Kathedrale von Burgos

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Westfassade der Kathedrale von Burgos

Die Kathedrale von Burgos (spanisch Catedral de Burgos) ist eine gotische Kathedrale in Burgos (Spanien) und die Bischofskirche des Erzbistums Burgos. Sie ist der Jungfrau Maria geweiht und berühmt für ihre Größe und Architektur. Seit 1984 ist sie Unesco-Weltkulturerbe.

Geschichte[Bearbeiten]

Frontansicht der Kathedrale im Jahr 1771
Seitenansicht der Kathedrale im Jahr 1771

Der Bau der ersten großen, spanischen Kathedrale im gotischen Stil wurde von König Ferdinand III. von Kastilien und Maurizio, dem Bischof von Burgos, in Auftrag gegeben. Anlass war die Hochzeit Ferdinands mit Beatrix von Schwaben. Es galt, die veränderte Rolle Kastiliens im europäischen Machtgefüge durch eine adäquate Bischofskirche zu demonstrieren. Baubeginn war am 20. Juli 1221 auf dem Gelände der früheren romanischen Kathedrale. Verantwortlicher Baumeister war ein namentlich nicht bekannter Franzose. Nach neun Jahren war die Konstruktion der Apsis abgeschlossen. Der Hochaltar wurde am 20. Juli 1260 das erste Mal geweiht, anschließend ruhte der Bau fast 200 Jahre.

1417 wohnte der Bischof von Burgos dem Konzil von Konstanz bei und sah auf dieser Reise gotische Kathedralen in Frankreich und Deutschland. Sein Nachfolger Alfonso de Cartagena besuchte 1435 anlässlich des Konzils von Basel ebenfalls Süddeutschland, besichtigte den gerade durch Ulrich von Ensingen vollendeten Turm des Basler Münsters und kehrte mit dem deutschen Baumeister Johannes von Köln (spanisch: Juan de Colonia) zurück, der die Kathedraltürme von Burgos angelehnt an das Basler Münster mit offenen Steinmetzarbeiten vollendete. Mit Sicherheit kannte Johannes von Köln auch den Fassadenplan der geplanten Kölner Domtürme von 1310/20. 1539 stürzte der von ihm erbaute Vierungsturm ein und wurde anschließend in ähnlicher Form wieder errichtet. Der Bau der Kathedrale wurde 1567 mit der Vollendung des Vierungsturmes abgeschlossen, jedoch wurden bis 1734 Änderungen und Ergänzungen vorgenommen.

Kathedrale Santa María de Burgos

1835 wurden der spanische Nationalheld Rodrigo Díaz de Vivar, El Cid, und seine Frau Doña Jimena vom Kloster San Pedro de Cardeña bei Burgos in die Kathedrale umgebettet. 1921 wurde beschlossen, ein würdigeres Grab zu schaffen. Dieses befindet sich heute in der Vierung und ist mit einer einfach gestalteten Marmorplatte bedeckt. Der Widerspruch zwischen der Bedeutung des Cid und der unspektakulären Gestaltung seines Grabes wird in Burgos damit erklärt, dass die Marmorplatte nur äußerer Abschluss des Grabes, die Kathedrale im Ganzen aber als sein Grabmal zu betrachten sei.

Am 26. September 1887 wurde sie zum Monumento Nacional, also zum nationalen Denkmal, erklärt. Papst Pius XI. verlieh ihr am 13. Juli 1921 den Titel Basilica minor. Am 31. Oktober 1984 wurde sie von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und ist damit die einzige spanische Kathedrale mit diesem Status.

Architektur[Bearbeiten]

Plaza de Santa María mit Südansicht der Kathedrale
Grundriss der Kathedrale

Die Kathedrale von Burgos ist äußerlich durch die reich dekorierten Turmkonstruktionen der Fassade und der Vierung gekennzeichnet. Der gesamte Bau ist im oberen Teil überreich mit Fialen versehen, sodass sich der Eindruck eines sperrigen Zuckerbäckerstils ergeben kann. Pierre Loti sprach von einem „versteinerten Wald“.

Die Kirche hat einen kreuzförmigen Grundriss und besteht aus Langhaus, Querhaus, zwei Seitenschiffen, Chorumgang und fünfzehn Kapellen. Durch den tiefen Altarraum liegt das Querhaus mittig; wie in vielen spanischen Kathedralen teilt der Chor das Mittelschiff. Die Gesamtlänge der Kathedrale beträgt 106 Meter, sie ist am Hauptschiff 26 Meter und am Querschiff 59 Meter breit. Die Höhe der Kuppel über dem Querhaus beträgt 54 Meter.[1]

Die Kathedrale von Burgos steht nicht in der Tradition der Kathedralen der Île-de-France, sondern orientiert sich an den von ihnen abhängigen Bischofskirchen der Normandie und Burgunds, die deren Stil bereits abgewandelt haben. Der Grundriss des Chores wird mit dem von Pontigny oder St-Étienne in Caen verglichen. Der Choraufriss steht dem der Kathedrale von Bourges besonders nahe. Der Meister von Burgos hat aber die französischen Bauideen „schlecht verdaut“ (Robert Branner). „Er hat die Grundlagen der neuen Bauweise nicht durchschaut, er blieb einer romanisch bestimmten Tradition treu. Sein Raumkonzept bleibt sehr einfach. Er betont die Horizontalen und verstärkt sie noch durch ein überreich dekoriertes Triforium. Das Licht kann sich nicht ungehindert verbreiten“.[2] Der Bau ist, außen wie innen, gekennzeichnet durch zunehmende dekorative Verkleidung in einem ornamentalen Liniensystem. Die Ausschmückung der Langhaus-Kapellen erfolgte im plateresken Stil.

Die ursprünglich klar gegliederte äußere Gestalt der Kathedrale ist aufgrund der Anbauten nicht mehr erkennbar: Neben Kapellen an den Quer- und Seitenschiffen der Kathedrale wurden im 15. Jahrhundert der Kreuzgang und im Südwesten der erzbischöfliche Palast angebaut. Die Betrachtung wird durch die dichte Umbauung erschwert, eine Ausnahme stellt allein die Plaza Sta. María dar.

Fassaden, Türme und Portale[Bearbeiten]

Westfassade und Haupttürme[Bearbeiten]

Die Westfassade der Kathedrale

Die dreistöckige, 58 Meter hohe Haupt- oder Westfassade ist eine Doppelturmfassade im Stil der nordfranzösischen Gotik, allerdings mit vollendeten und identischen jeweils 88 Meter hohen Türmen. Jeder der beiden auf viereckigem Grundriss errichteten Türme endet in einem achteckigen, mit durchbrochenem Maßwerk verzierten Aufsatz. Über den drei Portalen wird das erste Geschoss vom zweiten durch eine mit Fialen besetzte Balustrade abgegrenzt. Im zweiten Geschoss wurde im mittleren der drei Joche ein Spitzbogen auf die Wand aufgelegt und diese durch eine Fensterrose durchbrochen. Diese Rosette wurde aus Spenden Burgaleser Juden finanziert und zeigt auf Wunsch der Geber einen Davidstern.

Darüber sind im dritten Geschoss die beiden Türme durch eine hohe offene Galerie verbunden, an deren Basis, ähnlich den Königsgalerien der französischen Kathedralen, zahlreiche Statuen auf Sockeln stehen. Auch die in diesem Geschoss zurückspringenden Strebepfeiler sind mit Statuen geschmückt. Der Baumeister dieser ab 1442 errichteten Galerie war Johannes von Köln.

Die Vorbilder dieser Turmgestaltung finden sich in süddeutschen spätgotischen Turmhelmen wie beispielsweise der Frauenkirche in Esslingen oder im Entwurf zum Ulmer Münsterturm, die ihrerseits in einem engen Beziehungsgeflecht zu flandrisch-brabantischen Turmanlagen stehen. Die ornamentale Verwendung von Inschriften und Wappen an den Türmen ebenso wie die Maßwerkgalerie des Mitteltrakts der Westfassade sind spanischem Formengut verpflichtet.

Die Galerie selbst nimmt zur Frontseite der Kirche die Form von zwei vierbahnigen Maßwerkfenstern mit jeweils drei Vierpässen im Bogenzwickel an. Gekrönt wird sie von einer weiteren Balustrade mit der Inschrift PULCHRA ES ET DECORA („schön bist du und reich geschmückt“), das lässt sich einerseits als Anspielung auf die Jungfrau Maria und ihre Darstellung in der Mitte dieser oberen Balustrade verstehen, dürfte aber auch auf die Kathedrale als Ganzes bezogen sein. Spitze, achteckige Fialen schließen die vier Ecken ab.

Die Portalzone wurde nach irreparabler Schädigung des Sandsteins im 18. Jahrhundert klassizistisch erneuert.

Vierungsturm[Bearbeiten]

Südansicht mit Haupttürmen, Vierungsturm und oberem Teil des Sarmental-Portals
Vierung der Kathedrale mit einem durchbrochenen Sterngewölbe

Das bedeutendste Unternehmen des Johannes von Köln in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts war der Vorgänger des heutigen Vierungsturms, das cimborrio (Zimborium), das nach einem zeitgenössischen Reisebericht in acht Fialen endete und mit reichem Bildwerk geschmückt war, aber bereits 1539 einstürzte. Der neue Vierungsturm wurde 1539 bis 1568 von Juan de Vallejo errichtet. Die Pfeiler der Vierung wurden zu dicken Zylindern verstärkt, um die Last des neuen Laternenturms zu tragen. Das Sterngewölbe der hohen Laterne vereinigt gotische und maurische Einflüsse (vgl. Große Moschee von Taza) zu einer Einheit.

Coronería-Portal[Bearbeiten]

Das Coronería-Portal (auch Krönungs-, Apostel- oder Hohes Portal) war der zentrale Zugang am nördlichen Querhaus aus der Zeit um 1240/1245. Seine Bedeutung erhielt es unter anderem durch den vorbeiführenden Jakobsweg. Es ist eingebettet in eine Nischenarchitektur zwischen den seitlichen Strebepfeilern. Ein Band von jeweils sechs überlebensgroßen Apostelfiguren zieht vom linken Pfeiler bis ins Portalgewände und rechts parallel weiter. Die beiden äußeren Figuren sind als sogenannte Zuschauerfiguren an den Innenseiten der Strebepfeiler angebracht, die dadurch im rechten Winkel zu den übrigen Aposteln stehen.

Das Tympanon stellt das Jüngste Gericht dar mit Christus als Richter in der Mitte. Rechts und links erbitten als Deësis-Gruppe die gekrönte Jungfrau und Johannes der Evangelist Erbarmen für die Seelen. Außen und über dieser Dreiergruppe präsentieren Engel die Marterwerkzeuge Christi: Ganz links zeigt ein Engel die Lanze, ganz rechts ein weiterer die Säule der Geißelung, in der Zwickelzone, auf einer angedeuteten Wolke schwebend: Engel mit Kreuz, Leichentuch, Dornenkrone und den Nägeln der Kreuzigung. Unter der zentralen Szene befindet sich auf dem Türsturz die friesartige Darstellung der Seelenwägung, der Psychostasie, durch den Erzengel Michael mit der üblichen Aufteilung der Gerechten auf der linken Seite und der Verdammten auf der rechten.

Das Coronería-Portal ist seit 1830 ständig geschlossen, „damit es nicht als Abkürzung in den tiefer gelegenen Teil der Stadt genutzt wurde und somit die Heiligkeit des Bauwerkes nicht mehr missachtet wurde“.[3] Hintergrund der Schließung war, dass Besucher des unterhalb der Kathedrale gelegenen Marktes regelmäßig das Querhaus mit ihren Einkäufen, darunter lebenden Tieren, durchquerten.

Pellejería-Portal[Bearbeiten]

Das wesentlich jüngere Pellejería-Portal, es stammt aus dem Jahr 1516, ist der östliche Ausgang des nördlichen Querhauses und nur wenige Meter vom Coronería-Portal entfernt. Franz von Köln / Francisco de Colonia hat es 1516 geschaffen, es ist also ein Werk der Renaissance. Gegenüber befanden sich früher die Häuser der „Pellejeros“, der Hersteller von Weinschläuchen – daher der Name. Der Aufbau des Portals gleicht einem Altaraufsatz, auch Retabel genannt. Die oberste Szene zeigt Maria mit Kind auf einem Thron, begleitet rechts von musizierenden Engeln und links von einem anbetenden Bischof. Die beiden mittleren Szenen zeigen links das Martyrium Johannes des Täufers und rechts das von Johannes dem Evangelisten. Der untere Teil des Retabels zeigt Figurennischen, die das Portal rahmen.

Sarmental-Portal[Bearbeiten]

Das Sarmental-Portal

Das älteste Portal der Kathedrale ist das Sarmental-Portal am südlichen Querhaus. Das Portal ist nach einer einflussreichen Familie benannt, deren Haus in der Nähe zu finden war. Es stammt aus der Zeit nach 1235 und steht in deutlicher Abhängigkeit zum Ostportal in Amiens. In prinzipiell ähnlicher Aufteilung wie das Coronería-Portal thront hier Christus in einer Darstellung des Jüngsten Gerichts in der Mitte, umgeben von schreibenden Evangelisten und ihren Symbolen (Adler, Löwe, Engel und Stier) über einer Apostelreihe auf dem Türsturz. Auch dieses Portal ist eingebettet in eine Apostelreihe. Allerdings ist es wesentlich besser zu sehen als das Nordportal, weil es der Endpunkt einer breiten Treppenanlage ist, die vom tiefer gelegenen Platz hinaufführt.

Uhr und Papamoscas[Bearbeiten]

Uhr und Papamoscas

Von der Hauptfassade aus gesehen, am linken Seitenschiff über dem Triforium, befindet sich eine große mechanische Uhr mit einem Durchmesser von 312 cm Länge, 80 cm Breite und 193 cm Höhe. Es handelt sich hierbei um die einzige Uhr an einer spanischen Kathedrale. Sie steuert nicht nur die Zeiger, sondern auch den Papamoscas (Fliegenschnapper), eine Spielfigur aus dem 15. Jahrhundert. Sie betätigt im Viertelstundentakt eine Glocke und lässt ihre Kinnlade zuschnappen.

Innenraum[Bearbeiten]

Der Innenraum der Kathedrale war einmal „französisch“ nach dem Vorbild der Kathedralen der Normandie. Aber im Laufe der Jahrhunderte erhielt er einen ausgeprägt spanischen Charakter mit geschnitzten Retabeln, gemeißelten Steinschranken und den großen Eisengittern. Dadurch ist der Innenraum, wie auch der Außenbau, sehr unübersichtlich geworden. Die Unterteilung der Kathedrale durch Kapellen nimmt dem Raum einiges an Weite. Das Innere ist prächtig und mit Kunstschätzen reich gefüllt. Es beinhaltet 19 Kapellen, 35 Gitter, 38 Altäre und circa 60 Säulen.

Chor[Bearbeiten]

Der Chor ist ein abgetrennter Bereich, der dem Gebet und Gesang der Domherren bestimmt ist. Er ist in spanischen Kathedralen häufig noch zu finden und dafür verantwortlich, dass der freie Blick durchs Kirchenschiff versperrt ist. Vom Westportal eintretend, schaut der Betrachter zuerst auf die im Renaissance-Stil gestaltete Rückwand, den Trascoro. Innen ist der Chor mit 103 Stühlen aus Nuss- und Buchsbaumholz ausgestattet, die mit geschnitzten Motiven aus dem Alten und Neuen Testament geschmückt sind (chronologisch Abfolge, links beginnend) und von Felipe Bigarny geschaffen wurden. In der Mitte befindet sich eine Figur des Gründer-Bischofs Mauricio aus dem 13. Jahrhundert. Auch sein Grab befindet sich hier. Im Chor befinden sich auch die zwei größten Orgeln der Kathedrale. Sie stehen sich an der Epistelseite und der Evangelienseite gegenüber.

Im oberen Bereich des Chors sieht man die Orgelprospekte aus dem 17. und 19. Jahrhundert mit teilweise horizontal gelagerten Pfeifen, den Spanischen Trompeten.

Die Kapellen[Bearbeiten]

Im südlichen Seitenschiff[Bearbeiten]

Kapelle des Santísimo Cristo (Christus von Burgos): Die vom Eingang aus als erste rechts liegende Kapelle betritt man durch das Santa-María-Portal. Sie ist schmal und langgestreckt, ein Korridor des ehemaligen Kreuzgangs, nur dem Kult und dem Gebet gewidmet und für Touristen normalerweise nicht zugänglich. Ihren heutigen Namen trägt sie seit dem 30. Januar 1836 auf Grund der Statue des gekreuzigten Christus im Kopfteil der Kapelle. Diese Figur des 16. Jahrhunderts ist flämischer Herkunft. Sie war lange Zeit Zielpunkt von Pilgern und Bittstellern. Ihre Verehrung verbreitete sich seit dem 16. Jahrhundert vor allem in Andalusien und in Lateinamerika, wo sie El Señor de Burgos genannt wurde.

Kapelle der Presentación (Mariä Opferung): Diese als nächste auf der rechten Seite folgende quadratische Kapelle wurde 1520–1524 auf Wunsch des Protonotars und Kanonikers Gonzalo Díez de Lerma von Meister Juan de Matienzo erbaut. Bemerkenswert sind das Sterngewölbe von 1524, die Alabasterstatue des Gründers von Felipe Bigarny aus der Zeit vor 1527 und die Grabstätte des Santiago de Bilbao von Juan de Vallejo, vor 1540.

Kapelle des Hl. Juan de Sahagún: Sie ist seit der Mitte des 16. Jahrhunderts dokumentiert. In ihr befindet sich ein Retabel, das zwischen 1766 und 1769 von José Carlos Cortés entworfen, von dem Architekten und Bildhauer Fernando González de Lara hergestellt und von Andrés Carazo vergoldet wurde. In der Nische des Mittelteils ist ein von Juan Pascual de Mena gemeißeltes Bildnis des Namensgebers zu sehen.

Die Reliquienkapelle: Diese Kapelle ist nur von der vorigen her erreichbar. Der Kathedrale von Burgos wurden im Laufe der Jahrhunderte so viele Reliquien geschenkt, dass man eine eigene Kapelle für sie benötigte. 1765 erhielt sie ihre heutige Form durch den Karmeliter José de San Juan de la Cruz.

Kapelle der Visitación (Mariä Heimsuchung): Vom südlichen Querschiff aus erreichbar, liegt direkt neben dem Sarmental-Portal diese große rechteckige Kapelle, die 1440 bis 1442 auf Wunsch des Bischofs Alonso de Cartagena, eines Konvertiten, erbaut wurde. Sie enthält auch dessen, von Gil de Siloé geschaffenes, Alabastergrabmal. Das wichtigste Kunstwerk in ihr ist ein Ölgemälde von Carlos Luis Ribera von 1890. Es zeigt die katholischen Könige samt Hofstaat vor Granada. Das Bild selber hat keine Beziehung zur Kapelle. Es wurde der Kathedrale 1963 vom Erzbischof Luciano Pérez Platero geschenkt und dorthin gehängt, weil die leere Wand bis dahin noch keine Dekoration aufwies. Mit mehr Bezug zur Kapelle steht die Grabstätte von Alonso de Cartagena, die in zwei Phasen geschaffen wurde: zuerst von Johannes von Köln vor 1456 und dann von Gil de Siloé 1490 bis 1495.

Heinrichskapelle (Capilla de San Enrique): Die erste Kapelle östlich des südlichen Querschiffes liegt direkt neben dem Portal zum Kreuzgang. Sie ist entstanden aus der Zusammenlegung von zwei älteren Kapellen des 13. und 17. Jahrhunderts und hat deshalb heute noch zwei Eingänge vom Chorumgang aus. Sie ist heute die Grabkapelle des Erzbischofs Enrique de Peralta y Cárdenas mit einer Größe von 11,5x7 Metern. Gestaltet wurde sie von Juan de la Sierra Bocerraiz und Bernabé de Hazas und war 1674 vollendet. „Peralta bezahlte die ungeheuerliche Summe von 32.000 Ducaten, um die sechs Eisengitter des Kopfteils des Hauptschiffes, in denen das Wappen des Erzbischofs gezeigt wird, und die beiden steinernen Retabel an den Seiten des Hinteraltarraums fertigen zu lassen.“[4] Das Grabmal des Bischofs ist auch das Hauptwerk dieser Kapelle. Das hohe Retabel wurde von Policarpo Nestosa geschaffen und ab 1671 von Alonso Álvarez Ruyales vergoldet und bemalt. Eingearbeitet ist eine flämische Ecce-Homo-Plastik eines anonymen Künstlers aus der Zeit um 1500.

Hauptsakristei[Bearbeiten]

In den beiden anschließenden zusammengehörigen Räumen der Hauptsakristei befinden sich einige technische Einrichtungen wie Beleuchtung, Lautsprecheranlagen, Telefone etc. Hier befand sich ursprünglich die Reliquienkapelle, bevor diese verlegt wurde. Die bis dahin anscheinend dunkle Sakristei wurde 1761 bis 1769 auf Betreiben des Erzbischofs Juan Francisco Guillén völlig erneuert. Diese bauliche Maßnahme kostete 247.182 Reales (etwa 100 Mio. Peseten). Trotzdem erhielt sie damals eine denkbar negative öffentliche Kritik. Martínez Sanz meinte, es sei „ein sehr gut gemachtes schlechtes Werk“. Der bereits erwähnte José de San Juan de la Cruz leitete den Umbau. Er sorgt für ein Kuppelgewölbe und einen lichtvollen Raum. Hauptwerk der Sakristei ist das große hölzerne Retabel von 1765 mit zwei Heiligen-Darstellungen zum Thema Mariae Himmelfahrt.

Im nördlichen Seitenschiff[Bearbeiten]

Retabel in der Kapelle der heiligen Anna. Eine Arbeit von Gil de Siloe

Kapelle der hl. Thekla: Die erste Kapelle links vom Haupteingang ist die größte von allen. Vier mittelalterliche Kapellen mussten ihr von 1731 bis 1735 weichen. Seit dem 14. Jahrhundert hatten mehrere Bischöfe versucht, diese alte Kirche abzureißen, um die Kathedrale erweitern zu können. Aber erst Erzbischof Manuel de Samaniego y Jaca (1728 bis 1741) konnte es schließlich durchsetzen. Die Hl. Thekla wird traditionell mit den Ursprüngen der ersten christlichen Gemeinde in Tarragona in Verbindung gebracht. Zu dieser Diözese gehörte Samaniego, bevor er nach Burgos kam. Um 1735 wurde auf großen Pilastern mit einem Hängezwickelsystem eine halbkreisförmige Kuppel mit 12 m Durchmesser geschaffen und darum herum vier kleine Kuppelgewölbe, alle reich und bunt verziert. Sehr reich, im Stile des Rokoko dekoriert ist der große vergoldete Hauptaltar.

Kapelle der Concepción (Mariä Empfängnis) und der Hl. Anna: Die zweite Kapelle auf der linken Seite des Langhauses grenzt direkt an das nördliche Querschiff. Hier liegt das Grab des Bischofs Luis de Acuña (1456 bis 1495), dem die Kathedrale viel zu verdanken hat. Allein in diese Kapelle investierte er einen Gegenwert von 30 Mio. Peseten. Johannes von Köln begann 1477 mit dem Bau, die er bei seinem vor dem 3. August 1481 erfolgten Tod unvollendet hinterließ, und sein Sohn Simon schloss ihn 1488 ab. Die Kapelle ist also ein Werk der Spätgotik. An der linken Wand befindet sich die Grabstätte von Fernando Díaz de Fuentepelayos (gest. 1492), ein Werk von Gil de Siloé. Fernando war als Erzdiakon ein Mitarbeiter Acuñas und überwachte in seinem Namen die Arbeiten an der Kapelle. Diese Grabanlage de Siloés wurde stilbildend für andere Gräber, auch außerhalb von Burgos. Ein anderes Mitglied der Familie – Diego de Siloé – gestaltete 1519 die Grabstätte des Bischofs Luis de Acuña. Gil de Siloé schuf 1492 auch das Hauptretabel dieser Kapelle. Diego de la Cruz bemalte es anschließend. Das ist heute aber nicht mehr zu sehen, denn 1868 bis 1870 wurde Antonio Lanzuela von einem Kapellmeister beauftragt, das Retabel mit „schreienden Farbtönen“ zu übertünchen, wie der amtliche Kirchenführer bedauernd feststellt und sich zu der Bemerkung hinreißen lässt: „Eine Schande“. [5] Detailaufnahmen dieses bemerkenswerten Retabels lassen diese Bewertung als etwas zu pessimistisch erscheinen. Unter den Gemälden, die sich in dieser Kapelle befinden, muss eine „Heilige Familie“ von circa 1528 erwähnt werden, die Andrea del Sarto zugeschrieben wird.

Kapelle des Hl. Nikolaus: Diese erste Kapelle im Anschluss an das nördliche Querhaus ist nur von hier aus zugänglich und gehört zu den kleinsten. Sie wurde vom Kantor Pedro Díaz de Villahoz (gest. 1230) gegründet, „der hier stehend in einem Schrank begraben wurde, der in die Wand eingelassen ist.“[6]

Zwischen der Nikolauskapelle und der anschließenden Geburtskapelle befindet sich – halb in der Mauer – die Grabstätte des Erzdiakons Pedro Fernández de Villegas, geschaffen von Simón de Colonia um 1510. Villegas war der erste Übersetzer von Dantes Göttlicher Komödie ins Spanische. Simón de Colonia hat sich in der Gestaltung des Grabes offensichtlich an dem von Fernando Díaz de Fuentepelayos in der Maria-Empfängnis-Kapelle orientiert. In die spätgotische Formensprache scheinen sich hier erste Elemente der neuen Renaissance eingewebt zu haben.

Kapelle Unserer Lieben Frau (Spanisch: de Nuestra Señora) (Geburtskapelle): Die erste vom linken Chorumgang aus erreichbare Kapelle besitzt gleich zwei Eingänge. 1562 wurde mit dem Bau begonnen, 1582 war er architektonisch abgeschlossen. Die Ornamente waren erst 1590 fertig. Das Hauptretabel schufen von 1562 bis 1590 Martín de Bérriz und andere.

Im Chor[Bearbeiten]

Capilla del Condestable
Blick auf das Zimborium der Kapelle des Condestable

Kapelle von San Antonio Abad (Verkündigungskapelle): In der beginnenden Krümmung des Chorumgangs liegt die Verkündigungskapelle. Ihre Existenz ist bereits seit dem 13. Jahrhundert dokumentiert. Sie ist die Beerdigungsstätte verschiedener Kapitulare und einiger Bischöfe. Das Retabel von 1540 ist manieristisch und stammt von Juan de Lizarazu.

Kapelle des Heiligen Gregorius: Bis auf den Eingangsbogen hat diese Kapelle noch ihre primitive Struktur von 1238. Es ist die einzige Kapelle in reiner, schlichter Gotik. Die wichtigsten Werke sind die Grabstätten der Bischöfe Gonzalo de Hinojosa (gest. 1327) und Lope de Fontecha (gest. 1351), Meisterwerke gotischer Bildhauerkunst, die in starkem Gegensatz zur überladenen Schmuckfreudigkeit der spanischen Spätgotik stehen.

Kapelle des Condestable (Reinigungskapelle) / Kronfeldherrnkapelle: Dort wo in französischen und deutschen Kathedralen die Achskapelle liegt, befindet sich in Burgos die Condestablenkapelle. Es ergibt sich ein vollkommen anderer Raumeindruck als im europäischen Norden. Vom Langhaus her glaubt man durch den riesigen Hauptaltar, dass der Kirchenraum dort endet. Wenn man aber am Hauptaltar vorbei vom Chorumgang aus die Condestablenkapelle betritt, hat man das überraschende Gefühl, in eine zweite Kirche zu kommen. Teilweise wird die Condestablenkapelle sogar als Kathedrale in der Kathedrale bezeichnet, festgemacht an den dort vorhandenen Merkmalen: Altar mit Altarretabel, angedeutetes Lang- und Querschiff, Vierungskuppel, Sakristei, Seitenaltar, Orgel und Chorgestühl.

Grabmal des Condestable Pedro Fernández de Velasco und seiner Gattin Mencia

Der Bau wurde 1482 begonnen, nachdem man eine kleine Petruskapelle an dieser Stelle abgerissen hatte. Gründer waren der Condestable Pedro Fernández de Velasco und seine Gattin Mencia de Mendoza, beide liegen hier begraben. Erster Baumeister war Simón de Colonia (gest. 1511), der Sohn von Juan de Colonia (Johannes von Köln). Danach kam sein Sohn Francisco, der den Bau der Kapelle 1517 abschloss. Viele wichtige Kunstwerke sind erst später angebracht worden von Meistern wie Gil und Diego de Siloé, Felipe Bigarny, León Picardo und anderen. Die Condestableskapelle hat für eine Kapelle riesige Ausmaße und ist sehr aufwändig ausgestattet. Sie hat die Form eines Oktogons und einen Durchmesser von 15 m. Sie verfügt über ein achtzackiges Sterngewölbe in dessen Mitte ein kleiner Achtzackenstern ausgespart und aus Glas besteht. Hervorzuheben sind das Retabel von Felipe Bigarny aus den Jahren 1523 bis 1526, das das Leben Christi darstellt, sowie das Grabmal des Gründerpaares (weißer Marmor auf rotem Nagelfluh). Der Wappenschmuck außen und innen stammt von Diego de Siloé und stellt eine der einfallsreichsten Verwendungen von Elementen der Heraldik in der gesamten Architektur dar [7]. Das Gemälde der Maria Magdalena stammt aus dem Umfeld Leonardo da Vincis, von Giovan Pietro Rizzoli, genannt Gianpetrino.

Bild von Maria Magdalena in der Gemäldesammlung

Im Kreuzgangkomplex[Bearbeiten]

Jakobuskapelle (Santiagokapelle): Von der Täuferkapelle gelangt man in die große Jakobuskapelle (geweiht dem Apostel Jakobus), die den Kirchenraum mit dem Kreuzgangkomplex verbindet. Sie liegt südlich der Condestableskapelle und hat eine ähnliche Größe, ist vom Chorumgang durch ein riesiges Gitter ständig getrennt. Hier gab es bereits seit dem 14. Jahrhundert eine Santiagokapelle, die mehrfach erweitert wurde. Da das Raumbedürfnis damit aber immer noch nicht befriedigt war, entschloss man sich 1521 zu einem völligen Neubau. Seit circa 1524 leitete Juan de Vallejo die Arbeiten, der sie 1534 auch abschloss. Es erwies sich als schwierig, den großen und unregelmäßigen Raum zu wölben. De Vallejo schaffte das mit einem komplizierten Kreuzrippensystem, das in sehr dekorativen Rosetten zusammenläuft.

Haupt-Kunstwerk der Kapelle ist die Grabstätte des Kanonikers Juan Ortega de Velasco, Prior von San Quirce, ebenfalls von Juan de Vallejo, 1547.

Escalera Dorada/Goldene Treppe[Bearbeiten]

Durch die Hanglage der Kathedrale liegt das Coronería-Portal 15 Meter über der Calle Paloma. Diesen Höhenunterschied glich man durch eine Treppe im nördlichen Querschiff aus, die 1519 von Diego de Siloé durch eine doppelläufige, spiegelbildlich symmetrische Renaissancetreppe im Plateresken Stil ersetzt wurde. Sie wird als eine der schönsten Renaissancetreppen bezeichnet und ist eine der wichtigeren Sehenswürdigkeiten der Kathedrale. Ihren Namen erhielt sie von dem vergoldeten schmiedeeisernen Geländer.

Charles Garnier ließ sich von dieser Treppe inspirieren, als er die Freitreppe der Pariser Opéra Garnier entwarf.

Kreuzgang[Bearbeiten]

Auf der Südseite des Chores liegt der zweistöckige Kreuzgang, sprachlich unterschieden als „hoher“ und „niedriger“ Kreuzgang. Der niedrige wurde um 1260 fertiggestellt, der hohe zwischen 1265 und 1270. In den Katakomben des unteren Teils kann man den Grundriss der ehemaligen romanischen Kathedrale erkennen. Die Flügellänge des fast quadratischen und nicht ganz rechtwinkligen Kreuzgangs beträgt 40 Meter. Seit 1323 wurden im hohen Teil Begräbnisse erlaubt. Diese Grabstätten stellen heute die wichtigsten Kunstwerke des Kreuzgangs dar. Vom Ostflügel aus gelangt man in die weiteren Kapellen dieser vielschichtigen Kathedralanlage von Burgos, von links nach rechts: Kapelle des Heiligen Johannes des Täufers (Täuferkapelle), Katharinenkapelle, Kapelle Corpus Christi, von der aus man den Kapitelsaal erreicht. Alle vier Kapellen sind heute Ausstellungsräume.

Im Kreuzgang befindet sich auch die silberne Karosse, die für den Transport der goldenen Monstranz bei der Fronleichnamsprozession vorgesehen ist. Zwischen Kreuzgang und Kapitelsaal steht hoch an der Wand der Cofre del Cid (Truhe des Cid). Es handelt sich der Legende nach um dieselbe Truhe, die im altspanischen Epos El Cantar de Mío Cid eine Rolle spielt. Zu den wichtigsten Kunstwerken gehören eine westgotische Bibel des Diakons Gómez aus der Zeit zwischen 910 und 914 (Kapelle Corpus Christi) und die Gemäldesammlung des Kapitelsaals.

Retabel[Bearbeiten]

Das Hauptretabel ist ein Werk von Diego de Siloé und Felipe Bigarny. Es wurde zwischen 1523 und 1526 geschaffen. Die Hauptansicht zeigt die Darstellung des Herrn. Die Polychromie stammt von León Picardo.

Das Retabel der Heiligen Anna wurde von Gil de Siloé begonnen und von seinem Sohn Diego de Siloé um 1522 vollendet. Das Retabel des Sankt Peter war bereits 1523 vollendet. Wie das Hauptretabel ist es das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Diego de Siloé und Felipe Bigarny. Auch hier stammt die Polychromie von León Picardo.

Orgeln[Bearbeiten]

Ursprünglich standen die Orgeln wahrscheinlich in einer Kapelle nahe der Vierung. Erste Erwähnungen von Orgeln stammen bereits aus dem Jahr 1223. Ungefähr aus der gleichen Zeit stammt die Darstellung eines Positivs mit zwei Pfeifenreihen am Sarmental-Portal. Das Domkapitel von Burgos fasste 1377 einen Beschluss, an welchen Festen die Orgeln zu spielen seien.

Orgel der Epistelseite des Chors[Bearbeiten]

Die Orgel wurde 1636 durch Juan de Argüete errichtet. Die Vergoldung wurde 1645 durch Juan Delgado besorgt. Im Jahr 1706 wurde für 827.020 Maravedís durch Juan de Echevarría eine neue Orgel in das ursprüngliche Gehäuse eingebaut. Die ursprünglich die Horizontalzungen tragenden 32 Engelsköpfe wurden wahrscheinlich erst zu diesem Zeitpunkt angebracht. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde wiederum ein neues Orgelwerk durch Juan Roques in das Gehäuse von 1636 eingebaut. Heute enthält die Orgel wegen mehrmaligem Umbau nur noch wenige historische Bestandteile.

Orgel der Evangelienseite des Chors[Bearbeiten]

Das heute vorhandene Werk wurde 1806 durch Juan Manuel de Betolasa geschaffen. Es kostete damals 165.329 Reales. Das neo-klassizistische Gehäuse wurde durch den Burgaleser Manuel Cortés aufgestellt. 1950 wurden vor allem am Schwellwerk kleinere Änderungen vorgenommen. Die barock disponierte Orgel hat 47 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.[8]

I Hauptwerk C–f3
1. Flautado de 26
2. Flautado de 13
3. Octava
4. Docena
5. Quincena
6. Decisetena
7. Decinovena
8. Compuesta de Lleno VIII
9. Flauta Travesera (D)
10. Violón
11. Nasardo 12ª
12. Nasardo 15ª
13. Nasardo 17ª
14. Corneta VI (D)
(Fortsetzung)
15. Trompeta Real
16. Trompeta Magna (D)
17. Trompeta de Batalla
18. Bajoncillo (B)
19. Chirimía (B)
20. Oboe
21. Crorlo
22. Bajoncillo (B)
23. Clarín de Campaña (D)
24. Clarín Claro (D)
25. Clarín Pardo (D)
26. Clarín Sonoro (D)
27. Clarinete (D)
II Schwell/Echowerk C–f2
28. Flautado
29. Violón
30. Octava
31. Tapadillo
32. Quincena
33. Decinovena
34. Lleno III
35. Fagot (B)
36. Bajoncillo (B)
37. Orlo
38. Corneta V (D)
39. Clarín (D)
40. Voz Humana (D)
41. Clarinete (D)
Pedal C–H
42. Contras Mayores
43. Contras menores
44. Bombardas
45. Trompetas
46. Pajarillos
47. Tambor en Re

Orgel der Capilla del Condestable[Bearbeiten]

Erbauer war im Jahr 1615 Gaspar de Soto, ein Sohn de Francisco de Soto aus Palencia. Das Gehäuse wurde von Diego de Siloé geschaffen. Das Instrument wurde kaum verändert.

Positiv der Heinrichskapelle[Bearbeiten]

Das Positiv mit seinem reich verzierten Gehäuse stammt spätestens aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die an der Schmalseite befindliche Klaviatur umfasst 42 Tasten. Die Register sind geteilt, die Trennung zwischen Bass- und Diskanthälfte liegt bei c1/cis1. Die Orgel besitzt ein angehängtes Pedal mit einem Umfang von acht Tönen. Das aktuelle Pfeifenwerk stammt wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert.

Glocken[Bearbeiten]

Die Kathedrale von Burgos besitzt wichtige Exemplare, unter denen die Campana de las horas (Stundenglocke) besonders herausragt. Einige Besonderheiten, wie zum Beispiel Schrifttypen, und einige Eigentümlichkeiten legen das Jahr 1350 als Herstellungsdatum nahe.

Die beiden Türme der Kathedrale enthalten 15 Glocken, die auf zwei Stockwerke innerhalb der Türme verteilt sind. Die Glocken des rechten Turmes sind beweglich und starr, während im linken Turm die drei oberen für die Viertelstunden und Stundenschläge starr sind, während die unteren vier auch für liturgisches Schlagen verwendet werden dürfen. Eine kleine Glocke auf dem Dach des Chores vervollständigt das Ensemble der Glocken. Sie ist auch die letzte der Glocken mit dem ursprünglichen Holzjoch. Es gibt noch zahlreiche Glöckchen in den verschiedenen Kapellen der Kathedrale. Es handelt sich hierbei um kleine Bronzen mit einem Durchmesser von ungefähr 18 Zentimetern. Sie sind größtenteils ohne Inschrift und stammen wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert.

Glocke Name Typ Hersteller Jahr Höhe (cm) Durchmesser (cm) Gewicht (kg)
1 San Pedro beweglich Witwe des Ángel Perea 1963 98 126 758
2 La Asunción beweglich Witwe des V. Perea Arcos 1950 112 140 1040
3 Santa Bárbara beweglich Pedro Güemes 1737 96 98 545
4 Glocke 4 beweglich Constantino Linares Ortiz 1927 100 101 597
5 Santa Tecla beweglich Witwe des Ángel Perea 1961 46 54 91
6 Santa María beweglich unbekannt 1790 68 70 199
7 Santa María y San Esteban beweglich unbekannt 1816 58 62 138
8 San Mamerto beweglich unbekannt 1844 71 76 254
9 La Campana Madre starr unbekannt 1594 120 156 1439
10 Mauricia starr M. Andes um 1400 138 174 1997
11 San José starr unbekannt 1785 96 102 614
12 Concepción starr unbekannt 1856 93 121 671
13 Campana de las horas starr Pedro Gunsalvo Famucense um 1350 113 142 1085
14 Jesús, María y José beweglich unbekannt 1743 57 65 1743
15 El Papamoscas starr Witwe des Ángel Perea 1950 57 66 166
16 Cimbalillo de coro beweglich unbekannt 1770 26 28 13

Es existieren noch einige ungewöhnliche matracas (Rasseln), überwiegend aus Eisen. Sie sind dem Triduum Sacrum an Ostern vorbehalten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Barral I Altet, Xavier (Hrsg.): Die Geschichte der spanischen Kunst. Köln 1997, S. 150–152, 164.
  • Calvete, Pascual: Campanas de las Catedrales de las Diócesis más importantes de España y Aragón – „Campaners“ nº 4 – València 1991, S. 11–13.
  • Alain Erlande-Brandenburg: Gotische Kunst. Herder, Freiburg-Basel-Wien 1984, FT-25, Abb. 202, 787–790.
  • Henrik Karge: Die Kathedrale von Burgos und die spanische Architektur des 13. Jahrhunderts. G. Mann, Berlin 1989
  • Kubisch, Natascha: Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Unterwegs zu Kunst und Kultur des Mittelalters. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002, S. 67–73.
  • López Martínez, Nicolás: Kathedrale von Burgos – Kurzführer. 1999.
  • Reuter, Rudolf: Orgeln in Spanien. Kassel 1986, S. 43–47.
  • Swaan, Wim: Die großen Kathedralen. Köln 1969, S. 260, Abb. 34, 304, 306–312.
  • Toman, Rolf (Hrsg.): Die Kunst der Gotik. Architektur – Skulptur – Malerei. Köln 1998, S. 204.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kathedrale von Burgos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kathedrale von Burgos. In: Structurae.
  2. Erlande-Brandenburg, S. 543
  3. López Martinez, S. 19
  4. López Martínez, S. 58
  5. López Martínez, S. 85
  6. López Martínez, S. 92
  7. Wim Swaan, S. 264
  8. Nähere Informationen zur Evangelienorgel (spanisch)
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42.340833333333-3.7044444444444Koordinaten: 42° 20′ 27″ N, 3° 42′ 16″ W