Kemnitz (bei Greifswald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kemnitz
Kemnitz (bei Greifswald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kemnitz hervorgehoben
54.07555555555613.53305555555610Koordinaten: 54° 5′ N, 13° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Lubmin
Höhe: 10 m ü. NHN
Fläche: 19,21 km²
Einwohner: 1101 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17509
Vorwahl: 038352
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 060
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Geschwister-Scholl-Weg 15
17509 Lubmin
Webpräsenz: www.amtlubmin.de
Bürgermeister: Klaus Buchheister
Lage der Gemeinde Kemnitz im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe (Peene) Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Kemnitz (niederdeutsch: Käms oder Kämts) ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Sie wird vom Amt Lubmin mit Sitz im Seebad Lubmin verwaltet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Kemnitz liegt zwischen Greifswald und Wolgast, etwas östlich der Dänischen Wiek (Teil des Greifswalder Boddens). Der Ort liegt nördlich der Bundesstraße 109, an der Bahnstrecke Greifswald-Lubmin. Zirka zehn Kilometer westlich der Gemeinde liegt die Stadt Greifswald und sechs Kilometer nordöstlich liegt der Amtssitz Lubmin.

Durch die Gemeinde fließt der Hanshäger Bach, der hier auch Kemnitz oder Kaminitz = Steinbach genannt wird.

Ortsteile[Bearbeiten]

Die Gemeinde hat folgende Ortsteile:[2]

  • Kemnitz
  • Kemnitzerhagen
  • Kemnitz-Meierei
  • Neuendorf
  • Rappenhagen
  • Schönefeld (historisch)

Geschichte[Bearbeiten]

Kemnitz Kemnitz wurde 1207 erstmals als Kaminitz in einer Urkunde des Rügenfürsten Jaromar I. genannt. Dieser übergibt dem Kloster Hilda (Eldena) Ortschaften, darunter Kemnitz zu Eigentum. Der Ort ist eine slawische Gründung, das belegt auch der Name Kaminitz = Stein. 1208 bestätigen die Pommernherzöge Casimir II. und 1218 Bogislaw II. die Schenkung des Rügenfürsten. Der Rügenfürst hatte sein Einflussgebiet bis zur Peene ausgedehnt, da er Lehnsnehmer des Dänenkönigs war, der auch die Lehnsherrschaft über Pommern hatte. Im Jahr 1248 wurde erstmals eine Wassermühle an der Kemnitz (Kaminitz = Steinbach) urkundlich erwähnt, 1280 wurden bereits vier Wassermühlen genannt. Das Dorf war Pfarr- und Kirchdorf und blieb weiterhin im Klosterbesitz. Nach der Reformation und Säkularisierung wurde es zunächst Dominal, wurde dann aber 1634 von Herzog Bogislaw XIV. an die Universität Greifswald gegeben. Das blieb so bis über 1865. Die Feldmark war eingeteilt in 3 Pachthöfe, sowie die Mühlengrundstücke, den Krug und die Schmiede mit Erbpachtländereien.

1865 hatte Kemnitz 245 Einwohner in 55 Familien. An Bauten waren vorhanden: 1 Kirche, 1 Schule, 23 Wohn- und 42 Wirtschaftsgebäude, sowie 4 Fabriken (1 Schmiede, 3 Mühlen).

Die Wassermühle brannte 1894 ab. An sie erinnert heute ein Mühlstein an der Dorfstraße.

Kemnitzerhagen Kemnitzerhagen ist, wie der Name besagt eine frühdeutsche Gründung, ein Hagendorf (Rodungsdorf). Es soll laut Schwarz 1281 von den Grafen von Gützkow an das Kloster Eldena gegeben worden sein. Es fehlen sonst Informationen zur alten Zeit. Erst 1634 ist bekannt, dass Bogislaw XIV. den Ort an die Universität Greifswald gab. Der Ort hatte zwei Bestandteile, Kemnitzerhagen Hof und Dorf. Der Hof war 1865 ein Vorwerk, das 1920 laut Messtischblatt als Gut bezeichnet wurde und hatte 1865: 143 Einwohner in 25 Familien, 10 Wohnhäuser, 1 Fabrik- und 19 Wirtschaftsgebäude. Das Dorf hatte 1865 121 Einwohner in 20 Familien, 1 Schulhaus, 1 öffentliches Gebäude (Verwaltung), 7 Wohnhäuser, 1 Fabrik- und 17 Wirtschaftsgebäude. Zum Hof gehörte 1 Windmühle und zum Dorf 1 Wassermühle. Die Wassermühle soll noch vom Kloster Hilda als Papiermühle angelegt worden sein, sie wurde in der Neuzeit in eine Mahlmühle umgewandelt, besteht aber heute nicht mehr, nur der Mühlteich mit Stau.

Kemnitz-Meierei

Kemnitz-Meierei wurde um 1920 erstmals in den topografischen Karten ausgewiesen. Es war ein Vorwerk zum Gut Kemnitzerhagen, es wurde zuerst auch als „Hof II“ bezeichnet. Der dann noch bestehende „Hof I“ – auch Müllers Hof genannt – südlich von Kemnitz ist jetzt wüst.

Neuendorf Bei Neuendorf gibt es zwei archäologische Stätten, eine Germanensiedlung und ein Brandschüttungsgräberfeld aus der Römischen Kaiserzeit (0 bis 400), sowie dicht daneben eine spätslawische Siedlung mit einem dazugehörigen Urnengräberfeld auf dem Piepenberg. Beide belegen die frühe Besiedlung der Gegend. Neuendorf wurde 1281 als „Nigendorp“ urkundlich erwähnt. Wie Dutzende neue Dörfer in frühdeutscher Zeit während der Ostexpansion gegründet. Es wird, wie Kemnitz und Kemnitzerhagen dem Kloster Hilda (Eldena) gehört haben und wurde ab 1634 der Universität Greifswald zugehörig genannt. Neuendorf hatte eine Walkmühle in alter Zeit.

1865 hatte Neuendorf 132 Einwohner in 22 Familien, 8 Wohnhäuser, 1 Fabrik- und 23 Wirtschaftsgebäude. Das Fabrikgebäude war eine Windmühle, die aber vor 1920 beseitigt war.

Rappenhagen

Rappenhagen wurde erstmals urkundlich 1265 als „Regenbotenhagen“ erwähnt, 1305 als „Rebdenhagen“. Letztere Nennung ist beurkundet, als der Graf von Gützkow zwischen dem Kloster Eldena (Hilda) und dem Ritter Blixen wegen dortiger Besitzungen vermittelte. Der Name wechselt dann 1618 zu „Rabenhagen“ und erst 1735 zu „Rappenhagen“. Der Ort ist eine frühdeutsche Hagen-Gründung – Ort auf der Rodung.

Seit 1605 war das Rittergut nach eigenen Angaben im Besitz der Familie von Wakenitz, urkundlich wurde das aber erst seit 1819, weil das Gut erst nach der Aufhebung der Leibeigenschaft 1806 zu einem Rittergut wurde.

1865 hatte Rappenhagen 124 Einwohner in 19 Familien. An Bauten waren vorhanden: 7 Wohn- und 10 Wirtschaftsgebäude.

Schönefeld (historisch)

Schönefeld wurde 1280 als „Schonenuuelde“ urkundlich erwähnt. Seit etwa 1753 ist der Ort wüst gefallen. Der Ort ist nicht eindeutig zu lokalisieren, es gibt verschiedene Varianten. Vermutet wird der Ort Neuendorf selbst, Bodendenkmalpfleger Hornemann vermutete aber alte slawische Siedlungen östlich von Neuendorf als Ortswüstung Schönefeld.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Durch einen Wellenschnitt geteilt; oben in Blau ein fliegender silberner Kranich; unten in Silber ein sechsspeichiges blaues Mühlrad.“[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wasserfall der Kemnitz

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Kemnitz (bei Greifswald)

Dorfkirche Kemnitz mit Kirchhof

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstenthums Rügen. IV. Teils Band II, Anklam 1868 Google Books S. 398 ff für das Kirchspiel Kemnitz
  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (=Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. Seiten 88, 96, 111, 121

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Kemnitz, § 8 (PDF-Datei; 23 kB)
  3. Hauptsatzung der Gemeinde Kemnitz, § 1 (PDF-Datei; 23 kB)

Weblinks[Bearbeiten]