Keith Emerson

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Keith Emerson (* 2. November 1944 in Todmorden, Lancashire, England) ist ein Keyboarder und Pianist, der dem Progressive Rock zuzuordnen ist. Besonders bekannt wurde er dadurch, dass er Werke der klassischen Musik unkonventionell - teils jazzig und teils rockig - arrangierte.

Neben dem Flügel verwendet Keith Emerson auch das Clavinet, vor allem aber Hammondorgeln und Synthesizer (z. B. Moog-Synthesizer, KORG-Synthesizer).

In seinem Piano Concerto No. 1 verwendet er Stilmittel virtuoser klassischer Klavierkonzerte der Romantik und frühen Moderne.

Biographie[Bearbeiten]

Erste Schritte und musikalische Einflüsse[Bearbeiten]

Keith Emerson war schon mit 14 Jahren in seiner Heimatstadt für sein Klavierspiel bekannt, bevor es ihn in seiner späten Jugend nach London verschlug. Dort wurde er Mitglied in Gruppen wie den V.I.P.s oder später Gary Farr and the T-Bones und begleitete seinen Mentor T-Bone Walker im Marquee Club, London. Auch nahm er an Touren durch England, Frankreich und Deutschland teil. In dieser Zeit wurde er musikalisch durch Künstler wie die Jazzmusiker Fats Waller, Oscar Peterson, Dave Brubeck, Jack McDuff oder Big John Patton, aber auch durch klassische Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Aaron Copland, Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch, Béla Bartók oder Alberto Ginastera beeinflusst.

Mit The Nice[Bearbeiten]

The Nice beim vorletzten Konzert Ostern 1970 in Hamburg

1967 gründete Emerson die Gruppe The Nice. Sie bestand neben ihm aus dem Sänger und Bassisten Lee Jackson, dem Schlagzeuger Brian Davison und dem Gitarristen David O'List. Die Band vereinte in ihren Werken die Musikstile des Jazz, des Blues und des Rock mit klassischen Elementen. Zu ihren Interpretationen gehören beispielsweise Werke von Leonard Bernstein (America aus Westside Story), Johann Sebastian Bach (Ars Longa Vita Brevis, Brandenburgisches Konzert) und Jean Sibelius (Intermezzo from the Karelia suite). In dieser Zeit war die Hammond-Orgel das von Keith Emerson am meisten benutzte Instrument. Nachdem Emerson das Werk Switched-On Bach von Wendy Carlos – damals noch als Walter Carlos – gehört hatte, begann auch er mit dem neuartigen Moog-Synthesizer zu experimentieren und wurde der erste Musiker, der ihn auf Tour einsetzte.

ELP, Three, The Best[Bearbeiten]

Als 1970 The Nice auseinanderbrach, gründete Emerson mit Greg Lake (vorher King Crimson, E-Bass, Gitarren, Gesang) und Carl Palmer (vorher Atomic Rooster, Schlagzeug) die Formation Emerson, Lake and Palmer, mit der er in den 70ern seine größten Erfolge feierte.

Emerson, Lake and Palmer hatten ihren ersten Auftritt beim Isle of Wight Festival 1970. Sie führten dort ihr Werk "Pictures at an Exhibition", eine Adaption von Modest Petrowitsch Mussorgskis Bilder einer Ausstellung auf. Eine andere Liveaufname von "Pictures At An Exhibition" wurde 1971 als ihr drittes Album veröffentlicht. Ihr Debütalbum wurde nach dem Festival Emerson, Lake & Palmer, welches auch den Hit Lucky Man enthält. Dieses Lied endet mit einem Solo auf Emersons Moog-Synthesizer. Zwischen den Jahren 1970 und 1977 veröffentlichten Emerson, Lake and Palmer mit Emerson, Lake & Palmer, Tarkus, Trilogy, Brain Salad Surgery, dem Livealbum Welcome Back My Friends to the Show That Never Ends und Works Volume I sechs Platin-Alben und waren vor über 500.000 Zuschauern 1974 Hauptakt beim Festival California Jam, auf dem neben ihnen auch Deep Purple auftraten. 1977 tourten Emerson, Lake and Palmer mit einem 80-Mann-Symphonieorchester, welches unter anderem Emersons Piano Concerto No. 1 vom Works Volume I - Album begleitete. Auf dem Album Works Volume I benutzte Emerson auch den Yamaha „Wunder“-Synthesizer GX-1, der dort unter anderem auf dem Stück Fanfare For The Common Man zu hören ist. Nach den zwei weiteren Alben Works Volume II und Love Beach trennten sich Emerson, Lake and Palmer 1979.

Keith Emerson

1980 versuchte Emerson, eine Band mit dem südafrikanischen Sänger und Gitarristen Trevor Rabin und dem Bassisten Jack Bruce zusammenzubringen, der Versuch scheiterte allerdings, da Rabin sich für ein Projekt mit dem Bassisten Chris Squire und dem Schlagzeuger Alan White entschied, aus dem später eine neue Yes-Besetzung entstand. Emerson wandte sich daraufhin der Filmmusik zu.

1984 versuchte Jim Lewis, Vizepräsident von Polydor Records, Keith Emerson dazu zu bewegen, ELP wieder zusammenzubringen. Er traf sich mit Lake, und die beiden beschlossen, es ein zweites Mal zu versuchen. Da Schlagzeuger Carl Palmer vertraglich an Asia bzw. deren Plattenfirma Geffen Records gebunden war, engagierten Emerson und Lake Cozy Powell. Als Emerson, Lake & Powell nahm die Band ein Album auf (1986 veröffentlicht) und ging auf Tour. Nach Streitigkeiten mit Lake löste sich das Trio jedoch noch im selben Jahr wieder auf.

1987 versuchte dann Brian Lane, der Manager von Carl Palmer, ebenfalls, ELP wieder ins Leben zu rufen. Im März probten die drei Musiker sogar für zwei Wochen miteinander, doch das schlechte Verhältnis zwischen Keith Emerson und Greg Lake hielt unverändert an und ein weiterer Versuch einer Wiedervereinigung ELPs scheiterte. Emerson und Palmer holten dann als Ersatz für Lake den Kalifornier Robert Berry in die Band, mit dem sie 1988 unter dem Namen Three das Album To The Power Of Three veröffentlichten.

Emerson arbeitete dann ab Anfang Juli 1989 zusammen mit Kevin Gilbert an einem bis 1995 unveröffentlicht gebliebenen Solo-Album. Dieses enthielt unter anderem frühe Fassungen dreier Stücke, die später auf dem ELP-Album Black Moon erschienen sind: Close To Home, Romeo And Juliet und Changing States. Im Frühling 1990 ging Emerson dann mit Jeff Baxter (Steely Dan, Doobie Brothers), John Entwistle (The Who), Joe Walsh (Eagles) und dem profilierten Studiodrummer Simon Phillips unter dem Bandnamen The Best auf Tour durch Hawaii und Japan. Ein Album dieser Besetzung kam nicht zustande. Als er zurückkam, arbeitete er zunächst weiter an seinem Solo-Album, als Phil Carson ELP dazu überredete, gemeinsam ein neues Album aufzunehmen.

1992 kamen ELP dann doch wieder zusammen und brachten die Alben Black Moon und In the Hot Seat heraus. 1998 trennten sie sich wieder. Noch in diesem Jahr ging Emerson mit dem Bassisten und Sänger Glenn Hughes (ex-Deep Purple) und dem Gitarristen Marc Bonilla auf Tournee, ein Mitschnitt erschien erst 2009.

2010 wurde Emerson mit dem Frankfurter Musikpreis ausgezeichnet.

Solo[Bearbeiten]

1981 brachte Keith Emerson sein erstes Solo-Album Honky heraus, auf welchem die karibische Atmosphäre des Aufnahmeorts Nassau auf den Bahamas gut herauszuhören ist. Seit dieser Zeit schrieb er auch mehrere Filmmusiken, wie etwa für Nachtfalken mit Sylvester Stallone, Godzilla: Final Wars oder für Dario Argentos italienische Horrorfilme Horror Infernal und The Church. 1995 erschien dann das Soloalbum, das er 1989/90 zusammen mit Kevin Gilbert aufgenommen hatte, unter dem Titel Changing States. Er war auch der Komponist für zwei Folgen der Zeichentrickserie Iron Man (1994-1996).[1]

Keith Emerson Band[Bearbeiten]

Keith Emerson gründete Anfang 2008 eine neue Musikformation, The Keith Emerson Band – in der Besetzung Keith Emerson (Piano, Orgel, Keyboards), Marc Bonilla (Gitarre, Gesang), Bob Birch (Bass) und Gregg Bissonette (Schlagzeug). Im August 2008 veröffentlichte die Band ein vielschichtiges Progressive-Rock-Album, welches die kompositorischen und instrumentalen Essentials von The Nice und Emerson, Lake and Palmer stilistisch und soundtechnisch weiterentwickelte.

Diskographie[Bearbeiten]

Mit The Nice[Bearbeiten]

  • 1968 – The Thoughts of Emerlist Davjack
  • 1968 – Ars Longa Vita Brevis
  • 1969 – Nice
  • 1970 – Five Bridges
  • 1971 – Elegy
  • 1972 – Autumn ’67 – Spring ’68
  • 2003 – Keith Emerson and The Nice: Vivacitas – Live at Glasgow 2002

Mit Emerson, Lake and Palmer[Bearbeiten]

Singles[Bearbeiten]

  • 1970 – Lucky Man (A-Seite), Knife Edge (B-Seite)
  • 1971 – Stones of Years
  • 1972 – Nutrocker (live)
  • 1972 – From the Beginning
  • 1973 – Jerusalem
  • 1977 – Fanfare for the Common Man (edit)
  • 1977 – C’est La Vie
  • 1978 – Canario
  • 1978 – Watching Over You
  • 1978 – All I Want Is You
  • 1979 – Peter Gunn (live)
  • 1992 – Black Moon
  • 1992 – Affairs of the Heart

Alben[Bearbeiten]

Konzertalben und Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1972 – Keith Emerson with the Nice (2 LP) Philips 6610 011
  • 1974 – Welcome Back My Friends to the Show That Never Ends – Ladies and Gentlemen ... Emerson, Lake & Palmer (Als Dreifach-LP)
  • 1979 – In Concert
  • 1980 – The Best Of Emerson, Lake & Palmer
  • 1992 – The Atlantic Years (2 CDs)
  • 1993 – Live at the Royal Albert Hall
  • 1993 – The Return of the Manticore (CD-Box-Set)
  • 1994 – The Best Of Emerson, Lake & Palmer (Victory)
  • 1995 – I Believe in Father Christmas (EP)
  • 1996 – Works Live
  • 1997 – Greatest Hits Live
  • 1997 – Live at the Isle of Wight Festival
  • 1997 – ELP In Concert On The King Biscuit Flower Hour
  • 1998 – Then & Now
  • 2000 – Extended Versions
  • 2000 – The Very Best Of Emerson, Lake & Palmer
  • 2002 – The Show that Never Ends
  • 2002 – Live In Poland
  • 2003 – Fanfare – The 1997 World Tour
  • 2005 – Emerson, Lake & Palmer - Live at Montreux 1997
  • 2010 - A Time And A Place (CD-Box-Set)
  • 2010 - High Voltage
  • 2011 - Live at Nassau Coliseum '78
  • 2011 - Live at the Mar Y Sol Festival '72
  • 2012 - Live in California 1974
  • 2013 - Live in Montreal 1977

Mit Emerson, Lake & Powell[Bearbeiten]

  • 1986 – Emerson, Lake & Powell
  • 2003 – The Sprocket Sessons (Proben)
  • 2003 – Live In Concert (recorded live in Lakeland, Florida, November 1986)

Mit Three[Bearbeiten]

Solo[Bearbeiten]

  • 1980 – Inferno (Musik zum gleichnamigen Horror-Film von Dario Argento)
  • 1981 – Nighthawks (Musik zum Film Nachtfalken)
  • 1981 – Honky
  • 1983 – Murderock (Musik zum Film Murderock)
  • 1985 – The Best Revenge (Musik zum Film)
  • 1987 – Harmagedon
  • 1988 – The Christmas Album
  • 1994 – Iron Man (TV) (Musikproduzent)
  • 1995 – Changing States (auch unter seinem Arbeitstitel "Cream Of Emerson Soup" bekannt)
  • 2002 – La Chiesa (The Church) (Musik zum Film)
  • 2002 – Emerson Plays Emerson
  • 2005 – Hammer It Out – The Anthology
  • 2005 – At The Movies
  • 2006 – Off The Shelf

Mit der Keith Emerson Band[Bearbeiten]

  • 2008 – Keith Emerson Band feat. Marc Bonilla
  • 2009 – Boys Club – Live From California (mit Glenn Hughes und Marc Bonilla)
  • 2011 – Moscow (Doppel-Live-CD mit Aufnahmen von 2008)
  • 2012 – Three Fates (mit Marc Bonilla, Terje Mikkelsen und dem Münchner Rundfunkorchester)

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Keith Emerson in der Internet Movie Database (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Keith Emerson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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