Kastilier

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Kastilier (span. castellanos) bezeichnet die Einwohner des historischen Königreiches bzw. der heutigen geographischen Region Kastilien in Nord- und Zentralspanien.

Im deutschen Sprachgebrauch werden gelegentlich als Kastilier oder kastilische Spanier diejenigen spanischen Staatsangehörigen bezeichnet, die keine Regionalsprache (Baskisch, Galicisch oder Katalanisch) sprechen.[1] Dabei wird die auch offiziell verwendete Alternativbezeichnung Kastilisch (castellano) für die spanische Sprache [2] zur Konstruktion einer Volksgruppe verwendet, obwohl dies in Spanien selbst so nicht üblich ist und das spanische/kastilische Sprachgebiet in Spanien Regionen mit unterschiedlichen regionalen Identitäten umfasst.

Problematisch an dieser, gelegentlich im deutschen Sprachgebrauch verwendeten, Definition des Kastiliers ist zum einen die Tatsache, dass dadurch eine empirisch nicht haltbare Aufteilung der Bevölkerung Spaniens in mehrere Ethnien postuliert wird, zum anderen, dass die Region Kastilien nur einen Teil des spanischen Sprachgebietes in Spanien ausmacht.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. So etwa in Der Fischer Weltalmanach 2003, Frankfurt am Main, Fischer Taschenbuch Verlag, 2002, Sp. 739; nicht mehr jedoch in Der Fischer Weltalmanach 2006, Frankfurt am Main, Fischer Taschenbuch Verlag, 2005, Sp. 426.
  2. Zitat aus der spanischen Verfassung: "Art. 3. (1) Kastilisch ist die offizielle Staatssprache. Alle Spanier haben die Pflicht, sie zu kennen, und das Recht, sie zu gebrauchen." (www.verfassungen.de - Verfassung des Königreiches Spanien)