und Bedeutung. Insbesondere innerhalb der Diskussion um Form, Auftreten und Anspruch heutiger, aktueller Kunst kommt der documenta seit der vergangenen Ausstellung, einer retrospektiv-konzeptionellen Momenterscheinung unter der Leitung von Roger M. Buergel, eine schwierige und umfassende Funktion zu. Die Fragen von Metropolitanität, Komplexität und Einfachheit, Zeit und Richtung sind diejenigen, die sich für die kommende Ausstellung ergeben und Antworten an anderer stellen. Die dOCUMENTA (13) fand zwischen dem 9. Juni und dem 16. September 2012 statt, Kuratorin war Carolyn Christov-Bakargiev.

Musik[Bearbeiten]

Kassel verfügt über beachtliche private sowie staatlich geförderte Musikeinrichtungen. Als Beispiele sind zu nennen: das Staatsorchester Kassel am Staatstheater Kassel, das Heeresmusikkorps 2, der Bärenreiter-Verlag, die Musikakademie der Stadt Kassel und das Deutsche Musikgeschichtliche Archiv. Als kulturell bedeutsame Einrichtungen sind das vor wenigen Jahren privat initiierte Spohr Museum und die Internationale Heinrich-Schütz-Gesellschaft zu nennen. Daneben existieren im Bereich der Musikveranstaltungen die staatlich geförderte Musikschule Kassel e. V., der Kammermusikverein, das Musikzentrum im Kutscherhaus (MiK), das Dock 4, das Kulturzentrum Schlachthof, der Förderverein Kasseler Jazzmusik, das Rockbüro Kassel, die Drum & Brass Band Kassel 1967 g. V., der Musikbunker, der Förderverein für Musik und Kultur e. V., die Kantorei Kirchditmold, der Kasseler Bachchor, das Collegium Vocale an St. Marien, Kassel, das Jugendsinfonieorchester Kassel e. V. und andere.

Bauwerke[Bearbeiten]

Wenngleich aufgrund der Kriegszerstörung und der Nachkriegs-Stadtplanung kein geschlossenes historisches Stadtbild mehr existiert, so hat die Stadt aufgrund der Bedeutung als ehemalige Residenzstadt zahlreiche historische Gebäude vieler Epochen, die auch städtebauliche Dominanten sind, darunter:

Die evangelische Brüderkirche ist das älteste Kirchengebäude der Stadt. Im Gebiet der Innenstadt befinden sich weitere historische Baudenkmäler. Zusammen mit dem Renthof und dem Rondell, Martinskirche mit den markanten Türmen der frühen Nachkriegszeit, Ottoneum, Marstall, Ruine des Zeughauses, Karlshospital, Druselturm, Ruine der Garnisonkirche, vereinfacht wiederaufgebaute Karlskirche, Fridericianum mit Zwehrenturm (zeitweilig als Sternwarte genutzt), Altan des ehemaligen Roten Palais, Kirchturm der alten Lutherkirche mit modernem Beton-Neubau und umgebenden Grabdenkmälern des Altstädter Friedhofs.

Im Stadtteil Vorderer Westen finden sich eindrucksvolle Jugendstil-Gebäude; dabei handelt es sich zumeist um Mietswohnhäuser mit vielfältig gestalteten Fassaden, vergleichbar mit einigen Quartieren in der Südstadt. Die an die Innenstadt angrenzenden Arbeiterquartiere in der Nordstadt und im Wesertor bilden ebenso anschauliche Relikte wie die Werksiedlungen der Gründerzeit und der Frühmoderne auf dem Rothenberg von Otto Haesler.

Die Architektur der 1950er-Jahre ist mit zahlreichen Gebäuden vertreten und gilt als modernes Gesamtdenkmal, so auszugsweise das Kopfgebäude des Hauptbahnhofs, das Hotel Hessenland, Haus der Jugend, Treppenstraße, Altes Polizeipräsidium (2007 abgerissen). Die stadtbildprägende und überformende Architektur seit den 1990er Jahren manifestiert sich in unterschiedlichen Projekten wie dem Neubau des Polizeipräsidiums im Goldenen Loch, der Konversion von Militärliegenschaften (Hindenburgkaserne, Graf-Haeseler-Kaserne, Kasernen auf der heutigen Marbachshöhe) und der Unterneustadt. Die documenta urbana am Rand des Naturschutzgebietes Dönche gilt als Pilot für alternativen und kooperativen Wohnungsbau, ebenfalls wie die Öko-Siedlung in Harleshausen. Professoren des 1973 neugegründeten, interdisziplinären und integrierten Studiengangs ASL gelten als Wegbereiter der Kasseler Schule zu der damaligen Zeit, so etwa Gernot Minke und Michael Wilkens.

„Stadtverwaldung“: Eiche von Joseph Beuys vor dem Museum Fridericianum bei Nacht

An vielen Stellen im Kasseler Stadtgebiet fallen zahlreiche Eichen auf, die durch den Künstler Joseph Beuys als Soziale Plastik „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ zwischen 1982 und 1987 an Straßen und Plätzen angepflanzt wurden.

Die höchsten Bauwerke von Kassel sind der alte Kirchturm der Lutherkirche (76 m), der Herkules (70,5 m) und die Doppel-Türme der Martinskirche (69 m). Der 186 m hohe Fernmeldeturm Habichtswald auf dem Essigberg liegt dagegen nicht im Stadtgebiet.

Denkmäler[Bearbeiten]

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten]

Mit dem Bergpark Wilhelmshöhe und der Karlsaue ist Kassel mit zwei Parks in dem European Garden Heritage Network vertreten.

Bergpark Wilhelmshöhe[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bergpark Wilhelmshöhe
Wasserspiele mit Kaskaden und Herkules im Bergpark
Blick von Süden auf den „Lac“; im Hintergrund Schloss Wilhelmshöhe

Der Bergpark Wilhelmshöhe, der sich im westlichen Stadtgebiet Kassels im Habichtswald befindet, ist eine Parkanlage und ist seit Juni 2013 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. Der Bergpark ist der größte angelegte Bergpark Europas. Darin befinden sich das Schloss Wilhelmshöhe, die Löwenburg (Kassel) und der Herkules, das Wahrzeichen der Stadt.

Um 1700 wurde der Bergpark von Landgraf Karl als barocke Parkanlage begonnen. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde er teilweise zu einem englischen Landschaftsgarten umgestaltet. In den Sommermonaten finden dort zweimal wöchentlich die sehenswerten Kasseler Wasserspiele statt.

Bevor es auf Avus und Nürburgring Rennen gab, fuhren Idole wie Caracciola, Jörns oder Rosenberger 1923–1927 im Bergpark Autorennen um den Bergpreis von Kassel. 1951–1954 belebten Motorradrennen diese Tradition, die erste hessische Bundesgartenschau von 1955 beendete diese Aktivitäten. Seit 2005 erinnern Oldtimerrennen wieder an diese vergessene Zeit.

Karlsaue und Fuldaaue[Bearbeiten]

Vierzig-Pfennig-Briefmarke mit Bundespräsident Heinemann und Sonderstempel zur BUndesGArtenschau 1981

In der Kasseler Fulda-Niederung befinden sich die Karlsaue und die Fuldaaue. Gemeinsam bilden diese beiden unmittelbar benachbarten Parks eine der größten innerstädtischen Parkanlagen und eines der weitläufigsten parkartigen Naherholungsgebiete Deutschlands, in dem 1955 (Karlsaue) und 1981 (Karls- und Fuldaaue) jeweils eine Bundesgartenschau stattfand.

Die Karlsaue befindet sich im Gebiet des Stadtteils Südstadt, sie ist eine ursprünglich barocke, innerstädtische Parkanlage am westlichen Fuldaufer, die bis an die Innenstadt von Kassel und an den Friedrichsplatz heranreicht. Die Parkanlage, die auf dem flachen Gelände einer ehemaligen Fuldainsel angelegt wurde, beinhaltet zahlreiche künstlich angelegte Gewässer wie Teiche, Seen und Gräben, die die barocke Grundkonzeption der Anlage heute noch veranschaulichen. Auf chaussierten Wegen kann man die Anlage durchwandern. Über Fußgängerbrücken gelangt man in die Fuldaaue. In der Karlsaue befindet sich die Orangerie mit dem Museum für Astronomie und Technikgeschichte, dem Marmorbad sowie der Blumeninsel Siebenbergen.

Die Fuldaaue – gebräuchlicher Buga, nach der Bundesgartenschau – befindet sich am der Karlsaue gegenüberliegenden Fuldaufer. Sie wurde zur Bundesgartenschau 1981 auf dem Gelände alter Kieswerke angelegt. Die modern gestaltete Parkanlage beinhaltet einen großen künstlich angelegten See, dessen nördlicher Teil als Naturschutzgebiet abgegrenzt ist. In dem Naturschutzgebiet brüten viele seltene Vögel, während der südwestliche, größere Teil der Anlage der Freizeitnutzung dient. Der dazwischen verlaufende Damm trennt die beiden landschaftsgärtnerisch höchst unterschiedlichen Anlagen.

Die Buga liegt im Stadtteil Waldau und ist eine städtische Anlage, während die Karlsaue ein Staatspark ist und vom Land Hessen unterhalten wird.

Weinberg[Bearbeiten]

Blick auf den Weinberg

Seit einigen Jahren gibt es Bemühungen den seit dem Ende des Krieges brachliegenden Bereich um den Weinberg und ehemaligen „Henschelgarten“ wieder zu rekonstruieren. Bereits seit Anfang der 2000er Jahre wurde dort großflächig das Unterholz entnommen, insbesondere um die Nutzung als Cruising-Treffpunkt für Schwule zu unterbinden. In unmittelbarer Nähe befinden sich das noch verbliebene Gesindehaus der damaligen Henschelanlage auf dem Weinberg, das als privates Museum für Sepulkralkultur genutzt wird. Darüber hinaus befindet sich rückseitig des Brüder-Grimm-Platzes am Wilhelmshöher Tor die Murhard’sche Bibliothek. Die Treppenanlagen und Aufgänge von der Frankfurter Straße kommend wurden in den vergangenen Jahren instand gesetzt. Heute planen Stadt und Land dort zwei Museumsneubauten (Brüder-Grimm-Museum und Tapetenmuseum) zu errichten. Die Henschelvilla wurde 1932 aufgrund der Hauszinssteuer abgetragen, nachdem auch kein Käufer zu finden war.[22]

Vogel- und Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Die Dönche mit Blick auf die Hochhäuser in Helleböhn

Neben den Vogelschutzgebieten im Bereich der Überschwemmungsgebiete der Fulda (Fulda-Aue in Waldau, Losse-Delta am Hafen) besteht das Naturschutzgebiet Dönche, das in den Nachkriegsjahren als Manövergebiet der Bundeswehr genutzt wurde. Es spannt sich als Freifläche zwischen den Stadtteilen Brasselsberg an den Ausläufern des Habichtswaldes, Nordshausen und der im Süden angrenzenden Hochhaussiedlung Brückenhof, sowie westlich durch die documenta urbana begrenzt als Tal auf.

Sport[Bearbeiten]

Auestadion: nördliche Seitentribüne von der Gegenseite (SW n. NO)

Fußball[Bearbeiten]

Der KSV Hessen Kassel, speziell dessen Fußballabteilung, ist seit jeher ein Publikumsmagnet und kann auf eine lange und bewegte Vergangenheit zurückschauen.

1945 gegründet, spielte der Verein ab Anfang der 1980er Jahre, mit Ausnahme der Saisons 1987/88 und 1988/89, in der 2. Bundesliga. 1997 folgte der Konkurs und die Abstufung bis in die Kreisliga. Der Verein wurde daraufhin 1998 wiederbegründet und stieg viermal in Folge bis in die Oberliga auf. In der Saison 2005/06 gelang schließlich der Aufstieg in die Regionalliga.

Eishockey[Bearbeiten]

Die Kassel Huskies waren 1994 Gründungsmitglied der Deutschen Eishockey Liga und spielten, mit Ausnahme der Saisons 2006/07 und 2007/08, seitdem in der obersten deutschen Spielklasse. Den größten Erfolg errangen die Huskies 1997 als deutscher Vizemeister. Das Team kehrte unter der Leitung von Stéphane Richer am 25. April 2008 nach zwei Jahren Abwesenheit wieder in die DEL zurück, doch nach der Saison 2009/10 musste für die Betreibergesellschaft Huskies GmbH Insolvenz angemeldet werden. Sowohl die DEL als auch die ESBG erteilten daraufhin keine Spielgenehmigungen mehr und auch der von der Huskies GmbH angestrengte Rechtsstreit scheiterte.

In der Saison 2011/2012 spielt der Stammverein EJ Kassel nach einem Neuanfang in der Hessenliga weiterhin mit dem Beinamen „Huskies“ in der Oberliga West (drittklassig).

Die Heimspiele trägt das Team in der Eissporthalle Kassel am Auestadion aus.

Handball[Bearbeiten]

Handball ist traditionell sehr beliebt in Nordhessen und insbesondere Kassel. Neben dem SVH Kassel (Harleshausen), der seit Jahren für erfolgreichen Handball aus der Region steht und zurzeit in der Regionalliga spielt, trägt auch der Bundesligist MT Melsungen seine Heimspiele in der Kasseler Rothenbachhalle aus.

Leichtathletik[Bearbeiten]

In Kassel sind zahlreiche Leichtathletikvereine ansässig. Der Schwerpunkt liegt hier vor allem im Bereich Mittel- und Langstreckenlauf, was insbesondere auf die Aktivität des ehemaligen Marathon-Bundestrainers Winfried Aufenanger zurückgeht.

Wichtige regelmäßige Leichtathletikveranstaltungen sind das im Juni stattfindende internationale Askina-Leichtathletiksportfest im Kasseler Auestadion, der Kasseler Citylauf mit internationaler Besetzung im Mai sowie der Kasseler-Berglauf zum Herkules. Am 10. Juni 2007 fand die Premiere des Kassel-Marathons statt.

Am 23. und 24. Juli 2011 wurden im Auestadion die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften ausgetragen.

Wassersport[Bearbeiten]

Wassersportler und -vereine sind in Kassel, aufgrund der Nähe zur Fulda und des angeschlossenen Buga-Geländes, reichlich vertreten. Vor allem das Rudern gehört zu den beliebten Wassersportarten. Viele Schulen unterhalten Bootshäuser am Ufer der Fulda und bieten entsprechende Aktivitäten an.

Eine Zeit lang ruderte der ehemalige Weltmeister im Einer, Marcel Hacker, in Kassel.

Zudem gibt es den Motoryacht-Club (MYC), sowie den Hochseesegelverein (HVK) Kassel. Etwas nördlich im Stadtgebiet existiert außerdem ein Hafen. Die DLRG (StV Kassel) ist ebenfalls an der Fulda und in der Fuldaaue beheimatet.

Kassel ist auch die Wiege des deutschen Wasserskisports. 1949 wurde der erste deutsche Wasserskiclub WAK Kassel (Wassersportclub Alt Kassel) gegründet. 1958 fanden auf der Fulda die ersten deutschen Wasserskimeisterschaften statt. Im gleichen Jahr wurde in Kassel der Deutsche Wasserski Verband gegründet. Der WAK Kassel stellte über Jahre Deutsche Meister oder Jugendmeister.

Tischtennis[Bearbeiten]

Der ESV Jahn Kassel gehörte im Tischtennis viele Jahre lang zu den führenden Vereinen in Nordhessen. Die Herrenmannschaft spielte seit 1954 in der Oberliga (damals die höchste deutsche Spielklasse) und seit 1988 in der 2. Bundesliga. 2005 erfolgte der Abstieg in die Regionalliga. 2007 löste sich die Abteilung auf und schloss sich mit dem SVH Kassel zusammen, dessen Mannschaft nun in der Regionalliga spielt.

Tennis[Bearbeiten]

Eine weitere beliebte Sportart in Kassel ist Tennis. Hier sind vor allem die Wilhelmshöhe Open, das größte regionale und einzige Weltranglistenturnier Nordhessens, zu erwähnen.[23]

Sonstige Sportarten[Bearbeiten]

  • Mit den Kassel Titans, einem American-Football-Team des TSV 1891 Oberzwehren, kommt der Meister 2009 der Landesliga Hessen aus Kassel.
  • Der Herkules Baseball Club (auch Herkules Kassel) ist der einzige städtische Baseball-Club und spielt momentan in der hessischen Verbandsliga.
  • Der Bowling-Sportverein Kassel (BSV) ist mit mehreren Mannschaften sowohl in den hessischen Landesligen, als auch in der Bundesliga mit dem aktuellen Vize-Meister (Club Finale Kassel) vertreten.
  • Der größte Kampfsportverein Kassels ist Rot-Weiss Kassel. Der PSV Grün-Weiß Kassel bietet die Kampfsportabteilungen Judo, Ju-Jutsu, Karate oder auch Arnis an, sowie das Karateteam Kassel aus Bettenhausen, was besonders durch seine Jugendarbeit hervorsticht.
  • Der Hockey Club Kassel (HCK) bietet neben Hockey auch Lacrosse, sowohl das Damen- als auch das Herrenteam spielen in der Deutschen Lacrosse-Bundesliga des DLaxV
  • Auf dem Golfplatz in der Wilhelmshöhe ist der Golf Club Kassel ansässig.
  • Die Radball-Abteilung des SV Nordshausen spielt in der Radball-Bundesliga.
  • Die Standardformation des Rot-Weiss-Klub Kassel tanzt in der 1. Bundesliga Standard.
  • UHK Kassel Rangers ist das einzige Floorballteam in Kassel. Auf der Basis der Hochschulsportmannschaft spielen die Rangers in der Floorball-Hessenliga und im deutschen Pokal mit, wo sie in der Saison 2010/11 das Achtelfinale erreicht haben und gegen späteren Pokalfinalisten TV Eiche Horn Bremen ausschieden
  • Seit 2011 gibt es mit den Kassel Roller Derby Bashlorettes eine Roller-Derby-Mannschaft[24]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Zu den kulinarischen Spezialitäten zählt nach Meinung vieler Kasseler Bürger das Weckewerk, ein aus Fleischnebenprodukten hergestelltes Nahrungsmittel, sowie die Ahle Wurscht (hochdeutsch: Alte Wurst) und der traditionelle Speckkuchen. Eine in ganz Hessen beliebte Essensbeilage ist die Griene Soße (hochdeutsch: Grüne Soße). Kasseler ist allerdings keine Kasseler Spezialität, sondern nach dem Berliner Metzger Cassel benannt worden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Das Werk Mittelfeld, welches früher zu Henschel gehörte
VW-Werk Baunatal von Oberzwehren aus gesehen. Seit 1957
Solarwerk 1 der Firma SMA in Salzmannshausen 2009
Wirtschaftwunderarchitektur, entworfen von Paul Bode: Das Hotel Hessenland an der Friedrichstraße nahe der Innenstadt

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte die Industrialisierung im Gießwesen und entsprechend den mittelalterlichen Handelswegen zwischen Brabant und Schlesien, die Maschinisierung anderer Gewerke wie das Tuchwesen ein. Der Anstieg der Bevölkerung hing mit dem Anschluss der Stadt an die Eisenbahnlinie der Main-Weser-Bahn und der Eröffnung des Bahnhofs kurz nach Mitte des 19. Jahrhunderts zusammen und führte zu einem abrupten Anwachsen im Bereich der Altstadt. Die Verstädterung der Vororte erfolgte nach Eingemeindung im Übergang zum 20. Jahrhundert, als die Unternehmen bereits großindustriellen Umsatz erwirtschafteten. Dies waren zumeist die Bereich der Schwerindustrie, dem Maschinen- und Fahrzeugbau (Lkw, Lokomotiven und Waggons) und der Rüstungsindustrie (Panzer- und Flugzeugbau, Flugmotoren). Weltweit bekannt waren und sind die Kasseler Unternehmen wie Henschel & Sohn und die Gerhard-Fieseler-Werke; in der Stadt produzierten auch Wegmann, heute Krauss-Maffei Wegmann (KMW), die Waggonfabrik Gebrüder Credé sowie Junkers (Motorenbau Werk Kassel – später AEG-Werk). Ab 1935 gab es für einige Jahrzehnte eine große Kunstseidenproduktion der Spinnfaser AG (später Vereinigte Glanzstoff-Fabriken, geschlossen 1984), sowie der Unternehmen Salzmann&Comp. (geschlossen 1971)[25] und Gottschalk&Co. (geschlossen 1999).

Nach der Übernahme und Abwicklung des Unternehmens Henschel&Co. durch das nordrhein-westfälische Großunternehmen ThyssenKrupp in den späten 1960er Jahren kam es im Anschluss daran zu einer über Jahrzehnte währenden Randproduktion. Unterschiedliche Unternehmenssektoren wie ABB, KMW und Henschel forschten und produzierten auf dem Werksbereich Mittelfeld unter anderem für die Schwebebahntechnik (Transrapid) sowie im Bereich der schienengebundenen Hochgeschwindigkeit mit dem InterCityExperimental. Seit den 1990er Jahren gibt es mit Rheinstahl und Krauss-Maffei Wegmann auf dem Gelände wieder Rüstungsmontagen und Lizenzproduktionen für Kriegsgerät.

Relativ früh war Kassel von einem Strukturwandel betroffen, vornehmlich durch die Zerlegung der angeschlagenen Henschel-Werke. Das Gelände des Baunataler Henschel-Flugmotorenwerks wurde von VW erworben und dort das Volkswagenwerk Kassel errichtet, Bereiche von Henschel gelangten zu anderen Unternehmen wie der Daimler AG, Bombardier und Thyssen oder wurden als eigenständige Betriebe fortgeführt. Geschlossen wurden die Betriebe der AEG, Salzmann & Comp. (Textilproduktion), Herkules-Brauerei, HaferKakao und Gottschalk&Co.

Kassel ist Sitz einiger umsatzstarker Unternehmen: der Erdölkonzern Wintershall und Erdgaslieferant Wingas sowie der Kali- und Salz-Produzent K+S. Zwar ist das Volkswagenwerk Kassel durch die Gründung der Stadt Baunatal nun nicht mehr direkt in Kassel niedergelassen, doch befindet sich unter anderem im Unternehmenspark ein Original Teile Center der Volkswagen AG.

Einen Namen machen sich Kassel und die Region mit ihren Instituten, Verbänden und Unternehmen im Bereich der regenerativen Energien und Energieeffizienz, wie zum Beispiel dem Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET), dem Zentrum für Umweltbewusstes Bauen e. V. (ZUB), der Gesellschaft für Rationelle Energieverwendung (GRE) oder dem Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet). Größtes Unternehmen im Bereich Photovoltaik ist die SMA Solar Technology. Die Städtischen Werke Kassel, ein 1929 gegründetes städtisches Eigenunternehmen, bietet seit einigen Jahren als einziger kommunaler Anbieter ihren Kunden 100%-Naturstrom. 2010 übernahm die Thüga die Minderheitsbeteiligung von 24,9 % von Vattenfall.[26] Ab 2009 wurde zusammen mit der Gemeinde Lohfelden das Gewerbegebiet Am Lohfeldener Rüssel erschlossen.[27] Es gelang zahlreiche Unternehmen anzusiedeln, sowohl aus dem Dienstleistungssektor, als auch Fertigungsbetriebe aus dem Maschinenbau. Das Gebiet befindet sich als dritte, definierte Erweiterungsfläche im stark von Logistik geprägten Industriepark Kassel-Waldau.

Im August 2013 betrug die Arbeitslosenquote in Kassel 10,2 %.[28]

Medien[Bearbeiten]

Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) ist die einzige in Kassel erscheinende Tageszeitung. Ihr Inhaber, die Verlagsgruppe von Dirk Ippen, hat über den Erwerb der HNA von der Dierichs-Gruppe hinaus auch gleichsam den vom ehemaligen Besitzer kontrollierten regionalen Kleinanzeigen- und Werbemarkt übernommen.

Zweimal in der Woche wird das Anzeigenblatt Extra-Tip an alle Kasseler Haushalte verteilt. Es finanziert sich nur durch Kleinanzeigen und Werbeeinnahmen und verfügt über einen kleinen, stark umstrittenen redaktionellen Teil.

Das (K)Magazin erscheint monatlich und berichtet über kulturelle Themen der Region Nordhessen.

Von 2004 bis 2008 (online bis 2013) erschien monatlich die Nordhessische Neue Zeitung, die in Betrieben und Wohngebieten kostenlos verteilt wird. Herausgeberin war bis 2008 die IG Metall.

Seit 2006 gibt es die kassel-zeitung, eine nichtkommerzielle, freie Onlinezeitung.

Der Hessische Rundfunk betreibt hier sein Studio Kassel und sendet sein Radioprogramm hr4 direkt aus Kassel. Hit Radio FFH hat sein Nordhessenstudio im Haus der HNA und der Radiosender Radio Bob sendet hessenweit aus der Friedrich-Ebert-Straße. RTL Television betreibt im Stadtgebiet eine Nebenstelle.

Der Radiosender Freies Radio Kassel und der Fernsehsender Medienprojektzentrum Offener Kanal Kassel (empfangbar im analogen und digitalen Kabel überregional) sind zwei nichtkommerzielle Bürgersender.

Seit 1972 hat der Merseburger Verlag, ein Kirchenmusikverlag, seinen Sitz in Kassel.

Seit 2006 arbeitet in Kassel die deutsch-russische Medienredaktion IdM Europa – Integration durch Medien e. V., die unter anderem eine wöchentliche Live-Sendung Offene Stadt im Offenen Kanal Kassel produziert. Die Sendung, die in deutscher und russischer Sprache moderiert wird, wird durch das Netz des Bürgerfernsehens auch in Frankfurt am Main, Offenbach, Gießen und Fulda ausgestrahlt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bronzeplastik vor dem Gebäude der Bundesbank Eurosystem

Kassel ist Sitz folgender Einrichtungen, Institutionen und Körperschaften des öffentlichen Rechts:

Bibliotheken und Archive[Bearbeiten]

Die Universitäts-Bibliothek Kassel ist ein Bibliothekszusammenschluss aus Landesbibliothek und Murhard'scher Bibliothek der Stadt Kassel und den eigentlichen Teil- und Bereichs-Bibliotheken der Hochschule und ihrer Fachbereiche.

Die Stadtbibliothek besteht aus der Zentralbibliothek, der Jugendbücherei und Stadtteil und Schulbibliotheken in Niederzwehren, Oberwehren und Waldau.[29]

In städtischer Trägerschaft gibt es das documenta Archiv mit dem Harry Kramer-Archiv und das Stadtarchiv Kassel. Hinzu kommen das Archiv der deutschen Frauenbewegung, das Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes und das Landeskirchliche Archiv der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Justiz[Bearbeiten]

Kammern[Bearbeiten]

Die Handwerkskammer Kassel am Eingang zur Treppenstraße

Kirchen[Bearbeiten]

Weitere[Bearbeiten]

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Allgemeinbildende Schulen[Bearbeiten]

Das älteste der Kasseler Gymnasien ist das 1779 gegründete Friedrichsgymnasium. Die Offene Schule Waldau war 2006 einer der Preisträger des Deutschen Schulpreises. Insgesamt bietet Kassel 27 Grundschulen, acht Gesamtschulen, vier Haupt- und Realschulen, sieben berufliche Oberschulen, sieben Gymnasien und gymnasiale Oberschulen, zwei Schulen für Erwachsene (Abendschulen) sowie rund zehn Förderschulen.

Universität[Bearbeiten]

Hauptartikel: Universität Kassel
Eingang der Hochschule am Holländischen Platz
Die Universitätsbibliothek vom Rande des Pferdemarktquartiers (2007)
Nordbau der Kunsthochschule von Paul Friedrich Posenenske

Die Universität Kassel wurde 1971 als Gesamthochschule (GhK) gegründet und wurde bekannt für ihr damals modernes Bildungskonzept, das als Kasseler Modell bekannt geworden ist.

Im Jahre 2002 wurde der Name der Hochschule in Universität Kassel geändert; damit verbunden war eine Abkehr von dem Reformgedanken und die Hinwendung zu einer Ausrichtung nach dem klassischen Verständnis universitärer Organisation. Seit 2006 haben die neuen Studienordnungen nach Bachelor/Master das Kasseler Modell sukzessive ersetzt. Heute studieren an den zwölf Fachbereichen knapp über 22.000 Studierende. Innerhalb der Universität befindet sich in Teilautonomie die 1777 gegründete Kunsthochschule Kassel. Des Weiteren ist die ehemalige Ingenieursschule in der Wilhelmshöher Allee sowie die Höhere Wirtschaftsfachschule in die Struktur der Hochschule mit eingegangen.

Die Universität Kassel bietet Studiengänge in den Fachbereichen Humanwissenschaften, Geistes- und Kulturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften (mit Sportwissenschaften), Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung, Wirtschaftswissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften, Ökologische Agrarwissenschaften, Bauingenieurwesen und Umweltingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik/Informatik, Kunsthochschule Kassel.

Der zentrumsnahe Campus am Holländischen Platz wurde seit 1974 entwickelt und befindet sich auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Firma Henschel. Bis 2017 soll der Campus in nördlicher Richtung stark vergrößert werden, um Fachbereichen, die sich im entfernt gelegenen Standort AVZ in Oberzwehren befinden, Raum zu bieten. Der Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften unterhält darüber hinaus zwei Standorte in Witzenhausen und auf der Staatsdomäne Frankenhausen bei Grebenstein.

Weitere Einrichtungen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Straßennetz Kassels. Stadt- und Regionalstraßen (dunkelrot) und Autobahnen (rot)
  • Kassel liegt an den Bundesautobahnen A 7, A 44 und A 49.
  • Die Bundesstraßen B 3, B 7, B 83, B 251 und B 520 führen durch die Stadt.
  • Die Wilhelmshöher Allee, die von der Kasseler Innenstadt zum Bergpark Wilhelmshöhe führt, ist aufgrund ihres völlig gerade angelegten Straßenverlaufs die augenfällige Hauptachse der Stadt, nicht aber deren meistbefahrene Straße. Sie ist rund vier Kilometer lang und wurde in den 1970er Jahren unter umfangreichen Baumfällungen zweispurig verbreitert.
  • Kennzeichnend für das Stadtbild ist der seit den fünfziger und sechziger Jahren vorangetriebene Ausbau des Straßenverkehrsnetzes, insbesondere des Rings, der die Innenstadt umschließt (Innenstadtring). Er führt vom Ständeplatz über den Scheidemannplatz und die Rudolf-Schwander-Straße zum Lutherplatz, von dort weiter über die Kreuzung „Am Stern“ und die Kurt-Schumacher-Straße zur Altmarktkreuzung. Dach führt er über den Steinweg, den Friedrichsplatz, Frankfurter Straße weiter, mündet an der „Trompete“ in die Fünffensterstraße wieder zum Ständeplatz. Ein zweiter Teil des Rings führt vom Lutherplatz über Hoffmann-von-Fallersleben-Straße, Wolfhager Straße, den Holländischen Platz und die Kurt-Wolters-Straße zur Kreuzung Weser- und Schützenstraße.
  • Die Königsstraße stellt den Hauptteil der Fußgängerzone dar.
  • Weit südlich von Kassel liegen die bei Autofahrern bekannten Kasseler Berge, diese befinden sich jedoch nicht auf Kasseler Gebiet.

Am 31. Dezember 2010 waren in der Stadt Kassel 92.991 Kraftfahrzeuge zugelassen.[7]

Fahrradverkehr[Bearbeiten]

Kassel hat an zahlreichen stärker Kfz-befahrenen Straßen Radwege, oft allerdings auf gemeinsamer Fläche mit dem Fußgängerverkehr. Seit den frühen 1990er Jahren gibt es ein mit Wegweisern versehenes Netz von Fahrradrouten, das überwiegend topografisch günstig durch meist ruhige Nebenstraßen und Grünanlagen verläuft. Dieses Netz ist in den 2000er Jahren verdichtet worden durch weitere Strecken mit Fahrrad-Wegweisung, die auch in die Nachbarorte führen. Kassel wird entlang der Fulda vom hessischen Radfernweg R1 durchquert, auf dem auch die D-Route 9 verläuft. In beider Verlauf gibt es einzelne Abschnitte mit Fahrradstraßen.

Fahrradvermietsystem „Konrad“[Bearbeiten]

Seit 29. März 2012 ist ein Fahrradverleihsystem mit 500 Fahrrädern in Betrieb. Die Räder sind auf 50 Stationen im Stadtgebiet verteilt und wurden von der Schweizer Firma Simpel entwickelt und hergestellt.[30] Betreiber ist die Deutsche Bahn-Tochter DB Rent, die in anderen Städten Call a Bike und StadtRAD betreibt, so dass die jeweils angemeldeten Kunden auch das jeweils andere System benutzen können.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Schienennetz von Nahverkehr (weiß) und Fernverkehr DB (schwarz)
Elektro-Diesel-Züge der Regionalbahn KHB am Fernbahnhof Wilhelmshöhe

Durch den am 29. Mai 1991 eröffneten und zuvor neu errichteten Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe, der direkt an der Neubaustrecke Hannover-Würzburg errichtet wurde, ist Kassel über verschiedene Schnellfahrstrecken an das ICE-Netz mit den folgenden Städten angeschlossen:

Darüber hinaus ist Kassel auch an das Netz aus Intercity-Linien angeschlossen und wurde - bis zu deren Umwandlung in IC-Verbindungen - bis 2006 auch von verschiedenen Interregio-Linien erreicht.

Der als Kopfbahnhof erbaute Hauptbahnhof befindet sich am Nordwestrand der Innenstadt. Er liegt an der Hannöverschen Südbahn und hat seit der Inbetriebnahme des ICE-Bahnhofs Kassel-Wilhelmshöhe seine Bedeutung für den Fernverkehr verloren. Heute wird er fast nur noch vom Regionalverkehr bedient. Im September/Oktober 2005 begannen dort die baulichen Maßnahmen zur Anbindung des Kasseler Stadtgebiets an die RegioTram, welche im August 2007 beendet wurden.

Omnibus, Straßenbahn und RegioTram[Bearbeiten]

Hauptartikel: Straßenbahn Kassel und RegioTram Kassel
Straßenbahn auf der Oberen Königsstraße
Kasseler Hafen

Die RegioTram verbindet das Eisenbahnnetz in der Region direkt mit dem Netz der Kasseler Straßenbahn als S-Bahn-ähnliches System (Karlsruher Modell), das Stadtzentrum ist somit ohne Umstieg direkt aus dem Umland anzufahren.

Die von der städtischen Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) betriebene Straßenbahn Kassel fährt teilweise bis ins Umland, zum Beispiel nach Baunatal und Hessisch Lichtenau. Ein weiterer Ausbau fand mit dem Stadtbahnsystem RegioTram statt, das Ende 2006 seinen Vollbetrieb aufgenommen hat. Die Streckenlänge hat seitdem eine Länge von 122 Kilometer. Bis 1966 gab es eine Bahnlinie zum Herkules. Darüber hinaus betreibt die KVG ein Busnetz.

Die Stadt gehört dem Nordhessischen Verkehrsverbund an.

Hafen[Bearbeiten]

Ferner hat Kassel einen Hafen der sich heute unterhalb des Wehrs und der Mündung des Wahlebachs befindet. Historisch war der schmale Bereich, an dem die beiden Stadthälften mit ihrer Bebauung aufeinandertreffen (Altstadt und Unterneustadt) als Hafen für die schiffbaren Güter genutzt. Die Schlagd, wie sie genannt wurde, diente den Kähnen und auch größeren Schiffen zum Umschlag der Güter. Heute ist dieser Bereich der Liegeplatz für die Fulda-Weser-Flotte in Richtung Hann. Münden und Bad Karlshafen. Die hier regulierte Fulda, ein Quellfluss der Weser, dient als Schifffahrtsweg nur noch für Ausflugsdampfer, sowie Freizeit- und Sportboote. Die starke Regulierung durch Schleusen und Wehre auf der Flussstrecke bis Hann. Münden hat ökologische Probleme offenkundig gemacht. Der Warentransport auf der Fulda wurde eingestellt, da die vorhandenen Schleusenanlagen für moderne Frachtschiffe zu klein sind.

Flughafen[Bearbeiten]

Über den nordwestlich der Stadt liegenden Flughafen Kassel-Calden wird die Region Kassel an das Luftverkehrsnetz angeschlossen. Der Ausbau des vorhandenen Flughafens stand längere Zeit in der Kritik bis der Ausbau genehmigt wurde. Am 4. April 2013 wurde der neue Regionalflughafen Kassel-Calden (KSF) in Betrieb genommen, nur um kurz darauf wieder den Linienflugverkehr am 29. Oktober 2013 für den gesamten Winter einzustellen. [31]

Wanderwege[Bearbeiten]

Durch die Stadt führen eine Reihe von Fußwanderwegen und Radfernwegen. Unter anderem:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Zu den bekanntesten Persönlichkeiten, die in Kassel geboren wurden, zählen

Regionales Brauchtum[Bearbeiten]

Das Wahrzeichen des Volksfestes Zissel, der Zisselhering am Rondell
Der Zisselhering am Zisselbrunnen

Das allsommerliche Fest am Fuldaufer, der Zissel, ist in der ganzen Region bekannt. Ein Brauchtum zum Nikolaustag ist der Glowesabend.

Mundart[Bearbeiten]

Der regionale Dialekt ist Kasselänerisch, eine Varietät des Nordhessischen, welches den Niederhessischen Dialekten zugeordnet wird. Die Bedeutung des Kasseler Dialekts schwand in höheren Bildungskreisen schon in der Zeit der Reformation zugunsten der Hochsprache, daher ist auch die Verwendung in der Literatur eher selten.[32]

Beispiele aus dem Kasselänerischen
  • „Gehädd dä Rädde däh?“ – „Nä net mä“ (= Gehört der Hund [eigentlich: Rüde] dir/Ihnen?) – (= Nein nicht mir)
  • „’s schigget!“ (= Es reicht / Es ist genug!)
  • „alszus grade uss“ (= Immerzu geradeaus)
  • „Wiste dann au ’n Stück Kuan?“ (= Willst du denn auch ein Stück Kuchen?)
  • „widden Wecke?“ (= Willst du ein Brötchen?)
  • „s reint!“ (= es regnet!)
  • „ds wärd sich ußwiesen“ (= das wird sich ausweisen/zeigen / Warten wir’s ab!)

Nördlich von Kassel verläuft die Sprachgrenze der 2. Lautverschiebung, die -k und -ch, -s und -t trennt. Somit hat das Bundesland Hessen im Landkreis Kassel (zwischen Korbach und Hofgeismar) noch einen niederdeutschen Dialekt.[33]

Kasseläner, Kasselaner und Kasseler[Bearbeiten]

Man unterscheidet die Einwohner der Stadt zwischen Kasselern, Kasselanern und Kasselänern. Kasseler ist jeder Zugezogene, während Kasselaner in Kassel geboren sind. Kasseläner sind in Kassel geboren und beide Elternteile sind Kasselaner. Die Eigenschaft bleibt auch bei einem Wegzug aus der Stadt erhalten. Unbekannt ist die Herkunft dieser Differenzierung, die keine Rechte oder Pflichten begründet. Ähnliche Differenzierung gibt es unter anderem auch in Halle (Saale).

Sonstiges[Bearbeiten]

Europäische Hauptstadt der Waschbären[Bearbeiten]

Eine Besonderheit der Kasseler Fauna ist die hohe Besiedlungsdichte mit Waschbären. Nachdem 1934 am Edersee Waschbären ausgesetzt worden waren, haben diese seit etwa 1960 die Wälder um die Stadt und danach auch das Stadtgebiet selbst besiedelt. Galten die Kleinbären zunächst als Neozoen, so werden sie insbesondere in Nordhessen inzwischen zur einheimischen Fauna gerechnet. Die Besiedlungsdichte in Kassel liegt sogar noch höher als in Großstädten in ihrem natürlichen Habitat in Nordamerika. In den in Waldnähe gelegenen Stadtteilen sind Sichtungen ganzer Waschbärgruppen in der Abenddämmerung häufig. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen im Stadtgebiet von einer Besiedlungsdichte zwischen 60 und 140 Tieren pro km² aus, also etwa 10.000 Waschbären in Kassel. Damit ist es die mit Abstand größte urbane Kleinbärenpopulation Europas. Eine (in der Vergangenheit fruchtlose) Bejagung im Stadtgebiet findet seit Jahren nicht mehr statt.

Motive aus Kassel auf der 1000-D-Mark-Banknote[Bearbeiten]

1000-D-Mark-Banknote mit historischen Gebäude von Kassel

Auf der letzten Serie der D-Mark-Banknoten fand sich auf der 1000-D-Mark-Banknote, links neben dem Porträt der Sprachwissenschaftler und Sammler von Märchen Jacob und Wilhelm Grimm, eine Collage verschiedener historischer Bauwerke von Kassel. Dort sind das Herkulesmonument, die Löwenburg, das Schloss Wilhelmshöhe, das Museum Fridericianum, die Kommandantur, der Marstall, das Wohnhaus der Gebrüder Grimm, das Ottoneum, das Karmeliterkloster und Häuser am Altmarkt zu sehen.[34]

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Kassel – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Kassel

Literatur[Bearbeiten]

  • Kassel. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 9, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, S. 592.
  • Karl Baedeker: Baedekers Kassel. 2. Auflage, Ostfildern-Kemnat 1989.
  • Hugo Brunner: Geschichte der Residenzstadt Cassel. 913–1913. Zur Feier des 1000-jährigen Bestehens der Stadt. Weidlich, Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-8128-0019-5.
  • Paul Heidelbach, Karl Kaltwasser (Hrsg.): Kassel: Ein Jahrtausend hessischer Stadtkultur. Bärenreiter-Verlag, Kassel 1957.
  • Berthold Hinze und Andreas Tacke: Architekturführer Kassel. Berlin 2002.
  • Erich Keyser (Hrsg. im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages): Hessisches Städtebuch. Kohlhammer, Stuttgart 1957. (Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte, Band IV 1.)
  • Heinz Körner: Kassels Südstadt; Historische Entwicklung der südlichen Vorstadt. Meister, Kassel 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kassel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Kassel – Quellen und Volltexte
 Wikinews: Kassel – in den Nachrichten
 Wikivoyage: Kassel – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hessentag 2013 in Kassel. Hessen.de, abgerufen am 7. Juni 2013. zur Schreibweise mit Bindestrich siehe aktuelle Gemeindestatistik Hessen
  3. F. Schmidt-Döhl: Das Hessische Bergland – Die Entstehung einer Landschaft. Shaker Media, Aachen 2012, ISBN 978-3-86858-891-0.
  4. a b c Datenblatt Stadtteilinformationen 2011 der Stadt Kassel, Personal- und Organisationsamt, Fachstelle Statistik, Stand 31. Dezember 2011 (Erstellungs- und Druckdatum 14. Febr. 2012; Blatt-Nr. 374279)
  5. a b c Heft Jahresbericht 2009 (PDF; 947 kB) der Stadt Kassel, Personal- und Organisationsamt, Fachstelle Statistik, Stand August 2009; ISSN 1862-7064 (auf www.stadt-kassel.de)
  6. Flyer Kassel Daten, Der Magistrat der Stadt Kassel (Hauptamt, Abteilung Kommunale Gesamtentwicklung und Statistik), Stand Oktober 1999
  7. a b Heft Jahresbericht 2010 (PDF; 756 kB) der Stadt Kassel, Personal- und Organisationsamt, Fachstelle Statistik, Stand September 2011; ISSN 1862-7064 (auf www.stadt-kassel.de)
  8. http://www.uni-kassel.de/hrz/db4/extern/umet/cms/startseite.html
  9. Deutscher Wetterdienst: Klimainformationen Kassel. World Meteorological Organization, abgerufen am 4. Januar 2013.
  10. Lateinische Stadtnamen (Lexicum nominum geographicorum latinorum)
  11. Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden der Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 467 ff..
  12. Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter. Erlangen 1863, S. 467–479.
  13. siehe Bonner Geschichtsblätter Bd. XX, Auseinandersetzungen um den vorläufigen Bundessitz, Bonn 1967
  14. Angela Pitzschke: Lohfelden. Drei Dörfer – ein Ort. Geschichte und Geschichten, 1996 S. 346
  15. http://spdnet.sozi.info/hessen/kassel/vollmarshsn/dl/festschrift100-web.pdf
  16. Wirtschaftswoche: Städteranking 2011 – Ausgerechnet Kassel!, abgerufen am 5. Januar 2011.
  17. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMoscheebau: Der Muezzin ruft bald in Kassel zum Gebet. In: FR-online.de. Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH, 28. August 2008, abgerufen am 29. Juli 2009.
  18. Städtepartnerschaften der Stadt Kassel. Stadt Kassel, abgerufen am 7. August 2010.
  19. Hessische Gemeindestatistik
  20. Übersicht der Kommunen, die für die Teilnahme am Kommunalen Schutzschirm infrage kommen
  21. Stadtmuseum Kassel. In: stadtmuseum-kassel.info. Abgerufen am 15. Mai 2013.
  22. [1]
  23. Wilhelmshöhe Open – Kasseler Tennisclub Bad Wilhelmshöhe 1896 e. V.
  24. Homepage des Kassel Roller Derby
  25. http://www.uni-kassel.de/gis/KULADIG/Losse/KLK/KLKL/1008.html
  26. http://www.thuega.de/fileadmin/media/Thuega/PDF/Presse/PM_101220_Kassel.pdf
  27. interkommunaler Gewerbepark „Am Lohfeldener Rüssel“ – Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH
  28. Regionale Statistik-Informationen. In: statistik.arbeitsagentur.de. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 26. September 2013.
  29. Stadtbibliothek Kassel
  30. http://www.kassel.de/stadt/mobilitaet/fahrrad/infos/13932/index.html
  31. hr-online hr-online: Kein Winterflugplan - Calden monatelang ohne Linienflüge
  32. Kleineres Brockhaussches conversations-lexikon. 1854, S. 215. Artikel Deutsche Mundarten
  33. Monika Draws-Volk: Sprache und Dialekte, S. 24
  34.  Deutsche Bundesbank (Hrsg.): Von der Baumwolle zum Geldschein. Eine neue Banknotenserie entsteht. 2. Auflage. Verlag Fritz Knapp GmbH, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-611-00222-4, S. 131.