Kastel-Staadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kastel-Staadt
Kastel-Staadt
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kastel-Staadt hervorgehoben
49.5647222222226.5597222222222330Koordinaten: 49° 34′ N, 6° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Saarburg
Höhe: 330 m ü. NHN
Fläche: 5,23 km²
Einwohner: 402 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54441
Vorwahl: 06582
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 057
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Schloßberg 6
54439 Saarburg
Webpräsenz: www.vg-saarburg.de
Ortsbürgermeister: Harald Lehnertz
Lage der Ortsgemeinde Kastel-Staadt im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild
Grabkapelle für Johann von Luxemburg

Kastel-Staadt ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Saarburg an.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Kastel liegt auf einem Felsplateau hoch über der Saar. Zur Ortsgemeinde gehört der Ortsteil Staadt im Tal der Saar gegenüber von Serrig. Der Ort liegt etwa neun Kilometer nördlich des saarländischen Mettlach und vier Kilometer südlich von Saarburg und ist durch die Landesstraße 131 an das überregionale Straßennetz angeschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei Kastel-Staadt befand sich ein Oppidum der Treverer. Die Römer bauten vermutlich schon vor der Zeitenwende auf dem Hochplateau ein fast uneinnehmbares Kastell. Funde aus keltischer und römischer Zeit sind in der näheren Umgebung zahlreich dokumentiert. Der Ort Kastel wurde erstmals 1098 urkundlich erwähnt.

Am 18. Juli 1946 wurde Kastel-Staadt gemeinsam mit weiteren 80 Gemeinden der Landkreise Trier und Saarburg dem im Februar 1946 von der übrigen französischen Besatzungszone abgetrennten Saargebiet angegliedert, das zu der Zeit nicht mehr dem Alliierten Kontrollrat unterstand. Am 6. Juni 1947 wurde diese territoriale Ausgliederung bis auf 21 Gemeinden wieder zurückgenommen, damit kam Kastel-Staadt an das 1946 neugebildete Land Rheinland-Pfalz.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

  • 1815 – 218
  • 1835 – 346
  • 1871 – 341
  • 1905 – 400
  • 1939 – 456
  • 1950 – 455
  • 1961 – 516
  • 1965 – 483
  • 1970 – 480
  • 1975 – 442
  • 1980 – 407
  • 1985 – 393
  • 1987 – 406
  • 1990 – 397
  • 1995 – 375
  • 2000 – 371
  • 2005 – 391
  • 2010 – 392

Datenquelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Kastel-Staadt besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[3]

Sehenswertes[Bearbeiten]

Die Klause Kastel ist ein von Mönchen in die Felswand aus Sandstein geschlagenes Refugium auf einem Plateau über dem Saartal.

Unweit von Klause liegt eine natürliche schon von Kelten besiedelte und nach drei Seiten durch Buntsandstein und auf der vierten mit einem Wall vor Feinden geschützte Befestigung (Oppidum).

Oberhalb der Klause befindet sich der Ehrenfriedhof Kastel für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.

Nahe der Klause steht die alte Kirche St. Johannes der Täufer, die bis 1442 Pfarrkirche mit weit reichendem Einzugsbereich war. Ihr Turm stammt aus dem 12. und das Kirchenschiff aus dem 13. Jahrhundert.

Der Premium-Wanderweg „Traumschleife“ ist ein Felsenpfad, der sich rund um das Plateau schlängelt.[4]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Kastel-Staadt

Ausgestaltung der Umgebung durch Schinkel[Bearbeiten]

Pietà über dem Friedhofseingang

Die Kirche steht inmitten eines Friedhofs, dessen Umfassungsmauer von Karl Friedrich Schinkel entworfen wurde. Über dem Eingang zum Friedhof ist eine Pietà zu sehen.

Schinkel entwarf außerdem auch die Grabkapelle für Johann von Böhmen, die Friedrich Wilhelm IV. in Auftrag gab. Sie befindet sich in unmittelbarer Nähe der Kirche St. Johannes der Täufer.[5] Schinkel nutzte für den Bau die Ruine der Klause Kastel, die um 1600 entstanden war und 1833 in den Besitz Friedrich Wilhelms IV. übergegangen war. Der Leichnam Johanns von Böhmen, den Friedrich Wilhelm IV. von Jean-François Boch in Mettlach erhalten hatte, befindet sich seit 1946 in Luxemburg;[6] der klassizistische Sarkophag ist seitdem leer. Zum Dank für die Überlassung der Gebeine Johanns von Böhmen beschenkte Friedrich Wilhelm IV. Boch mit einem Brunnen, dessen Figur von Schinkel entworfen wurde.[7]

Die Grabkapelle gehört zu den wichtigen Spätwerken Schinkels und gilt als bedeutendes Zeugnis der klassizistischen Neoromanik. Schinkel verzichtete darauf, das erhaltene Erdgeschoss der Ruine mit seinem gotisierenden Kreuzrippengewölbe aus dem 17. Jahrhundert zu verändern, und sorgte hier nur für eine bunte Fensterverglasung. Das neue Mauerwerk gestaltete er nach dem Muster des schon vorhandenen. Das Obergeschoss wurde mit einem Rundbogenfries und Fenstern in Form von Drillingsarkaden versehen; auf die Nordseite wurde ein Glockengiebel in italienischem Stil aufgesetzt.

In unmittelbarer Nähe der Kirche St. Johannes der Täufer schuf Schinkel außerdem den Aussichtspunkt „Elisensitz“ am Lieblingsplatz der Kronprinzessin Elisabeth von Bayern.[8] Innerorts wurde 1840 außerdem die sogenannte Schinkelschule errichtet, die allerdings möglicherweise nicht von Schinkel selbst geplant wurde.[9]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Neben den diversen Kleingewerben und -dienstleistungen wird im Ort im Wesentlichen Landwirtschaft, Weinbau und Obstanbau für den Viez betrieben. Wie in anderen Ort der Region bieten Wanderwege dem naturinteressierten Touristen zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Vom 3. Dezember 1951 bis zum 23. September 1955 wohnte der Schriftsteller Arno Schmidt in Kastel.

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Huerkamp: Der Landschafter auf der Höhe. Arno Schmidt in Kastel 1951-1955. Dresden: Neisse Verlag 2008.
  • Alice Schmidt: Tagebuch aus dem Jahr 1954. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2004.
  • Alice Schmidt: Tagebuch aus dem Jahr 1955. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kastel-Staadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Infothek
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Hermann Pütz: Auf Schusters Rappen zum Altfels. Trierischer Volksfreund, 2. Mai 2010. / http://www.saar-obermosel.de/ | "Wandern".
  5. http://www.vg-saarburg.de/webaktualisierung/einrichtungen/ehrenfriedhof/kastel.html
  6. http://www.serrigerland.de/koenigsgrab.htm
  7. http://www.schinkel-galerie.de/Bilder/Saarland/Mettlach/Schinkelbrunnen/index.html
  8. http://www.serrigerland.de/elisensitz_kastel_staadt.htm
  9. http://www.schinkel-galerie.de/Bilder/RheinlPfalz/Kastel_Staad/Schule/index.html