Katherine Mansfield
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Katherine Mansfield (Geburtsname Kathleen Mansfield Beauchamp; * 14. Oktober 1888 in Wellington; † 9. Januar 1923 in Fontainebleau) war eine neuseeländisch-britische Schriftstellerin.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Literaturgeschichtliche Einordnung
Mansfield wurde vor allem durch ihre zahlreichen Kurzgeschichten bekannt. Sie prägte zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine neue Form des „essay writing“. Auch war sie die erste britische Schriftstellerin, die von den Verlagen und Publizisten Verträge verlangte, deren Klauseln alleine nach Mansfields Willen und ihren finanziellen und künstlerischen Vorstellungen formuliert waren. [1]
[Bearbeiten] Leben
Katherine Mansfield verbrachte als Tochter eines Händlers ihre frühe Kindheit in der kleinen Ortschaft Karori, einige Kilometer entfernt von Wellington (Neuseeland). Sie ging dort auf die Wellington Girls' High School und sammelte ihre ersten literarischen Erfahrungen in der Schülerzeitung dieser Schule. Als sie elf Jahre alt war, zogen ihre Eltern nach Wellington, in den Stadtteil Thornton.
1903 verließ sie Neuseeland und besuchte drei Jahre lang das Queen's College in London, das von Charles Kingsley speziell für die Bildung und Erziehung von Frauen gegründet worden war. Nach einer zweijährigen Rückkehr nach Neuseeland lebte sie für den Rest ihres Lebens in Europa und studierte mit finanzieller Unterstützung ihres Vaters Musik und Literatur. Sie interessierte sich vor allem für die französische und deutsche Sprache und schrieb ihre ersten Texte.
Schließlich trat sie den Londoner Kulturkreisen bei und traf dort die Schriftsteller D. H. Lawrence und Virginia Woolf, mit denen sie eine intensive Freundschaft einging. Zu dieser Zeit wurde sie von Garnet Trowell, einem Freund der Familie aus Neuseeland, schwanger und reiste auf Anraten ihrer Mutter nach Bad Wörishofen. Während ihres Aufenthaltes dort erlitt sie eine Fehlgeburt, als sie ihren Koffer auf einen Schrank heben wollte.
Zurück in England erlangte sie bei verschiedenen Verlagshäusern Aufmerksamkeit und änderte für ihre erste große Publikation „In a German Pension“ ihren bis dahin gültigen Namen Kathleen Beauchamp in ihr Pseudonym Katherine Mansfield.
1917 erkrankte Katherine Mansfield an Tuberkulose. 1918 heiratete sie den Literaturkritiker John Middleton Murry, den sie 1911 kennengelernt hatte.
Später wurde sie eine Schülerin des griechisch-armenischen Weisheitslehrers Georges I. Gurdjieff, in dessen Institut für die harmonische Entwicklung des Menschen in Fontainebleau bei Paris sie ihre letzte Lebensphase verbrachte und 1923 an ihrer Tuberkulose starb.
Katherine Mansfield ist auf dem Friedhof zu Avon bei Fontainebleau begraben; eine Straße wurde ebenfalls nach ihr benannt. Ihr Geburtshaus in Wellington ist heute noch zu besichtigen, es wurde dort ein Katherine-Mansfield-Museum eingerichtet.
[Bearbeiten] Werke (in Auswahl)
- In a German Pension (13 Kurzgeschichten, 1911) - In einer deutschen Pension
- Bliss (Kurzgeschichten, 1920) - Seligkeit und andere Erzählungen, Glück
- The Garden Party and other short stories (15 Kurzgeschichten, 1922) - Das Gartenfest und andere Erzählungen
- The Doves' Nest (Kurzgeschichten, 1923) - Das Taubennest
- Something Childish (Kurzgeschichten, 1924) - Etwas Kindliches, aber sehr Natürliches
[Bearbeiten] Aus dem Nachlass
- Journal (posthum) - Tagebuch 1904 - 1922
- Briefe (ab 1984)
- Eine Ehe in Briefen
- Das Leben sollte sein wie ein stetiges, sichtbares Licht (Briefe, Tagebücher, Kritiken) (Fischer 1983)
- The Critical Writings of Katherine Mansfield (1987)
- The Katherine Mansfield Notebooks (Notizen, Entwürfe, Privates) - Margaret Scott (Hrsg.) (2001)
[Bearbeiten] Zusammenstellungen
- Dein großes Herz (Ausgewählte Erzählungen, Fischer 1959)
- Ausgewählte Werke (2 Bände, Insel 1981)
- Sämtliche Erzählungen (mit einem Essay von Elisabeth Schnack) (Kiepenheuer & Witsch 1980, Fischer 1988, 1997, Btb 2003)
- Sämtliche Werke, herausgegeben und mit einem Nachwort von Heiko Arntz (Haffmans Verlag bei Zweitausendeins 2009)
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Biografien
- Antony Alpers: The Life of Katherine Mansfield. 2. Aufl. New York: Viking Pr. 1980. ISBN 0-670-42805-1
- Ida Baker: Ein Leben für Katherine Mansfield. Erinnerungen. Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1998. (= Fischer-TB; 13940) ISBN 3-596-13940-6
- Pietro Citati: Katherine Mansfield. Ein kurzes Leben. Hamburg : Europ. Verl.-Anst. 1998. ISBN 3-434-50432-X
- Nora Crone: A portrait of Katherine Mansfield. Ilfracombe: Stockwell 1985. ISBN 0-7223-1862-6
- Saralyn R. Daly: Katherine Mansfield. New York: Twayne u.a. 1994. (= Twayne's English authors series; 23) ISBN 0-8057-7056-9
- Kate Fullbrook: Katherine Mansfield. Brighton: Harvester Pr. 1986. ISBN 0-7108-0597-7
- Jeffrey Meyers: "Katherine Mansfield. A Biography" London: Hamish Hamilton. 1978. ISBN 0-241-89888-9
- Leslie Moore: Katherine Mansfield. The memories of Leslie Moore. London: Joseph 1971.
- Ingrid Mylo: Apropos, Bd.15 Katherine Mansfield. 1998. 3801503283
- Rhoda B. Nathan: Katherine Mansfield. New York, NY: Continuum 1988. ISBN 0-8044-2640-6
- Ida Schöffling: Katherine Mansfield. Leben und Werk in Texten und Bildern. Frankfurt am Main: Insel 1996. (= Insel-Taschenbuch; 1997) ISBN 3-458-33387-8
- Max A. Schwendimann: Katherine Mansfield. Ihr Leben in Darstellung und Dokumenten. München: Winkler 1967.
- Angela Smith: Katherine Mansfield. A literary life. Basingstoke u.a.: Palgrave 2000. ISBN 0-333-61878-5
- Claire Tomalin: Katherine Mansfield. Eine Lebensgeschichte. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1992. (= Suhrkamp-TB; 1973) ISBN 3-518-38473-2
[Bearbeiten] Literaturführer
- Andrew Bennett: Katherine Mansfield. Northcote House 2002. 0746309082
- Marvin Magalaner: Fiction of Katherine Mansfield Southern Illinois University Press. 08093047831971
[Bearbeiten] Studien
- Marianne Dada-Büchel: Katherine Mansfield's dual vision. Concepts of duality and unity in her fictional work. Tübingen u.a.: Francke 1995. (= Schweizer anglistische Arbeiten; 119) ISBN 3-7720-2431-9
- Marysa Demoor: Their fair share. Women, power and criticism in the Athenaeum, from Millicent Garrett Fawcett to Katherine Mansfield, 1870-1920. Aldershot u.a.: Ashgate 2000. ISBN 0-7546-0118-8
- Katherine Murphy Dickson: Katherine Mansfield's New Zealand stories. Lanham, Md. u.a.: University Press of America 1998. ISBN 0-7618-1072-2
- Pamela Dunbar: Radical Mansfield. Double discourse in Katherine Mansfield's short stories. Basingstoke u.a.: Macmillan u.a. 1997. ISBN 0-333-68782-5
- Jochen Ganzmann: Vorbereitung der Moderne. Aspekte erzählerischer Gestaltung in den Kurzgeschichten von James Joyce und Katherine Mansfield. Frankfurt am Main u.a.: Lang 1986. (= Aspekte der englischen Geistes- und Kulturgeschichte; 9) ISBN 3-8204-9821-4
- Shifen Gong: A fine pen. The Chinese view of Katherine Mansfield. Dunedin, New Zealand: Univ. of Otago Press 2001. ISBN 1-877276-04-9
- Julia van Gunsteren: Katherine Mansfield and literary impressionism. Amsterdam u.a.: Rodopi 1990. ISBN 90-5183-199-4
- Peter Halter: Katherine Mansfield und die Kurzgeschichte. Zur Entwicklung und Struktur einer Erzählform. Bern: Francke 1972. (= Schweizer anglistische Arbeiten; 71)
- Cherry A. Hankin: Katherine Mansfield and her confessional stories. London u.a.: Macmillan 1983. ISBN 0-333-31536-7
- Erwin Huppertz: Nation und Identität. Literatur und Fremderfahrung. Annäherungen an Katherine Mansfields Kurzgeschichte "Je ne parle pas français". Aachen: Rader 1986. ISBN 3-922868-34-7
- Jasper F. Kobler: Katherine Mansfield. A study of the short fiction. Boston, Mass.: Twayne 1990. (= Twayne's studies in short fiction; 14) ISBN 0-8057-8325-3
- Patricia Moran: Word of mouth. Body language in Katherine Mansfield and Virginia Woolf. Charlottesville, Va. u.a.: Univ. Press of Virginia 1996. ISBN 0-8139-1675-5
- Angela Smith: Katherine Mansfield and Virginia Woolf. A public of two. Oxford u.a.: Clarendon Press 1999. ISBN 0-19-818398-4
- Nelson Wattie: Nation und Literatur. Eine Studie zur Bestimmung der nationalen Merkmale literarischer Werke am Beispiel von Katherine Mansfields Kurzgeschichten. Bonn: Bouvier 1980. (= Schriftenreihe Literaturwissenschaft; 15) ISBN 3-416-01611-4
[Bearbeiten] Bibliografien
- Brownlee J. Kirkpatrick: A bibliography of Katherine Mansfield. Oxford: Clarendon Pr. 1989. ISBN 0-19-818401-8
- Ruth Elvish Mantz: The critical bibliography of Katherine Mansfield. Nachdr. der Ausgabe New York 1931. New York: Franklin 1968. (= Burt Franklin bibliography & reference series; 241)
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Katherine Mansfield im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Biographie
- Katherine Mansfield Birthplace, Museum in Wellington, NZ
- Internet Public Library: Online Literary Criticism Collection
[Bearbeiten] Fußnoten
- ↑ Lodge, David (et al.), Modern Criticism And Theory. London, 1988. ISBN 0-582-49460-5
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mansfield, Katherine |
| ALTERNATIVNAMEN | Mansfield Beauchamp, Katherine |
| KURZBESCHREIBUNG | neuseeländisch-britische Schriftstellerin |
| GEBURTSDATUM | 14. Oktober 1888 |
| GEBURTSORT | Wellington |
| STERBEDATUM | 9. Januar 1923 |
| STERBEORT | Fontainebleau |

