Katzenhaarallergie

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Klassifikation nach ICD-10
J30.3 Sonstige allergische Rhinopathie
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Als Katzenhaarallergie bezeichnet man eine Überempfindlichkeit gegen ein Eiweiß aus dem Speichel von Katzen.

Allergene[Bearbeiten]

Nicht die Katzenhaare selbst sind allergen, sondern bestimmte Proteine, die den Katzenhaaren anhaften. Diese Katzenallergene stammen hauptsächlich aus dem Speichel und den Hautschuppen der Katze, d. h. auch haarlose Katzen produzieren und verbreiten Allergene. Die größten Mengen sind im Gesicht der Katze zu finden, durch die ständige intensive Fellpflege der Katze verteilt sich das Allergen mit der Bezeichnung Fel d 1 jedoch auf dem ganzen Katzenkörper.[1][2]

Fel d 1 ist sehr klein und leicht (Partikelgröße 2–10 µm[3]) und hat deswegen die Eigenschaft, sehr lange schwebfähig zu bleiben. Es setzt sich in Polstermöbeln, Wänden und Kleidung fest, sodass die Allergene sich nicht nur in Haushalten mit Katzen, sondern in geringer Menge auch an öffentlichen Orten wie Schulen, Büros und Bussen nachweisen lassen. Das Katzenallergen konnte auch an Orten nachgewiesen werden, an denen sich wahrscheinlich noch nie eine Katze aufgehalten hat (z. B. im Inlandeis in Grönland).

Fel d 1 ist das Hauptallergen der Katze, es wird von mehr als 90 % aller Katzenallergiker erkannt und bindet auch die meisten gebildeten IgE-Antikörper. Katzen produzieren dieses Protein, dessen Funktion bei Katzen noch unklar ist,[4] in den Talg-, Anal- und Speicheldrüsen. Von dort wird es durch Lecken und Putzen auf das Fell übertragen.[5] Kater produzieren größere Mengen an Fel d 1 als weibliche Katzen.[6]

Nicht jeder, der unter einer Katzenhaarallergie leidet, reagiert auf unterschiedliche Katzenarten gleich. Dies hängt mit der Produktion von Fel d 1 zusammen, da Katzen abhängig von Alter, Rasse und Geschlecht verschiedene Mengen der Substanz abgeben.

Weitere Katzenallergene:

  • Fel d 2 (Serumalbumin)
  • Fel d 3 (Cystatin)
  • Fel d 4 (ein Lipocalin)
  • Fel d 5 (Katzen-IgA-Antikörper)
  • Fel d 6 (Katzen-IgM-Antikörper)
  • Fel d 7 (Katzen-IgG-Antikörper)

Symptome[Bearbeiten]

Symptome sind ein allergischer Schnupfen mit Niesen, Nesselsucht (stark juckender Hautausschlag mit Quaddelbildung), gerötete Augen sowie ein Anschwellen und starkes Jucken von Kratzverletzungen.

Falls die Katzenhaarallergie ignoriert wird, besteht die Gefahr eines allergischen Asthmas. Man geht davon aus, dass es bei jedem dritten unbehandelten Allergiker im Lauf der Zeit zu einem sogenannten „Etagenwechsel“ kommt, bei dem sich zuerst eine Überempfindlichkeit der Bronchialschleimhaut einstellt, die in ein allergisches Asthma einmünden kann.

Therapie[Bearbeiten]

Wie bei jeder Allergie wird der behandelnde Arzt auch bei der Katzenhaarallergie zuerst dazu raten, den Kontakt zum Allergen möglichst zu vermeiden. Das Hauptallergen Fel d 1 ist allerdings in geringen Mengen buchstäblich überall zu finden, so dass die vollständige Vermeidung des Kontakts zu den Allergenen praktisch kaum möglich ist. Die Beschwerden des Allergikers können daher – bei entsprechend starker Ausprägung der Allergie – auch an Orten auftreten, an denen keine Katze ist und wo auch noch nie eine gelebt hat. So wurden Katzenallergene sogar im Inlands-Eis von Grönland gefunden. Offenbar werden die kleinen und leichten Allergene mit dem Wind über den Globus verteilt. In den Städten werden sie über die Kleidung und die Schuhe der Besucher auch in öffentliche Gebäude gebracht.

Die einzige kausal wirkende Therapie der Katzenhaarallergie ist die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie, SIT, „Allergiespritzen“), bei der man versucht, den Körper langsam an immer höhere standardisierte Konzentrationen des Allergens zu gewöhnen. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten der Hyposensibilisierung gegen Katzenallergene jedoch nicht. Dies dürfte zumindest dann vor Gericht keinen Bestand haben, wenn der Katzenhaarallergiker keine Katze besitzt. Andere Allergiker haben Schwierigkeiten einen Arzt zu finden, der eine SIT durchführt, wenn sich der Allergiker nicht von seiner Katze trennen will. Doch es gibt auch Allergologen, die eine Hyposensibilisierung aufgrund pragmatischer Überlegungen selbst dann für möglich und wirksam ansehen, wenn die Katze weiter im Haushalt des Allergikers lebt. Da eine Hyposensibilisierung eine langfristige Therapie darstellt (Dauer etwa zwei bis drei Jahre) und prinzipiell zu Zeiten geringerer Allergenbelastung durchgeführt werden sollte, ist ein Therapieerfolg – zumindest bei Katzenbesitzern – fraglich.

Quellen[Bearbeiten]

  1. UniProt P30438
  2. Fel d 1 bei Allergome
  3. Quarks & Co vom 13. April 2004 - Immer dieser Staub
  4. L. Kaiser, T. C. Velickovic u. a.: Structural characterization of the tetrameric form of the major cat allergen Fel d 1. In: Journal of molecular biology. Band 370, Nummer 4, Juli 2007, S. 714–727, ISSN 0022-2836. doi:10.1016/j.jmb.2007.04.074. PMID 17543334.
  5. E. Zahradnik, M. Raulf: Animal Allergens and Their Presence in the Environment. In: Frontiers in immunology. Band 5, 2014, S. 76, ISSN 1664-3224. doi:10.3389/fimmu.2014.00076. PMID 24624129. PMC 3939690 (freier Volltext).
  6. J. Jalil-Colome, A. D. de Andrade u. a.: Sex difference in Fel d 1 allergen production. In: The Journal of allergy and clinical immunology. Band 98, Nummer 1, Juli 1996, S. 165–168, ISSN 0091-6749. PMID 8765830.

Weblinks[Bearbeiten]

  • [1] - Artikel auf allum.de mit einigen Referenzen
  • [2] - Gesamtdarstellung des Allergiebildes mit Wirkstofferläuterungen und Literaturquellen im Pharmawiki.ch
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