Kernavė

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Blick auf Kernavė
Blick auf die Burghügel und das Tal der Neris

Kernavė (deutsch, 18. Jahrhundert: Kernau) ist die älteste bekannte Hauptstadt Litauens und liegt nordwestlich von Vilnius.

Im 13. Jahrhundert war Kernavė eine feudale Stadt mit fünf Wehrburgen. Heute sind von den vorgeschichtlichen Burgen nur noch Hügel übrig. Die so genannten Schüttberge wurden erstmals im Jahre 1279 in der Livländischen Chronik erwähnt. Der größte, der "Thron des Mindaugas", soll Sitz eines sagenumwobenen Königs Mindaugas gewesen sein. Auf dem "Opferberg" sollen in vorchristlicher Zeit Opferzeremonien abgehalten worden sein. Die Balten wurden erst im 13. Jahrhundert gewaltsam bekehrt. Auf den "Berg des Lizdeika" soll sich der letzte heidnische Oberpriester mit den "Heiligen Jungfrauen" und dem "Heiligen Feuer" zurückgezogen haben. Lizdeika war der Beiname der litauischen Oberpriester. Zwischen den Hügeln wurden die Reste einer Siedlung aus dem 3. und 4. Jahrhundert gefunden. Kernavé war auch Heimat des sagenhaften Großfürsten Traidenis.

Es wohnen nur noch etwas mehr als 300 Personen im nahen dörflichen Städtchen, Sitz des gleichnamigen Amtsbezirks der Rajongemeinde Širvintos.

Trotzdem hat Kernavė nicht an Faszination verloren. Der Blick von den Hügeln auf das Tal der Neris, eines Nebenflusses der Memel, ist beeindruckend. Der Ort wurde 2004 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

Geografische Lage: 54° 53′ N, 24° 52′ O54.88527777777824.860833333333Koordinaten: 54° 53′ N, 24° 52′ O

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]