Kay Starr

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Kay Starr mit Andy Mansfield (1968)

Kay Starr (* 21. Juli 1922 in Dougherty, Oklahoma), eigentlich Katherine Laverne Starks ist eine US-amerikanische Jazz- und Pop-Sängerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Kay Starrs Vater war ein Irokese, die Mutter halb irisch halb indianisch. Als die Familie nach Dallas zog, wurde man dort auf die Stimme der kleinen Katherine aufmerksam. Bereits im Alter von sieben Jahren gewann sie einen Talentwettbewerb eines Radiosenders und bekam ihre eigene fünfzehnminütige Radioshow. Dort sang sie Pop- und Old-Time Musiclieder mit Klavierbegleitung. Im Alter von zehn Jahren verdiente sie drei US-Dollar pro Nacht, viel Geld für die damalige Zeit in der Weltwirtschaftskrise.

Ihr Vater, der Sanitärinstallateur war, wechselte häufig seine Arbeitsstelle und so gelangte die Familie nach Memphis, Tennessee, wo Kay Starr im Radio dann mehr in Richtung Country und Swing zu singen begann. Während ihrer Zeit am WMPS-Kanal in Memphis entschieden sie und ihre Eltern auf Grund häufiger Fehlschreibungen ihres Namens in Fanbriefen, ihre Karriere künftig unter dem Namen Kay Starr fortzuführen. Mit 15 Jahren wurde sie von Joe Venuti für sein Orchester engagiert, das in einem nahen Hotel auftrat. Da Kay Starr zu diesem Zeitpunkt immer noch in der Junior High School war, verpflichteten ihre Eltern den Bandleader Venuti, sie spätestens um Mitternacht nach Hause zu bringen. 1939 empfahl sie Venuti an Bob Crosby weiter, in dessen Orchester sie in der Camel Caravan Show auftrat und den Titel „Memphis Blues“ präsentierte; danach hatte sie ein kurzes Gastspiel im Orchester von Glenn Miller, bei dem auch erste Plattenaufnahmen entstanden. Nach ihrem Highschool-Abschluss arbeitete Kay Starr wieder bei Venuti, dessen Band ging aber 1941 auseinander.

1939 entstanden die ersten Aufnahmen für Bluebird Records („Babe Me“ und „Love with a Capital You“); 1943 sang sie in Wingy Manone's New Orleans Jazz Band mit dem sie „If I Could Be with You“ einspielte, später ersetzte sie Lena Horne im Orchester von Charlie Barnet, mit dem sie, erzwungen durch den Schallplattenstreik, erst ab März 1944 einige Titel für Decca Records aufnahm („Share Croppin´ Blues“). 1945 zwang sie eine Stimmerkrankung zu einer längeren Pause, die es ihr ermöglichte dann als Solistin weiterzuarbeiten. Ende 1945 trat sie im Streets of Paris, einem Jazzclub in Los Angeles auf; in dieser Zeit entstanden einige Aufnahmen - so Standards wie „Honeysuckle Rose“, „All of Me“ oder „There´s a Lull in My Life“ für kleinere Labels mit namhaften Jazzmusikern wie Joe Venuti, Barney Bigard, Willie Smith, Vic Dickenson und Zutty Singleton.

1947 war ihre Stimme wieder zurück, klang aber heiserer. Sie schloss damals einen Plattenvertrag mit Capitol Records; es entstanden zahlreiche Hits wie „I'm the Lonesomest Girl in Town“ und „So Tired“. Gleich zu Anfang entstanden mit Red Nichols auch Jazztitel wie „Too Busy“ oder Irving Berlins Spiritual „Waiting at the End of the Road“. Anfang 1948 war ihre Popularität groß genug, dass sie ein Engagement im Sherman Hotel in Chicago bekam; von Mai bis Juni trat sie im New Yorker Cafe Society auf, anschließend im Paramount.

Kay Starr im Januar 1999
Frying Pain Kay Starr Single

Ihr Repertoire umfasste nun mehr Country-Musik-Titel:

Ab 1949 verlegte sich Capitol mehr auf die Country-Seite von Kay Starr, 1950 hatten sie Erfolg mit der Pee Wee King-Nummer „Bonaparte´s Retreat“ mit einer Mischung aus Dixieland und Western Music, von dem sich fast eine Million Exemplare verkauften. Danach kam Capitol auf die Idee, ihre Aufnahmen mit Gags wie Doo-Wop-artigen Hintergrundchören zu versehen, wie bei der Single „I Waited a Little Too Long“, bis hin zu ganzen Alben, wie selbst den jazzigen LPs Rockin´ with Kay, Blue Starr und The Jazz Singer. Mit „Wheel Of Fortune“ (1952), den zuvor Johnny Hartman für Victor aufgenommen hatte, und „The Rock And Roll Waltz“ (1956, auf RCA Victor) hatte sie zwei Nummer-eins-Hits in den US-Charts und erhielt zwei Goldene Schallplatten dafür. Die Sängerin war zwischen 1948 und 1962 in den Hitlisten vertreten und brachte es insgesamt auf rund 40 Single-Erfolge. Zu diesem Teil ihres Schaffens sagte sie 1950 zu Down Beat: „Es ist mein Gesangsstil, der sich geändert hat. Als Jazzsängerin kannst du kein Geld verdienen, und mit einer kleinen Tochter, die ernährt und großgezogen werden muss, war ich gezwungen, kommerziell zu werden. Bin ich glücklich? Was denken Sie? Ich bin Jazzsängerin geworden, und doch konnte ich damit niemals Geld verdienen. Glauben Sie, mit gefällt es, einen Song wie 'Hoop-De-Doo' zu singen?“[1]

1955 wechselte sie zu RCA-Victor, wo sie den Hit „The Rock'n'Roll Waltz“ hatte; 1957 stand sie mit „My Heart Reminds Me“ noch einmal in den Top-Ten. 1959 kehrte sie zu Capitol zurück und nahm noch vier „überragende“[2] Jazzalben auf, Movin´, Movin´ on Broadway (mit dem Veteranen Van Alexander), The Jazz Singer und schließlich I Cry by Night Starrs einzigem Album in kleiner Besetzung, darunter Ben Webster, in dem sie Klassiker wie „Baby Won't You Please Come Home“, „More Than You Know“ oder „Lover Man“ interpretierte. Doch nach 1962 kam der von ihr favorisierte Gesangs- und Musikstil langsam aus der Mode, Capitol Records ließ sie fallen und Kay Starr fand wie so viele Stars vor und nach ihr ein dankbares Publikum in den Vergnügungstempeln von Las Vegas - abseits der Charts. Im Jahr 1968 kehrte sie noch einmal zum Jazz zurück und nahm ein Album mit Count Basie auf, das jedoch durch die Arrangements von Dick Hyman beeinträchtigt wurde. Bis in die 1990er Jahre blieb sie aktiv auf der Bühne und nahm immer mal wieder Platten auf. Ob Pop, Jazz oder Country - die Spielarten waren dabei mannigfaltig.

Diskographische Hinweise[Bearbeiten]

Alben unter eigenem Namen

  • In a Blue Mood (Capitol, 1955)
  • Blue Starr (Victor, 1955)
  • Rockin´ with Kay (RCA)
  • Kay Starr with the Hal Mooney Orchestra: The One and Only Kay Starr (RCA/Fresh Sound, ca. 1956)
  • Movin´ (Capitol, 1959)
  • Moonbeams and Steady Dreams (Stash, Kompilation von Rundfunk-Mitschnitten)
  • The Uncollected, Vol. 1 & 2 (Hindsight)

Alben als Bandsängerin

  • Bob Crosby: Suddenly It's 1939 (Giants of Jazz)
  • Charlie Barnet: Big Band Bounce & Boogie (Affinity, 1944)
  • Nat King Cole: Jazz Encounters (Capitol, 1947-50), 1944-1945 (Classics)
  • Red Norvo: The Complete Keynote Recordings and More (Definitive, 1944-45)

Literatur[Bearbeiten]

  • Ken Bloom: The American Songbook - The Singers, the Songwriters and the Songs. New York City, Black Dog & Leventhal, 2005 ISBN 1-57912-448-8)
  • Richard Cook / Brian Morton: The Penguin Guide To Jazz on CD. 6. Auflage, London, Penguin Verlag 2002, ISBN 0140515216
  • Bielefelder Katalog Jazz, 1988 und 2002
  • Will Friedwald: Swinging Voices of America - Ein Kompendium großer Stimmen. Hannibal, St. Andrä-Wördern, 1992. ISBN 3-85445-075-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kay Starr – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen/Quellennachweise[Bearbeiten]

  1. Zit. nach W. Friedwald, s.155.
  2. zit. nach Friedwald, S. 156.