Kelmis

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Dieser Artikel behandelt die belgische Gemeinde. Zur Figur der griechischen Mythologie siehe Kelmis (Daktyle).
Kelmis
Kelmis Blason.gif Flag of None.svg
Kelmis (Lüttich)
Kelmis
Kelmis
Staat Belgien
Region Wallonien
Provinz Lüttich
Bezirk Verviers
Koordinaten 50° 43′ N, 6° 1′ O50.7161111111116.0141666666667Koordinaten: 50° 43′ N, 6° 1′ O
Fläche 18,12 km²
Einwohner (Stand) 10.874 Einw. (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 600 Einw./km²
Postleitzahl 4720 (Kelmis)
4721 (Neu-Moresnet)
4728 (Hergenrath)
Vorwahl 087
Bürgermeister Louis Goebbels (PFF)
Adresse der
Kommunalverwaltung
Kirchstraße 31
4720 Kelmis
Webseite www.kelmis.be

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Kelmis (französisch La Calamine) ist eine Gemeinde der Ostkantone in der belgischen Provinz Lüttich mit 10.874 Einwohnern (Stand 1. Januar 2012). Kelmis ist eine der neun Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien. Die frühere deutsche Bezeichnung für Kelmis war Altenberg. Die Gemeinde gehört heute zur Euregio Maas-Rhein.

Geografie[Bearbeiten]

Lage der Gemeinde Kelmis (gelb) mit ihren einzelnen Ortschaften im Dreiländereck B-D-NL

Die Gemeinde Kelmis besteht aus den Orten Hergenrath, Kelmis (ehemals Altenberg oder Neutral-Moresnet) und Neu-Moresnet (ehemals Preußisch-Moresnet). Sie erstreckt sich im Dreiländereck BelgienNiederlandeDeutschland im Tal der Göhl auf einer Fläche von rund 18,12 km². Die Gemeinde liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Vaals (NL) im Norden, Aachen (D) im Nordwesten, Raeren (B) im Westen, Lontzen (B) im Süden und Plombières/Bleyberg (B) im Osten. Die nächstgelegenen Städte sind neben Aachen (8 km) Eupen (15 km) und Lüttich/Liège (40 km) in Belgien sowie Maastricht (40 km) in den Niederlanden.[1]

Gemeinde- und Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde Kelmis hatte am 31. Dezember 2013 als zweitgrößte Gemeinde der Deutschsprachigen Gemeinschaft 10.859 Einwohner, von denen 37,5 % nicht belgischer Staatsangehörigkeit waren.[2]

Die Gesamtbevölkerung verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Ortschaften:

  • Kelmis: 5804
  • Neu-Moresnet: 2360
  • Hergenrath: 2694

Verkehr[Bearbeiten]

Flugzeug:

Bahn:

  • Bahnhof Hergenrath an der Wesertalstrecke, Haltepunkt des euregioAIXpress (direkte Verbringung mit Aachen und Lüttich; weder Fahrkartenausgabe noch Automaten vorhanden)

Bus:

  • Linie 396 der TEC, die Eupen und Vaals miteinander verbindet (Haltestellen in Kelmis und Hergenrath)[3]
  • Linie 24 des Aachener Verkehrsverbundes (zu dem Kelmis seit 1979 tariflich zählt), die Kelmis mit Aachen verbindet:[4]
Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
24 Regionalbus Laurensberg Rahe – Süsterfeld – Aachen Bushof – Bahnhof Aachen Schanz – Preusweg – Kelmis 

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Geschichte der Ortschaft Kelmis

Die heutige Gemeinde Kelmis entstand am 1. Januar 1977 durch die Gemeindefusion aus den damaligen Gemeinden Neu-Moresnet, Hergenrath und Kelmis.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name der Gemeinde leitet sich von dem Erz Galmei (an dieser Lagerstätte überwiegend silikatisches Galmei, d. h. Kieselzinkerz) ab, das in dieser Gegend als Kelms oder Kelmes bekannt ist und bereits im frühen Mittelalter dort abgebaut wurde.

Kirche Mariä Himmelfahrt in der Ortschaft Kelmis
Der Casinoweiher in Neu-Moresnet

Kultur[Bearbeiten]

Folklore[Bearbeiten]

In Kelmis wird rheinischer Karneval gefeiert, wozu u.a. ein Rosenmontagszug und am "Fettdonnerstag" der Altweiberumzug der "Auw Wiever" zählen.

Dialekt[Bearbeiten]

Der Lokaldialekt, das Kelmiser Platt, gehört der Ripuarischen Sprachgruppe an. Verschiedene Dialekte im Kanton Eupen gehören der Niederfränkischen und Ripuarischen Sprachgruppe an und damit zum Limburgischen Sprachraum.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Neu-Moresnet befindet sich eine Niederlassung der Heimbach Gruppe aus Düren, die aus einer Übernahme der Firma Bruch & Cie. hervorgegangen ist. Dort werden Technische Textilien gefertigt.

Sport[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

In Kelmis gibt es zwei Fußballvereine, die dem nationalen belgischen Fußballverband angeschlossen sind. Der 1923 gegründete RFC Union Kelmis spielt derzeit in der 3. Division B (dritte Liga auf nationalem Niveau).[5] Der RFCU ist damit nach der KAS Eupen der zweitranghöchste Fußballverein aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

Zur Saison 2014/15 wird mit dem Sporting Club Kelmis ein neu gegründeter Verein in der 4. Provinzklasse D an den Start gehen.[6]

Sportstätten[Bearbeiten]

In Kelmis befindet sich das maximal 4000 Zuschauer fassende Prinz-Philippe-Stadion, in dem der RFC Union Kelmis seine Heimspiele austrägt. Auch der Sporting Club Kelmis wird diese Infrastruktur ab der Saison 2014/15 nutzen.

In einem ehemaligen Steinbruch zwischen Neu-Moresnet und Hergenrath, an der Göhl und unweit der Eyneburg gelegen, befindet sich ein 2005 eingerichtetes Sportkletterareal. Es wird durch die Aachener Sektion des Deutschen Alpenvereins betrieben. Die maximale Felshöhe beträgt 20 m.[7]

Personen[Bearbeiten]

  • Mathieu Grosch, Mitglied des Europäischen Parlaments und von 1991 bis Dezember 2012 Bürgermeister der Gemeinde Kelmis
  • Gottfried John, deutscher Schauspieler, wohnte bis 2008 in Kelmis.[8]
  • Hein Simons, Sänger und Schauspieler, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Heintje, lebte bis in die 1980er Jahre mit seinen Eltern in Neu-Moresnet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kelmis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kelmis – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. kelmis.be: Geographie
  2. Offizielle Angaben der Gemeinde Kelmis, eingeholt am 20. Februar 2014
  3. infotec.be: Fahrplan Linie 396
  4. avv.de: Flyer zu 50 Jahren grenzüberschreitender Nahverkehr
  5. Homepage des RFCU Kelmis
  6. grenzecho.net: „Alte Dame“ RFC Union bekommt Konkurrenz, abgerufen am 20. Februar 2014
  7. felsinfo.alpenverein.de: Kletterfelsen Eyneburg
  8. Bunte: Gottfried John lebt wieder in Deutschland, abgerufen am 20. Februar 2014