Kelkheim (Taunus)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kelkheim (Taunus)
Kelkheim (Taunus)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kelkheim (Taunus) hervorgehoben
50.1379861111118.4525193Koordinaten: 50° 8′ N, 8° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Taunus-Kreis
Höhe: 193 m ü. NHN
Fläche: 30,65 km²
Einwohner: 27.982 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 913 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65779
Vorwahlen: 06195,
06198 (Eppenhain),
06174 (Ruppertshain)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MTK
Gemeindeschlüssel: 06 4 36 008
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Gagernring 6
65779 Kelkheim (Taunus)
Webpräsenz: www.kelkheim.de
Bürgermeister: Thomas Horn (CDU)
Lage der Stadt Kelkheim (Taunus) im Main-Taunus-Kreis
Eppstein Kelkheim (Taunus) Bad Soden am Taunus Liederbach am Taunus Schwalbach am Taunus Eschborn Sulzbach (Taunus) Hofheim am Taunus Kriftel Hattersheim am Main Flörsheim am Main Hochheim am Main Wiesbaden Landkreis Offenbach Frankfurt am Main Hochtaunuskreis Rheingau-Taunus-Kreis Wiesbaden Kreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Kelkheim (Taunus) ist eine Stadt im Vortaunus (Rhein-Main-Gebiet). Ihr Kerngebiet liegt rund zehn Kilometer nordwestlich des Frankfurter Stadtteils Unterliederbach.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Kelkheim liegt unmittelbar nordwestlich von Frankfurt am Main. Weitere Nachbargemeinden sind Hofheim am Taunus, Eppstein, Glashütten, Königstein im Taunus, Bad Soden am Taunus und Liederbach am Taunus. Wichtige Nahziele sind neben Frankfurt am Main (10 km südöstlich), Wiesbaden (etwa 25 km) und Mainz (etwa 30 km).

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet reicht von der Mainebene (etwa 122 m ü. NN) bis zum Taunuskamm, höchste Erhebung ist der Eichkopf mit 563,3 m Höhe. Weitere nennenswerte Berge sind der Staufen (451 m), der Rossert (515,9 m) und der Atzelberg (506,7 m).

Durch Kelkheimer Stadtgebiet fließen der Liederbach (durch Hornau, Mitte, Münster) und der Krebsbach, dessen Quelle in Ruppertshain liegt und der in Fischbach zum Fischbach wird. Seit 1958 wurde in mehreren Etappen vor allem an der Renaturierung und Landschaftsgestaltung des Liederbachs gearbeitet, auch zur Verbesserung des Hochwasserschutzes. Bis 2014 sollen die Arbeiten, die sich auf eine Gesamtstrecke von 3,5 km Flusslauf beziehen, beendet sein.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Kelkheim grenzt im Norden an die Gemeinde Glashütten und die Stadt Königstein im Taunus (beide Hochtaunuskreis), im Osten an die Stadt Bad Soden am Taunus und die Gemeinde Liederbach am Taunus, im Süden an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, sowie im Westen an die Städte Hofheim am Taunus und Eppstein.

Stadtteile[Bearbeiten]

Stadtteile Kelkheims
Stadtteil Einwohner Beschreibung
Kelkheim 8.432 Kelkheim-Mitte, hervorgegangen aus dem früheren Dorf Kelkheim, ist heute die „Innenstadt“ der Gesamtstadt.
Münster 7.044 Münster ist der südlichste Stadtteil. Hier befinden sich das Freibad, die Gesamtschule und das größte Gewerbegebiet der Stadt.
Hornau 4.109 Hornau hat einen vorbildlich sanierten alten Ortskern.
Fischbach 5.769 Fischbach ist vor allem ein Wohngebiet. Weithin bekannt sind die beiden Ausflugslokale Gimbacher Hof und Rettershof.
Ruppertshain 2.069 Ruppertshain ist vor allem durch den „Zauberberg“ bekannt, der monumentale Klinikbau ist weithin sichtbar.
Eppenhain 1.037 Eppenhain liegt auf 423 Meter, im Hohen Taunus und ist nur über eine Zufahrtsstraße verkehrlich erreichbar.
Gesamt 28.460 (Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2011)

Geschichte[Bearbeiten]

Als Stadt ist Kelkheim (Taunus) noch vergleichsweise jung. Die ersten urkundlichen Erwähnungen der Stadtteile erfolgten schon relativ früh:

Die Aufwertung zur Stadt erfolgte jedoch erst zum 1. April 1938, als der Oberpräsident der preußischen Provinz Hessen-Nassau, Philipp Prinz von Hessen, die Eingemeindung von Münster und Hornau nach Kelkheim verfügte und der so entstandenen Großgemeinde gleichzeitig die Stadtrechte verlieh.

Die insgesamt 5300 Einwohner fragte dabei jedoch niemand, was vor allem in Münster zu großem Unmut führte. Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühten sich dann auch Münsterer Bürger, ihre Eigenständigkeit zurück zu erlangen. Erfolglos: Trotz einer Unterschriftensammlung bestätigte die Landesregierung den für eine Stadtentwicklung wichtigen Zusammenschluss.

Seine heutige Gestalt mit sechs Stadtteilen erhielt Kelkheim dann im Zuge der Hessischen Gebietsreform. Am 1. Januar 1977 schlossen sich die Stadt Kelkheim und die bis dahin selbstständigen Gemeinden Fischbach und Rossert zur neuen Stadt Kelkheim zusammen.[3] Auch hierbei gab es Widerstände. So hatten sich Ruppertshain und Eppenhain am 31. Dezember 1971 zur Gemeinde Rossert zusammengeschlossen, um dem Zusammenschluss mit Kelkheim zu entgehen.[3]

Am 1. Januar 1978 wurde der Name der Stadt amtlich in Kelkheim (Taunus) geändert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen (jeweils zum 31. Dezember)
Jahr Einwohnerzahl
1998 26.345
1999 26.500
2000 26.755
2001 26.894
2002 26.863
2003 26.835
2004 26.945
2005 27.004
2006 27.100
2011 28.460
2012 27.982

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die letzten Kommunalwahlen lieferten folgende Ergebnisse:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 45,3 20 47,5 21 48,4 22
UKW Unabhängige Kelkheimer Wählerinitiative 27,1 12 16,6 8 13,8 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,5 9 18,3 8 20,9 10
FDP Freie Demokratische Partei 8,1 4 10,1 5 9,0 4
FWG Freie Wählergemeinschaft Kelkheim im Taunus e. V. 4,9 2 4,9 2
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 2,6 1 3,0 1
Gesamt 100 45 100 45 100 45
Wahlbeteiligung in % 49,9 47,0 55,4
Ofterdingenbrunnen vor dem Rathaus von Kelkheim. Der 1974 von der Stuttgarter Bildhauerin Angelika Wetzel gestaltete Brunnen erinnert an Heinrich von Ofterdingen

Der Kelkheimer Magistrat setzt sich in der Wahlperiode 2011/16 aus 2 hauptamtlichen und 11 ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen, die von CDU (6), FDP (2), SPD (2) und UKW (3) gestellt werden. Erster Stadtrat ist Dirk Westedt (FDP). In der Stadtverordnetenversammlung besteht eine Koalition zwischen CDU und FDP.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister von Kelkheim ist Thomas Horn (CDU), der seit dem 1. Juni 1995 im Amt ist. Seit dem Zweiten Weltkrieg stellt die CDU ununterbrochen den Bürgermeister, der seit 1995 direkt von den Bürgern gewählt wird.

Wappen[Bearbeiten]

Kelkheimer Wappen

Das Kelkheimer Wappen ist in vier Felder unterteilt, das obere heraldisch rechte Feld zeigt ein silbernes, sechsspeichiges Rad auf rotem Hintergrund (Mainzer Rad). Das Feld oben links zeigt ein rotes Horn vor silbernem Hintergrund. In den beiden Feldern unten wird ein Hufeisen in den wechselnden Farben Rot und Silber dargestellt. Nach dem Zusammenschluss der drei Gemeinden Kelkheim, Hornau und Münster am 1. April 1938 zur Stadt Kelkheim wurde auch beschlossen, ein Stadtwappen entwickeln zu lassen. Durch den Zweiten Weltkrieg verzögerte sich dieses Vorhaben, so dass der Stadt Kelkheim erst am 19. Juni 1950 ihr neues Stadtwappen verliehen werden konnte. Um das Zusammenwachsen der drei vormals unabhängigen Gemeinden zu symbolisieren, setzt es sich aus ehemaligen Ortszeichen der drei damaligen Stadtteile Kelkheim, Hornau und Münster zusammen. So war das Hufeisen ein altes Symbol der Gemeinde Kelkheim, welches bereits 1668 durch ein Siegelabdruck belegt wird. Das Horn wurde als „redendes“ Zeichen für den Ortsnamen Hornau gewählt. Das Rad stellt das Mainzer Rad dar, das Wappen des Kurfürstentums Mainz, zu dem Münster seit 1450 (erstmalige Nutzung des Mainzer Siegels 1694) bis zur Säkularisierung 1803 gehörte. Nach der Eingemeindung von Fischbach, Ruppertshain und Eppenhain am 1. Januar 1977 stand die Entwicklung eines neuen Stadtwappens zur Diskussion, dies wurde allerdings mit der Begründung abgelehnt, dass die neuen Stadtteile bereits mit dem Mainzer Rad repräsentiert seien, da diese ebenfalls zwischen 1581 und 1803 zum Kurfürstentum Mainz gehörten.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge wurde am 22. Oktober 1954 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

„In einer weißen Mittelbahn, die von roten Streifen eingefasst ist, das rot und weiß quadrierte Kelkheimer Wappen mit Rad, Horn und Hufeisen.“[4]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Kelkheim

Kelkheim besitzt drei Haltebahnhöfe der Königsteiner Bahn, eine S-Bahn-ähnliche Vorortbahn, die im 30-Minuten-Takt von Königstein über Kelkheim und Frankfurt-Höchst zum Frankfurter Hauptbahnhof fährt. Betreiber dieser Bahnstrecke war die Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn (FKE), die 2006 von der Hessischen Landesbahn GmbH (HLB) übernommen wurde.

Die HLB betreibt im Frankfurter Westen zahlreiche Buslinien. Die Linie 804 des Rhein-Main-Verkehrsverbunds bedient alle sechs Stadtteile. Außerdem fahren die Linien 263 und 815, sowie durch Ruppertshain zusätzlich die Linien 81 und 805 durch Kelkheim.

Durch das Kelkheimer Stadtgebiet verlaufen die Bundesstraßen 8 (Frankfurt–Limburg, in Richtung Frankfurt autobahnähnlich ausgebaut), 455 (Wiesbaden–Bad Homburg) und 519 (Rüsselsheim–Königstein). Auf der Bundesautobahn 66 (Frankfurt–Wiesbaden) gibt es eine Abfahrt Kelkheim, die aber auf dem Gebiet von Frankfurt-Unterliederbach liegt.

Stadtbild[Bearbeiten]

Neue Stadtmitte Süd von Norden aus gesehen
Blick auf den Gimbacher Hof
ehem. Franziskanerkloster
Rettershof

Kelkheim-Mitte besitzt eine verkehrsberuhigte Einkaufsstraße, die Bahnstraße. Im Süden des Stadtteils wurde im November 2008 die Neue Stadtmitte an der Frankenallee eröffnet. Die Hauptstraße der Stadt ist die Frankfurter Straße, die Kelkheim-Mitte und Münster von Norden nach Süden durchzieht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Franziskanerkloster (1909, neuromanisch). Weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt; gestiftet von Gräfin Julie von Quadt-Wykradt-Isny (1859-1925)
  • Stadthalle (1948)
  • Ehemaliges Kaiserliches Postamt, Friedrichstraße
  • Rettershof, mittelalterliches Hofgut, bei Fischbach
  • In der Nähe des Rettershofs befinden sich etwa 3500 Jahre alte Hügelgräber
  • Gimbacher Hof, zwischen Fischbach und Kelkheim-Mitte, Hofgut und beliebtes Ausflugslokal
  • Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit Fischbach (1781) mit frühmittelalterlichem (7. Jh.) Grabstein vom ehemaligen Gimbacher Kirchhof
  • Altes Rathaus Münster, prächtiger Fachwerkbau (1789)
  • Direkt daneben die klassizistische Pfarrkirche St.Dionysius (1811)
  • Ortskern Hornau (Hornauer Straße), mit dem ältesten Haus der Stadt (1568)
  • Hofgut (in Hornau) und Gräber der Familie von Gagern (Heinrich von Gagern war 1848/1849 Präsident der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche)
  • Neben dem Gagernhaus steht die alte Hornauer Martinskirche von 1725
  • Ehemalige Lungenheilstätte in Ruppertshain (Gerhard-Domagk-Klinik, heute Kulturzentrum Zauberberg)
  • Atzelbergturm, 31 Meter hoher Aussichtsturm auf dem Atzelberg oberhalb des Stadtteils Eppenhain, ist am 5. August 2008 abgebrannt (vermutlich Brandstiftung).
  • Museum Kelkheim, Sammlung für Möbelhandwerk und Stadtgeschichte
  • technikum29, privat geführtes Museum für Rechner, Computer und Kommunikationstechnik
  • Siehe auch: Route der Industriekultur Rhein-Main Main-Taunus-Kreis

Wirtschaft[Bearbeiten]

Kelkheim ist bekannt als Stadt der Möbel. Zahlreiche mittelständisch geprägte Familienunternehmen produzieren und verkaufen bis heute in Kelkheim Möbel, speziell qualitativ gehobene Einrichtungsgegenstände und Stilmöbel. Bekanntestes Produkt war und ist der Frankfurter Schrank. Bis 1997 fand zudem einmal im Jahr in Kelkheim eine überregional bedeutende Möbelausstellung statt. Des Weiteren sind in Kelkheim Unternehmen der Papierindustrie und des Werkzeugbaus sowie kleinere und größere Handwerksbetriebe ansässig.

Bedeutende Unternehmen[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

Kelkheim hat ein lebhaftes kulturelles Leben mit Konzerten von Klassik (Tage alter Musik) bis Rock, Lesungen, Kabarett und Theateraufführungen, die von der Kelkheimer Kulturgemeinde e.V. bzw. vom Kulturreferat der Stadt veranstaltet werden. Darüber hinaus hat Kelkheim ein Filmtheater mit zwei modernen Kinosälen, welches ehrenamtlich von einem Verein betrieben wird.

Ende der 90er Jahre wurde in Kelkheim die Rockband Verlen gegründet.

Sport[Bearbeiten]

Mit der TSG Münster besitzt Kelkheim eine früher erfolgreiche Herren-Handballmannschaft, die zwischen 2005 und 2011 in der 2. Handball-Bundesliga spielte. Verschiedene andere Sportvereine bieten ein großes Angebot an Breitensport, auch der örtliche Wanderverein erfreut sich großer Beliebtheit.

Die SG Kelkheim Lizzards gehören zu den erfolgreichsten Flag Football-Teams in Deutschland.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. FAZ: Blaues Band durch Kelkheim; 11. Januar 2013, S. 57
  3. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 370 bis 372.
  4. Staatsanzeiger für das Land Hessen 1954 Amtsblatt Nr. 45 Seite 1058

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kelkheim (Taunus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Kelkheim – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen