Kephalhämatom

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Schematische Darstellung verschiedener Schädel-Hämatome

Ein Kephalhämatom (von altgr. κεφαλή Kopf und αἷμα Blut) ist ein Bluterguss (Hämatom) unter der Knochenhaut eines Schädelknochens, meistens des Scheitelbeins beim Neugeborenen, das durch die Einwirkung von Scherkräften während der Geburt verursacht wird.

Mechanismus[Bearbeiten]

Durch die tangential einwirkenden Kräfte kommt es zur Zerreißung kleiner Gefäße in der Knochenhaut. Die dabei entstehende Blutung hebt die Knochenhaut vom Schädelknochen ab. Da diese an den Rändern angeheftet ist, imponiert das Hämatom als schlaffe, später prall elastische Schwellung, die durch die Schädelnähte begrenzt ist.

Im Unterschied dazu überschreitet die Geburtsgeschwulst diese meistens. Gelegentlich besteht eine kleine Fissur oder unvollständige Fraktur des Schädelknochens. Als Komplikationen können eine verstärkte Neugeborenengelbsucht oder eine Blutarmut auftreten. Die Resorption erfolgt im Laufe von einigen Wochen bis Monaten häufig in Form einer Verknöcherung vom Rand her, die in der Mitte eine weichere Vertiefung aufweist und mit einer Impressionsfraktur verwechselt werden kann.

Therapie[Bearbeiten]

Eine Therapie etwa durch Punktion ist nicht nur unnötig, da sich das Hämatom von alleine zurückbildet, sondern kann sogar zu vermehrten Komplikationen in Form von Infektion durch die Punktion oder Eisenmangel (da das Blut einfach in das Hämatom nachlaufen würde) führen.

Bei ausgeprägten Kephalhämatomen kann sich ein Neugeborenenikterus entwickeln. Deshalb sind in diesem Fall regelmäßige Bilirubinkontrollen und bei Hyperbilirubinämie gegebenenfalls eine Fototherapie indiziert.