Kein Land für alte Männer

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Dieser Artikel erläutert den Roman; zur Verfilmung siehe No Country for Old Men.

Kein Land für alte Männer (englischer Originaltitel: No Country for Old Men) ist ein Roman des US-amerikanischen Autors Cormac McCarthy aus dem Jahr 2005. Die deutschsprachige Übersetzung von Nikolaus Stingl erschien im März 2008, nach dem deutschen Kinostart der mit mehreren Oscars ausgezeichneten Verfilmung No Country for Old Men der Gebrüder Coen aus dem Jahr 2007. Der Titel entstammt der ersten Zeile des Gedichts Sailing to Byzantium von William Butler Yeats aus dem Jahr 1928.

Handlung[Bearbeiten]

Die eigentliche Hauptperson des Buches ist der alternde Sherriff Bell, seine Wege kreuzen sich im Laufe der Handlung mit denen der anderen Protagonisten: Der Hobbyjäger und Vietnamveteran Llewelyn Moss macht bei seinem morgendlichen Trip in die texanische Wüste eine grausige Entdeckung. Mehrere Wagen stehen vollkommen verlassen in der Sonne. Doch bei genauerer Betrachtung entdeckt er mehrere Tote und einen Verwundeten in und um die Wagen herum. Einer der Toten hält eine zerrissene Tüte mit Heroin in der Hand, der andere einen Koffer mit 2,4 Mio. Dollar. Moss wird sofort klar, was hier passiert ist: Ein missglückter Drogendeal. Moss nimmt das Geld und verschwindet. Als er in der Nacht jedoch zurückkehrt, um dem Verwundeten Wasser zu bringen, wird er von mehreren Killern angegriffen - offenbar Personen, die zu den Parteien des Drogendeals gehören und denen nun alles daran liegt, das Geld zurückzubekommen. Zu diesem Zweck wird der psychopathische Auftragsmörder Anton Chigurh auf Moss angesetzt. Dieser ist zwar einerseits ein gnadenloser Mörder, scheint sich selbst jedoch als einen Vollstrecker des Schicksals zu sehen. So lässt er mitunter einen Münzwurf entscheiden, ob ein Opfer verschont werden soll. Ebenfalls charakteristisch für Chigurh ist seine Lieblingswaffe: Ein Bolzenschussgerät, welches eigentlich zum Töten von Rindern auf der Farm gedacht ist, von ihm aber gleichermaßen zum geräuschlosen Töten wie auch zum "Schlösseröffnen" verwendet wird. Chigurh beginnt Moss gnadenlos zu verfolgen, was ihm dank eines im Geld versteckten Peilsenders möglich ist. Moss, der ahnt, dass er sich nun in Gefahr befindet, schickt seine Frau Carla Jean zu ihrer Mutter und verspricht selbst nachzukommen.

Moss quartiert sich in verschiedenen Motels ein, wo er jedoch immer wieder vertrieben wird, meist von den Mexikanern, die nach dem Geld suchen. Zu einem ersten Treffen zwischen Moss und Chigurh kommt es in der Nacht im letzten besagten Motel. Dort macht Chigurh Moss ausfindig, nachdem er bei ihm zu Hause war. Im Motel öffnet Chigurh die Tür mit dem Bolzenschussapparat. Moss ist gezwungen, aus dem Fenster auf die Straße zu springen. Verletzt rafft sich Moss auf und versucht zu fliehen, als Chigurh ihn aus dem Fenster heraus beschiesst und an der Hüfte trifft. Als sich Moss in einer Gasse hinter einem Auto versteckt, gelingt es ihm Chigurh in den Oberschenkel zu schießen.

Chigurh raubt in der Nacht eine Apotheke aus, um an Medikamente für seine Verwundung zu gelangen. Derweil trifft Sheriff Bell auf Carla Jean. Sie erfährt erst jetzt in welcher Gefahr ihr Mann tatsächlich steckt und bittet Bell, ihm zu helfen.

Unterdessen wirft Moss den Geldkoffer in das Niemandsland an der mexikanisch-texanischen Grenze und wird danach in einem mexikanischen Krankenhaus untergebracht. Eine weitere Partei hat Carson Wells beauftragt, Anton Chigurh zu ermorden und das Geld zu finden. Dieser spricht im Krankenhaus mit Moss und bietet ihm seine Hilfe gegen Chigurh im Austausch gegen das Geld an. Als Wells in sein Hotelzimmer geht, wird er dort von Chigurh erschossen. Anschließend will Moss bei Wells anrufen, so kommt es zu einem Dialog der beiden Kontrahenten. Chigurh droht damit, Carla Jean zu töten, sollte er nicht sofort das Geld erhalten, hinzufügend, dass er Moss ohnehin töten werde. Er könne nur noch seine Frau retten. Moss geht darauf nicht ein und sagt seiner Frau, dass sie nach El Paso kommen soll. Dort will er sie in einem Motel treffen.

Im Motel wird Moss jedoch tragischer Weise von Mexikanern erschossen, bevor Bell und seine Frau dort eintreffen. Chigurh aber findet in dem Motel, in dem Moss starb, das Geld im Lüftungsschacht und macht sich damit aus dem Staub.

Gegen Ende des Buches besucht er - gemäß seiner merkwürdigen Moral, weil er versprochen hatte, sie zu töten - Carla Jean. Zwar gibt er ihr eine Chance und wirft eine Münze, die über ihr Leben entscheiden soll, aber sie verliert und er tötet sie. Als Chigurh wegfährt, gerät er in einen Autounfall, überlebt diesen nur knapp und flüchtet mit Mühe von der Unfallstelle.

Zuletzt kehrt die Handlung noch einmal zu den erfolglosen Ermittlungen Sheriff Bells und dessen Gedankenwelt zurück.

Verfilmung[Bearbeiten]

Hauptartikel No Country for Old Men

Die Brüder Ethan und Joel Coen (Fargo) verfilmten den Roman 2007 mit Tommy Lee Jones als Sheriff Bell, Josh Brolin als Moss und Javier Bardem als Anton Chigurh. Die Coens schrieben das Drehbuch selbst und produzierten den Film zusammen mit Scott Rudin. Die Handlungen im Film und im Buch unterscheiden sich nur in Nuancen und das Buch kann daher fast als Drehbuch für den Film angesehen werden. Ein großer Unterschied ist allerdings die von Cormac McCarthy geographisch genau beschriebene Verfolgungsjagd, auf die im Film nicht so genau eingegangen wird. Viele kleine Städte von West-Texas werden genannt, sodass man mit einem Atlas die mörderische Fahrt des Anton Chigurh gut verfolgen kann. Bardem gewann für seine Darstellung den Oscar als Bester Nebendarsteller. Die Coens wurden in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bestes adaptiertes Drehbuch ausgezeichnet.

Erscheinungsdatum[Bearbeiten]

In den USA wurde der Roman am 19. Juli 2005 veröffentlicht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Cormac McCarthy: No Country for Old Men. Vintage, New York, 2006, ISBN 0307277038.
  • Cormac McCarthy: Kein Land für alte Männer. Rowohlt Verlag, 2008, ISBN 3498045024.