Katzow

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Zum Bürgermeister von Rostock siehe Hinrich Katzow.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Katzow führt kein Wappen
Katzow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Katzow hervorgehoben
54.0513.68333333333318Koordinaten: 54° 3′ N, 13° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Lubmin
Höhe: 18 m ü. NHN
Fläche: 26,2 km²
Einwohner: 614 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17509
Vorwahl: 038373
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 059
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Geschwister-Scholl-Weg 15
17509 Lubmin
Webpräsenz: www.amtlubmin.de
Bürgermeister: Norbert Labahn
Lage der Gemeinde Katzow im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe (Peene) Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Katzow ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die Gemeinde wird vom Amt Lubmin mit Sitz im Seebad Lubmin verwaltet.

Kirche St. Johannis zu Katzow

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Katzow liegt zwischen Greifswald und Wolgast nördlich der Bundesstraße 109. Zirka sechs Kilometer östlich der Gemeinde liegt die Stadt Wolgast und neun Kilometer nördlich liegt der Amtssitz Lubmin. Der Süden des Gemeindegebietes ist bewaldet (Ortsteil Jägerhof), während im Norden die Landwirtschaft dominiert.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Katzow
  • Kühlenhagen
  • Jägerhof
  • Netzeband
  • Krittowerhoff (historisch)
  • Mariendorf (historisch)
  • Schwarzer Peter (historisch)

Geschichte[Bearbeiten]

Katzow

Katzow ist eine slawische Gründung, es bestehen aber kein urkundlichen Nachrichten aus älterer Zeit. Lediglich ein Bodendenkmal aus spät-slawischer Zeit im Ortsbereich weist auf diese alte Besiedlung hin.

Katzow war seit jeher ein Bauern- und Büdnerdorf, deshalb sind frühe Nachrichten so minimal. Das Dorf bestand aus 6 Höfen, von denen 4 reines Eigentum und 2 ehemalige Dominale Erbpachten sind. Die Struktur dieser Wirtschaften als Vierseithöfe sind in den Messtischblättern von 1880 und 1920 deutlich erkennbar. Darüberhinaus bestanden 32 Büdneranwesen, die sich nur 260 Morgen teilten, darunter ein Mühlengrundstück. Auch diese sind in den MTB südlich des Ortskernes in Richtung des heutigen Schalense-er Weges erkennbar.

Katzow hatte 1865 490 Einwohner in 108 Familien. An Bauten waren vorhanden: 1 Kirche, 1 Schule, 53 Wohn- und 79 Wirtschaftsgebäude, sowie 4 Fabriken. Diese Fabriken sind 4 Windmühlen, von denen eine am Ort in der südlichen Büdnerzeile und 3 weitere in Richtung Pritzier noch bis nach 1920 standen.

Kühlenhagen

Kühlenhagen wurde als Kuenhaghen 1403 und später als Kulenhagen oder Keulenhagen urkundlich erwähnt. Dem Namen nach war es eine frühdeutsche Gründung - ein Hagendorf, also eine Siedlung im Rodungsgebiet.

Es war ein Bauerndorf, das aus 4 Höfen bestand. 1865 hießen die Besitzer Pomin, Thurow, Beüg und Holz. Die Höfe hatten eine Fläche von ca. 250 Morgen.

1865 hatte Kühlenhagen 102 Einwohner in 21 Familien. An Bauten waren vorhanden: 1 Schule, 12 Wohn- und 24 Wirtschaftsgebäude.

Jägerhof

Im Waldgebiet Jägerhof befindet sich eine große zweiteilige Niederungsburg. Dieser Burgwall trägt auch den Flurnamen "Wrangelsburg". Die Länge beträgt 311 Meter und die Breite 232 Meter. 1877 und 1878, sowie 1968 und 1971 fanden archäologische Untersuchungen statt. Funde vereinzelter Menkendorfer Keramikscherben weisen auf eine mittelwendische Gründung hin, also ca. 800-1000. Überwiegend waren die Funde aber aus der spätwendischen Zeit 1000-1200 mit Vipperower und Teterower Keramik. Die Waldwege im Bereich des Jägerhofer Forstes sind gekennzeichnet von schön restaurierten Wegweisersteinen.

Jägerhof als solches ist aber ein Staatsforstrevier mit einem dortigen Forstgehöft. Da die Forsten in Folge des dreißig-jährigen Krieges total verwüstet waren, wurden sie um 1697 als Dotation von der schwedischen Regierung an den schwedischen Reichsfeldherren Carl Gustav Wrangel gegeben. 1697 wurde auch der Heidereüter (Oberförster) Nielsen wohnhaft im Jägerhof genannt. Nach seinem Bericht waren im Forst vor allen Dingen Föhren (Kiefern), Ellern (Erlen) und Birken vorhanden, 1569 waren es nach einem Bericht an den Herzog überwiegend Laubbäume. Dem Oberförster in Jägerhof waren als Revierförster (auch Waldwärter) unterstellt: Forstbezirke Buddenhagen, Hohenfelde, Jägerhof, Gladrow, Groß-Ernsthof und Warsin (zwischen Spandowerhagen und Lubmin). Jägerhof bestand aus den Häusern des Oberförsters, des Försters und eines Katens mit vier Holzschlägerfamilien, jeweils mit Ländereien für den Eigenbedarf (Gärten, Wiesen, Acker usw.).

1865 hatte Jägerhof 32 Einwohner in 7 Familien. An Bauten waren vorhanden: 3 Wohn- und 5 Wirtschaftsgebäude.

Jägerhof ist noch heute Sitz des Oberförsters der entsprechenden Waldgebiete. Natürlich sind heute die Waldgebiete forstwirtschaftlich intensiv genutzt, aber es gibt auch Gebiete, die nicht genutzt werden und sich selbst überlassen bleiben (Urwald mit Wildwuchs und sterbenden Bäumen), das sind z.B. die Buchenbestände am Burgwall und die Weichholzbestände am großen und kleinen „Schwarzen See“. Diese haben die dunkle (schwarze) Färbung von den Torfmooren.

Netzeband

Bereits zu vorgeschichtlicher Zeit war die Gegend von Netzeband besiedelt, das belegen die archäologischen Funde am „Töpferberg“ aus der vorrömischen Eisenzeit (500-0 vdZ) und aus der gleichen Zeit bis in die römische Kaiserzeit (0-400) die annähernd 200 geborgenen Urnen mit Beigaben im Steintanz von Netzeband.

Netzeband wurde 1344 als „Neczebant“ und 1581 als „Niezeband“ urkundlich genannt. Der Name kommt im Slawischen von tragen. Ursprünglich war es ein Bauern- und Kossatendorf und hatte 5 Höfe von ersteren und 6 von letzteren. Diese Höfe gehörten aber besitzlich den Familien Molteke (Moltke) - 1423 genannt und Steding - 1437 genannt. Beide wohnten in Netzeband. Beide Familien sind dort aber um 1488 ausgestorben und verkauften vorher an Herzog Bogislaw X.. Somit wurden die Höfe Dominalbesitz. In der Schwedenzeit wurde Netzeband den Wrangelschen Gütern zugewiesen. Dann wurde es aber wieder dem Domanium zugeordnet und verpachtet, wobei die 6 Kossatenhöfe durch den dreißigjährigen Krieg wüst lagen. In der Folge war es oft seitens des Staates verpfändet. Die verbliebenen Bauernhöfe wurden aufgehoben und Netzeband wurde Vorwerk. Besitzer waren 1822 - Kriebel, 1857 - Hilgendorf, 1860 - Schröder und 1865 Peters.

1865 hatte Netzeband 148 Einwohner in 28 Familien. An Bauten waren vorhanden: 11 Wohn- und 16 Wirtschaftsgebäude, sowie 1 Fabrik (Wassermühle).

Krittowerhoff (historisch)

Der Ort wurde bereits 1485 als Krittow und Krüttow genannt. 1682 hatte den Hof die Witwe des Obristlieutenants Manteüffel und 1697 noch deren Erben in Besitz, sie hatten ihn als Pachthof vergeben. 1782 wurde der Ort als in Netzeband aufgegangene Wüstung verzeichnet. Er ist auf alten Karten nicht mehr zu orten, soll aber laut Berghaus im Dreieck Netzeband, Katzow und Schalense gelegen haben, aber näher zu letzterem.

Mariendorf (historisch)

Mariendorf erscheint erst in der Kreiskarte Greifswald von 1900, war aber im Messtischblatt 1880 nicht verzeichnet und verschwindet bereits 1920 im MTB. Es lag südwestlich neben der Siedlung Jägerhof.

Schwarzer Peter (historisch)

Dieser Wohnplatz ist erstmals im MTB (Messtischblatt) von 1880 verzeichnet. Er lag südöstlich nahe der Siedlung Jägerhof, es könnte der 1865 genannte Katen mit vier Holzschlägerfamilien (Waldarbeiter) gewesen sein.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Katzow

  • Pfarrhaus Katzow mit Krüppelwalmdach aus dem 19. Jahrhundert
  • Kirche St. Johannis
  • Urnengräberfeld „Töpferberg“ Katzow
  • Skulpturenpark Katzow: Der Skulpturenpark Katzow ist mit über 100 Skulpturen auf einer Fläche von 20 ha einer der größten in Europa.
  • Eine Attraktion ist der Steintanz von Netzeband: Der Steintanz wurde erstmals 1826 erwähnt. Es wurden mehrmals archäologische Grabungen mit herausragenden Ergebnissen durchgeführt.
  • Turmhügel Netzeband
  • Zweiteiliger mittel- bis spätwendischer Burgwall Jägerhof mit dem Flurnamen „Wrangelsburg“
  • Niedermoorgebiete großer und kleiner „Schwarzer See“

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Katzow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstenthums Rügen. IV. Teils Band II, Anklam 1868 Google Books S. 940 ff für das Kirchspiel Neu Boltenhagen, S. 1004 ff für das Kirchspiel Katzow
  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. Seiten 75/76, 97

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)