Kempten (Allgäu)

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Kempten (Allgäu), zu weiteren Bedeutungen und Orten von Kempten siehe Kempten (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kempten (Allgäu)
Kempten (Allgäu)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kempten (Allgäu) hervorgehoben
47.73333333333310.316666666667674Koordinaten: 47° 44′ N, 10° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Höhe: 674 m ü. NHN
Fläche: 63,29 km²
Einwohner: 64.625 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1021 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 87435
87437
87439Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 0831
Kfz-Kennzeichen: KE
Gemeindeschlüssel: 09 7 63 000
Stadtgliederung: 155 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 29
87435 Kempten (Allgäu)
Webpräsenz: kempten.de
Oberbürgermeister: Thomas Kiechle (CSU)
Lage der Stadt Kempten (Allgäu) in Bayern
Weiden in der Oberpfalz Straubing Würzburg Schwabach Schweinfurt Regensburg Rosenheim Nürnberg Nürnberg Passau Landshut Memmingen Kaufbeuren Kempten Ingolstadt Fürth Hof Erlangen Coburg Bayreuth Bamberg Augsburg München Aschaffenburg Amberg Ansbach Landkreis Würzburg Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Unterallgäu Landkreis Traunstein Landkreis Tirschenreuth Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Starnberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Schwandorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Roth Landkreis Rosenheim Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Regensburg Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Regen Landkreis Passau Landkreis Ostallgäu Landkreis Oberallgäu Landkreis Nürnberger Land Landkreis Neu-Ulm Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis München Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Miltenberg Landkreis Miesbach Landkreis Main-Spessart Landkreis Lindau (Bodensee) Landkreis Lichtenfels Landkreis Landshut Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Kulmbach Landkreis Kronach Landkreis Kitzingen Landkreis Kelheim Landkreis Hof Landkreis Haßberge Landkreis Günzburg Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Fürth Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Freising Landkreis Forchheim Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Erding Landkreis Eichstätt Landkreis Ebersberg Landkreis Donau-Ries Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Deggendorf Landkreis Dachau Landkreis Coburg Landkreis Cham Landkreis Berchtesgadener Land Landkreis Bayreuth Landkreis Bamberg Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Bad Kissingen Landkreis Augsburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Ansbach Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Altötting Landkreis Aichach-Friedberg Bodensee Schweiz Österreich Baden-Württemberg Hessen Tschechien Sachsen ThüringenKarte
Über dieses Bild
Übersichtskarte der Stadt Kempten (Allgäu)
Aussicht vom Turm der St.-Mang-Kirche gegen Westen
Blick vom Turm der St.-Mang-Kirche auf den Rathausplatz mit Rathaus und auf die Basilika St. Lorenz mit einem Teil der Residenz im Hintergrund

Kempten (Allgäu) ist eine kreisfreie Stadt mit 65.000 Einwohnern im Allgäu im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Sie ist das Ober-, Schul-, Verwaltungs- und Handelszentrum der umliegenden Wirtschafts-, Urlaubs- und Planungsregion Allgäu mit rund 470.000 Einwohnern. Kempten ist nach Augsburg die zweitgrößte Stadt des Regierungsbezirks.

Kempten gilt als eine der ältesten Städte Deutschlands, da es bereits in römischer Zeit genannt wurde. Das Stadtbild ist durch das jahrhundertelange Nebeneinander der ehemaligen Reichsstadt und der Fürstabtei Kempten geprägt. Die noch heute im Stadtbild erkennbare gegensätzliche Grund- und Aufrissstruktur der beiden Stadtkerne macht Kempten zur Doppelstadt. Seit 1977 befindet sich hier eine Hochschule.

Die Stadt liegt im Grenzgebiet zu den österreichischen Bundesländern Tirol und Vorarlberg und ist Mitglied der Euregio via salina sowie der Euregio Bodensee. Aufgrund ihrer zentralen Lage und ihrer Größe wird sie gelegentlich als Hauptstadt des Allgäus bezeichnet.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Topographie[Bearbeiten]

Kempten liegt 646 m bis 915 m ü. NN am Alpennordrand an den Ufern der Iller, etwa 30 km nördlich von Oberstdorf. Die bayerische Landeshauptstadt München ist etwa 110 km von Kempten entfernt, die Regierungsbezirkshauptstadt Augsburg etwa 90 km.[3] Vororte und nahe gelegene Ortschaften von Kempten sind Durach, Waltenhofen, Buchenberg, Wiggensbach, Lauben, Haldenwang, Wildpoldsried und Betzigau.

Von den deutschen Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern liegt Kempten mit 672 Metern über NN (Altstadt) nach Villingen-Schwenningen (704 m) auf Platz 2.

Der Hausberg der Stadt, der Mariaberg, ist mit 915 m die höchste Erhebung im Stadtgebiet. Weitere landschaftliche Akzente setzen schmale Höhenrücken und Kuppen wie die des Haubenschlosses (759 m), des Reichelsberges, der Halde (700 m) in nordsüdlicher Richtung sowie die Erhebungen der Burghalde (690 m) und des Lenzfrieder Höhenrückens (762 m) in ostwestlichem Verlauf. Im Süden beherrscht die Alpenkette das Panorama.[4]

Das Hauptfließgewässer ist die Iller; Erosionsrinnen, Bäche und die Nebenflüsse sind die Rottach, Kollerbach, Bachtelbach, Durach und Leubas, Ursulasrieder Bach sowie weitere kleinere, oft unbenannte Bachläufe. Sie führen das Wasser von Höhenrücken und Hängen in zum Teil tobel­ähnliche Einschnitte in nordöstlicher bzw. in nordwestlicher Fließrichtung der Iller. Die Gesamtlänge der Fließgewässer in Kempten beträgt über 176 km, die Iller selbst macht davon lediglich 13 km aus. Die größeren stehenden Gewässer in Kempten sind Bachtelweiher, Herrenwieser Weiher, Schwabelsberger Weiher und Stadtweiher; kleinere sind der Steufzger Weiher und der Weiher im Engelhaldepark. Sie alle sind künstlich aufgestaut.[5]

Geologie[Bearbeiten]

Die Untere Süßwassermolasse, eine Faltenmolasse bildet den Illerdurchbruch in Kempten

Naturräumlich betrachtet gehört Kempten zum Voralpinen Moor- und Hügelland – genauer zur Naturraumeinheit Iller-Vorberge, die in der älteren Literatur auch als Iller-Jungmoränenland bezeichnet wurde.[6]

Im Untergrund verläuft strukturgeologisch betrachtet die Grenze zwischen den gefalteten Gesteinen, die zum Nordrand der Allgäuer Alpen gezählt werden, und den ungefalteten Sedimenten des Molassebeckens.[7] Die nördlichste tektonische Einheit der Alpen in diesem Raum, die Faltenmolasse, nimmt den Untergrund des Südteils des Stadtgebietes ein, während im Norden der Stadt Sedimente der ungefalteten Vorlandmolasse abgelagert wurden, die jedoch im Stadtbereich eine Aufbiegung der Schichten zu den Alpen hin aufweisen (Aufgerichtete Vorlandmolasse).

Im Tertiär, vor etwa 35 Millionen Jahren, begannen sich im Süden die Alpen erneut stark zu heben, während sich gleichzeitig nördlich des Gebirges eine Sedimentsenke bildete.[8] Dieses Becken war Teil eines Festlandes mit Flüssen und Süßwasserseen. Die aus den Alpen kommenden Flüsse, wie die Iller, transportierten Schotter, Kiese, Sande und Tone in dieses Becken (Süßwassermolasse) und lagerten das Material in Form von großen Alluvialschuttfächern wieder ab. Zeitweilig wurde das Becken auch vom Meer überflutet und es kam zur Ablagerung von marinen Sedimenten, wie glaukonithaltigen Sandsteinen (Meeresmolasse).

Während des Quartärs, einer Zeit mit starken Klimaveränderungen in Mitteleuropa, wurde das Gebiet um Kempten von den Allgäuer Alpen aus mehrfach während der Kaltzeiten vom sogenannten Illergletscher überfahren. Während der Würm-Kaltzeit, vor etwa 20.000 Jahren, lag der Eisrand des Illergletschers etwa 2,5 km südöstlich von Grönenbach. Das Gebiet von Kempten war zu dieser Zeit völlig von Eis bedeckt. Zahlreiche große Findlinge, wie der Dengelstein bei Kempten,[9] zeugen heute von der ehemaligen Eisbedeckung. Besonders östlich von Kempten sind auf den Hochflächen in Form von Drumlins weitere Relikte der eiszeitlichen Bedeckung erhalten. Die Längsachsen der Drumlins sind dabei in Richtung der Eisfließrichtung ausgerichtet. In den Warmzeiten schmolzen die Gletscher weit in die Alpen zurück und hinterließen Gletschermühlen.

In der Folgezeit schnitten sich die vorwiegend mäandrierenden Flüsse tief in die tertiären Terrassensedimente ein. Aus der Umgebung von Kempten sind Erdbeben historisch belegt, die in Zusammenhang mit den tektonischen Bewegungen der Alpen stehen. Eines der ältesten in Deutschland belegten Erdbeben fand am 24. Februar 1478 mit einer Stärke von etwa 5,5 statt.[10]

Landschaftsschutzgebiete, Naturdenkmäler und Geotope[Bearbeiten]

Als Landschaftsschutzgebiete sind die Schwabelsberger Weiher, der Rottachtobel, das Betzigauer Moos sowie die Iller verzeichnet. Im Stadtgebiet von Kempten sind rund 70 Bäume als Naturdenkmäler sowie der Lenzfrieder Höhenrücken als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen.[11]

Als Geotope sind der Illerdurchbruch bei Oberkottern,[12] das Drumlinfeld von Kempten bei Wettmannsberg,[13] der ehemalige Steinbruch südlich von Tannen[14] sowie Prallhänge der Iller nördlich Kempten[15] eingetragen.

Ausdehnung des Stadtgebietes[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet besteht aus den Gemarkungen Kempten (Allgäu), Sankt Lorenz und Sankt Mang.

Zur Stadt gehören die Ortsteile Adelharz, Ajen, Aschen, Atzenried, Bachen, Bachtelmühle, Bachtelsteig, Bahnholz, Batzen, Bezachmühle, Binzenried, Birken, Bockarten, Borstadels, Breiten, Bremberg, Bucharts, Bühl, Bühls, Burkarts, Dolders, Dorns, Dottenried, Dreifaltigkeit (siehe Dreifaltigkeitskapelle (Kempten)), Eggen, Eich, Ellatsberg, Ellharten, Elmatried, Eppenried, Feigen, Felben, Greinats, Grub, Hafenthal, Halden, Härtnagel, Härtnagel a. Mariaberg, Hasenbühl, Haslach, Haßberg, Haubensteig, Heiligkreuz, Hinterbach, Hinteregg, Hinterholz, Hinterrottach, Hirschdorf, Hochstraß, Höflings, Hohenrad, Hub, Jägers, Johannisried, Kargen, Kaurus, Kempten-Stadt, Kindo, Klingen, Kniebos (siehe Burg Kniebos), Kollerbach, Kornangers, Lämmlings, Lauben o. d. Bruck, Lauben u. d. Bruck, Leinschwenden, Lenzfried, Letten (Kempten), Leubas, Leupolz, Leupratsried, Lochbruck, Lotterberg, Lugemanns, Mariaberg, Mayrhof, Mollenmühle, Moos, Moosers, Motzen, Mühlbach, Neuhausen, Oberbühl, Obergrünenberg, Oberheggers, Oberried, Oberschmieden, Oberwang, Oberwies, Oberwittleiters, Ohnholz, Öschberg, Prestlings, Rappenscheuchen, Rauhen, Reichelsberg, Reinharts, Reisachmühle, Reiters, Ried, Riederau (Kempten), Ringlers, Rockhöflings, Rößlings, Rothkreuz, Rottach, Rottachmühle, Sankt Mang, Schatten, Schlatt, Schnattern, Schwabelsberg (siehe St. Anna (Schwabelsberg)), Schwarzen, Seeangers, Segger, Seibäumen (siehe Franzosenbauer), Sommers, Stadtallmey, Stadtweiher (siehe Stadtweiher (Kempten)), Staudach, Staudach b. Mariaberg, Steig, Steinberg, Sterklings, Steufzgen, Stiftallmey, Stiftbleiche, Stöcken, Stockers, Stoffels, Stölzlings, Stürmers, Tannach (Gemarkung St. Lorenz), Tannen, Thingers I u. II, Unterbühl, Untergrünenberg, Unterheggers, Unterried, Unterschmieden, Unterwang, Unterwies, Unterwittleiters, Ursulasried, Voglsang, Vorderhalden, Vorderwaldmanns, Wegflecken, Weidach, Weidachsmühle, Weihers, Wettmannsberg, Wies, Zollhaus und Zur Rottach.

Insgesamt gibt es 155 Ortsteile. Viele der oben genannten Orte sind mit Kempten zusammengewachsen, andere weisen eine eher ländliche Struktur auf.

Blick von der Keckwiese aus über Kempten bis in die Allgäuer Alpen

Vorlage:Panorama/Wartung/Para4

Klima[Bearbeiten]

Kempten liegt bei mittleren Jahresdurchschnittstemperaturen und Niederschlagsmengen im deutschen Durchschnitt, jedoch befindet sich die Niederschlagsmenge im oberen Bereich. Mit 1272 Millimeter durchschnittlichem Niederschlag und einer Durchschnittstemperatur von 6,9 Grad Celsius im Jahr (von 1961 bis 1990) fällt die Stadt nicht aus dem Rahmen der gemäßigten Klimazone.

Wie im gesamten Voralpenland kommt es öfter im Jahr zu Föhn und durch den Wolkenstau vor den Alpen zu ergiebigen Niederschlägen in Form von Regen oder Schnee. Aufgrund von Überschwemmungen der Iller wurde die Hochwasserschutzmauer nach dem Pfingsthochwasser 1999 auf dem linken Illerufer verlängert. Die Maßnahme hat sich beim Alpenhochwasser 2005 erstmals bewährt.

Klimadiagramm von Kempten[16]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kempten
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,0 3,7 7,3 11,3 16,1 19,3 21,5 21,0 18,4 13,7 7,0 2,8 Ø 12
Min. Temperatur (°C) -6,2 -5,0 -1,9 1,4 5,2 8,8 10,9 10,6 7,8 3,7 -1,2 -5,1 Ø 2,5
Niederschlag (mm) 83 78 79 96 115 163 141 156 103 76 94 90 Σ 1.274
Sonnenstunden (h/d) 2,6 3,1 4,3 5,0 5,9 6,2 7,2 6,7 5,7 4,7 2,8 2,3 Ø 4,7
Regentage (d) 13 11 12 13 14 15 14 14 10 9 11 12 Σ 148
Luftfeuchtigkeit (%) 84 82 78 76 75 75 75 78 81 83 84 84 Ø 79,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,0
-6,2
3,7
-5,0
7,3
-1,9
11,3
1,4
16,1
5,2
19,3
8,8
21,5
10,9
21,0
10,6
18,4
7,8
13,7
3,7
7,0
-1,2
2,8
-5,1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
83
78
79
96
115
163
141
156
103
76
94
90
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Ortsname[Bearbeiten]

Kempten wird in Medien gelegentlich auch als Hauptstadt des Allgäus, Allgäu-Metropole[17] oder Illerstadt[18] bezeichnet.

Namensentwicklung[Bearbeiten]

Der Geograph Strabon erwähnte um Christi Geburt einen Ort Καμβοδουνον (Kambódounon) bzw. Kandobounon als Stadt (polis) der keltischen Estionen. Auf einem Budapester Grabstein aus dem 2. Jahrhundert ist der Name Camboduno überliefert, in der gleichen Form findet sich der Name auf der Peutingerschen Tafel wieder. Campoduno ist im Itinerarium Antonini belegt. In der Notitia Dignitatum ist das spätrömische Cambidano erwähnt. Im 8. bis zum 9. Jahrhundert wurde das heutige Kempten als Campidona genannt. Beispiele hierfür sind Campidonensis cenobium (733) oder das monasterium quod dicitur Campidona (889). Die deutsche Form erschien erstmals als Kemptun im Jahr 1263, Kemtun 1287, Kemptůn 1293, Kempton 1295. Die Form Kemptun trat noch im 14. Jahrhundert auf, Kempten erstmals 1338.[19] Unter Otto Merkt wurde zur Unterscheidung von Kempten bei Bingen der amtliche Zusatz (Allgäu) eingeführt.

Namensdeutung[Bearbeiten]

Die ältere Herleitung des Ortsnamens aus dem Männernamen Cambo gilt als widerlegt. Camb(o) bedeutet entweder „Krümmung“, „Buchtung“ oder „Halbinsel“. Die keltische Endung dun(um) ist lautgerecht zu tun, ten entwickelt und bedeutet „Burg“ oder „Feste“. Die ursprüngliche Namensform bezeichnet also etwa eine „Burg an der Krümmung oder auf einer Halbinsel“.[20]

Blick vom Parkhotel auf die Altstadt mit Fußgängerzone

Vorlage:Panorama/Wartung/Para4

Geschichte[Bearbeiten]

Heizungsanlage der Kleinen Thermen von Cambodunum

Antike: Cambodunum[Bearbeiten]

Hauptartikel: Cambodunum

Kempten zählt neben Speyer, Worms, Trier, Köln und Augsburg zu den ältesten Städten Deutschlands. Die Geschichte Kemptens reicht mindestens bis in die Zeit der römischen Eroberung des Alpenvorlandes um 15 v. Chr. zurück. In dem 18 n. Chr. verfassten vierten Buch des Geografen Strabon ist die keltische Polis Kambodounon erstmals schriftlich bezeugt. Allerdings fehlen bislang sichere archäologische Zeugnisse für eine größere Siedlung aus vorrömischer Zeit. Als gesichert gilt dagegen die Existenz der römischen Stadt Cambodunum seit etwa der Zeit der besagten römischen Eroberung des Alpenvorlandes durch Drusus und Tiberius. Wahrscheinlich war Cambodunum im ersten und zweiten Jahrhundert die Hauptstadt der Provinz Rätien, bevor das neu gegründete Augsburg diese Funktion übernahm.[21]

Die Blütezeit der Stadt war das 2. Jahrhundert. Im 3. Jahrhundert wurde Kempten durch die Verlegung des Donau-Iller-Rhein-Limes zur römischen Grenzstadt. Auf und bei dem heute als Burghalde bezeichneten Hügel im Flusstal entstand eine ummauerte spätrömische Kastellsiedlung; sie trug den Namen Cambidanum und erstreckte sich von der Burghalde nach Norden bis zu der Kuppe, auf der heute die St.-Mang-Kirche steht.[22]

Mittelalter: Zwei Städte[Bearbeiten]

Die mittelalterliche Siedlungsgeschichte Kemptens ist komplex; die stadtgeschichtliche Literatur bietet etliche einander widersprechende Versionen. Intensive archäologische Forschungen seit Gründung der Stadtarchäologie 1982 konnten viele Irrtümer ausräumen.

Seit der Mitte des 8. Jahrhunderts bestand auf der linken Illerhochterrasse ein Kloster in Kempten, als dessen Abt und erster Gründer für das Jahr 752 Audogar genannt ist. Wahrscheinlich diente als Klosterkirche eine wenige Jahre zuvor entstandene, vom Augsburger Bischof Wikterp geweihte Marienkirche. Ihr Erbauer war der St. Galler Mönch Theodor, der zusammen mit dem Heiligen Magnus ins Allgäu gekommen war. Das frühmittelalterliche Kloster stand im Bereich des Ostflügels der heutigen Residenz und nicht am St.-Mang-Platz oder auf der Burghalde, wie in der älteren Literatur gemutmaßt wurde.

Die beiden alten Kemptener Pfarrkirchen St. Mang und St. Lorenz haben frühmittelalterliche Vorläufer: Es wurden unter bzw. neben beiden Kirchen Reste der Vorgängerbauten sowie umfangreiche Gräberfelder archäologisch untersucht, die bei beiden Kirchen bis ins späte 7. Jahrhundert zurückreichen.[23] Damit ist die Existenz einer frühmittelalterlichen Siedlung vor der Gründung des Klosters belegt.

Ab 773 förderte Königin Hildegard, die Ehefrau Karls des Großen, das Kloster Kempten. Sie wurde seitdem als (zweite) Gründerin und Stifterin verehrt. Angeblich bestätigte Karl 774 die Rechte und den Besitz des Klosters. 777 soll Papst Hadrian I. das Kloster in Kempten geweiht haben, doch ist kein Aufenthalt dieses Papstes nördlich der Alpen belegt.[24]

Durch die Förderung der Karolinger, nach Hildegard und Karl auch durch ihren Sohn Ludwig den Frommen, stieg das Kloster Kempten zum flächenmäßig größten und bedeutendsten Herrschaftsträger im Allgäu auf. Dem Fürstabt (Titel seit dem 12. Jahrhundert belegt) gelang es, aus der Siedlung am Flussübergang eine Stadt zu entwickeln. Kloster und Stadt waren bis in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts durch die Iller getrennt, die erst kurz vor 1300 in ihr heutiges Bett verlegt wurde.[25] Die Iller war zugleich die Grenze zwischen den Bistümern Konstanz und Augsburg; die alte Grenzlinie wurde nach der Flussverlegung noch bis 1827 beibehalten.

Die ummauerte Reichsstadt Kempten mit dem vor den Reichsstadtmauern liegenden Fürststift in einem Holzschnitt von 1569

Der Stauferkönig Friedrich II. belehnte 1213 den Abt des Fürststiftes mit der Grafschaft Kempten. Ein Privileg König Rudolfs von Habsburg im Jahre 1289 war der erste Schritt auf dem langen Weg der Reichsstadt aus dem Hoheitsbereich des Abtes. Die Privilegien des 14. Jahrhunderts festigten Kemptens Status als Reichsstadt.

Doch erst im sogenannten „Großen Kauf“ von 1525 gab der Fürstabt seine immer noch umfangreichen Besitz- und Nutzungsrechte innerhalb der Reichsstadt auf. Die wirtschaftliche Grundlage Kemptens bildete der vom Reich geschützte Fernhandel mit Salz sowie der Handel mit lokal gefertigten Leinenstoffen und Schmiedeerzeugnissen.

Der Status Kemptens als reichsunmittelbare Stadt inmitten des Herrschaftsgebietes des Fürststifts führte zu ständigen Auseinandersetzungen zwischen den Bürgern der Reichsstadt und dem Fürstabt des Fürststifts Kempten. So nutzten 1363 Kemptener Bürger die alljährliche Einladung des Abtes zum Martinsessen zur Eroberung der Stadtburg auf der Burghalde, die dem Abt gehörte und mit einem Vogt besetzt war. Der Bau einer eigenen Schule (1358) und die Stiftung einer Kirchenbibliothek für die Stadtprediger (1437) unterstrichen die Eigenständigkeit der Stadt.

An der Iller entstand 1477 mit den ersten beiden Papiermühlen ein neuer Wirtschaftszweig.

Durch Kaiser Friedrich III. erhielt die Reichsstadt Kempten im Jahr 1488 das Recht, den Reichsadler mit der Kaiserkrone in ihrem Stadtwappen zu führen. Ein Kemptener Truppenkontingent hatte sich bei der Befreiung des in Brügge gefangenen jungen Königs Maximilian besonders ausgezeichnet. Der Reichsadler ziert heute noch die rechte Hälfte des Stadtwappens.

Neuzeit[Bearbeiten]

„Großer Kauf“ und Reformation[Bearbeiten]

Der reichsstädtische Bürgermeister Gordian Seuter, nebenbei auch Kaiserlicher Rat und Bundesrat im Schwäbischen Bund, verhandelte mit dem Fürstabt um den „Großen Kauf“: Durch den Kauf befreite sich die Reichsstadt von der Fürstabtei.

Die vollständige Unabhängigkeit vom Fürststift erwarb die Reichsstadt 1525 im „Großen Kauf“. Im Bauernkrieg kam es zur Plünderung des Klosters durch stiftkemptische Bauern. Der Fürstabt Sebastian von Breitenstein ersuchte auf der Flucht vor den aufständischen Bauern um Asyl in der Reichsstadt, das ihm der Bürgermeister Gordian Seuter gewährte. Doch nutzte er die Situation aus, um den Fürstabt zur Abtretung seiner verbliebenen Rechte über die Reichsstadt zu bewegen: Der Abt wurde so lange nicht aus der Reichsstadt freigelassen, bis er seine Rechte verkauft hatte. Der auf Bargeld angewiesene Sebastian von Breitenstein verkaufte am 6. Mai 1525 für 30.000 Gulden seine verbliebenen herrschaftlichen Rechte in der Stadt an die Bürger. Um diesen immensen Geldbetrag aufwenden zu können, wurden die Bürger der Reichsstadt mit einer zusätzlichen Abgabe besteuert und verkauften als entbehrlich angesehene Kirchenschätze. Darunter fallen Reliquiare, Kelche und Monstranzen.[26]

Damit war zugleich der Weg für den Wechsel der Reichsstadt zur Reformation geebnet. Die Reichsstadt gehörte 1529 zu den Vertretern der protestantischen Minderheit (Protestation) auf dem Reichstag zu Speyer für Martin Luthers Lehre. 1530 unterzeichnete die Reichsstadt Kempten die Confessio Augustana (Augsburger Bekenntnis). Ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens.

In Kempten entwickelte sich die Situation anders als geplant. Die Bürger entfernten sich immer mehr von Martin Luther und näherten sich Huldrych Zwingli an. Im Jahr 1527 wurde Jakob Haystung erster protestantischer Prediger der St.-Mang-Kirche; er war Anhänger von Zwingli und predigte offensiv seine Lehren. Zum Dreikönigstag ließ der Rat die Bürger über die Bilderfrage abstimmen, 500 forderten die Zerstörung jeglichen Kirchenschmucks - 174 setzten sich für den Erhalt ein. Daraufhin kam es zum Bildersturm in der reformierten St.-Mang-Kirche. Die Leinwandmacher wollten die Fresken mit Tüchern abdecken, konnten sich aber gegen die Anhänger Zwinglis nicht durchsetzen. Die Fresken wurden übermalt, die Ausstattung zerstört. Die 1480 von einer reichen Patrizierfamilie gestiftete Orgel blieb erhalten, wurde aber 40 Jahre lang nicht verwendet.[26][27]

Die Dominanz von Zwinglis Lehre nahm jedoch nur einen kurzen Zeitabschnitt ein. 1553 kam der slowenische Reformator und Anhänger Martin Luthers Primož Trubar als Prediger in die St.-Mang-Kirche. Ihm gelang es die konfessionellen Spannungen zu mindern und er legte die Augsburger Bekenntnis als Basis für die Kirchenordnung fest. In seiner Zeit in Kempten übersetzte er das Neue Testament ins Slowenische. Die lutherische Lehre dominierte wieder.[28]

Der protestantische Pfarrer Ottmar Stab unterzeichnete die lutherische Konkordienformel noch im August 1577, der Bürgermeister Paulus Röhr folgte 1579 mit seiner Unterschrift im Namen des Stadtrates.[29] Weitere wichtige Personen der Reformationszeit waren Matthias Waibel sowie der Pfarrer Sixtus Rummel von St. Mang. An der religiösen Lage des Stifts änderte sich nichts.

Dreißigjähriger Krieg, Aufklärung und letzter Hexenprozess auf deutschem Boden[Bearbeiten]

Fürstäbtliche Residenz (ehemaliges Benediktinerkloster) mit der Stiftskirche

Im Dreißigjährigen Krieg gehörten die katholische Fürstabtei und die evangelische Reichsstadt den beiden einander feindlich gesinnten Konfessionsparteien an und unterstützten ihre jeweiligen Bündnispartner bei der Bekämpfung ihres Nachbarn. So wurde das Kloster auf Anstiftung der Reichsstadt 1632 durch die Schweden zerstört. Hinzu kamen zwei Pestzüge, so dass die Bevölkerung der Reichsstadt von 6000 Einwohnern vor dem Krieg auf 900 im Jahre 1635 zusammenbrach.[30]

Kurz vor dem Ende des Dreißigjährigen Krieges begann Fürstabt Roman Giel von Gielsberg mit der Planung für den Neubau des zerstörten Klosters. Als Zentrum waren die Klosterkirche und die fürstäbtliche Residenz vorgesehen, an die eine Planstadt anschließen sollte. Die frühbarocke Kirchen- und Klosteranlage wurde zwischen 1651 und 1674 errichtet. Fürstabt Rupert von Bodman erwirkte für die städtische Siedlung beim Kloster im Jahre 1728 die Erhebung zur Stadt. Unter Fürstabt Anselm Reichlin von Meldegg wurde die Residenz mit einer monumentalen, verschwenderischen Rokokoausstattung versehen. 1773 scheiterte der Versuch, die Fürstabtei als eigenes Bistum von Konstanz und Augsburg zu eximieren.

1775 war Kempten Schauplatz des letzten Hexenprozesses in Deutschland. Anna Maria Schwegelin wurde als Hexe zum Tode durch das Schwert verurteilt, jedoch nicht hingerichtet, sondern begnadigt. Sie starb 1781 im stiftkemptischen Stockhaus. An der Südostseite der ehemaligen fürstäbtlichen Residenz wurde 2002 zu ihrem Gedenken ein Brunnen errichtet.[31]

Besetzung durch Bayern, vereintes Kempten und Industrialisierung[Bearbeiten]

Kempten 1809
„Hauptstadt des Illerkreises“

Im Jahre 1802 marschierten kurfürstlich bayerische Truppen ins Allgäu ein und vollzogen die Mediatisierung der Reichsstadt und die Säkularisation der Fürstabtei; beide wurden dem bayerischen Staatsgebiet angeschlossen. Die bayerische Verwaltung beschloss die Vereinigung der Reichsstadt und der Stiftsstadt. Die Verwaltungsakte dafür erforderten wenige Jahre, die kulturellen und gesellschaftlichen Folgeprobleme waren noch im 20. Jahrhundert zu spüren. Kempten wurde 1806 Hauptstadt des neu entstandenen Illerkreises, der anfangs bis nach Dornbirn reichte. 1817 erfolgte die Auflösung des Illerkreises und seine Angliederung an den Oberdonaukreis. 1818 wurde die Vereinigung der Reichsstadt und der Stiftsstadt befohlen, wobei die ländlichen Orte des Umlandes abgetrennt und zu den beiden Ruralgemeinden Sankt Mang und St. Lorenz zusammengefasst wurden.

Den Beginn der Industrialisierung markiert der Bau der König-Ludwig-Brücke im Jahr 1847. Der erste Bahnhof, damals noch ein Kopfbahnhof, wenige Meter vor den Stadtmauern gelegen, wurde 1852 mit der Einfahrt des ersten Zuges feierlich eingeweiht. Es entstanden entlang der Iller zahlreiche Fabriken. Zwischen 1852 und 1853 wurde in Kempten am rechten Illerufer eine große siebenstöckige mechanische Baumwollspinnerei und -weberei erbaut, in der Ende der 1850er Jahre bereits 566 Webstühle von fast 1000 Arbeiterinnen und Arbeitern bedient wurden. Der Betrieb wurde erst 1992 eingestellt, das ursprüngliche Gebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts steht unter Denkmalschutz und wurde zu einer Wohnanlage umgebaut.[32] Einen weiteren Anstoß für die Urbanisierung und Industrialisierung setzte der Bürgermeister Adolf Horchler; während seiner Amtszeit von 1881 bis 1919 wuchs die Bevölkerung Kemptens von 12.000 auf 21.000 Einwohner, insbesondere die vielen Arbeitsplätze ließen aus dem Umland viele bisher in der Landwirtschaft beschäftigte Menschen nach Kempten ziehen. Das Überangebot an billigen Arbeitskräften ergab für Fabrikanten die Möglichkeit, neue Fabriken zu erbauen. Die geringen Lohnkosten machten den Nachteil des damals schlechten Standortes, abseits von sämtlichen Ballungszentren, wieder wett.[33]

Überschwemmte Bäckerstraße während eines Illerhochwassers (1910)

Am 15. März 1898 wurde der erste gewerblich genutzte Dieselmotor der Welt von der Maschinenfabrik Augsburg in der Zündholzfabrik Kempten in Betrieb genommen,[34][35] ein Jahr später fuhr zum ersten Mal ein Automobil durch die Stadt[36] und kurz vor dem Ersten Weltkrieg flog über Kempten erstmals ein Flugzeug. Um die Jahrhundertwende wuchs die Stadt in Richtung Süden. Grund dafür war unter anderem der Kopfbahnhof der Stadt.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Otto Merkt wurde 1919 Nachfolger von Horchler. Die Zeit Merkts ist gekennzeichnet durch den Ausbau der Stadt zur „Hauptstadt des Allgäus“. So kamen unter Merkt erste Pläne für einen Mittleren Ring, der damals schon als mehrspurige Umführung der Stadt geplant war, auf. Diese städtischen Entwicklungskonzepte wirken bis in die Gegenwart.

Die Zeit des Flachsanbaus im Allgäu war schon zu Ende, Merkt war bemüht, die Region zur Grünlandwirtschaft und damit zur industriellen Käseproduktion umzustrukturieren. Die Weberei veränderte sich unter Nutzung des vorhandenen Know-hows und der Wasserkraft der Iller vom Manufakturwesen hin zur industriellen Baumwollverarbeitung. Die benötigte Technik führte zur Entwicklung feinmechanischer Maschinenbaufabriken. Relativ früh entwickelte sich im Allgäu dazu der Tourismus als weiteres Standbein der Wirtschaft.[37]

NS-Zeit[Bearbeiten]

Im Jahre 1935 wurde Kempten zum Stadtkreis erhoben; die Stadt rückte seitdem von einer Kleinstadt zu zentraler Bedeutung und Funktion auf.

Zwischen 1943 und 1945 wurde im nahegelegenen Weidach das KZ-Außenlager Kottern-Weidach des Konzentrationslagers Dachau für 1000 bis 2000 Häftlinge errichtet. KZ-Häftlinge waren unter anderem in der sonst für Viehhandel genutzten Tierzuchthalle untergebracht. Sie mussten für die Fabrik Messerschmitt in der Flugzeugherstellung Zwangsarbeit verrichten. Ein weiteres Außenlager existierte schon zuvor in der Keselstraße 14, wo zwischen 500 und 600 Häftlinge für die U. Sachse KG arbeiten mussten.[38] Die Produktion von kriegswichtigen Teilen wurde nach Kempten verlagert, da die Großstädte wie München durch Luftangriffe eher bedroht waren als das ländlichere Allgäu.

Auch die wenigen Juden in Kempten wurden nicht verschont. Jüdische Geschäfte wurden boykottiert und geschlossen, fast alle Juden in Konzentrationslager deportiert und dort ermordet. Das Kriegsende erlebten in Kempten nur zwei Jüdinnen sowie acht sogenannte Halbjuden.[39]

Bombenangriffe auf Kempten von Alliierten gab es in den Jahren 1942 bis einschließlich 1945. Am 23. Oktober 1942 warfen anglo-amerikanische Flugzeuge 200 Brandbomben auf den Bahnhof Kempten-Hegge ab. Südwestlich von Kempten kämpften alliierte und deutsche Flugzeuge am 18. Juli 1944, am Folgetag griffen die Alliierten Kempten an. Bombardiert wurden Fabrikhallen, in denen die Produktion von Messerschmitt untergebracht war. 29 Menschen wurden getötet und einige Häuser zerstört.

Am 3. August 1944 nahmen Bomber die südlichen Illerbrücken sowie die nahe gelegene Spinnerei und Weberei in Angriff. Neben zerstörten Häusern gab es auch Todesopfer. Den 22. Februar, 12. und 16. April 1945 griffen die Alliierten das Bahnhofsgelände sowie Wehrmachts- und Rüstungsanlagen an, darunter wurde auch die Scharnhorstkaserne zerstört. Die größte Zahl an Bombenopfern war im Juli bzw. August 1944 zu vermelden, es gab bei diesen Bombentreffern 146 Tote und 79 Schwerverletzte. Noch heute erinnern im wenig bebauten Süden von Kempten zahlreiche Bombentrichter bei dem Ortsteil Adelharz an diese Bombenabwürfe. Die Bausubstanz Kemptens wurde während der Bombenangriffe um 1,8 Prozent zerstört.[40]

Am 27. April 1945 besetzten von Norden kommende, US-amerikanische Truppen die Stadt und befreiten in Kempten samt Umgebung über 4000 Fremdarbeiter und politische Häftlinge. Der nationalsozialistischen Herrschaft wurde damit ein Ende gesetzt.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Der Zuzug von 10.000 Vertriebenen und Aussiedlern aus den ehemaligen Ostgebieten brachte einen raschen Bevölkerungsanstieg, aber auch einen akuten Wohnplatzmangel. Mit der vom Oberbürgermeister August Fischer gegründeten Sozialbau-Gesellschaft (Sozialbau Kempten) kam es zu regen Baumaßnahmen. Diese befriedigten zwar die Nachfrage nach Wohnraum, die übereilte Sanierungswelle reduzierte aber auch die wertvolle historische Bausubstanz. Kempten war Teil eines Pilotprojekts des Bundes für Altstadtsanierungsmaßnahmen. Die in Kempten gemachten Erfahrungen – auch die schlechten – flossen in andere Stadtsanierungen ein. Im Mittelpunkt der Verkehrspolitik standen der Bau des Mittleren Ringes und der neue Hauptbahnhof an anderer Stelle, welcher den alten Kopfbahnhof ersetzte. Die Randlage in Bayern und die vergleichsweise große Vielfalt in der Wirtschaft sowie das rege Bauen sorgen seitdem für ein allmähliches, aber stetes Wachstum sowie moderate Auswirkungen von Kriegen und Krisen bis heute. 1977 wurde unter Oberbürgermeister Josef Höß die Errichtung der Fachhochschule Kempten beschlossen, die heute unter Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten auftritt.

Gegenwärtige Entwicklungen[Bearbeiten]

Als Nachfolger von Höß wurde 1990 mit Wolfgang Roßmann das erste Stadtoberhaupt Kemptens gewählt, das von der SPD gestellt wurde. Er strebte den Neubau der Justizvollzugsanstalt Kempten an und ließ den öffentlichen Personennahverkehr modernisieren. Mit dem Einkaufszentrum Forum Allgäu, das Roßmann an Stelle des ehemaligen Bahnhofes vorschlug, wurde die über Jahrzehnte brachliegende Fläche im Zentrum wiederbelebt.

1996 wurde Ulrich Netzer gewählt, dessen Aufgaben insbesondere darin bestanden, die angefangene Arbeit Roßmanns zu vollenden. Die letzten Jahre von Netzers Amtszeit sind von Sparmaßnahmen und „offenen Baustellen“ geprägt. Die erste langwierige Baustelle war der Neubau eines XXXLutz-Wohnkaufhauses im Süden. Die Frage wurde durch einen Bürgerentscheid im Oktober 2007 geklärt, in dem sich eine Mehrheit der Bürger für den Bau entschloss. Mit dem Bau des Wohnkaufhauses wurde aber erst Anfang März 2014 begonnen. 2007 begannen die Gespräche für ein Geschäftshaus namens August-Fischer-Haus in der Innenstadt. Die tiefe Baustelle des Hauses liegt seit 2011 brach und wurde mehrere Male vor Gerichten behandelt. Zu einem weiteren Bürgerentscheid kam es im April 2011, als sich eine Mehrheit gegen den Bau einer Tiefgarage unter dem Hildegardplatz aussprach.

Mit dem Umbau und damit verbundener Modernisierungen vieler Geschäftshäuser rund um den Allgäu Tower wurde die nördliche Bahnhofstraße in der Innenstadt wiederbelebt. Unglückliche Schlagzeilen in überregionalen Medien machte der Spatenstich für die Nordspange, ein großes Straßenbauprojekt, bei dem der bayerische Innenminister Joachim Herrmann beim Spatenstich einen 40 Tonnen schweren Bagger bediente und dabei umkippte.[41]

Abtrennungen und Eingemeindungen[Bearbeiten]

Kempten im Jahr 1836 vor den ersten Eingemeindungen, die Eisenbahnstrecken wurden 1851/53 nachgetragen: die Stadt Kempten grün umrandet, ummantelt von den ländlichen Gemeinden St. Lorenz und Sankt Mang

Nachdem Kempten im Jahr 1802 der Verwaltungssitz des Illerkreises wurde, verlegte man den Verwaltungssitz im Jahr 1817 von Kempten nach Augsburg. Hierbei entstanden 1818 auch die beiden Ruralgemeinden Sankt Mang und St. Lorenz, diese wurden von Kempten abgetrennt. Diese beiden selbstständigen Gemeinden waren keine jeweils geschlossene Einheit, sondern eine ländliche Vereinigung. Namensgebend für diese zwei Siedlungsverbunde war nicht der größte Gemeindeteil, sondern die Kempter Stadtpfarreien Sankt Lorenz und Sankt Mang. Die Stadtpfarrkirchen standen aber nicht in den Gemeinden, sondern weiterhin in der Stadt Kempten.[42]

Mit der am 15. Dezember 1971 gefallenen Entscheidung über eine am 1. Januar 1972[43] fertigzustellende Gebietsreform wurde der langgehegte Wunsch einer Wiedervereinigung von Kempten Realität. St. Lorenz und Sankt Mang gehören von da an zu Kempten. Der Landkreis Kempten wurde aufgelöst. Er wurde mit dem Landkreis Sonthofen zum neuen Landkreis Oberallgäu zusammengelegt.[44]

St. Lorenz[Bearbeiten]

Hauptartikel: St. Lorenz

Die erste erfolgreiche Wiedervereinigung erfolgte im Jahr 1869 durch den Anschluss von Schwaighausen, Anwanden und dem Fischerösch von St. Lorenz. Ab 1904 erfolgten kleinere Eingemeindungen.

Eine große Gebietsabtretung erfolgte am 1. Oktober 1934, hierbei verlor die Gemeinde gut einen Drittel ihrer Gesamtfläche. Das waren die Flure Lotterberg, Reichelsberg, Haubensteig, Stiftallmey, Stadtweiher, Eggen, Haslach, Moos, Seibäumen, Letten, Ellharten, Steufzgen, Stadtallmey, Bucharts, Steinberg, Kaurus, Adelharts, Eich, Moosers, Breiten, Lugemanns, Rottach sowie Teile der Flure Oberwang, Unterwang und Halden.

Ein Jahr später wurden durch eine gesetzliche Neuregelung die Gebiete Thingers, Rauhen, Ober- und Unterheggers, Staudach, Lauben ob und unter der Bruck, Kindo, Mariaberg, Jägers, Johannisried, Ober- und Unterried, Zur Rottach, Wittleiters sowie einige Reste von nicht eingemeindeten Fluren von 1934 zu Kempten hinzugefügt.[45] Kempten wurde daraufhin zum Stadtkreis erhoben.[46]

Sankt Mang[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sankt Mang

Als 1900/01 ein Ausgemeindungsversuch durch Einwohner von Sankt Mang scheiterte, folgten in den darauffolgenden Jahren verschiedene, geringfügige Gebietswechsel – vor allem aus strategisch-wirtschaftlichen Gründen. Im Zweiten Weltkrieg bemühte sich Kempten mehrfach um eine Eingemeindung, jedoch ohne Erfolg. Kleine Bereiche kamen zwischen 1869 bis 1909 sowie 1937 zu Kempten.[47]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Diagramm der Einwohnerentwicklung der Stadt Kempten von 1798 bis 2012

Dank des Bahnanschlusses der Stadt im Jahr 1852 und der damit verbundenen Industrialisierung verzeichnet Kempten im 19. Jahrhundert ein schnelles Bevölkerungswachstum. Die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den durch das Deutsche Reich besetzten mittel- und osteuropäischen Gebieten ermöglichte in den Nachkriegsjahren erneut einen raschen Anstieg der Bevölkerungsanzahl. Ein ebenso großer Anstieg der Bevölkerung wurde 1972 durch die Eingemeindungen der Ortschaften Sankt Mang und St. Lorenz erzielt.

2011 kam es zu 496 Geburten, 690 Sterbefällen, 4225 Zuzügen und 3824 Wegzügen. Somit kam es zu einem Wachstum von 207 Personen. Die Eheschließungen halten sich konstant bei etwa 300, 2011 waren es 307. Am 31. Dezember 2011 lebten in Kempten 64.300 Einwohner, davon waren 31.190 oder 47,7 Prozent männlich.

Die Anzahl der Ausländer in Kempten lag zum Stichtag 31. Dezember 2011, fortgeschrieben auf der Basis des Zensus 2011, bei 7310, was 11,4 Prozent der Gesamteinwohnerzahl entspricht.[48]

Der Zensus 2011 ergab, dass für Kempten deutschlandweit die größte prozentuale Korrektur der Einwohnerzahl nach oben vorzunehmen war, im Vergleich mit allen 402 kreisfreien Städten und Landkreisen. Demnach wohnten in Kempten am 31. Dezember 2011 (Bevölkerungsfortschreibung erstmals auf der Basis des Zensus 2011) insgesamt 64.300 Einwohner, was gegenüber der Bevölkerungsfortschreibung zum gleichen Stichtag auf der bisherigen Basis (Volkszählung 1987) ein Plus von 2060 oder 3,3 Prozent ergab. Die Stadtverwaltung hatte aufgrund des Melderegisters eine Bevölkerung von 64.487 Einwohnern zum gleichen Stichtag ermittelt.[49]

Einwohnerentwicklung der Stadt Kempten seit dem 18. Jahrhundert[50][51]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1798 6192* 1900 18.864 1960 44.156
1840 7780 1910 21.001 1970 44.844
1852 7856 1919 20.498 1972 57.315
1855 9424 1930 23.498 1980 57.376
1861 10.370 1940 28.016 1990 62.282
1885 14.368 1950 40.357 1998 61.469
* Summe aus 3192 (Reichs- bzw. Altstadt) und rd. 3000 (Stifts- bzw. Neustadt) Einwohnern

Sagen und Legenden[Bearbeiten]

Sagen und Legenden haben naturgemäß einen minimalen oder gar keinen Wahrheitsgehalt. Die meisten dieser Sagen haben Bezug auf Königshäuser oder auf Heilige.

Heinrich von Kempten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Heinrich von Kempten
Heinrich von Kempten: Wandmalerei an der Südfront des Kemptener Rathauses

Eine der bekanntesten ist die Sage über Heinrich von Kempten: Im ersten Teil wird die Verbannung des Ritters Heinrich vom Hofe des Kaisers Otto erzählt und im zweiten Teil die Zurückgewinnung der kaiserlichen Gnade. In Kempten ist heute die Heinrichsgasse nach dem kaiserlichen Retter benannt, ebenso erinnert eine Malerei an der Südfront des Rathauses an ihn. Im Stadttheater ist ein großformatiges Gemälde von Franz Sales Lochbihler mit der Rettung des Kaisers ausgestellt.

Hildegard und Karl der Große[Bearbeiten]

Es gibt mehrere Legenden, die sich auf Hildegard und ihren Gatten Karl dem Großen beziehen. So wird das Auffinden einer Wasserquelle der heiligen Hildegard zugeschrieben. Bei der Rückreise vom Papst in Rom zurück in Karls Reich sollte auch Kempten durchritten werden. Als das große Gefolge auf staubigen Wegen bei Hitze gegen Kempten herangezogen kam, klagten alle über Wassermangel. Da wies Hildegard, als Naturkundige im Volke hochangesehen und durch früheren Aufenthalt mit der Gegend vertraut, nicht ferne von der Stadt, wo der Zug Rast hielt, auf eine reiche Quelle, die einem nahen Hügel entsprang. Hier wurden nun alle, Menschen und Tiere, von der Quelle erfrischt und ersattet. Noch heute fließt diese Hildegardis-Quelle an dem Ort. Die Quelle ist im heutigen Hildegardis-Brunnen an der Lindauer Straße gefasst.[52]

Eine weitere Sage mit Bezug auf Hildegard, Karl dem Großen und deren Kinder berichtet über ein Konflikt der Erbfolge. Die Kinder Pippin, Karl und Ludwig streiten sich auf einem Kempter Schloss, wer nach dem Tod des Vaters den Thron besteigen soll. Als der Konflikt nicht enden wollte, schickte Hildegard die Kinder in die Stadt, um sich drei Hähne zu holen. Als die Kinder auf den Hof zurückkehrten, befahl Hildegard die Hähne, aufeinander los zu lassen. Bei dem Hahnenkampf gewann das Tier Ludwigs des Frommen, der spätere Nachfolger Karls des Großen.

Heiliger Magnus[Bearbeiten]

Der Heilige Magnus, der Apostel des Allgäus, soll in Kempten auch einen Drachen besiegt haben. Als er in Kempten ankam, sah er den Ort voller Schlangen und einem Drachen. Diese Unwesen bewohnten die Häuser der eigentlichen Bevölkerung. Durch ein Gebet an Gott kam der Drache aus dem Gemäuer hervor, welchem Magnus mit dem Stab des Heiligen Gallus auf den Kopf schlug. Auf einmal waren alle Untiere tot und verschwunden. Der Legende nach sollten die Heiden dank der wunderbaren Hilfe von Magnus dem christlichen Glauben beigetreten sein.

Die Christianisierung des Allgäus ist aber schon vor Magnus eingetreten.

Georgsinsel[Bearbeiten]

Hauptartikel: Georgsinsel

Die Entstehungslegende der Georgsinsel in der Iller besagt, dass die Insel aus einem bösen versteinerten Drachen besteht. Eine weitere Legende besagt einen Kampf zwischen dem Heiligen Magnus und einem Riesen.

Sonstige[Bearbeiten]

Die Stiftskirche in Kempten sah man in früheren Zeiten des Nachts angeblich wunderbar beleuchtet. Man glaubte, die Stiftsherren aus uralter Zeit müssten drin geistern und die bei Lebzeiten vernachlässigten Gottesdienste noch nachfeiern.

Die angebliche Vollstreckung des Todesurteils der Anna Maria Schwegelin, die letzte Hexe Deutschlands, gilt ebenso als Legende. Lange Zeit wurde angenommen, dass die letzte Hexe vor der Kempter Residenz verbrannt wurde. Schwegelin verstarb wohl eines natürlichen Todes in einem stiftkemptischen Gefängnis.

Dem letzten Hofnarren, heute als Hofzwerg im Zumsteingarten dargestellt, sollen die Hände wegen angeblichen Silberdiebstahls abgetrennt worden sein.[53]

Religionen[Bearbeiten]

Bis 1525 war Kempten rein römisch-katholisch. Seit dem im Jahr 1525 erfolgten „Großen Kauf“ war die Stadt in zwei Glaubensrichtungen geteilt. Somit stand sich die katholische Stiftsstadt und protestantische Reichsstadt stets feindlich gegenüber. Kirchengebäude in der Reichsstadt wurden nach einem Bildersturm protestantisch. Der Glaube trennte die Stadt, auch lange Zeit nach der Säkularisation. Erst 1888 gab es einen ersten Impuls zu einer Zusammenarbeit von Katholiken und Protestanten in einer Kindergartenkapelle. So galten bis dahin gemischtkonfessionelle Ehen als ein Skandal. Dies trug auch zu regionalem Klatsch unter den Leuten bei. Dieser religiöse Dualismus endete nach dem Zweiten Weltkrieg. Bei dem großen Stadtausbau seit den 1950er Jahren war der Kirchenneubau von großer Bedeutung. So half man sich gegenseitig mit Notkirchen, um die Raumnot der jeweiligen Kirchengemeinde kurzfristig zu bewältigen.[54]

Im 19. Jahrhundert gab es zur Jahrhundertwende hin etwa 15.000 Katholiken und 4000 Protestanten. Eine kleine Rolle spielten die 234 Alt-Katholiken, 68 Juden und 49 Andersgläubigen. Im 20. Jahrhundert schwankte der Anteil der katholischen Bevölkerung zwischen 76 und 82 Prozent, der Anteil der Protestanten lag zwischen 15 und 20 Prozent. Das Verhältnis verschob sich jedoch durch die Aufnahme von rund 10.000 Heimatvertriebenen und Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg. So stieg der evangelische Bevölkerungsanteil innerhalb von kurzer Zeit von 4500 auf 10.000 Gläubige. Zwischen 1935 und 1955 stieg der Anteil der Katholiken um etwa ein Viertel, auf 6600. Hierbei vervierfachte sich die Zahl der Protestanten um etwa 1100 Menschen. Die Neuapostolische Gemeinde verringerte sich in dieser Zeit von 450 auf 330 Gläubige.[55]

1971 predigte erstmals seit 1525 ein katholischer Geistlicher in der evangelisch-lutherischen St.-Mang-Kirche. 1998 wurde im Rahmen einer Landesausstellung ein ökumenischer Gottesdienst an der Freitreppe, dem Symbol der vereinigten Städte Kemptens, mit Protestanten und Katholiken gehalten.[54]

Eine eigene jüdische Gemeinschaft gibt es heute nicht mehr, auch gab es in Kempten keine Synagoge im eigentlichen Sinne. Die Juden in Kempten mieteten sich Räumlichkeiten, um sich dem regelmäßigen Kultus zu widmen.

Des Weiteren gibt es in Kempten Zeugen Jehovas, die sich Anfang 1947 offiziell meldeten. Die Neuapostolische Kirchengemeinde prägt ebenso wie die Alt-Katholische Gemeinde die Religionslandschaft in Kempten.[56] Durch die Einwanderung insbesondere aus der Türkei stammender Mitbürger spielt auch der Islam eine große Rolle in Kempten. 1999 gab es drei Gebetsstätten, die größte befindet sich an der Füssener Straße.[57]

Politik[Bearbeiten]

Sitz der Stadtoberhäupter und des Stadtrats: Das Kempter Rathaus

Kempten ist im Stimmkreis Kempten, Oberallgäu für die Landtags- und Bezirkstagswahlen vertreten. Der Bundestag und seine Vertreter werden durch die Bürger Kemptens im Bundestagswahlkreis Oberallgäu gewählt.

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 44 Mitgliedern. Sitzverteilung nach der Kommunalwahl 2014:

Partei/Gruppierung Sitze  %-Anteil
CSU 16 37,04 %
Freie Wähler 8 18,17 %
SPD 7 17,04 %
Bündnis 90/Die Grünen 6 13,74 %
Unabhängige Bürger/ödp 3 6,58 %
FDP 3 5,73 %
Die Republikaner 1 1,70 %

Bürgermeister und Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Bis zum 30. April 2014 amtierender Oberbürgermeister Ulrich Netzer

Oberbürgermeister ist seit dem 30. April 2014 Thomas Kiechle, Sohn des Bundesministers Ignaz Kiechle. Für die Kommunalwahl 2014 wurde er am 1. Juli 2013 von CSU gemeinsam mit den Freien Wählern als gemeinsamer Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters vorgestellt.[58] Bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 setzte sich Kiechle mit 51,09 Prozent gegenüber Martin Bernhard (23,3 %, SPD), Thomas Hartmann (11,75 %, Grüne), Ulrich Kremser (7,67 %, FDP), Michael Hofer (4,74 %, ÖDP), Michael Ulmer (1,72 %, REP) durch und wurde damit Nachfolger des bisherigen Oberbürgermeisters Ulrich Netzer, der seit dem 1. Mai 1996 regierte. Netzer wurde von Josef Mayr und Sibylle Knott vertreten.

Bedeutende Vertreter aus der Reihe der Bürgermeister waren Gordian Seuter (Verhandler für den „Großen Kauf“) sowie Adolf Horchler und Otto Merkt. August Fischer leitete nach dem Zweiten Weltkrieg die Modernisierung der Stadt ein, bei der viel an historischer Bausubstanz zerstört wurde. Josef Höß leitete die Einrichtung einer Stadtarchäologie ein und vertrat Kempten bei der Einrichtung der Fachhochschule Kempten.

[Bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten; von Schwarz und Silber; vorne am Spalt ein halber goldener Adler, hinten auf grünem Dreiberg ein roter Zinnenturm mit offenem Tor.

Das Wappen spiegelt auf der rechten Seite die Burghalde (Dreiberg) als fälschlicherweise frühesten Standort des Klosters (roter Zinnenturm) wider. Auf der linken Seite ist der Reichsadler abgebildet.[59]

Die Stadtfarben von Kempten sind Schwarz und Silber bzw. Weiß. Die Stadt Kempten führt eine eigene Gemeindefahne, und zwar seit 1887 in den Farben Schwarz und Weiß.

Das Logo der Stadt Kempten und derer Verwaltung ist eine Wortmarke. Kempten ist in großen Lettern geschrieben, das Wort Allgäu ist in der gleichen Schriftart als Zusatz ist hochgestellt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt führt fünf Städtepartnerschaften.[60]

Stadt Land
Bad Dürkheim Bad Dürkheim DeutschlandDeutschland Deutschland Mit der Weinstadt besteht seit 2001 eine Partnerschaft. Sie basiert auf eine Weinpatenschaft von 1951. Es finden sportliche und kulturelle Begegnungen, aber auch Schüler- und Jugendfahrten statt.
Quiberon Quiberon FrankreichFrankreich Frankreich Mit dem Fischerdorf an der französischen Atlantikküste wurden 1968 erste Kontakte, 1971 dann freundschaftliche Beziehungen aufgenommen. Gegründet wurde diese Partnerschaft ursprünglich von der ehemals eigenständigen Gemeinde Sankt Mang, wurde aber nach der Gebietsreform 1972 von der Stadt Kempten übernommen.
Sligo Sligo IrlandIrland Irland 1990 wurde die von Kempten entfernteste Partnerschaft mit der irischen Stadt begonnen. Vorangegangen war hier ein Jugendaustausch zwischen der Hochschule Kempten und einem College in Sligo.
Sopron Sopron UngarnUngarn Ungarn Mit der ungarischen Stadt entstand 1987 eine Partnerschaft. Es finden Schüleraustausche statt. Seit 1990 reisten zwei Mal interessierte Bürger im Rahmen von Bürgerreisen nach Sopron.
Trient Trient ItalienItalien Italien Die Partnerschaft entstand 1987. Austausche der Musikschule führen zu kulturellen Belebungen der Orte.

Umweltpolitik[Bearbeiten]

Durch den schrittweisen Ausbau des Fernwärmenetzes in Kempten kann ein hoher Betrag an fossilen Energieträgern eingespart werden. Durch die Modernisierung der Straßenbeleuchtung wurde von 2002 bis 2008 der Stromverbrauch um 35 Prozent gesenkt.[61]

Im Mai 2012 wurden 19 Kommunen, darunter auch Kempten, mit dem BMU-Preis „Masterplan 100 % Klimaschutz“ durch Norbert Röttgen ausgezeichnet. Kempten erhält damit Fördergelder vom Bund zur Senkung der Emissionen in Bezug auf die Energiewende.[62]

Finanzpolitik[Bearbeiten]

Kempten erhebt seit dem 1. Januar 2006 eine Zweitwohnsitzsteuer, die 10 Prozent der Jahreskaltmiete entspricht. Ziel der Stadt ist es hierbei, neben der finanziellen Beteiligung an der städtischen Infrastruktur auch einen Anreiz zu schaffen, den Nebenwohnsitz in einen Hauptwohnsitz umzuwandeln.[63]

Der Stadtrat hat im Jahr 2009 fünf strategische Ziele beschlossen, die bis zum Jahr 2020 erreicht werden sollen. Eines davon ist die Schuldenfreiheit des städtischen Haushaltes. Betrugen die Haushaltsschulden im Jahr 2003 noch über 41 Millionen Euro, so haben sie sich mit Ablauf des 31. Dezember 2011 auf 15,2 Millionen Euro verringert, 2013 auf 13,1 Millionen Euro. Mit einem gleichmäßigen weiteren Schuldenabbau soll der städtische Haushalt 2020 ganz schuldenfrei sein, ein Jahr davor soll die Verschuldung bis auf 1,5 Millionen Euro gesunken sein. Die Stadt hat bereits seit 2003 keine neuen Kredite mehr aufgenommen und tilgt die bestehenden Schulden. Absolute Schwerpunkte bei den Investitionen sind der Krippenausbau sowie Schulbaumaßnahmen. Einige andere Projekte müssen aus Gründen der Haushaltsdisziplin in der Regel zurückgestellt werden.

Kultur[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Der Allgäu Tower in Kempten

In Kempten sind so gut wie alle Baustile vertreten. Neben Romanik, Gotik, Renaissance und Barock finden sich auch Mischformen und moderne Architekturelemente vor. Stadtbildprägend sind vor allem die Türme der Kirchen. Ein neueres stadtbildprägendes Gebäude ist der 13-stöckige Allgäu Tower mit seiner spiegelnden Glasfassade. Vom obersten Stockwerk bietet sich ein Blick weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Historische Gebäude und klassische Sehenswürdigkeiten sind die Burghalde mit dem Allgäuer Burgenmuseum und der Freilichtbühne sowie dem Duftgarten, in dem auch Führungen angeboten werden, ebenso das historische Rathaus und die ehemalige Fürstäbtliche Residenz mit Hofgarten und Orangerie, die auch den Sitz der Stadtbücherei mit der Abteilung Allgäu-Bücher innehat.

Die Stadtpfarr- und ehemalige Klosterkirche St. Lorenz, eine Basilica minor, erhielt ihren Ehrentitel 1960 von Papst Paul VI. verliehen. Eine weitere Kirche ist die evangelische Stadtpfarrkirche St. Mang. Neben dieser befindet sich die Erasmuskapelle – eine mittelalterliche Friedhofskapelle, die nach ihrer Zweckentfremdung abgerissen wurde und deren unterirdische Fassadenreste im Jahr 2010 der Öffentlichkeit als Schauraum zugänglich gemacht wurden.

Als sehenswerte Brunnen gelten der Rathausbrunnen sowie der im Jugendstil gehaltene St.-Mang-Brunnen.

Die Reste und Nachbauten der römischen Landstadt Cambodunum gelten ebenso als Sehenswürdigkeit von Kempten.[64]

Zu den technischen Sehenswürdigkeiten gehört die König-Ludwig-Brücke, die einzige ihrer Art in Deutschland, sowie die Oberen Illerbrücken, die größten Stampfbetonbrücken der Welt.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Das denkmalgeschützte Beginenhaus wird durch Schüler der Realschule an der Salzstraße mitunterstützt.

Aufgrund des Doppelwesens der Stadt Kempten kann das denkmalgeschützte Stadtensemble in zwei Teile gespaltet werden: Alt- und Neustadt. Die Altstadt, die frühere Reichsstadt, weist enge Gassen und Straßenzüge sowie eine ältere Bausubstanz als die barockgeprägte Neustadt, das Fürststift bzw. auch Stiftsstadt, auf.

Hinzu kommt noch das Ensemble Beethovenstraße. Dieser aus dem 19. Jahrhundert stammende Siedlungsbestandteil Kemptens entstand als erstes Ausbaugebiet der Stadt nach der Öffnung der Stadtmauern. Es bildete insbesondere während der Entstehungszeit ein vornehmes vorstädtisches Wohnquartier, bestehend aus Villen für die höhere Schicht.

Ab den 1950er Jahren wurde Kempten Modell eines bundesweiten städtebaulichen Pilotprojekts, Kemptens alte Bausubstanz entging jeglicher Beschädigung der Weltkriege. Es wurde bis in die 1970er Jahre aktiv historische Substanz durch neue historisierende und bzw. oder moderne Bauwerke ersetzt. Ein Beispiel hierfür ist die Stern-Apotheke oder das Schachenmeyersches Landgut. Ein Gros der von Michael Petzet im Jahr 1959 beschriebenen Baudenkmäler ist nicht mehr vorhanden.

Obwohl die Stadtbefestigung im 19. Jahrhundert maßgeblich abgebrochen wurde, zeigte sich in den 1980er/1990er Jahren ein neues Geschichtsbewusstsein. 1986 wurde das Waisentor, 1990 das Metzgertor wiedererrichtet.[65][66]

Kirchen- und Klostergebäude[Bearbeiten]

Römisch-katholische Gebäude[Bearbeiten]

Zentrum der Katholiken in Kempten ist die St.-Lorenz-Basilika, ein barocker Bau. In der Nähe steht die 1680 errichtete Seelenkapelle. Zur Villa Huber gehört eine kleine Backsteinkapelle. In Kempten-Süd steht die Klosterkirche St. Anton.[67]

Noch weiter südlich, in Eich, steht die von Andor Ákos entworfene Maria-Hilfs-Kirche.[68]

Im Stadtteil Steufzgen wurde 1978 die Stadtpfarrkirche St. Franziskus fertiggestellt. Auf einen Kirchturm mit Geläut verzichtete die Kirchengemeinde.[68]

In der ehemaligen Reichsstadt entstand im Jahr 1927 erstmals seit 1525 wieder eine katholische Kirche. Die ebenso von Andor Ákos gestaltete, in den 1970er Jahren abgebrochene Christi-Himmelfahrts-Kirche war als Notkirche entstanden. Ersetzt wurde die Abgebrochene Christi-Himmelfahrts-Kirche wenige Meter westlicher durch die neue, denkmalgeschützte Christi-Himmelfahrts-Kirche.

In der Nähe des Ostbahnhofs entstand in den 1960er Jahren die Kirche St. Ulrich. Eine weitere Kirche des gleichen Jahrzehnts ist die St.-Michaels-Kirche im Norden der Stadt.[69] In Kempten-Thingers entstand in den 1980er Jahren die Kirche St. Hedwig. In Leubas steht die 1997 fertiggestellte Filialkirche Mariä Heimsuchung.[70]

Im Stadtteil Sankt Mang steht die Kirche Mariä Himmelfahrt. Die 1922 geweihte Kirche besitzt einen erst 1955 aus Stahlbeton erbauten Glockenturm.[70]

Im Stadtteil Lenzfried haben sich Franziskaner mit dem Franziskanerkloster St. Bernhardin samt der Kirche St. Magnus niedergelassen.[71] Im 17. Jahrhundert wurde in Lenzfried das Kloster St. Anna mit der gleichnamigen Kapelle für die Franziskanerinnen fertiggestellt. Diese wohnten bis zur Wiederkehr der Franziskaner im alten Männerkloster.

Auf dem Mariaberg entstand im Jahr 1783 die Kapelle Mariä Heimsuchung.[72] In Hirschdorf gibt es die bereits 1394 erwähnte und 1774 durch einen Neubau ersetzte St.-Magdalena-Kapelle.[73] Am Gewerbegebiet Ursulasried steht die Kapelle St. Ursula, die 1378 erstmals erwähnt wurde. In Leubas steht direkt an der Hauptstraße eine kleine, im Jahr 1735 erwähnte Kapelle mit dem Namen St. Magnus. In Leupratsried steht eine aus dem Jahr 1777 stammende Marienkapelle.[70] Im Stadtteil Steufzgen gibt es eine Dreifaltigkeitskapelle. Eine Besenkapelle gibt es an der Memminger Straße.

Evangelisch-lutherische Gebäude[Bearbeiten]

Die gotische St.-Mang-Kirche in der Reichsstadt ist die Keimzelle der Protestanten in Kempten. Seit 1525 ist diese Kirche während der Reformation evangelisch geworden.[74]

In Sankt Mang steht die vom Architekten Otto Heydecker entworfene und im Jahr 1927 geweihte Christuskirche.[75]

Beim Haubenschloß entstand 1964 die Johanneskirche. Im Kempter Osten wurde 1968 die Matthäuskirche geweiht. Für die Markuskirche in Thingers fand die Weihe im Jahr 1976 statt.[76]

Zur Pfarrei St. Mang gehört ebenso die im 13. Jahrhundert erbaute Keckkapelle. Sie ist dem Heiligen Stephan geweiht.[76]

Sonstige Kirchengebäude[Bearbeiten]

An der Immenstädter Straße steht die Neuapostolische Kirche, an der Lindauer Straße ist die altkatholische Gemeinde von Kempten untergebracht.

Museen[Bearbeiten]

Das Zumsteinhaus beinhaltet das Römische Museum und Naturkunde-Museum.

Die Stadt vermarktet die Museen als Kemptener Museumsmeile. Zu den Museen zählen die Alpenländische Galerie mit etwa 130 Exponaten der Gotik bis Frührenaissance und das Alpinmuseum, die beide im sogenannten Marstall untergebracht sind. Außerdem gehören dazu das Allgäu-Museum im Kornhaus und das Zumsteinhaus mit dem Römischen Museum und Naturkunde-Museum. Auf der Burghalde besteht das Allgäuer Burgenmuseum, in der Stiftsmälzerei ist die Kunsthalle untergebracht.

Der Archäologische Park Cambodunum zeigt wiederhergestellte Gebäude der Siedlung auf dem Lindenberg aus der Römerzeit.

Das Beginenhaus ist ein aus einem Beginenhaus und Nonnenturm bestehendes, denkmalgeschütztes Gebäudeensemble aus dem 14. Jahrhundert. Dieses wird durch Spenden saniert und soll dann als Zentrum der Buchkultur der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Veranstaltungsräume[Bearbeiten]

Konzert der Toten Hosen in der bigBOX

Kempten verfügt über ein Stadttheater, das früher ein reines Gastspielhaus war, heute werden jedoch daneben auch Eigen- und Koproduktionen aufgeführt.

Für kulturelle Veranstaltungen stehen eine Reihe verschiedenartiger Veranstaltungsräume zur Verfügung. Das modernste Veranstaltungshaus ist die bigBOX in der Schauspiele und Konzerte gespielt werden. Messen gehören ebenso zum Veranstaltungsprogramm.

Der große Veranstaltungsraum im Kornhaus bietet Bälle, Tagungen sowie Theatervorstellungen an. In der nebenanliegenden Stiftsmälzerei finden in der Kunsthalle jährlich mehrfach Ausstellungen regionaler und überregionaler Bildender Künstler statt. In den Innenhöfen der Residenz finden klassische Konzerte statt, ebenso im Schutzbau der Kleinen Thermen (Archäologischer Park Cambodunum).

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Vorbereitungen für das Stadtfest im Juli 2012.

Allgäuer Festwoche[Bearbeiten]

Hauptartikel: Allgäuer Festwoche

Auf Initiative des Oberbürgermeisters Georg Volkhardt und Albert Wehr wurde die Allgäuer Festwoche 1949 ins Leben gerufen. Inzwischen zählt die jährlich im August stattfindende Regionalmesse mit Kultur- und Sporthöhepunkten und etwa 100.000 (2009) Besuchern zu den Highlights der Veranstaltungen des Allgäus.

Musikalische Veranstaltungen[Bearbeiten]

Zu den jährlich stattfindenden Musikveranstaltungen gehört der Kemptener Jazz Frühling. Bei dieser Open-Air-Veranstaltungen spielen Musiker auf öffentlichen Plätzen und auch in Veranstaltungsräumen. Es spielen auch überregionale Künstler. Des Weiteren findet der Tag der Musik, das Stadtfest, das Kammermusikfestival „Classix“ sowie die Musiknacht jährlich statt.

In den Kempter Hauptkirchen St. Mang und St. Lorenz finden regelmäßig Orgel- sowie Chorkonzerte statt. Seit 1897 gibt es in Kempten eine Stadtkapelle, die zunächst vor allem als Militärkapelle fungierte. 1899 trat die Kapelle erstmals mit einem großen Konzert vor die Öffentlichkeit. Seither begleitet die Stadtkapelle zu vielen offiziellen Anlässen. 1901 wurde der Orchesterverein als Vereinigung von Musikfreunden zur Pflege der Orchestermusik gegründet.[77] In der alten Stiftsmälzerei befindet sich die Sing- und Musikschule.[78] 1998 gab Herbert Grönemeyer ein Open-Air-Konzert auf dem Hildegardplatz, zu diesem Ereignis kamen etwa 12.000 Menschen zusammen.[79] 2012 traten The BossHoss auf dem Platz auf.

Wochenmarkt[Bearbeiten]

Jeden Mittwoch und Samstag findet in Kempten der Wochenmarkt auf dem Hildegardplatz statt. Bis in das Jahr 1998 war in den kalten Monaten dieser Bauernmarkt in den Kellergewölben des Kornhauses untergebracht bis die Markthalle in der Nähe der Realschule an der Salzstraße fertiggestellt wurde.[80]

Weitere Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Kunstnacht fand im Herbst 2011 zum ersten Mal statt. Bei dieser Veranstaltungen sind Ateliers, Ausstellungen, Galerien und sonstige kulturelle Orte bis in die Nacht für Besucher offen. Begleitet wird die Kunstnacht mit Feuer- und Lichterspielen und künstlerisch beleuchteten Brunnen. Im Sommer findet der Tag der Familie statt.

Im Herbst treffen sich zehn Tage lang international bekannte Choreografen und Tänzer zum Kemptener TANZherbst. Hierbei wird jede Tanzrichtung vertreten. In der gleichen Jahreszeit findet der Kathreinemarkt mit Fahrgeschäften und Händlermarkt statt. Eine ähnliche Veranstaltung findet im Mai als Himmelfahrtsmarkt statt.

Sportliche Aktionen sind der Kempten-Halbmarathon im April, der Voralpenmarathon im September sowie der Silvesterlauf am letzten Tag des Jahres.

Das Parktheater mit nächtlicher Fassadenbeleuchtung: Früher Kino, heute Diskothek.

Kinos[Bearbeiten]

Das erste Kino in Kempten wurde 1905 eröffnet.[81] Bis 2003 gab es in Kempten zwei Kinos: Das da geschlossene Parktheater und das in den 1930er Jahren an der Königsstraße aufgebaute und 2002 ausgebaute Colosseum Center. Das zuletzt 2012/13 ausgebaute Colosseum verfügt über sieben Säle für mehr als 1200 Besucher.[82] Im Sommer finden auf der Freilichtbühne der Burghalde Freiluftkinovorstellungen statt.

Nachtleben[Bearbeiten]

In Kempten gibt es zahlreiche Bars, Pubs und weitere Lokale. Treffpunkte der Jugend sind das Parktheater Kempten und das ferggies an der Bahnhofstraße, die Lokale Café College, Times und Milchbar sind in der Nähe der Hochschule situiert. Im Bereich der Fußgängerzone gibt es das Künstlerhaus mit diversen Abendveranstaltungen, die New Lobby sowie der Irish Pub A Thousand Miles to Dublin. Im Areal des Rathauses laden zahlreiche Lokale mit unterschiedlicher Kundenausrichtung Gäste ein. Davon abgelegen befindet sich unterhalb der Burghalde der Ritterkeller.

Sportstätten[Bearbeiten]

Außenkletteranlage im Engelhaldepark.

In Kempten befindet sich in Flussnähe das Illerstadion. Seit den ersten Plänen im Jahr 1919 durch Otto Merkt wurde von dem Stadtbaurat Maximilian Vicari im Jahr 1938 das Stadion den Stadträten vorgestellt. Es besaß 5600 Stehplätze, ein Kleinkaliberschießstand, Vorrichtungen für Hochsprung, Kugelstoßen, Stabhochsprung und einen Parkplatz für 200 Autos. 1939 war das Spielfeld, die Aschenbahn, die „SA-Wehrkampfbahn“ und ein Teil der Zuschauertribüne fertig. 1949 folgte die Fertigstellung der Haupttribüne und 1956 der große Stehtribünenwall sowie das Marathon-Tor. Es bot daraufhin 12.500 Plätze. Zwischen 1979 und 1986 wurden zwei Kunststoffplätze, zwei neue Rasenfelder und ein Sandrasenplatz angelegt. 1995 kam es dann zu einem Um- und Ausbau von Hauptplatz und Sandbahn zu einer Leichtathletikwettkampfbahn „Typ B“ mit sechs Einzelbahnen und einem großen Rasenspielfeld. Das Stadion wurde in den Jahren 1999/2000 modernisiert. Die überdachte Zuschauertribüne bietet für rund 1000 Zuschauer Platz.[83]

Gleich daneben schließt eine Skateboard-Anlage aus den 1990er Jahren an, diese wurde später für Inlineskater angepasst.[84]

1977 wurde das Eisstadion an der Memminger Straße im Stadtnorden mit 4000 Zuschauerplätzen eröffnet. Bis dahin gab es in Kempten Spritzeisbahnen und einen Eislaufplatz in der Nähe des Illerstadions.[85]

Die Freiluftkletteranlage im Engelhaldepark wurde 2000 eröffnet.[86]

Bäder[Bearbeiten]

Das Erlebnisbad CamboMare in Kempten
Hauptartikel: Bäder in Kempten (Allgäu)

Schon die Römer hatten in Kempten Thermen eingerichtet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab in Kempten neben der Rottachbrücke ein Mineralbad. 1910 wurde an der Lenzfrieder Straße das Volksbad errichtet, das ab 1932 vom Militär genutzt und 1944 geschlossen wurde. 1927 folgte das Sonnenbad an der Rottachschleife. 1932 wurde ein heute noch bestehendes Freibad eröffnet, 1970 ein Hallenbad. Dieses wurde Anfang der 2000er Jahre teilweise abgerissen und durch das Erlebnis- und Hallenbad CamboMare ersetzt. Freibad und CamboMare werden von dem Kemptener Kommunalunternehmen (KKU) betrieben.

Grünflächen und Parkanlagen[Bearbeiten]

In Kempten gibt es mehrere Park- und Grünanlagen. Der Hofgarten mit der St.-Lorenz-Basilika, der Residenz und der Orangerie ist eine repräsentative Parkanlage mit gepflegter Bepflanzung. Hinter dem Zumsteinhaus erstreckt sich der Stadtpark mit einem kleinen Teich. Die Burghalde ist als Grünanlage vom Rest der Stadt abgeschottet und bietet einen guten Rundumblick auf die Stadt und Alpen. Der Archäologische Park Cambodunum (APC) ist mit dem Chapuis-Park verbunden und stellt für die Bewohner des Ostens eine Möglichkeit zur Erholung dar. Um das Haubenschloß befindet sich der Hoefelmayr-/Haubenschloßpark mit mehreren Kriegerdenkmälern. Der Engelhaldepark entstand nach einer Rekultivierung einer Kiesgrube. Um den Stadtweiher im Südwesten der Stadt ist eine bis in das Jahr 1980 gestaltete Grünfläche mit Gehwegen vorzufinden. Im Nordwesten der Stadt befindet sich der Schwabelsberger Weiher mit Auen und angelegten Fußwegen. Im Westen am Adenauerring ist der steile Calgeer-Park angelegt.[87]

Vereine[Bearbeiten]

Das Illerstadion des FC Kempten im Jahr 2008

Kulturvereine[Bearbeiten]

Einer der ältesten Vereine in Kempten ist der Heimatverein Kempten. Der Verband Heimatbund Allgäu basiert auf eine ähnliche Tradition wie der Heimatverein, ist aber neuer. Weitere Kulturvereine sind der Allgäuer Burgenverein, die Freunde der Kemptener Museen, der Förderverein Beginenhaus Kempten und der Künstlerhaus e. V.. Kempten ist Sitz der Freimaurerloge Zum Hohen Licht.

Sportvereine[Bearbeiten]

Ein Fußballverein ist der FC Kempten, er entstand 1908 durch eine Abspaltung von einem Turnverein. Sein Stadion ist das Illerstadion am Augarten. Der TSV Kottern-St. Mang ist ein Mischsportverein. Der Verein verfügt über Abteilungen für Fußball, Tennis, Eishockey, Leichtathletik und weitere Sportarten. Eishockeymannschaften in Kempten gibt es seit den 1950er Jahren. Eine der neueren Sportarten ist American Football, vertreten wird diese Sportart durch die erfolgreichen Allgäu Comets. Die Allgäu Comets sind wie der FC Kempten im Illerstadion aktiv.

Friedhöfe[Bearbeiten]

Ur-Friedhöfe in Kempten waren die um die Erasmuskapelle und Seelenkapelle angelegten Friedhöfe. Wegen des Bevölkerungszuwuchses siedelte der Friedhof der Seelenkapelle an die Stelle des Katholischen Friedhofes um. Im Bereich des katholischen Friedhofes ist auch der Jüdische Friedhof gelegen, die letzte Bestattung fand dort auf Sondergenehmigung im Jahr 2008 statt. Der Friedhof um die Erasmuskapelle kam in der frühen Neuzeit an den Fuß der Burghalde, der Evangelische Friedhof beherbergt Gräber zahlreicher bekannter Persönlichkeiten aus Kempten.

Ab 1955 legte die Stadt einen städtischen Friedhof in der Nähe des katholischen Friedhofes an. Grund hierfür war, dass die bisherigen Friedhöfe nur konfessionsbezogen waren und wegen der geschichtlichen Entwicklungen ein konfessionsneutraler Friedhof geschaffen werden musste.[88]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Relikt der Flachs- und Baumwollwirtschaft: Die geschlossene Mechanische Baumwollspinnerei und -weberei Kempten
Abt-Unternehmensgebäude in Kempten
Dachser-Unternehmenssitz in Kempten
Das Einkaufszentrum Forum Allgäu

Kempten gilt im Regierungsbezirk Schwaben als „Wirtschaftslokomotive“[61] mit einem Marktbereich von 500.000 potenziellen Kunden, dazu gehören Personen aus dem Allgäu und Baden-Württemberg sowie dem angrenzenden Ausland mit den Gebieten Vorarlberg und Tirol. Die Kaufkraft lag in Kempten im Jahr 1998 neun Prozent über dem Bundesdurchschnitt.[89]

Aufgrund der Tatsache, dass Kempten für jegliche Art von Schwerindustrie ungeeignet ist, keine Rohstoffe wie Erze hat und kein Industriegroßkonzern seinen Sitz hat, haben sich in Kempten vor allem exportorientierte mittelständische Unternehmen angesiedelt. Dies erkannte bereits Bürgermeister Otto Merkt, als er einmal anmerkte, dass die Textil- und Holzindustrie sowie Milchwirtschaft von besonderer Bedeutung sei. Insbesondere die Hochschule Kempten zieht viele Firmen wegen der gut ausgebildeten Fachkräfte an. In den ersten zwei Amtsjahren von Oberbürgermeister Ulrich Netzer stieg die Zahl der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe um fast 500 auf rund 6000. Hierbei machte der Umsatz 1,46 Millionen DM aus. Ein Drittel des Geldes wurde durch Exportgeschäfte eingenommen.[90]

Kempten zählte 1998 mit 39.200 Arbeitnehmern und einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent zu den zehn günstigsten Arbeitsamtsbezirken in Deutschland.[90] Die Arbeitslosigkeit der kreisfreien Stadt Kempten lag im Januar 2011 bei 4,8 Prozent und war damit im bayerischen Durchschnitt.[91] Die Arbeitslosigkeit lag im Mai 2012 bei 3,1 Prozent.[92]

In den letzten Jahren wurden bis 2008 Gewerbeflächen in Ursulasried, Bühl-Ost und an der Stiftsbleiche ausgewiesen. Die letzten beiden Gebiete umfassen eine Fläche von 16 ha. Von 2002 bis 2008 wurden durch diese Maßnahmen etwa 1300 Arbeitsplätze geschaffen.[61] Im Jahr 2012 erklärte die Telekom den Standort Kempten mit einem Glasfasernetz zu versehen, die Arbeiten wurden 2013 abgeschlossen.

Bei Leistungsvergleichen durch Wirtschaftsinstitute ergaben sich für Kempten in der Vergangenheit zunehmend gute Ergebnisse. Das ifW vergab der Stadt im Jahr 2012 beim Nachhaltigkeitspotenzial den elften Platz innerhalb der 100 größten kreisfreien Städte in Deutschland. Bei einer bundesweiten Untersuchung der GfK belegte Kempten 2012 den neunten Platz als Einzelhandelsstandort. Bei einer gemeinsamen Studie der Wirtschaftswoche, INSM und IW Consult belegte Kempten im Jahr 2010 den neunten Platz beim bundesweiten Städtetest. In die Studie flossen Daten vom Arbeitsmarkt, Wohlstand und Standort ein. Das Wirtschaftsinstitut Prognos vergab der Stadt den 40. Platz von 412 Plätzen; der Zukunftsatlas 2010 von Prognos bewertet das Wirtschaftswachstum, die Produktivität und Investitionsentwicklungen sowie Daten zur Arbeitsmarktentwicklung, zur demographischen Struktur und weitere Einzelindikatoren.[93]

Einzelhandel[Bearbeiten]

Letzte Ausbaustufe der Kemptener Fußgängerzone: Das sogenannte „Mühlbachquartier“ in der Gerberstraße, welches Ende 2010 an sein heutiges Aussehen gelangte.

Die Stadt Kempten gehört zu den drei bayerischen Städten mit der höchsten „Einkaufszentralität“.[61] Während seiner Amtszeit baute Oberbürgermeister August Fischer Kempten zur Einzelhandelsmetropole aus. Es öffneten in der Innenstadt zahlreiche Kaufhäuser wie Quelle, Horten oder C&A.

In der Innenstadt gibt es seit 1970 mit der Fischerstraße die erste ausgebaute Fußgängerzone im Regierungsbezirk Schwaben. Es folgten daraufhin verkehrsberuhigte Zonen wie die Rathausstraße, Fischersteige, Promenadestraße, Sutt, Klostersteige und 1998/99 die Brandstatt. Die Fischerstraße wurde von 1999 bis 2000 modernisiert[94] und 2010 die Gerberstraße umgebaut. Geprägt wird das aus historischer Sicht neuerfundene „Mühlbachquartier“ durch ein riesiges Mühlrad („Filmspule“) aus Metall mit einem Wasserlauf entlang der Fußgängerzone. In der Bevölkerung werden diese Wasserrinnen spöttisch als „Pissrinnen“ bezeichnet.

Konkurrenz für die zentralen Fußgängerzonen ist das Forum Allgäu. Die Shopping-Mall die am 10. September 2003 ihre Türen öffnete, hat auf 23.000 m² und drei Ebenen etwa 90 Geschäfte, Restaurants und Cafés.

Medien[Bearbeiten]

An größeren Medien haben ihren Firmensitz in Kempten der Allgäuer Zeitungsverlag, im Verbund mit der Augsburger Allgemeinen Zeitung, der Radiosender RSA und der Lokalfernsehsender TV Allgäu für die Region. In Kempten gibt es eine eigene Lokalredaktion des Kreisboten aus Weilheim. Zu den Stadtmagazinen gehört das „0831“ sowie das Magazin „Allgäu Live In“. Seit 2001 sendet die Lokalstation des Senders Radio Galaxy in Kempten.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Dienstleister[Bearbeiten]

Die Deutsche Post AG hat in Kempten das Briefzentrum Augsburg-Kempten. Im Mineralölhandel spielt das Unternehmen Adolf Präg eine bedeutende Rolle; es betreibt Tankstellen und Großtanklager in Deutschland.

In Kempten hat der international operierende Logistikdienstleister Dachser seinen Geschäftssitz. Auch die Spedition Franz Lebert betätigt sich in dieser Branche.

Abt Sportsline mit Sitz in Kempten ist ein international bekannter Rennstall und Autoveredler. Das Unternehmen Seitz betreibt in Kempten und dem Umland mehrere Autohäuser mit Ausrichtung auf die Volkswagen-Marken. In Kempten ist die Einzelhandelskette Feneberg Lebensmittel ansässig.

Die Banken Sparkasse Allgäu sowie die Allgäuer Volksbank Kempten-Sonthofen haben ihren Sitz in Kempten. Im Verlagswesen ist der Allgäuer Zeitungsverlag, der Verlag Tobias Dannheimer und der Kösel-Verlag zu nennen.

Industrie[Bearbeiten]

Das Unternehmen Edelweiss produziert Molkereiprodukte wie unterschiedliche, international vertretene Produkte namens „Brunch“, „Bresso“ oder „Milkana“. Liebherr-Verzahntechnik ist ein maschinenproduzierendes Unternehmen, das seit 1961 seinen Sitz in Kempten hat. Die Kemptener Maschinenfabrik (KMF) ist eine Tochter des Traktorenherstellers Fendt und produziert für diesen verschiedene Teile, daneben aber auch für Mercedes-Benz.[95] Das Allgäuer Brauhaus hat, obwohl die Brauerei nach Marktoberdorf umgezogen ist, immer noch ihren Verwaltungssitz in Kempten. Mit einer Maschine des Unternehmens Saurer-Allma wird fast jeder zweite Reifen auf der Welt hergestellt. Das Allgäuer Überlandwerk versorgt das Allgäu mit Elektrizität.[96]

Das Unternehmen Ott Hydromet wurde 1873 gegründet und spezialisierte sich auf hydrometrische Messsysteme. ESK Ceramics wurde 1922 gegründet und produziert technische Keramik.

Als die 4P-Gruppe im Jahr 1964 ihren Verwaltungssitz nach Kempten verlegte, wurde die Stadt zu einem Zentrum der Verpackungswirtschaft. 1973 exportierte das Unternehmen in 40 Länder und erreichte einen Umsatz von 520 Millionen Mark. In den 1990er Jahren geriet das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten und wurde vom Konzern Van Leer aufgekauft. 1997 kaufte der belgische Konzern Van Genechten das Unternehmen und erwirtschaftete im Jahr darauf mit der VG Nicolaus einen Umsatz von 47 Millionen Euro.[97]

Ehemalige Unternehmen sind die Zwirnerei Denzler AG, die Baumwollspinnerei und -weberei Kempten und die Kottern Textil AG. Diese drei Unternehmen, die ausschließlich auf die Textilbranche ausgerichtet waren, wurden Anfang der 1990er wegen zu starker Konkurrenz aus Fernost aufgelöst. Hier sind auch ehemalige Brauereien wie die Brauerei zur Stadt Hamburg, Zum Schwarzen Adler sowie weitere kleine Gaststätten wie das Wein-Fässle oder Zum Engel.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Schumacherring in Kempten, Teil des autobahnähnlich ausgebauten Mittleren Rings
Der 1969 eröffnete Hauptbahnhof in Kempten

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Kempten liegt an der A 7 sowie an der kurzen A 980. Durch das Stadtgebiet führen weiterhin die Bundesstraßen 12, die 19 und die 309. Seit den 1970er Jahren gibt es in Kempten den durchgehend vierspurigen Mittleren Ring. Gegenüber größeren Städten ist der Ausbauzustand des Rings auffallend, denn er weist bis zu vier Fahrspuren pro Richtung (mehrere Abbiegespuren) auf. Dieser Ring führt über eine der Oberen Illerbrücken und ist als Bundesstraße 12 ausgeschildert, obwohl es sich beim Ring eigentlich um eine Kreis- bzw. Landstraße handelt. Die B12 wird zur Entlastung der Stadt um Kempten herum geführt, gemeinsam mit den Autobahnen 7 und 980, bis sie an der Anschlussstelle Kempten in Richtung München abzweigt. Außerdem ist an dieser Straße bemerkenswert, dass die B19 nicht über die breit ausgebaute Strecke geleitet wird, sondern durch die Altstadt (Kaufbeurer Straße, Burgstraße, Freudenberg, Beethovenstraße, Lindauer Straße) führt.

Das teilweise dynamische Parkleitsystem der Stadt weist Autofahrer auf 16 kostenpflichtige und gebührenfreie Parkmöglichkeiten in Parkhäusern, Tiefgaragen oder auf unüberdachten Parkplätzen hin.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Kempten liegt an der Allgäubahn (KBS 970) von München nach Lindau, die im Abschnitt ab Geltendorf allerdings nicht elektrifiziert ist. Als Ersatz für den gestrichenen InterRegio der Deutschen Bahn hält nun der alex in Kempten. Von Norden her führt die Bahnstrecke Neu-Ulm–Kempten in die Stadt. Außerdem zweigt hier die Außerfernbahn über Pfronten nach Reutte in Tirol und weiter nach Garmisch-Partenkirchen ab. Die Bahnstrecke Kempten–Isny wurde 1984 stillgelegt.

Kempten erhielt 1852 einen Bahnanschluss mit dem Bau der Ludwig-Süd-Nord-Bahn. Der einstige Kopfbahnhof nahe der Altstadt wurde im Jahre 1969 durch einen neuen Hauptbahnhof im Süden der Stadt ersetzt. Im Stadtgebiet von Kempten gibt es außer dem Hauptbahnhof noch die Bahnhöfe Kempten (Allgäu) Ost und St. Mang.

Bereits kurz nach dem Bau des Durchgangsbahnhof Kempten-Hegge nach der Jahrhundertwende, gab es Pläne den Hauptbahnhof als Kopfbahnhof durch einen neuen Durchgangsbahnhof zu ersetzen.[98] Um die Stadt weiterhin an die Bahnstrecke anzubinden, wurde von Bürgermeister Otto Merkt kurz nach dem ersten Weltkrieg vorgeschlagen, den neuzubauenden Hauptbahnhof mit einer Straßenbahn anzubinden. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkriegs verzögerte sich der Bau jedoch. Der Leiter des Tiefbauamtes Bruno Steinmetz griff die Vorkriegspläne auf und schlug eine Unterpflasterstraßenbahn vom neuen Hauptbahnhof zum Residenzplatz vor. Planungen einer Straßenbahnanbindung fanden sich noch 1991 in den verkehrsplanerischen Leitlinien, die eine Linie von neuen Hauptbahnhof über den Residenzplatz zur Stadtpfarrkirche St. Michael vorsahen.

In den 1960er Jahren wurden unter Oberbürgermeister August Fischer Konzepte für eine Stadtbahn in Kempten entwickelt, die auch von seinem Nachfolger Josef Höß weiterverfolgt wurden. Diese sollte den neuen Hauptbahnhof, den Ostbahnhof, Steufzgen und Rothkreuz verbinden. Mit der Stilllegung der Bahnstrecke Kempten–Isny wurden diese Pläne jedoch zu den Akten gelegt.[99] Entsprechende Gedanken einer Regionalbahn zur besseren Anbindung der Innenstadt sind jedoch auch nach 2000 regelmäßig in der Diskussion.[100]

2006 feierten die Stadt und die Deutsche Bahn das 100-jährige Jubiläum der weltweit größten Stampfbetonbrücken namens Obere Illerbrücken. Über eine der beiden Brücken läuft der gesamte Zugverkehr des Hauptbahnhofes.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten]

Zentrale Bus-Umsteigestelle (ZUM) in Kempten

Der städtische Busverkehr wird von den Kemptener Verkehrsbetrieben GmbH und der Haslach Bus GmbH durchgeführt. Im Kempter Gebiet und Umgebung fahren 29 Linien (Stand: Februar 2013), alle treffen sich an der ZUM (Zentrale Bus-Umsteigestelle) in Kempten.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Kempten besitzt gemeinsam mit der Vorstadtgemeinde Durach den Flugplatz Kempten-Durach. Der höchstgelegene Verkehrslandeplatz der Bundesrepublik (710 Meter Meereshöhe) ist für Maschinen bis zu 5,7 Tonnen zugelassen. Die nächsten Verkehrsflughäfen sind in Memmingerberg (40 km), Friedrichshafen (80 km), Innsbruck (140 km) sowie München und Stuttgart (jeweils 180 km).

Fahrradverkehr[Bearbeiten]

Kempten verfügt über ein gut ausgebautes Radwegnetz. Lediglich in der Fußgängerzone besteht ein absolutes Fahrradverbot. Bei einer Umfrage des ADFC erlang Kempten 2012 beim Bundesvergleich den 104. Platz von 252 Plätzen bei Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern, bayernweit den 11. Platz von 29 Rängen bei Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern.[101]

Durch die Stadt führen der Allgäu-Radweg und der Iller-Radweg. Beide Radwege können einander angeschlossen werden.

Energieversorgung[Bearbeiten]

2010 fertiggestelltes Laufwasserkraftwerk an der Iller

An der Iller befinden sich mehrere Wasserkraftwerke der Allgäuer Überlandwerke, die einen Teil der städtischen Elektrizität erzeugen. Die Anlagen stammen meistens aus der Industrialisierung und dienten der Stromerzeugung für die dort ansässige Textilindustrie. Durch Verbrennung von Abfällen in den Müllheizkraftwerken Kempten entsteht elektrische Energie und Wärme, die durch ein Fernwärmenetz in das Stadtzentrum geleitet wird. Zusätzlich ist ein erdölbetriebenes Blockheizkraftwerk für den Winter an das Fernwärmenetz gekoppelt.

Wasserversorgung[Bearbeiten]

Hochwasserbehälter am Haubenschloß

Die Kemptener Bevölkerung wird zu 20 Prozent mit Trinkwasser aus dem Kemptener Gemeindegebiet versorgt. Der restliche Anteil wird durch den Zweckverband Fernwasserversorgung Oberes Allgäu (fwoa) geliefert. Der Zweckverband unterhält Grundwassergewinnungsanlagen in Altstädten, ein Pfarrdorf der Kreisstadt Sonthofen.

Zur Speicherung und Druckanpassung des Trinkwassers in Kempten dienen mehrere Hochbehälter, das Wasser fließt durch ein 260 Kilometer langes Leitungsnetz. Der Jahresverbrauch liegt bei 4,7 Millionen Kubikmetern Trinkwasser.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Hochschulbibliothek der Hochschule Kempten.

Die kreisfreie Stadt Kempten ist das Oberzentrum der Region Allgäu und damit Sitz wichtiger staatlicher Behörden der Justiz-, Finanz- und Landwirtschaftsverwaltung. In Kempten befindet sich der Hauptsitz der Bundesagentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Justiz[Bearbeiten]

Das Amts- und Landgericht Kempten hat seinen Sitz in der Fürstäbtlichen Residenz. An der Königsstraße ist das Arbeitsgericht Kempten untergebracht. Kempten ist Sitz der Justizvollzugsanstalt Kempten. Besondere Aufmerksamkeit zog das Landgericht durch das „Zigeunerjuden“-Urteil auf sich.

Bibliotheken[Bearbeiten]

Die Hauptstelle der Stadtbibliothek befindet sich in der Orangerie, der Stadtteil Sankt Mang verfügt über eine Stadtteilbibliothek im Rotschlößle. Seit 2012 wird die Onleihe Schwaben angeboten, hierbei können E-Books, E-Paper, E-Audios und E-Videos heruntergeladen werden. Die Hochschule Kempten verfügt über eine eigene, öffentlich zugängliche Hochschulbibliothek. Dort können etwa 70.000 Bücher ausgeliehen, 200 gedruckte Magazine und 14.000 elektronische Medien wie Zeitschriften und Bücher gelesen werden.

Stadtarchiv[Bearbeiten]

Das Archiv der Stadt Kempten befindet sich im Neubronner Haus und im Zollamt. Neben diversen Akten, Urkunden, Chroniken, Einwohnermeldebüchern, Grafiken und zeitgeschichtlichen Dokumentationen beherbergt das Stadtarchiv auch die Nachlässe von Otto Merkt und Alfred Weitnauer. Leiter des Stadtarchivs ist der Historiker Franz-Rasso Böck.[102] Viele historische Bestände befinden sich in anderen bayerischen Städten wie Augsburg oder München.

Feuerwehr[Bearbeiten]

Seit 1855 gibt es die Freiwillige Feuerwehr Kempten. Heute werden die aus überwiegend freiwilligen und ehrenamtlichen Einsatzkräften bestehenden Löschzüge und Löschgruppen unter dem Stadtfeuerwehrverband Kempten organisiert. Zwei Löschzüge sind in der Hauptwache an der Rottachstraße stationiert. Weitere Löschzüge befinden sich in Lenzfried und Sankt Mang. Löschgruppen sind in Leubas, Hohenrad, St. Lorenz und am Stadtweiher positioniert. 2011 wurde durch den Stadtrat eine hauptamtliche Feuerwehr beschlossen.[103]

Gesundheits- und Betreuungseinrichtungen[Bearbeiten]

Kempten besitzt das Klinikum Kempten. Die Klinik der Versorgungsstufe II gehört dem Klinikenverbund Kempten-Oberallgäu an und hat 490 Betten. 2012 wurde der letzte Ausbau abgeschlossen, das alte Kreiskrankenhaus Kempten wurde daraufhin geschlossen.

Die ärztliche Versorgung in Kempten im Jahr 2011 bestand aus 59 Allgemeinmedizinern bzw. Hausärzten, 118 Fachärzten und 55 Zahnärzten. Im gleichen Jahr gab es 747 Plätze in sieben Alten- und Pflegeeinrichtungen.

In 31 Kindergärten wurden im Jahr 2011 insgesamt 2069 Kinder betreut, die Anzahl beim Erziehungspersonal lag hier bei 301 Betreuern.[104]

Bildung[Bearbeiten]

Anzahl der Schulen in Kempten[105]
Schulart Anzahl
Volks- bzw. Grundschulen 9
Mittelschulen 4
Förderschulen 5
Real- und Wirtschaftsschulen 4
Gymnasium 3
Private Ersatzschulen 2
Fach- und Berufsoberschulen 1
Berufs- und Berufsfachschulen 13
Fachschulen 4
Fachakademien 3
Gesamt 48
Neuester Ausbau der Hochschule Kempten aus dem Jahr 2011
Luftaufnahme des Allgäu-Gymnasiums

Die Schulstadt Kempten verfügt über eine breite Schullandschaft die sich aus 48 unterschiedlichen Bildungseinrichtungen zusammensetzt. Es finden sich damit alle Schulformen in Kempten vor.

Allgemeinbildende Schulen[Bearbeiten]

Kempten verfügt über neun Volksschulen (Volksschule am Haubenschloß, Fürstenschule, Volksschule an der Sutt, Volksschule auf dem Lindenberg, Nordschule, Volksschule Kottern-Eich, Volksschule Heiligkreuz, Konrad-Adenauer-Volksschule, Gustav-Stresemann-Volksschule) und vier Mittelschulen (Wittelsbacherschule, Mittelschule auf dem Lindenberg, Mittelschule bei der Hofmühle, Robert-Schuman-Mittelschule).

Daneben gibt es in Kempten drei Realschulen (Maria-Ward-Realschule, Realschule an der Salzstraße, Städtische Realschule). Den Abschluss der Mittelstufe bildet die Staatliche Wirtschaftsschule. Ergänzt wird das allgemeinbildende Schulprogramm durch drei Gymnasien (Allgäu-Gymnasium, Hildegardis-Gymnasium, Carl-von-Linde-Gymnasium) mit naturwissenschaftlich-technologischen, sprachlichen und humanistischen Zweigen; hierbei knüpft an die Oberstufe eine Fach- und Berufsoberschule an.

Private Ersatzschulen sind die Montessori-Volksschule und die Freie Schule Albris.

Berufsbildende Schulen[Bearbeiten]

Die Berufsschulen I bis III (gewerblich-technische, kaufmännische, agrarwirtschaftliche, hauswirtschaftliche und gewerbliche) Berufe teilen sich das Gelände des Beruflichen Schulzentrums mit der Fach-, Berufsober- und Wirtschaftsschule.

An der Mozartstraße gibt es die private Berufsschule zur individuellen Lernförderung.

Zu nennen sind auch vier Fachschulen (Landwirtschaftsschule Kempten, Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Molkereiwirtschaft, Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Milchviehhaltung und Grünland, Technikerschule Allgäu), die beispielsweise den Erwerb des Molkereimeisters oder geprüften Technikers für Milchwirtschaft und Molkereiwesen anbieten.

Dem Klinikum Kempten-Oberallgäu ist eine Berufsfachschule für Technische Assistenten in der Medizin angegliedert. Hier können die Berufe medizinisch-technischer Laboratoriumsassistent und medizinisch-technischer Radiologieassistent erlernt werden. Weitere Berufsfachschulen ermöglichen das Erlernen der Kranken- und Altenpflege.

Es gibt drei Fachakademien, unter anderem für Fremdsprachenberufe.

Hochschulen[Bearbeiten]

Die Hochschule Kempten entstand in den 1970er Jahren und wurde in den letzten Jahren stetig erweitert. Im Wintersemester 2011/12 studierten an der Hochschule insgesamt 4576 Studenten, hierbei stammen 2668 aus dem Allgäu. Ein umfangreiches Bildungsangebot mit rund 1000 Veranstaltungen je Semester bietet die Volkshochschule Kempten.

Weitere Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Für körperlich, geistlich oder sozial benachteiligte Kinder gibt es fünf Förderschulen. Oberhalb Kemptens befindet sich auf einer Anhöhe die Volkssternwarte Kempten.

Militär und Garnison[Bearbeiten]

Das 1930 eingeweihte Jägerdenkmal am Volkstrauertag, 2011

Kempten gehört zu den ältesten Garnisonsstädten in Bayern und entwickelte sich seit 1802/07 zu einem regional bedeutendem Militärstandort. Zu den in Kempten stationierten Einheiten gehörte von 1866 bis 1897 auch der Königlich Bayerische 1. Jägerbataillon „König“, an den die Jägerstraße und das Jägerdenkmal am Haubenschloß erinnert. 1897 wurde die Einheit aus Kempten abgezogen und durch das Königlich Bayerische 20. Infanterie-Regiment „Prinz Franz“ ersetzt. Nach diesem ist die Zwanzigerstraße benannt.[106]

Am 26. Oktober 2011 wurde bekannt gegeben, die Artillerie-Kaserne und damit auch den Bundeswehrstandort zu schließen. Von den über 800 Planstellen sollen lediglich sechs verbleiben. Bereits 1980 war das von 1938 bis 1942 errichtete Militärkrankenhaus, 1992 die Prinz-Franz-Kaserne geschlossen worden.

Eines der ersten Denkmäler für die im Krieg ums Leben gekommenen Soldaten war das Kriegerdenkmal am Lyzeum, es folgten weitere wie das Kriegerdenkmal in Lenzfried oder das Denkmal in Heiligkreuz. Auf dem katholischen und evangelischen Friedhof erinnern ebenfalls Denkmäler an nicht zurückgekehrte Soldaten und Kriegsopfer. Die Mulzer-Föhre ist nach einem Jagdflieger benannt, das Denkmal des Iller-Unglücks erinnert an einen Vorfall bei dem mehrere Wehrpflichtige ums Leben kamen.

Der Haubenschloss bzw- Hoefelmayrpark entwickelte sich ab den 1930er Jahren zu einer Grünfläche mit verschiedenen Kriegsdenkmälern. Seit 1930 erinnert das Jägerdenkmal an das 1. Jägerbataillon, es dient gleichzeitig als Mahnmal an die beiden Weltkriege. Wenige Meter davon entfernt entstanden innerhalb der nächsten Jahrzehnte weitere Mahnmale und Denkmäler.[106]

Sendeanlage[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sender Kempten

Von 1951 bis 1966 betrieb der Bayerische Rundfunk in Kempten eine Mittelwellensendeanlage für das untere Mittelwellenband auf 520 kHz mit einer Leistung von 200 Watt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Kempten (Allgäu)

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Der bekannteste Ehrenbürger Kemptens ist der Reichskanzler Otto von Bismarck, dem zu seinem 80. Geburtstag am 4. März 1895 mehrere deutsche Städte diesen Titel verliehen. Als letzter wurde der langjährige Oberbürgermeister Josef Höß 2011 mit dieser Ehrung ausgezeichnet.

Keine Ehrenbürgerschaft, aber eine besondere Verehrung wurde König Ludwig II. von Bayern mit dem Bau des König-Ludwig-Denkmals zugeschrieben.

Kempton Park[Bearbeiten]

Der Kempter Kaufmann Karl Friedrich Wolff gründete 1903 im Zuge des Goldrausches in Südafrika eine Stadt östlich von Johannesburg und benannte sie in Anlehnung an seine Geburtsstadt Kempton Park.[107]

Publikationen[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Gesamtdarstellungen[Bearbeiten]

  • Volker Dotterweich u. a. (Hrsg.): Geschichte der Stadt Kempten. Im Auftrag der Stadt Kempten (Allgäu). Verlag Tobias Dannheimer, Kempten 1989, ISBN 3-88881-011-6.
  • Birgit Kata, Volker Laube, Markus Naumann, Wolfgang Petz (Hrsg.): „Mehr als 1000 Jahre …“ – Das Stift Kempten zwischen Gründung und Auflassung 752–1802. (Allgäuer Forschungen zur Archäologie und Geschichte; 1) Verlag Likias, Friedberg 2006, ISBN 3-9807628-6-6.

Mittelalterliche und neuzeitliche Geschichte[Bearbeiten]

  • Wolfgang Petz: Zweimal Kempten. Geschichte einer Doppelstadt. Vögel, München 1998, ISBN 3-89650-027-9.
  • Wolfgang Petz, Josef Kirmeier, Wolfgang Jahn und Evamaria Brockhoff (Hrsg.): „Bürgerfleiß und Fürstenglanz.“ Reichsstadt und Fürstabtei Kempten. Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg 1998, ISBN 3-927233-60-9.
  • Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, ISBN 3-88881-035-3.
  • Richard Dertsch: Stadt- und Landkreis Kempten. (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Teil Schwaben. Bd. 4 und 5), München 1966.

Antike Geschichte[Bearbeiten]

  • Gerhard Weber (Hrsg.): Cambodunum – Kempten. Erste Hauptstadt der Provinz Raetien? (Antike Welt, Sonderband) (Zaberns Bildbände zur Archäologie). Zabern, Mainz am Rhein 2000, ISBN 3-8053-2691-2.
  • Wolfgang Czysz u. a.: Die Römer in Bayern. Theiss, Stuttgart 1995, ISBN 3-8062-1600-2.
  • Wolfgang Czysz, Hanns Dietrich und Gerhard Weber (Bearb.): Kempten und das Allgäu. (Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland, Bd. 30). Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-8062-1150-7.

Inhaltlich veraltet[Bearbeiten]

  • Josef Rottenkolber: Aus Kemptens vergangenen Tagen. Kösel-Verlag, Kempten 1954, DNB 454212291.
  • Johann Bapt. Haggenmüller: Geschichte der Stadt und der gefürsteten Grafschaft Kempten. Kempten, Band 1: 1840. Band 2: 1847. (Nachdruck: in einem Band, Verlag Tobias Dannheimer, Kempten 1988, ISBN 3-88881-009-4)

Numismatik[Bearbeiten]

  • Harald Derschka: Fundmünzen aus Kempten. Katalog und Auswertung der in Kempten (Allgäu) gefundenen Münzen und münzähnlichen Objekte aus dem Mittelalter und der Neuzeit. (Allgäuer Forschungen zur Archäologie und Geschichte; 2) Verlag Likias, Friedberg 2007, ISBN 978-3-9807628-7-8.
  • Clemens Maria Haertle: Die Münzen und Medaillen des Stiftes und der Stadt Kempten. Bd. 2, Dannheimer, Kempten 1993, ISBN 3-88881-014-0.

Kunst- und Baudenkmäler[Bearbeiten]

  •  Alexander Herzog von Württemberg: Stadt Kempten. In: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Denkmäler in Bayern. Kreisfreie Städte und Landkreise. Bd. VII.85, Verlag Schnell & Steiner, München/Zürich 1990, ISBN 3-7954-1003-7.
  •  Michael Petzet: Stadt und Landkreis Kempten. Deutscher Kunstverlag, München 1959, DNB 453751636.

Literarische Bearbeitung[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kempten (Allgäu) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Kempten – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: Kempten (Allgäu) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Detlef Schmiechen-Ackermann (Hrsg.): Stadtgeschichte in der NS-Zeit. Fallstudien aus Sachsen-Anhalt und vergleichende Perspektiven. LIT Verlag, Münster 2005, S. 92.
  3. luftlinie.org: Entfernung Kempten-Augsburg (abgerufen am 18. Mai 2013).
  4. Bayer. Staatsministerium des Innern - Oberste Baubehörde (Hrsg.): Planung Kempten/Allgäu. Stadtbild und Stadtlandschaft. S. 22.
  5. Bayer. Staatsministerium des Innern - Oberste Baubehörde (Hrsg.): Planung Kempten/Allgäu. Stadtbild und Stadtlandschaft. S. 28.
  6. Ssymank und Meynen & Schmidthüsen et al.: Naturräumliche Gliederung Bayerns. In: lfu-bayern.de (abgerufen am 27. Mai 2013)
  7. Bayerisches Geologisches Landesamt: Geologische Karte von Bayern 1:500.000. Beilage 8: Tektonische Karte von Bayern 1:1.000.000. München 1996.
  8. Bayrisches Landesamt für Umwelt: Hundert Meisterwerke – Die schönsten Geotope Bayerns. München 2012, ISBN 978-3-936385-89-2, S. 172–173.
  9. Findling Dengelstein. In: lfu.bayern.de (abgerufen am 18. Oktober 2012)
  10. Leyendecker, Günther: Erdbebenkatalog für Deutschland mit Randgebieten für die Jahre 800 bis 2008. In: Geologisches Jahrbuch. E 59; Hannover, S. 1–198.
  11. Kempten.de: Naturschutz in Kempten, abgerufen am 13. März 2014
  12. Illerdurchbruch bei Oberkottern. In: In: lfu.bayern.de (abgerufen am 16. März 2014)
  13. Drumlinfeld E von Kempten. In: lfu.bayern.de (abgerufen am 16. März 2014)
  14. Ehemaliger Steinbruch von Tannen. In: lfu.bayern.de (abgerufen am 16. März 2014)
  15. Prallhänge der Iller nördlich Kempten. In: lfu.bayern.de (abgerufen am 16. März 2014)
  16. Geoklima 2.1
  17. Claudia Benz: Holländer treiben Übernachtungszahlen in Kempten in die Höhe. In: allin.de, 14. März 2014 (abgerufen am 16. März 2014)
  18. Mosaikbecken, Fontänen, Wasserspiele. In: allin.de, 24. Mai 2005 (abgerufen am 16. März 2014)
  19. Richard Dertsch: Stadt- und Landkreis Kempten. (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Teil Schwaben. Bd. 5), München 1966, ISBN 3 7696 9869 X, S. 101 ff.
  20. Richard Dertsch: Stadt- und Landkreis Kempten. (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Teil Schwaben. Bd. 5), München 1966, ISBN 3 7696 9869 X, S. 104.
  21. Gerhard Weber (Hrsg.): Cambodunum-Kempten. Mainz 2000, S. 43 f.; Wolfgang Czysz in: Die Römer in Bayern. 1995, S. 200; Tilmann Bechert u. a. (Hrsg.): Orbis Provinciarum. Die Provinzen des römischen Reiches. Einführung und Überblick. Mainz 1999, S. 152.
  22. Gerhard Weber: Die Römerstadt Cambodunum. In:  Alexander Herzog von Württemberg: Stadt Kempten. In: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Denkmäler in Bayern. Kreisfreie Städte und Landkreise. Bd. VII.85, Verlag Schnell & Steiner, München/Zürich 1990, ISBN 3-7954-1003-7, S. XXXII f..
  23. Birgit Kata, Gerhard Weber: Die archäologischen Befunde im Bereich der Kemptener Residenz und ihrer Umgebung. In: Birgit Kata u. a. (Hrsg.): „Mehr als 1000 Jahre …“ – Das Stift Kempten zwischen Gründung und Auflassung 752–1802. (Archäologische Forschungen zur Allgäuer Geschichte; 1) Likias Verlag, Friedberg 2006, S. 41–75.
  24. Birgit Kata: Die Jubelfeiern zur Geschichte des Fürststiftes Kempten zwischen 1777 und 2002 in ihren historischen Kontexten. In: Birgit Kata u. a. (Hrsg.): „Mehr als 1000 Jahre“ … – Das Stift Kempten zwischen Gründung und Auflassung 752–1802. (Archäologische Forschungen zur Allgäuer Geschichte; 1) Likias Verlag: Friedberg 2006, S. 77–149, hier insb. 84–94.
  25.  Birgit Kata: Vorhang auf!. 400 Jahre Theater in Kempten. LIKIAS, Kempten/Friedberg 2007, ISBN 3-9807628-8-2, S. 137.
  26. a b Gudrun Litz: Die reformatorische Bilderfrage in den schwäbischen Reichsstädten. Mohr Siebeck, 2007, ISBN 3161491246, S. 213 f.
  27. Gudrun Litz: Die reformatorische Bilderfrage in den schwäbischen Reichsstädten. Mohr Siebeck, 2007, ISBN 3161491246, S. 218.
  28. Gudrun Litz: Die reformatorische Bilderfrage in den schwäbischen Reichsstädten. Mohr Siebeck, 2007, ISBN 3161491246, S. 221.
  29. Vgl. BSLK, S. 766; vgl. S. 17.
  30.  Josef Höß (Hrsg.): Das Rathaus zu Kempten im Wandel der Geschichte. Eine Dokumentation. Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1987, ISBN 3-88006-128-9.
  31. Wolfgang Petz: Die „letzte Hexe“ - der Fall der Maria Anna Schwegelin. In: Wolfgang Petz: Zweimal Kempten. Geschichte einer Doppelstadt (1694–1836). Ernst Vögel Verlag, München 1998, ISBN 3-89650-027-9, S. 425 ff.
  32. Winfried Nerdinger (Hrsg.): Zwischen Glaspalast und Maximilianeum. Architektur in Bayern zur Zeit Maximilians II. 1848–1864. Minderva, Eurasburg 1997, S. 126–127.
  33. Karl Filser: Industrialisierung und Urbanisierung Kempten 1850 bis 1918. In: Volker Dotterweich, Karl Filser u. a. (Hrsg.): Geschichte der Stadt Kempten. Dannheimer, Kempten 1989, ISBN 3-88881-011-6.
  34.  Alfred Weitnauer: Kempten: Sehenswertes und Wissenswertes aus Geschichte, Kunst und Wirtschaft der Allgäuer Hauptstadt. Volkswirtschaftlicher Verlag, Kempten 1949, S. 69.
  35.  Johannes Bähr, Ralf Banken, Thomas Flemming: Die MAN: Eine deutsche Industriegeschichte. C. H. Beck, München 2008, S. 167.
  36. Alfred Weitnauer: Allgäuer Chronik - Bilder und Dokumente. Verlag für Heimatpflege, Kempten 1962, S. 463.
  37. Herbert Müller: Kempten während der Weimarer Republik. In: Volker Dotterweich, Karl Filser u. a. (Hrsg.): Geschichte der Stadt Kempten. Dannheimer, Kempten 1989, ISBN 3-88881-011-6, S. 428 ff.
  38. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 154.
  39.  Franz Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel: JahrhundertBlicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer – Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten (Allgäu) 1999, ISBN 3-88881-035-3, S. 252.
  40. Herbert Müller: Kempten im Dritten Reich. In: Volker Dotterweich, Karl Filser u. a. (Hrsg.): Geschichte der Stadt Kempten. Dannheimer, Kempten 1989, ISBN 3-88881-011-6, S. 447.
  41. Matthias Matz: Sechs Jahre Höhen und Tiefen. In: Kreisbote. 5. März 2014, S. 4.
  42. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 20 ff.
  43.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7.
  44. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 34 ff., 37.
  45. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 29 ff.
  46. Wolfgang Haberl: Allgäuer, Außerfern, Kleinwalsertal, Bregenzerwald. Lexikon der Euregio via salina. Verlag Tobias Dannheimer, Kempten, 2002, ISBN 3-88881-038-8, S. 180.
  47. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 22 f.
  48. Fortschreibungszahlen zum Bevölkerungsstand 31.12.2011 In: statistik.bayern.de (abgerufen am 4. Juni 2013)
  49. Zensus 2011. Stadt Kempten hat deutschlandweit den größten Zuwachs. In: allin.de, 4. Juni 2013 (abgerufen am 4. Juni 2013)
  50. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 278.
  51. Anton Götz: Die Metzgen und der Schlachthof in Kempten im Allgäu. Schlachthof, Kempten 1958, S. 99.
  52. Martin Kellenberger: Stadt Kempten. Buch der Erinnerung. Kempten 1937, S. 45 ff.
  53. Alfred Weitnauer: Kempten. Reizvolle Stadt im Herzen des Allgäus. Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1973, ISBN 3-88006-005-3, S. 16.
  54. a b Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 222.
  55. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 223 f.
  56. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 247 ff.
  57. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 250.
  58. CSU und FW schicken Thomas Kiechle ins Rennen. In: br.de, 2. Juli 2013 (abgerufen am 16. März 2014)
  59. Stephanie Heyl: Wappen – Stadt Kempten (Allgäu) In: www.datenmatrix.de (abgerufen am 24. Dezember 2012)
  60. Partnerstädte In: kempten.de (abgerufen am 21. Januar 2012)
  61. a b c d CSU (Hrsg.): Stadtplan Kempten (Allgäu), 2008.
  62. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: 19 Kommunen gewinnen BMU-Förderpreis „Masterplan 100 % Klimaschutz“. In: bmu.de, 7. Mai 2012 (abgerufen am 18. Januar 2013)
  63. Häufig gestellte Fragen zur Zweitwohnungssteuer (FAQ). In: kempten.de (abgerufen am 17. Juli 2009)
  64. Virtueller Spaziergang In: kempten.de (abgerufen am 15. März 2014)
  65. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 62.
  66.  Alexander Herzog von Württemberg: Stadt Kempten. In: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Denkmäler in Bayern. Kreisfreie Städte und Landkreise. Bd. VII.85, Verlag Schnell & Steiner, München/Zürich 1990, ISBN 3-7954-1003-7, S. XXXIV-XXXVII.
  67. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 224–227.
  68. a b Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 229.
  69. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 231f.
  70. a b c Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 228 f.
  71. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 237 f.
  72. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 234.
  73. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 235.
  74. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 241f.
  75. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 243.
  76. a b Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 244 ff.
  77. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 215f.
  78. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 217.
  79. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 219.
  80. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 58.
  81.  Alfred Weitnauer: Kempten Sehenswertes und Wissenswertes aus Geschichte, Kunst und Wirtschaft der Allgäuer Hauptstadt.. Volkswirtschaftlicher Verlag, Kempten 1949, S. 70.
  82. Homepage des Colosseum Center Kempten (abgerufen am 19. Januar 2013)
  83. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 176.
  84. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 179.
  85. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 180.
  86. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 182.
  87. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 254–257.
  88. Stadt Kempten (Hrsg.): Kempten im Allgäu. (3. Dokumentation), Kösel, Kempten 1972, S. 88.
  89. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 117.
  90. a b Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 86 f.
  91. Augsburger Allgemeine, 2. Februar 2011.
  92. Statistik der Agentur für Arbeit, abgerufen am 6. Juni 2012.
  93. Wirtschaftsstandort Kempten im Vergleich - Rankingergebnisse In: kempten.de (abgerufen am 13. Februar 2013)
  94. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 83.
  95. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 96.
  96. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 86.
  97. Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer, Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1999, S. 92.
  98. Reinhold Breubeck: „Eisenbahnknoten Kempten (Allgäu)“, S. 8 ff., Eisenbahnfachbuch Verlag, 2005
  99.  Franz-Rasso Böck, Ralf Lienert, Joachim Weigel (Hrsg.): Jahrhundertblicke auf Kempten 1900–2000. Verlag Tobias Dannheimer – Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten (Allgäu) 1999, S. 71 f.
  100. Reinhold Breubeck: „Eisenbahnknoten Kempten (Allgäu)“, S. 10, Eisenbahnfachbuch Verlag, 2005
  101. ADFC-Fahrradklima-Test 2012. In: adfc.de (abgerufen am 17. Februar 2013)
  102. Stadtarchiv In: kempten.de (abgerufen am 19. Januar 2013)
  103. Über die Hauptwache. In: ff-kempten.de (abgerufen am 19. Januar 2013)
  104. Statistik Sozial- und Gesundheitswesen in kempten.de (abgerufen am 19. Januar 2013)
  105. Allgemeinbildende Schulen in Kempten (Allgäu). In: kempten.de (abgerufen am 20. Januar 2012)
  106. a b Franz-Rasso Böck, Stadtarchiv Kempten (Hrsg.): Informationen zum Jägerdenkmal [zum Volkstrauertag 2007]. 12. November 2007.
  107. Ralf Lienert: Aus dem Goldrausch entstand zweites Kempten. In: Allgäuer Zeitung. 20. April 2004.
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Dieser Artikel wurde am 19. März 2014 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.