Katherine Mayo

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Katherine Mayo (* 27. Januar 1867 in Ridgway, Pennsylvania; † 9. Oktober 1940 in Bedford Hills, New York) war eine US-amerikanische Schriftstellerin, die durch ihr polemisches Buch Mother India (1927) bekannt wurde.

Biographie[Bearbeiten]

Mayo war in Cambridge und Boston privat erzogen worden. Das Life Magazine veröffentlichte 1892 einen ersten Artikel von ihr. Als Pseudonym benützte sie zeitweise den Namen Katherine Prence.

1899 reiste sie mit ihrem Vater in die damalige holländische Kolonie Suriname und blieb dort für acht Jahre. Die New York Post, Atlantic Monthly und Scribner’s Magazine nahmen Artikel von ihr über das Land an. Sie handelte zudem mit verschiedenen ethnologischen Relikten und Insekten und verkaufte diese an Museen.

Mayo war anschließend als Rechercheurin tätig und half unter anderem Oswald Garrison Villard von der New York Evening Post bei der 1910 erschienenen Herausgabe seines Buches über John Brown. Villard, Pazifist, politischer Aktivist und in Wiesbaden geborener Sohn einer bekannten Suffragette und des Presse- und Eisenbahnmagnaten Henry Villard unterstützte sie bei ihrer Arbeit und wirkte auf eine sozialreformerische Perspektive ihrer Veröffentlichungen hin.

1910 lernte Mayo M. Moyca Newell kennen, eine reiche Erbin und lebenslange enge Freundin, die begann ihre Bücher zu unterstützen. Die beiden reisten für entsprechende Recherchen zusammen um die Welt.

Mayos Justice For All (Gerechtigkeit für alle) wurde 1917 veröffentlicht und forderte eine Reform der Pennsylvania State Police. Theodore Roosevelt schrieb ein Vorwort und es gilt als Anstoß für die New York State Police. Die US-amerikanischen Polizeikräfte waren damals insbesondere auf dem Land nur sehr schwach oder gar nicht vertreten. The Standard Bearers (Flaggenträger, 1918) und Mounted Justice (Gerechtigkeit zu Pferde, 1922) beschäftigen sich ebenfalls mit der Polizei.

1920 kam Mayos That Damn Y (das verdammte Ypsilon) heraus über angebliches Missmanagement der Young Men's Christian Association (YMCA) bei der Versorgung der amerikanischen Truppen in Frankreich im 1. Weltkrieg. 1925 sprach sie sich in The Islands of Fear (Inseln der Furcht) gegen die Unabhängigkeit der Philippinen aus. Mit breiten Recherchen und einem polemischen Stil wurde sie zu einer Vertreterin der Muckraker (Mistkratzer), einer Frühform des investigativen Journalismus. Ihre Veröffentlichungen standen zumeist in Zusammenhang mit Bürgerprotesten und politischen Bewegungen.

Mother India 1925[Bearbeiten]

Ihr 1925 veröffentlichtes Buch Mother India führte zu einem literarischen Skandal auf drei Kontinenten. Zu den Antworten auf das Buch gehörten unter anderem Father India (1927); Sister India (1928); My Mother India (1930); A Son of Mother India Answers (1928); Long Live India: What a Son Has to Say About Mother and Father India (1932); An Englishman Defends Mother India (1932); The Truth About Mother India (1928); Unhappy India (1928); Mother India By Those Who Know Her Better than Miss. K. Mayo (1927); Miss Mayo’s Cruelty to Mother India (ohne Jahr); Mother India Ka Jawab (The Reply to Mother India) (1928) und andere.

Inhalt und Bedeutung[Bearbeiten]

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Mayo sprach sich gegen die indische Unabhängigkeitsbewegung aus und verdammte die hinduistisch geprägte Kultur des Landes, samt der Behandlung der Dalits und der indischen Frauen. Mayo verdammt den überzogenen Sexualtrieb indischer Männer als Kernproblem, der zu Masturbation, Vergewaltigung, Homosexualität, Prostitution und Geschlechtskrankheiten führe und insbesondere zu frühen Geschlechtsverkehr und ein vorzeitiges Heiratsalter bedinge. Bedeutend für die indischen Frauenrechte wurde ihr offensives Eintreten gegen die Kinderehe. Eine Heraufsetzung des Heiratsalters auf 13 Jahre wurde 1925 in Indien breit und kontrovers diskutiert und erst im Gefolge des Buchs beschlossen. Gleichzeitig war Mayo aber wegen ihrer Nähe zu den englischen Machthabern wie ihrer rassistischen Untertöne sehr umstritten. Ihr Buch wurde in Indien samt einem Bild der Autorin verbrannt.[1] Offensichtlich hatte sie aber einen Nerv getroffen.

Mayo hatte sich innerhalb der USA für den Immigration Act von 1924 ausgesprochen, der die Einwanderung aus Asien aus offen rassistischen Gründen vermindern sollte. Eine wichtige Entgegnung auf das Buch in Form einer Rede von Muthulakshmi Reddi, der ersten weiblichen indischen Abgeordneten, gesteht das auch ein, dass der Umgang mit Mayos Polemik die indische Frauenbewegung nachhaltig prägte.[2]

Die Kritik indischer Frauenrechtlerinnen wie Gayatri Chakravorty Spivak am Feminismus westlicher Prägung ist auf mit Mayo vergleichbare Positionen gemünzt.[3]

Ihre durchaus berechtigte Kritik – Mahatma Gandhi sprach allerdings davon, dass sie den Zustand indischer Abwasserkanäle mit dem ganz Indiens gleichsetze – brachte die indischen Nationalisten sowie die antikolonialistische westliche Linke in eine schwierige argumentative Position. Amardeep Singh sieht eine ähnliche gelagerte Situation beim Umgang mit dem globalen Patriarchat etwa in der Islamkritik.[3]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Justice to All: History of the Pennsylvania State Police (1917)
  • The Standard Bearers: True Stories of Heroes of Law and Order (1918)
  • That Damn Y (1920)
  • Mounted Justice: True Stories of the Pennsylvania State Police (1922)
  • The Isles of Fear: The Truth about the Philippines (1925)
  • Mother India (1927)
  • Slaves of the Gods (1929)
  • Volume II (1931)
  • Soldiers What Next! (1934)
  • The Face of Mother India (1935)
  • Mrinalini Sinha (editor): Selections from Mother India (1998)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurzbiographie von Katherine Frick
  2. Mother India, Selections from the Controversial 1927 Text, Edited and with an Introduction by Mrinalini Sinha, University of Michigan Press, 2000, ISBN 047206715X
  3. a b Teaching Journal: Katherine Mayo’s Mother India (1927) Amardeep Singh