Kateb Yacine

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kateb Yacine (* 6. August 1929 in Constantine (Algerien); † 28. Oktober 1989 in Tronche bei Grenoble) war ein algerischer Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Kateb Yacine entstammte einer altehrwürdigen, gebildeten Familie. Sein Vater war Kateb Mohamed, seine Mutter Kateb Jasmina. Seine Ausbildung am „Collège de Sétif“ wurde 1945 unterbrochen, als er verhaftet wurde. Er hatte an einer nationalistischen Demonstration in Sétif teilgenommen, in deren Folge es zu einem Massaker des französisches Militärs und der französischen Polizei an Algeriern gekommen war. Während der Haftzeit, in der er ohne Verhandlung festgehalten wurde, entdeckte Kateb Yacine nach eigener Aussage seine beiden großen Leidenschaften, die Revolution und die Poesie.

Als Siebzehnjähriger veröffentlichte er 1946 sein erstes Buch. 1947 besuchte er erstmals Frankreich. Von 1948 bis 1951 arbeitete er als Journalist bei der Alger républicain, einer lokalen Zeitung. Im Jahr 1952 war er Dockarbeiter, diese Tätigkeit gab er schnell wieder auf, um sich dem Schreiben zu widmen. Er reiste viel, reiste oft nach Frankreich, besonders Paris, ließ sich dann aber in den frühen 1970er Jahren wieder in Algerien nieder.

Kateb Yacine verfasste seine Bücher in französischer Sprache. Hauptthematik war der politische Befreiungskampf der Berber. 1988 erhielt er den Prix national des lettres.

Sein Sohn, Amazigh Kateb, lebt in Frankreich und schreibt arabische Songs für die Band Gnawa Diffusion.

Werke[Bearbeiten]

  • Soliloques, 1946
  • Abdelkader et l’indépendance algérienne, 1948
  • La cadavre encerclé, 1955
  • Nedjma, 1956 (dt: Nedschma, 1987)
  • Le cercle des représailles, 1959
  • La femme sauvage, 1963
  • Le Polygone étoilé, 1966 (dt: Sternenvieleck, 1994)
  • Les ancêrtres redoublent de férocité, 1967
  • L’homme aux sandales de caoutchouc, 1970
  • Mohammed prends ta valise, 1971
  • Saout Ennisa, 1972
  • La guerre de 2000 ans, 1974
  • La Palestine trahie, 1972-1982
  • L’oeuvre en fragments, 1986

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephan Leopold: Problematische Hegemonie, libidinöse Investition. Zur Frage kolonialer Allegoriebildung am Beispiel von Albert Camus und Kateb Yacine, in Lendemains. Études comparées sur la France – Vergleichende Frankreichforschung # 130/131, Narr, Tübingen 2008, ISSN 0170-3803, S. 162 – 198 Online

Weblinks[Bearbeiten]