Kel Ajjer

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Tassili n'Ajjer, Nomadisierungsgebiet der Kel Ajjer

Kel Ajjer (auch: Kel Azjar, Kel Azger) sind ein Verbund von Tuareg, Nomaden, die im westlichen Teil Libyens und im südöstlichen Algerien leben.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitungsgebiet [Bearbeiten]

Diese Gruppe der Tuareg umfasst etwa 6000 Menschen. In Algerien beschränkt sich ihr Nomadisierungsgebiet vornehmlich auf die Regionen des Ahaggar-Gebietes und des Tassili n'Ajjer. Ihre nördlichste Verbreitung geht in die Grenzregion Ghadames (Libyen). Hochburgen sind weiterhin Ghat und Ubari. Die Kel Ajjer sprechen einen Tamascheq-Dialekt, der „Ghat“ (oder auch Ghanet, Djanet) genannt wird.[1]

Kolonialzeit [Bearbeiten]

Die ersten europäischen (französischen) Kontakte mit den Kel Ajjer gehen auf das Jahr 1848 zurück. Dieser Kontakt beruhte auf der Übereinkunft einer französischen Delegation mit Sheikh Othman, einem einflussreichen Führer des religiösen Stammes der Iforas und Ikhenoukhen, einem Führer der Kel Ajjer. Bereits 1862 wurden Handelsabkommen geschlossen. In den späten 1860er Jahren verschlechterten sich die Beziehungen der Kel Ajjer zu den französischen Kolonialherren. In der Zeit zwischen 1880 und 1900 führte dies zu intensiven Unterdrückungsmaßnahmen gegen die Kel Ajjer.[2]

Unterstämme der Ajjer [Bearbeiten]

Wichtige Unterstämme der Kel Ajjer sind die Uraren bei Ghat, die Imenan bei Djanet, die von Arabern abstammenden Imanrassaten und die Iforas bei Ghadames.

Nachbarliche Tuareg [Bearbeiten]

Die Kel Ajjer sind ihrer Herkunft nach Viehhirten mit erheblichen Weidegründen. Nachbarn der Kel Ajjer sind im Südwesten die Kel Ahaggar, sowie im Übergangsgebiet zum Sahel um das nigrische Aïr, die Kel Aïr sowie Kel Ewey und letztlich in Richtung der Grenze zu Mali um das Adrar des Iforas die Kel Adrar und Kel Iforas.[3]

Siehe auch [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

Thomas Krings, Sahelländer, WBG-Länderkunden, 2006, ISBN 3-534-11860-X

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Langwhich: Tamasek
  2. Jeremy Keenan, The lesser gods of the Sahara: social change and contested terrain amongst the Tuareg of Algeria (S. 22/23)
  3. s. Lit. (S. 34 f.)