Kenneth Spencer

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Kenneth Spencer um 1960

Kenneth Lee Spencer (* 25. April 1913 in Los Angeles, Kalifornien; † 26. Februar 1964 in New Orleans, Louisiana) war ein US-amerikanischer und später deutscher Sänger (Bass).

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung und Anfänge[Bearbeiten]

Kenneth Spencer wurde als Sohn eines Stahlarbeiters geboren und machte zunächst eine Lehre als Gärtner. Gegen den Willen seines Vaters studierte er dank eines Stipendiums Musik. Nach Abschluss seines Gesangsstudiums an der Hochschule für Musik in Rochester debütierte er 1931; sein Repertoire reichte vom Spiritual über Opern- und Konzertarien bis zum Kunst- und Volkslied.

Bis 1946 trat Kenneth Spencer als Sänger bei Liederabenden, in kleinen Filmrollen und in Musicals auf. Ab 1946 spielte er mit großem Erfolg die Hauptrolle in der Neuinszenierung des Musicals Show Boat von Jerome Kern am Broadway in New York und sang das Lied Ol’ Man River. Doch trotz seiner Popularität wurde er immer wieder als Schwarzer diskriminiert und durfte zum Beispiel Hotels nur durch den Hintereingang betreten.

Spencer in Europa[Bearbeiten]

Nach einem Auftritt beim Internationalen Musikfestspiel in Nizza im Jahr 1949 wurde Kenneth Spencer auch in Europa einem breiten Publikum bekannt. Er sang mehrere Jahre beim französischen Rundfunk. Spencer genoss den Aufenthalt in Europa, denn dort erlebte er die Anerkennung als gleichberechtigter Mensch. In Paris lernte er die weiße amerikanische Journalistin Josephine Clarke kennen. Die beiden heirateten jedoch erst, als sie in Europa lebten, da in mehr als der Hälfte der US-Bundesstaaten eine Heirat zwischen einer weißen Frau und einem farbigen Mann damals strafbar war. 1953 wurde Spencer Vater eines Sohnes.

1954 zog die Familie nach Wuppertal, weil die Spencers dort Freunde hatten. In seiner neuen Heimat erreichte Kenneth Spencer besondere Popularität, da er zahlreiche Auftritte mit bergischen Chören absolvierte; 1956 erlangte er die deutsche Staatsbürgerschaft. Er gab Konzerte in Deutschland, hatte Engagements als Opernsänger (z. B. in Nürnberg als Sarastro in Mozarts Zauberflöte) und darüber hinaus beim Film (z. B. als Bismarck in Unser Haus in Kamerun, als US-Soldat Josua in Mein Bruder Josua).

Flugzeugabsturz[Bearbeiten]

1964 reiste Kenneth Spencer ohne seine Familie in die Vereinigten Staaten, um mit einer Konzertreise die Gesellschaft zur Förderung der Farbigen zu unterstützen. Auf einem Flug nach New Orleans stürzte das Flugzeug über dem Lake Pontchartrain im Mündungsgebiet des Mississippi ab, des Flusses, den er so oft als Ol’ Man River besungen hatte. Erst nach Wochen konnten die toten Passagiere, darunter auch Spencer, aus dem Wasser geborgen werden.

Filmografie[Bearbeiten]

  • Dominikus Propst/Enno Hungerland: Ol' Man River – Kenneth Spencer. Dokumentarfilm über Kenneth Spencer

Weblinks[Bearbeiten]