Kenzingen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Emmendingen | |
| Höhe: | 177 m ü. NN | |
| Fläche: | 36,93 km² | |
| Einwohner: |
9247 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 250 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 79341 | |
| Vorwahl: | 07644 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EM | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 16 020 | |
| Stadtgliederung: | 4 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Hauptstraße 15 79341 Kenzingen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Matthias Guderjan | |
| Lage der Stadt Kenzingen im Landkreis Emmendingen | ||
Kenzingen ist eine Kleinstadt im nördlichen Breisgau. Sie gehört zum Landkreis Emmendingen im deutschen Bundesland Baden-Württemberg.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Die Stadt Kenzingen liegt in der Oberrheinebene am Rand des Schwarzwalds an der Alten Elz, etwa 25 km nördlich von Freiburg im Breisgau.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Die Stadt Kenzingen besteht aus den Stadtteilen Bombach, Hecklingen, Kenzingen und Nordweil. Die räumlichen Grenzen der Stadtteile sind identisch mit denen der früher selbstständigen Gemeinden gleichen Namens. Die Stadtteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung und mit Ausnahme des Stadtteils Kenzingen sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet. In den Ortschaften sind örtliche Verwaltungsstellen mit der Bezeichnung „Ortschaftsverwaltung“ eingerichtet.[2]
Zum Stadtteil Kenzingen gehören die Stadt Kenzingen, der Weiler Wonnental, die Höfe Auhof, Hof Mundinger und Kirnhalder(Maier)hof und die Wohnplätze Im Kaisergrün, Kirnhalden, Forsthaus Muckental, Hammerschmiede Muckental und Hof Hepp Muckental. Zu den drei anderen Stadtteilen gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Im Stadtteil Kenzingen liegen die abgegangenen Ortschaften Langenbogen und Altenkenzingen und im Stadtteil Nordweil liegen die abgegangenen Ortschaften Bramenweiler, Hochstetten (?) und Furnik.[3]
Geschichte [Bearbeiten]
Geschichte der Stadtteile [Bearbeiten]
Kenzingen [Bearbeiten]
Kenzingen wird erstmals 772 im Lorscher Codex Urkunde 2652 erwähnt. Das Kloster Lorsch hatte in dieser Zeit umfangreichen Besitz im nördlichen Breisgau.
Die Könige Karl der Dicke und Otto der Große schenken im 10. Jahrhundert Besitzungen in Kenzingen an das Kloster Andlau sowie das schweizerische Kloster Einsiedeln.
Spätestens um 1200 gerät der Ort unter die Herrschaft der Herren von Üsenberg, 1249 verleiht Rudolf II. von Üsenberg Kenzingen die Stadtrechte. Nach dem Aussterben der Kenzinger Linie der Üsenberger werden die Markgrafen von Hachberg 1354 neue Ortsherren. Nachdem über Markgraf Heinrich IV. die Reichsacht verhängt wurde, fällt Kenzingen 1359 an Österreich und gehört dort zum Landesteil Vorderösterreich. Kurzfristig ist die Stadt von 1415 bis 1427 Freie Reichsstadt, fällt dann aber in Habsburgischen Besitz zurück. Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses fällt Kenzingen 1806 an das Großherzogtum Baden.
siehe auch Burg Kenzingen
Bombach [Bearbeiten]
Die erste urkundliche Erwähnung Bombachs erfolgte im Jahr 1144. Das Dorf gehörte damals zum Kloster St. Trudbert im Münstertal. Im 13. Jahrhundert fiel der Ort an die Herren auf der Kirnburg. Später kam er an das Haus Habsburg und blieb bis 1805 habsburgisch. Am 1. Dezember 1971 wurde Bombach nach Kenzingen eingemeindet. Mit rund 650 Einwohnern ist Bombach der kleinste Ortsteil Kenzingens. Durch sein Weinfest am 1. Augustwochenende am Hummelberg, das seit 1978 veranstaltet wird, ist der Ort über die Region hinaus bekannt geworden.
Hecklingen [Bearbeiten]
Die erste urkundliche Erwähnung Hecklingens erfolgt im Jahr 1147, allerdings waren vermutlich bereits keltische Stämme hier sesshaft, da der Ort am Anfang der Freiburger Bucht an alten Handelswegen verkehrsgünstig lag. Nach der Römerzeit war Hecklingen im 6. Jahrhundert, wie der Name zeigt, der sich in dieser Zeit geprägt haben muss, eine alemannische Siedlung. Die oberhalb Hecklingens gelegene Burg Lichteneck stammt aus dem Mittelalter.
Die Zähringer waren im 12. Jahrhundert die Herren des Ortes und wurden von den Grafen von Freiburg sowie den Herren von Üsenberg gefolgt. Durch eine Heirat fiel der Ort in den Besitz der Herren von Tübingen. Im Jahr 1774 ließ sich Graf Henin im Ort nieder, von welchem auch das Schloss unterhalb der Burg errichtet wurde. Seit 1805 gehörte Hecklingen zum Großherzogtum Baden. Am 1. Januar 1974 wurde Hecklingen nach Kenzingen eingemeindet.
Nordweil [Bearbeiten]
Die erste urkundliche Nennung des Ortes Nordweil erfolgte im Jahr 1095. Der Ort gehörte zu dieser Zeit dem Kloster Alpirsbach und wurde vor Ort von den Herren von Üsenberg regiert. Nach der Auflösung des Klosters in der Reformation ging der Besitz an das Herzogtum Württemberg über, seit 1805 gehörte Nordweil zum Großherzogtum Baden. Am 1. Dezember 1971 wurde Nordweil nach Kenzingen eingemeindet.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | 1300 | 1615 | 1648 | 1721 | 1871 | 1900 | 1925 | 1950 | 1970 | 1990 | 2000 | 2006 | 2010 |
| Einwohner | 1000 | 2000 | 300 | 900 | 4105 | 4046 | 4477 | 5452 | 6821 | 7634 | 8884 | 9133 | 9232 |
Quelle für die Zahlen ab 1871: Statistik Kommunal – Kenzingen, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Zahlen davor: Schätzung
Politik [Bearbeiten]
Kenzingen ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbandes Kenzingen-Herbolzheim, dem neben den Städten Kenzingen und Herbolzheim auch die Gemeinden Rheinhausen und Weisweil angehören.
Gemeinderat [Bearbeiten]
Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung:
| CDU | 34,0 % | – 2,8 | 8 Sitze | ± 0 |
| FWG | 29,3 % | – 0,9 | 6 Sitze | ± 0 |
| ABL | 21,3 % | +3,1 | 5 Sitze | + 2 |
| SPD | 15,4 % | + 0,6 | 3 Sitze | ± 0 |
Bürgermeister [Bearbeiten]
- 1932–1945: Josef Kreth
- 1946–1950: Otto Fasoli
- 1950–1959: Camill Leberer
- 1959–1979: Walter Rieder
- 1979–1995: Claus Kopinski
- 1995–1998: Edeltraud Bart
- 1998–2000: Rolf Schmidt (1. BM-Stellvertreter)
- 2000–heute: Matthias Guderjan
Am 17. Februar 2008 wurde Matthias Guderjan mit über 90 % der abgegebenen Stimmen für eine zweite Amtszeit von acht Jahren wiedergewählt. Er war der einzige Bewerber, einen Herausforderer gab es nicht.
Wappen [Bearbeiten]
Die Blasonierung des Stadtwappens lautet: „In gespaltenem Schild unter blauem Schildhaupt worin ein silberner Flug, vorn in Rot ein silberner Balken, hinten in Silber zwei pfahlweis gestellte abgewendete blaue Fische.“
Die Stadtfarben sind rot-blau.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Am 8. Juli 2007 wurde in Kenzingen eine Partnerschaft zwischen der Stadt im Breisgau und der kroatischen Stadt Vinkovci besiegelt.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Kenzingen ist durch die Bundesstraße 3 (Buxtehude - Weil am Rhein), die mitten durch das Stadtgebiet führt, sowie durch die Bundesautobahn 5 mit den Anschlussstellen Riegel (59, südlich) und Herbolzheim (58, nördlich) an das überregionale Straßennetz angeschlossen.
Der Bahnhof Kenzingen liegt an der Rheintalbahn, Abschnitt Basel – Offenburg. Die nächsten ICE-Halte sind in Freiburg (südlich, 20 Minuten mit dem Regionalzug) und Offenburg (nördlich, 25 Minuten mit dem Regionalzug).
Gerichte [Bearbeiten]
Kenzingen verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Freiburg im Breisgau und zum OLG-Bezirk Karlsruhe gehört.
Bildung [Bearbeiten]
Kenzingen ist ein alter Schulstandort, bereits für das Jahr 1300 ist eine Volksschule nachgewiesen. Neben dem Gymnasium und Hauptschule mit Werkrealschule gibt es heute in Kenzingen auch drei Grundschulen (in Kenzingen, Hecklingen und Nordweil).
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
Oberrheinische Narrenschau in der alten Schulstraße 20.
Musik [Bearbeiten]
Stadtkapelle Kenzingen, ein Blasorchester mit Ursprung Mitte des 18. Jahrhunderts
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Ehrenbürger [Bearbeiten]
- Erhard Hensle, ehemaliger langjähriger Ortsvorsteher von Nordweil
- Rolf Schmidt, ehemaliger stellvertretender Bürgermeister
- Bernhard Bilharz, ehemaliger stellvertretender Bürgermeister
- Franz Sales Meyer (1849–1927), Aquarellmaler, Professor an der Karlsruher Kunstgewerbeschule
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- um 1700, Franz Ruedhart, Baumeister, schuf 1743 die Kirche St. Martin in Riegel am Kaiserstuhl
- 1821, 17. Juni, Gebhard Kromer, † 21. August 1849 in Freiburg im Breisgau, badischer Soldat und Revolutionär
- 1890, 13. Mai, Robert Scharbach, † 4. April 1966 in Freiburg im Breisgau, deutscher Holz- und Steinbildhauer
- 1891, 15. März, Heinrich Ochsner, † 15. September 1970 in Freiburg im Breisgau, deutscher Philosoph
- 1939, 12. September, Hubert Konrad Frank, deutscher Schriftsteller
- 1949, 1. Juli, Franz Fehrenbach, deutscher Industriemanager, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Robert Bosch GmbH
- 1956, 31. Juli, Harald Roser, Architekt und Hochschullehrer
- 1965, 11. Januar, Renatus Scheibe, deutscher Schauspieler und Autor/Komponist für Bühnen- und Theatermusik
- 1966, 4. Juni, Hans-Jörg „No Way“ Rey, Extreme-Mountainbiker
Weitere Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Jakob Otter, Theologe und Reformator, wirkte zwischen 1522 und 1524 in Kenzingen
- José Cabanis, französischer Schriftsteller, hatte von 1943 bis 1945 in der Kenzinger Munitionsfabrik Zwangsarbeit zu leisten
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Hauptsatzung der Stadt Kenzingen vom 14. Dezember 2006
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 239–242
Weblinks [Bearbeiten]
- Kenzingen und Hecklingen auf einer Architektur-Website
- Johanniterordenshaus Kenzingen in der Datenbank Klöster in Baden-Württemberg des Landesarchivs Baden-Württemberg
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