Keith Johnstone

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Keith Johnstone (* Februar 1933 in Devon) ist ein britischer Dramaturg, ein Begründer des modernen Improvisationstheaters und Schauspiellehrer.

Leben[Bearbeiten]

Keith Johnstone arbeitete von 1956 bis 1966 als Dramaturg, Regisseur und Studioleiter am Royal Court Theatre in London. Hier leitete er eine Autorenwerkstatt, der die Dramatiker John Arden, Edward Bond und Arnold Wesker angehörten.[1] Ausserdem lehrte Johnstone an der Royal Academy of Dramatic Art.[2] Wegen negativer Erfahrungen während seiner eigenen Ausbildung versuchte er, seine Schauspieler zu mehr Spontaneität zu animieren, indem er alle Regeln negierte, die er in seiner Ausbildung gelernt hatte. Beispielsweise animierte er sie dazu, auf der Bühne Grimassen zu schneiden und sich spielerisch zu ärgern; er wies sie mit Zwischenrufen an, sich nicht zu konzentrieren, nicht nachzudenken und das Offensichtliche zu tun. Als er sah, dass diese Techniken Erfolg hatten – die Darsteller spielten freier und mit mehr Freude – entwickelte er daraus Theater-Grundregeln.

Angeregt durch die Thesen des britischen Verhaltensforschers Desmond Morris, entwickelte Johnstone die Theorie, dass Geschichten von Dominanz und Unterwerfung handeln und dass sich die Figuren in der Geschichte gegenseitig verändern müssen. Er glaubt, dass ein Großteil komödiantischen Materials sich aus den vielen kleinen Möglichkeiten speist, mit denen Menschen versuchen, ihren eigenen sozialen Status zu erhöhen und den ihres Gegenübers herabzusetzen. In den folgenden Jahren verbreitete sich diese Auffassung rasch und ist heute in der Theaterwelt weit verbreitet.

In den siebziger Jahren zog Johnstone nach Calgary. In einem Kellergeschoss der Universität Calgary ging er mit dem von ihm entwickelten Theatersport im Secret Impro Theatre an die Öffentlichkeit. Gemeinsam mit dem Tierarzt Mel Tonken gründete Johnstone die Loose Moose Theatre Company, deren Spielstätte am südlichen Ende des Flughafens Calgary liegt.[3] Als eine Form des modernen Improvisationstheaters ist der Begriff Theatersport durch das Copyrightzeichen © rechtlich geschützt.[4] Johnstone lehrt als ordentlicher Professor an der University of Calgary.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Impro − Improvisation and the Theatre. Methuen Publishing, London 1979, ISBN 0-413-46430-X
    • Deutsche Ausgabe: Improvisation und Theater. Aus dem Englischen von Petra Schreyer. Nachwort von George Tabori. Alexander, Berlin 1993, ISBN 3-923854-67-6
  • Theaterspiele. Spontaneität, Improvisation und Theatersport. Aus dem Englischen von Christine und Petra Schreyer. Alexander, Berlin 1998, ISBN 3-89581-001-0
  • Einleitung zu Michael Shurtleff: Erfolgreich vorsprechen. Alexander, Berlin 1999, 5. Auflage 2009, ISBN 978-3-89581-044-2
  • Wie meine Frau dem Wahnsinn verfiel. Stories & Plays. Alexander, Berlin 2009, ISBN 3-89581-208-0

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Keith Johnstone: Improvisation und Theater. Alexander, Berlin 1995, S. 2
  2. Keith Johnstone: Theaterspiele. Spontaneität, Improvisation und Theatersport. Alexander, Berlin 1998, S. 563.
  3. Keith Johnstone: Theaterspiele. Spontaneität, Improvisation und Theatersport. Alexander, Berlin 1998, S. 26f.
  4. Keith Johnstone: Theaterspiele. Spontaneität, Improvisation und Theatersport. Alexander, Berlin 1998, S. 565.