Kathedrale von Winchester

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Kathedrale von Winchester
Innenansicht ostwärts
Grundriss von 1911

Die Kathedrale von Winchester, offiziell: "The Cathedral Church of The Holy and Indivisible Trinity"[1], ist eine der größten Kathedralen in Großbritannien. Sie wurde von 1079 bis 1093 in Winchester errichtet.

Bauwerk[Bearbeiten]

Um das Jahr 828 herum wurde Winchester die erste Hauptstadt Englands, bevor es ab dem 12. Jahrhundert London wurde.

Die Kathedrale besitzt das größte europäische Langhaus. Im 14. Jahrhundert hatte es noch eine Länge von 180 Metern. Später wurde die Westfassade abgerissen und um 12 Meter zurück versetzt, so dass sich eine heutige Länge des Langhauses von 168 Metern ergibt. Im ausgehenden 14. Jahrhundert wurden große Teile der Kirche im Perpendicular Style umgebaut.

Im alten Münster wurde 1043 Eduard der Bekenner gekrönt und noch Wilhelm der Eroberer und einige seiner Nachfolger ließen sich außer in London auch noch in ihrer anderen Hauptstadt Winchester krönen.

Das Querschiff wurde von 1079 bis 1090 errichtet. Erhalten sind von diesem romanischen Bau das nördliche Querhaus und die Krypta als der eindrucksvollste Innenraum der frühromanischen Jahrzehnte. Die um die Schmalseiten herumgeführten Seitenschiffe besitzen eigene Emporen.

Zum ersten Mal tritt hier das Aufriss-System 1:2:3 auf, das für England das übliche wird: einem Arkadenbogen des Erdgeschosses entspricht eine Doppelarkade in der Emporenregion und eine dreiteilige Bogenstellung im Lichtgaden nach dem Schema a-b-a (größere Breite der Mitte mit dem Fenster, das nach normannischer Art hinter dem Laufgang liegt). Bezeichnend sind die normannischen Blendbogenarkaturen der unteren Seitenschiffwände. Ursprünglich waren die Seitenschiffe nur mit Kreuzgratgewölben zwischen Gurtbögen gedeckt. „Die Gesamtwirkung wird durch die kompakte Gesteinsmasse der Wände bestimmt“ (Pevsner).

Nach einem Einsturz im Jahr 1107 vollzog man im beginnenden 12. Jahrhundert eine Verstärkung der Vierungspfeiler und eine Erneuerung des Vierungsturms.

Der Retrochor aus den Jahren 1189-1202 wurde in der späten Gotik verändert. In ihm befinden sich die Totenmesskapellen für Kardinal Beaufort und für Bischof Waynfletes.

Die Fresken in der Kapelle zum Heiligen Grab stammen aus der Zeit um 1230 und dokumentieren den damaligen Hofstil.

Der Umbau des normannischen Baues erfolgte im Chor seit etwa 1320. 1371 bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert folgte das Langhaus. Der Grundriss und Teile des Mauerwerks wurden beibehalten. Die drei Schiffe erscheinen als in sich selbständige, einfach kubisch begrenzte Räume. Auffallend ist die gerüstartige Vergitterung der Wände.

Die Westfassade wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts abgerissen und 12 m zurück neu gebaut.

Die Lady Chapel wurde im ausgehenden 15. Jahrhundert verlängert und ihr Gewölbe erneuert.

Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wurden die Chor-Seitenschiffe umgebaut.

1635 wurde das Gewölbe des Vierungsturm im gotischen Stil erneuert.

Der Taucher William Walker arbeitete 1906–1911 am Fundament der Kathedrale, um es zu sichern und einen Einsturz zu verhindern. Eine Büste erinnert bis heute an ihn.

Ausstattung[Bearbeiten]

Die Orgel geht zurück auf ein Instrument, das im Jahre 1851 von dem Orgelbauer Willis erbaut worden war. 1938 wurde das Instrument durch den Orgelbauer Harrison & Harrison umfassend restauriert und neu errichtet. Die Orgel hat 78 Register (darunter zwei Transmissionen) auf vier Manualen (fünf Werke) und Pedal. Die Spieltrakturen sind elektro-pneumatisch, die Registertrakturen sind elektrisch.[2]

I Choir Organ C–g3
Open Diapason 8'
Stopped Flute 8'
Prestant 4'
Chimney Flute 4'
Nazard 22/3'
Gemshorn 2'
Tierce 13/5'
Larigot 11/3'
Mixture IV 1'
Cremona 8'
Tremulant
II Great Organ C–a3
Double Open Diapason 16'
Open Diapason I 8'
Open Diapason II 8'
Stopped Diapason 8'
Claribel Flute 8'
Principal I 4'
Principal II 4'
Flute harmonique 4'
Twelfth 22/3'
Fifteenth 2'
Open Flute 2'
Seventeenth 13/5'
Full Mixture IV 11/3'
Sharp Mixture III 2/3'
Double Trumper 16'
Trumpet 8'
Clarion 4'
II Nave Organ C–a3
Bourdon 16'
Open Diapason 8'
Stopped Diapason 8'
Octave 4'
Wald Flute 4'
Super Octave 2'
Cornet V
Mixture IV-V 11/3'
Trumpet 8'
Tremulant
III Swell expr. C–a3
Double Diapason 16'
Open Diapason 8'
Violin Diapason 8'
Lieblich Gedeckt 8'
Echo Salicional 8'
Vox Angelica 8'
Principal 4'
Lieblich Flote 4'
Twelfth 22/3'
Fifteenth 2'
Mixture III-IV 2'
Contra Oboe 16'
Contra Posaune 16'
Oboe 8'
Cornopean 8'
Clarion 4'
Tremulant
IV Solo expr. C–a3
Viola da Gamba 8'
Voix Celeste 8'
Harmonic Flute 4'
Harmonic Piccolo 2'
Clarinet 8'
Orchestral Oboe 8'
Tromba 8'
Tuba 8'
Tuba Clarion 4'
Tremulant
Pedal Organ C–f1
Double Open Wood 32'
Open Wood 16'
Principal 16'
Open Diapason (Great) 16'
Violone (Nave) 16'
Bourdon 16'
Octave 8'
Stopped Flute 8'
Super Octave 4'
Open Flute 4'
Mixture IV 11/3'
Contra Bombarde 32'
Bombarde 16'
Ophicleide 16'
Fagotto 16'
Trumpet 8'
Clarion 4'

Literatur[Bearbeiten]

  • Harry Batsford, Charles Fry: The Cathedrals of England, 7th Edition, B. T. Batsford Ltd., London 1948
  • Marcel Durliat: Romanische Kunst. Freiburg-Basel-Wien 1983. Abb. 322 (Taufbecken)
  • Peter Sager: Süd-England. Köln [1977] 8. Auflage 1985. (DuMont Kunst-Reiseführer), S. 154
  • Werner Schäfke: Englische Kathedralen. Eine Reise zu den Höhepunkten englischer Architektur von 1066 bis heute. Köln 1983. (DuMont Kunst-Reiseführer), S. 181, Abb. 52-57; Farbtafel 9,30 und Umschlagklappe vorn
  • Rolf Toman (Hrsg.): Die Kunst der Romanik. Architektur - Skulptur - Malerei. Köln 1996, S. 225

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harry Batsford, Charles Fry: The Cathedrals of England, 7th Edition, B. T. Batsford Ltd., London 1948
  2. Nähere Informationen zur Orgel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kathedrale von Winchester – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.060722222222-1.3133333333333Koordinaten: 51° 3′ 39″ N, 1° 18′ 48″ W