Kaubenheim

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49.54111111111110.47300Koordinaten: 49° 32′ 28″ N, 10° 28′ 12″ O

Kaubenheim
Markt Ipsheim
Höhe: 300 m ü. NN
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91472
Vorwahl: 09846

Kaubenheim ist ein Ortsteil von Ipsheim im mittelfränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim. Es liegt 1,5 km nordwestlich vom Ipsheimer Ortskern im Naturpark Steigerwald.

Geschichte[Bearbeiten]

Seine stattliche Größe verdankt Kaubenheim (zu dem Heim des Cubo) dem Zusammenschluss der Siedlungen Kaubenheim und Mennheim. Wann der Ort Mennheim in Kaubenheim aufging, ist nicht mehr auszumachen. Wahrscheinlich in einem Prozess, der sich über Jahrzehnte hinzog.

Engere Verbindungen scheinen zwischen beiden Siedlungen wegen der nahen Nachbarschaft bereits im Hochmittelalter bestanden zu haben, wie betreffende Dokumente von 1350 ab belegen, auch wenn jeder Ort schon früh seine eigene Kirche hatte. Erstmals unter dem gemeinsamen Ortsnamen Kaubenheim treten beide Siedlungen im Salbuch des Oberamtes Hoheneck vom Ende des 16. Jahrhunderts auf. Allerdings wurden im selben Salbuch in einer weiteren Aufstellung beide Siedlungen wieder unter eigenem Ortsnamen aufgeführt.

Eindeutiger sind kartographische Auskünfte aus der folgenden Zeit. Die im 17. und 18. Jahrhundert angefertigten Landkarten in größerem Maßstab führen eine Siedlung Mennheim unter diesem Namen nicht mehr, sondern nur noch Kaubenheim. So werden beide Orte wohl zu Ende des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts zusammengewachsen sein.

Im Ort selbst wird der südliche Teil Kaubenheims noch heute als "Mennheim" bezeichnet. In diesem Ortsteil stehen auf einer wahrscheinlich von Menschenhand angelegten Erhöhung Reste der sogenannten Burg. Sie soll im Jahre 1381 zerstört worden sein. Sie wurde einst von Ritter Graf von Mennheim bewohnt, nach dem der Ortsteil benannt wurde. St. Laurentius Kaubenheim hat zwei Kirchen. Die unweit der Burg stehende Kapelle St. Laurentius ist bereits im 11. Jahrhundert entstanden. Sie wurde nach mündlicher Überlieferung von erwähntem Ritter Graf von Mennheim als Dank, dass er aus der Schlacht bei Lechfeld (955) gesund heimkehrte, errichtet. Erst in jüngster Zeit konnte diese Kapelle, die zu verfallen drohte, in ein Gemeindezentrum umgebaut und somit erhalten werden.

Die auf einer Anhöhe unweit des Dorfes stehende Bergkirche St. Michael grüßt mit ihrem Zwiebelturm weit in das Aischtal hinein.

Bergkirche St. Michael

Der Volksmund erzählt, das Bauholz im Wiesengrund sei über Nacht dreimal von unbekannter Hand auf den Berg geschafft worden. So sei man zu dem Bau auf dem Berg gekommen. Wahrscheinlicher ist, dass man die Toten wegen der sumpfigen Tallage auf dem Hügel bestattete und die Kirche zum Friedhof baute.

Von der alten Michaelskirche ist nur noch der im unteren Teil des massiven Kirchturms befindliche Chor vorhanden. Die Kirche selbst und der obere Turmteil wurden am 21. März 1687, mittags um 12.00 Uhr, durch Blitzschlag und Brand zerstört. Akten aus dieser Zeit sind nicht vorhanden, doch reden die Kollektenbücher jener Zeit von einer Sammlung für den abgebrannten Kirchturm und die Kirche, die in fast ganz Deutschland abgehalten wurde. Auch von katholischer Seite wurde gespendet und der Ertrag der Kollekte war gut.

1695 konnte mit dem Wiederaufbau begonnen werden und 1696 wurde der Turm errichtet. Diese Jahreszahl ist oben an der Außenseite des Turmes eingemeißelt, dazu die Buchstaben C E M Z B (Carl Ernst Markgraf zu Brandenburg). 1702 war der Bau der Kirche fertig. Über eine Einweihungsfeier ist nichts zu erfahren, außer, dass im Klingelsäcklein 21 Gulden und 49 Kreuzer eingelegt waren.

1710 errichtete man einen Glockenstuhl und am 17. und 18. Juni 1710 lieferte Glockengießer Kopf aus Würzburg zwei neue Glocken. Die dritte und größte Glocke konnte 1745 durch eine Stiftung des Schullehrers Johann Martin Dennler angeschafft werden.

Die kleinste Glocke fiel dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Eine alte Messingtaufschale aus dem Jahre 1559 ist heute noch in Gebrauch. 1986 bis 1988 wurde dieses schöne Gotteshaus gründlich restauriert.

Im Jahre 1103 wird das im Tal der Tief, einem Zufluss zur Aisch, liegende Kaubenheim erstmals erwähnt. Ein "Reginolt de Cubenheim et frater eius Wignant" zeugen bei einer Güterschenkung aus Ostfranken an das Kloster Hirsau.

1249 nimmt Papst Innozenz das Kloster Heilsbronn und dessen Güter, unter anderem in Kubinheim, in seinen Schutz. 1345 wird auf Klagen des Heinrich Platener aus Windsheim unter anderen Dunnewolt von Kubinhein geächtet. Bei der Stiftung des Hermann Stehler und seiner Gemahlin aus Windsheim im Jahre 1350 an verschiedene Empfänger, werden auch Verfügungen über die Güter in Kubenhein und Mennhein getroffen.

1364 spricht das Landgericht Nürnberg der Stadt Windsheim die Güter des Heinrich Beirbach, ehemals Pfarrer in Dottenheim, unter anderem in Mennheim und Kaubenheim zu. 1387 kaufen Hermann Schiller und Hermann Zollner aus Windsheim von Eberhard und Heinz von Seinsheim die zwei Teile des Groß- und Kleinzehnten zu Kaubenheim und Mennheim. 1392 setzt das Landgericht Nürnberg Heinrich Rumel aus Nürnberg in Nutzgewähr der Güter des Burkhard von Seckendorff zu Menheim und Kaubenheim.

1398: Marckhart Klette von Wynsheim klagt "auff ein Gute zu Kawbenheim gelegen, do Contz Schoder auffsitzt". 1464/65: Die Pfarrei Menheim siue Kawenheim liegt im würzburgischen Kapitel Windsheim. 1517: Acht Bauern aus Kawenheim sind dem Kloster Birkenfeld giltpflichtig. 1528: Das Domkapitel Würzburg ist Patronatsherr der Pfarrei Caubenheim.

1542 erlassen die Dorfherren von Kaubenheim und Menheim, der Markgraf von Brandenburg, die Klöster Heilsbronn und Birkenfeld sowie die Stadt Windsheim gemeinsam eine Markungsordnung. 1588 vermerkt das Salbuch des Oberamtes Hoheneck: "In Kaubenheim seindt 61 Mannschafften. Nemblichen: 21 Mannschafft Ins Ambt Hoheneckh. 6 Mannschafft Ins Closter Hailsbronn. 9 Mannschafft ins Closter Birckenfeldt. 1 Mannschafft dem Grafen vonn Castell. 1 Seckendörffischer Vnnd 22 Windtsheimische Vnderthanen."

1591 hat Kaubenheim nur noch 23 Mannschaften und 5 öde Herdstätten. Im Jahre 1634 sterben in Kaubenheim 94 Personen an der Pest. 1799 bis 1804: Kaubenheim ist ein bayreuthisches Pfarrdorf im Kastenamte Ipsheim. Der Pfarrer ist an die Superintendentur Neustadt an der Aisch gewiesen.

Heute ist Kaubenheim ein Ortsteil von Ipsheim, wohin die Kinder auch zur Schule gehen. Zur Pfarrgemeinde Kaubenheim gehören neben der Nundorfer Mühle auch die Ortschaften Berolzheim und Rüdisbronn. In der etwa 300 Seelen zählenden Gemeinde gibt es ein rühriges Vereinsleben und einige Kleingewerbebetriebe. Der einstige Reichtum, die Landwirtschaft, geht wie überall zurück. Früher konnte die Landwirtschaft 400 Personen im Ort ernähren, heute sind es kaum noch zehn Betriebe. 1958 taten noch 62 Arbeitspferde in Kaubenheim ihre treuen Dienste, heute keines mehr.

Wie ein Chronist aus dem Jahre 1788 hinterlassen hat, gab es damals für die Bevölkerung auch schon Probleme. So berichtet er: "Der Winter ist in Martini angefangen mit Schneh und gfrihrt und im Weihnachten Eine Er-Schrecklige Köllt und im Neujahr 1789 die Köllt noch größer 7 grad größer als 1740 Biß den 7. Januar 1789, nach dem ist aufgegangen, dass die Wasser Mill wieder gegangen sind. in der großen Köllt ist eine Nodt mit in Mahlen gewesen, dass alles auf der Roß-Mill gemahlen worden ist biß den 14. Januar 1789."

Am 1. Mai 1978 wurde Kaubenheim in den Markt Ipsheim eingegliedert.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
01.12.1910[2] 437
1933[3] 395
1939[3] 358
06.06.1961[1] 356
27.05.1970[1] 339

Vereine[Bearbeiten]

Folgende Vereine gibt es in Kaubenheim:

  • Schützenverein
  • Gesangverein
  • BJB Berolzheim-Kaubenheim e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Interessensgemeinschaft Ortsverschönerungsverein Kaubenheim

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Dorffest in Kaubenheim
  • Straßenweinfest
  • Kirchweih im Oktober

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  2. Gemeindeverzeichnis 1900: Bezirksamt Uffenheim
  3. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990

Weblinks[Bearbeiten]