Kaufhaus Wronker

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Kaufhaus Wronker war die populäre Bezeichnung für die Warenhäuser der Hermann Wronker AG. „Flaggschiff“ des Unternehmens war das berühmte, 1944 durch Luftangriffe zerstörte Warenhaus auf der Zeil in Frankfurt am Main.

Gründung und Expansion[Bearbeiten]

Warenhaus der Brüder Wronker in Pforzheim
Ansichtskarte von 1898 aus Hannover, als Lithografie vom „Verlag des Waarenhauses S. Wronker & Co. Nachf.

Hermann Wronker, jüdischer Unternehmer und Neffe der Gebrüder Leonhard und Oscar Tietz,[1] hatte mit seinem älteren Bruder Simon in Mannheim die Firma S. Wronker & Co. als „Garn-, Knopf-, Posamentier-, Weiß- und Wollwarengeschäft" gegründet. Auch die erste Warenhausgründung in Pforzheim ging auf die Brüder Wronker zurück, 1890 zunächst als Zweigniederlassung des „Kurz-, Weiß- und Wollwarengeschäftes“ und in gemieteten Räumen im Haus Marktplatz 13/Ecke Apothekergasse.[2]

1891 wurde in Frankfurt am Main das erste Wronker-Warenhaus („Kurz-, Weiß- und Wollwaren Wronker“) Hermann Wronker erbaut. 1908 wurde das Kaufhaus Wronker auf der Zeil zum größten Warenhaus der Stadt ausgebaut.

1904 wurde ein Kaufhaus Wronker in Mannheim (im Quadrat E 1) eröffnet. Weitere Filialen bestanden u.a. in Nürnberg, Pforzheim und Hanau. 1921 erfolgte die Umfirmierung in Hermann Wronker AG. Zum Höhepunkt der Expansion in den 1920er Jahren beschäftigte die Hermann Wronker AG 3.000 Mitarbeiter, die in den Warenhäusern einen Jahresumsatz von mehr als 35 Millionen Reichsmark erwirtschafteten.

Weltwirtschaftskrise[Bearbeiten]

Die Weltwirtschaftskrise führte 1929 und 1930 zu einer existenzbedrohenden Krise. Die Umsätze brachen ein, das Unternehmen schrieb Verluste. Hermann Wronker musste sich aus der Geschäftsleitung zurückziehen. Max Wronker, der Sohn der Firmengründers, leitete die Warenhauskette von 1931 bis 1933 als Generaldirektor (Vorstandsvorsitzender).

Zur Sanierung wurden die Häuser in Nürnberg und Pforzheim verkauft und ein Frankfurter Warenhaus an Woolworth vermietet. Die Sanierung gelang, und das Unternehmen schrieb erneut schwarze Zahlen.

Arisierung, Flucht und Mord[Bearbeiten]

Nach der Machtübernahme der Nazis 1933 wurde das Unternehmen „arisiert“. Die Eigentümer Max und Hermann Wronker erhielten Hausverbot und wurden enteignet, die Nazis setzten ein neues Management ein. 1934 firmierte das Unternehmen in Hansa AG um. 1952 wurde das Unternehmen in den Hertie-Konzern eingegliedert.

Max Wronker flüchtete mit seiner Familie in die USA. Hermann Wronker emigrierte nach Frankreich, wurde aber nach der Besetzung Frankreichs interniert und 1942 gemeinsam mit seiner Frau Ida im KZ Auschwitz ermordet.

Nach dem Krieg versuchte Max Wronker vergeblich, auf dem Rechtsweg eine Rückerstattung des Unternehmens zu erwirken oder eine Entschädigung zu erhalten.

Das Gebäude in Frankfurt[Bearbeiten]

Das 1891 eröffnete Frankfurter Stammhaus in der Zeil 14/16 wurde 1896 um das Haus Hasengasse 15 und 17 erweitert. 1897 brannte das Gebäude vollständig ab. Der Neubau erfolgte auf dem Grundstück Zeil 97. 1908 und 1909 wurde das Kaufhaus Wronker auf den Grundstücken Zeil 101–105 und Holzgraben 6–10 erweitert, so dass eine 80 Meter breite Straßenfront im damals modernen Reformstil entstand. Es war damit das größte Warenhaus der Stadt. 1926 erfolgte mit der Eingliederung der Zeil 99 eine letzte Erweiterung.

BW

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude weitgehend zerstört. Lediglich Reste der Rückseite (zum Holzgraben) sind heute noch erhalten. Das Gebäude wurde nach dem Wiederaufbau durch die Warenhaus-Kette DeFaKa (Deutsches Familienkaufhaus) genutzt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: S. Wronker & Co. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stefan Appelius: Arisierungen / Lilli und die Kaufhauskönige, online auf: einestages bei spiegel.de (ohne Datum)
  2. Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Bd. 155 (siehe Literatur)

50.1140833333338.6824166666667Koordinaten: 50° 6′ 51″ N, 8° 40′ 57″ O