Kennekuk

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Kennekuk

Kennekuk, bekannt als „Der Kickapoo-Prophet“ (* um 1790; † 1852 in Kansas), war ein spiritueller Häuptling der Kickapoo.

Legende[Bearbeiten]

Kennekuk war der Häuptling einer Siedlung am Osage-River im heutigen US-Staat Illinois. Er regte seinen Stamm an, die landwirtschaftliche Bearbeitung des Ackerlandes der Euro-Amerikaner anzunehmen. 1816 wies er die Gefolgsleute seines Stammes in eine Art neue Religion ein, die eine Vermischung aus den alten Kickapooritualen und den römisch-katholischen Zeremonien der europäischen Siedler bedeutete. Die neue Glaubenslehre wich radikal von den alten traditionellen Kickapoo-Ritualen ab hin zu den annähernd ähnlichen Predigten des Alten Testaments.

Etwa 400 Kickapoos sowie 100 Angehörige des benachbarten Potawatomi-Stammes konvertierten zu diesem „neuem“ Glauben, zwar immer noch den „Kickapoo-Prophet“ verehrend, wurde jedoch im gleichen Moment Jesus Christus und die Jungfrau Maria angepriesen. Der damit einhergehende Glaube an Himmel, Hölle und das Fegefeuer zeugte von der inneren Zerrissenheit der Stammesgläubigen.

Die Indianer, die durch Rückschläge wie z.B. Landverlust seelisch und moralisch gekennzeichnet waren, nahmen ebenfalls an Sonn- und Feiertagen an kirchlichen Gedenkfeiern teil. Sündige Indianer, die ihre Übeltaten öffentlich preisgaben, stimmten der Strafe durch Auspeitschen bereitwillig zu. Etliche weiße Zuschauer dieser öffentlichen Strafen berichteten später, dass Kennekuk sichtbare Narben solcher Züchtigungen trug.

Der Kickapooanführer beauftragte seine Anhänger die „törichten und boshaften“ Mucken der „Prärie-Bande“, er meinte damit das kriegerische Gegeneinander indianischer Stämme, zurückzulassen, und auf ewig Frieden zu schließen mit den verfeindeten Stämmen. Ebenfalls beschwor er sein Volk, sich der Kleiderkultur sowie anderen äußeren Zeichen der weißen Siedler anzunehmen. Er predigte ihnen nüchtern zu bleiben, nicht dem Alkohol zu frönen sondern sich auf harte körperliche Arbeit zu konzentrieren.

Im Juli 1819 unterzeichneten die Kickapoo zwei Verträge mit dem Bureau of Indian Affairs der sie zwang, sich westlich des Mississippi anzusiedeln. Diese wurden ausgehandelt, nachdem landhungrige Bewohner Illinois’ mit zähen Interessengruppen sich erfolgreich durchsetzten, alle Indianer des Staates zu verweisen. Die staatlichen Bevollmächtigten überredeten die Prärie-Kickapoos mit der Vereinbarung, dass sie für die Abtretung von 56656 km² Land, im Gegenzug jährliche Geldprämien, sofortige Barzahlungen sowie neues Wohnland in Missouri erhalten würden. Innerhalb nur weniger Jahre waren die meisten Kickapoo-Indianer aus Illinois verschwunden.

Im August 1819 unterschrieben restliche Kickapoos, die behaupteten Vermillion Kickapoo-Stammeshäuptlinge zu sein, einen ähnlichen Vertrag.

In einer augenscheinlich frappierenden Entfernung von den langgehegten Traditionen jedoch, begannen die Kickapoomänner zusammen mit den Frauen die Felder zu besäen und zu ernten. Der ihnen damit zugesicherte Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Man produzierte auf diese Weise einen gewissen Überschuss an Mais und anderer Feldfrüchte, die für gutes Geld an lokale Händler verkauft wurde. Die Vermillion Kickapoos waren so erfolgreich, dass William Clark, damals regionaler Leiter der Indian Affairs, die Kickapoos nicht bedrängelte die Frist der ausgehandelten Verträge einzuhalten. In anderen Worten wollte man sie länger dortbehalten wegen der gewinnbringenden Anbauerfolgen der Indianer.

Viele Indianer wollten ihr Siedlungsgebiet dennoch nicht verlassen und so wurde Kennekuk ein Lehrmeister der Verzögerungstaktik. Während fast zwei Jahrzehnten gelang es ihm, die Staatsbeamten hinzuhalten. 1833 war jedoch Schluss mit der Hinhaltetaktik. Zwischen 300 und 400 Angehörige des Kickapoo-Stammes mussten Illinois Richtung Kansas verlassen.

Kennekuk starb 1852 an den Pocken.

Literatur[Bearbeiten]

  • George A. Schultz: Kennekuk, The Kickapoo Prophet. 1980
  • Joseph B. Herring: The Prophet Kennekuk and the Vermillion Kickapoos:Acculturation Without Assimilation. 1985
  • Joseph B. Herring: Kennekuk: The Kickapoo Prophet. University Press of Kansas, Lawrence 1988, ISBN 978-0-7006-0357-2

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]