Kawalerowo

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Siedlung städtischen Typs
Kawalerowo
Кавалерово
Föderationskreis Ferner Osten
Region Primorje
Rajon Kawalerowo
Oberhaupt Marina Kusmina
Gegründet 1910
Frühere Namen Kawalerowka (bis 1950)
Siedlung städtischen Typs seit 1950
Bevölkerung 15.381 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Höhe des Zentrums 200 m
Zeitzone UTC+10
Telefonvorwahl (+7) 42375
Postleitzahl 692410–692412
Kfz-Kennzeichen 25, 125
OKATO 05 210 551
Geographische Lage
Koordinaten 44° 16′ N, 135° 3′ O44.266666666667135.05200Koordinaten: 44° 16′ 0″ N, 135° 3′ 0″ O
Kawalerowo (Russland)
Red pog.svg
Lage in Russland
Kawalerowo (Region Primorje)
Red pog.svg
Lage in der Region Primorje
Liste großer Siedlungen in Russland

Kawalerowo (russisch Кавале́рово) ist eine Siedlung städtischen Typs in der Region Primorje (Russland) mit 15.381 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geographie[Bearbeiten]

Die Siedlung liegt im Fernen Osten Russlands inmitten des hier Mittelgebirgscharakter tragenden Sichote-Alin, etwa 280 Kilometer (Luftlinie) nordöstlich der Regionshauptstadt Wladiwostok. Unmittelbar westlich des Ortes verläuft der hier bis gut 1000 Meter hohe Hauptkamm des Gebirges, die Wasserscheide zwischen Amur/Ussuri und dem Japanischen Meer. Im Ort fließt der gleichnamige Bach Kawalerowka der Serkalnaja zu, die 50 Kilometer östlich in das Japanische Meer mündet.

Kawalerowo ist Verwaltungszentrum des Rajons Kawalerowo.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1910 von Fjodor Popolitow (1878–1938) gegründet, einem aus Ujesd Semljansk des damaligen Gouvernements Woronesch stammenden Bauern, der als Soldat im Russisch-Japanischen Krieg 1904/05 gekämpft hatte und mit der Georgsmedaille ausgezeichnet worden war. Nach dem Krieg blieb er als Umsiedler im Fernen Osten Russlands. Zu Ehrens des Trägers (russisch kawaler für Kavalier) der Georgsmedaille wurde das Dorf benannt, zunächst in der Form Kawalerowka; Popolitow selbst wurde später während des Großen Terrors wegen angeblicher Spionage erschossen (und 1992 rehabilitiert).[2]

Einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung nahmen Ort und Gebiet mit der Entdeckung von Zinnerzlagerstätten (in Form von Kassiterit-Seifen) an den Oberläufen der Flüsse Serkalnaja und Pawlowka 1939. In Folge entstanden größtenteils bis in die 1950er Jahre fünf Zinnbergwerke und zwei Erzanreicherungsfabriken mit den zugehörigen umliegenden Siedlungen Rudny (1945), Chrustalny (1954), Wyssokogorsk (1956) und Gornoretschenski (1976). Kawalerowo selbst erhielt 1950 den Status einer Siedlung städtischen Typs. Das Gebiet nahm in der Zinnförderung der Sowjetunion einen führenden Rang ein.

Während der Wirtschaftskrise der 1990er Jahre kam der gesamte Zinnbergbau zum Erliegen; das letzte Bergwerk schloss 2001.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1912 97
1915 240
1959 11.875
1970 16.415
1979 20.083
1989 19.336
2002 17.358
2010 15.381

Anmerkung: ab 1959 Volkszählungsdaten

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hauptsehenswürdigkeit ist die umgebende Berglandschaft des Sichote-Alin.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nach Einstellung des Zinnbergbaus ist die Holzwirtschaft Hauptwirtschaftszweig. Daneben gibt es Betriebe der Lebensmittelindustrie und der Bauwirtschaft.

Kawalerowo liegt an der Regionalstraße A181 von Ussurijsk über Arsenjew nach Dalnegorsk und Rudnaja Pristan. Weiter östlich zweigt von dieser eine Straße in die südlich gelegene Siedlung Olga an der gleichnamigen Meeresbucht ab.

Unmittelbar westlich des Ortes liegt ein kleiner Regionalflughafen (ICAO-Code UHWK), der regelmäßig durch Vladivostok Avia mit Jakowlew Jak-40 auf der Strecke Wladiwostok-KnewitschiPlastun angeflogen wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Opferliste bei Memorial.ru (russisch)
  3. Bericht in der Wladiwostoker Zeitschrift Jeschednewnyje Nowosti, 11. April 2006 (russisch)

Weblinks[Bearbeiten]