Kernkraftwerk Embalse

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Kernkraftwerk Embalse
Kernkraftwerk Embalse
Kernkraftwerk Embalse
Lage
Kernkraftwerk Embalse (Argentinien)
Kernkraftwerk Embalse
Koordinaten 32° 13′ 55″ S, 64° 26′ 35″ W-32.231944444444-64.443055555556Koordinaten: 32° 13′ 55″ S, 64° 26′ 35″ W
Land: Argentinien
Daten
Eigentümer: Nucleoelectrica Argentina S.A (NASA)
Betreiber: Nucleoelectrica Argentina S.A (NASA)
Projektbeginn: 1970
Kommerzieller Betrieb: 20. Januar 1984

Aktive Reaktoren (Brutto):

1  (648 MW)
Eingespeiste Energie im Jahr 2010: 3.908,689 GWh
Eingespeiste Energie seit Inbetriebnahme: 121.179 GWh
Stand: 16. Mai 2010
Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation.

Das Kernkraftwerk Embalse (spanisch Central Nuclear Embalse, CNE) ist ein Kernkraftwerk in der Provinz Córdoba (Argentinien). Es befindet sich am südlichen Ufer eines Stausees auf dem Río Tercero, in der Nähe der Stadt Embalse, Provinz Córdoba, 110 km südwestlich der gleichnamigen Provinz-Hauptstadt. Es ist seit 1984 in Betrieb und besteht aus einem CANDU-Reaktor (Typ 6). Eigentümer und Betreiber ist die Nucleoelectrica Argentina S.A.

Bau und Betrieb[Bearbeiten]

Der Bau des Kernkraftwerks Embalse begann im April 1974. Der Reaktor wurde am 13. März 1983 zum ersten Mal kritisch. Er wurde am 25. April 1983 erstmals mit dem Stromnetz synchronisiert und ging am 20. Januar 1984 in den kommerziellen Leistungsbetrieb.[1] Der Betreiber Nucleoelectrica Argentina S.A hat vor, das Kernkraftwerk zu renovieren und die Betriebsdauer damit bis nach 2030 zu verlängern. Die Vorbereitungen für diese Renovierung haben bereits begonnen.[2]

Reaktor/Leistung[Bearbeiten]

Es besteht aus einem CANDU-Reaktor vom Typ 6 mit einer elektrischen Nettoleistung von 600 MW und einer Bruttoleistung von 648 MW, der von Kanada gebaut wurde. Es arbeitet mit Natururan (0,72 % U235-Anteil). Es hat eine thermische Leistung von 2.109 MWth und ist eines von zwei Kernkraftwerken in Argentinien und gleichzeitig das zweitstärkste des Landes, das etwa 4,5 % des argentinischen Bedarfs an elektrischer Energie bereitstellt. Das andere ist das Kernkraftwerk Atucha (Provinz Buenos Aires). Gebaut wurde das Kernkraftwerk von einem italienisch-kanadischen Konsortium bestehend aus Atomic Energy of Canada Limited (AECL) und Italimpianti.[1]

Störfall[Bearbeiten]

Im Kernkraftwerk ereignete sich am 30. Juni 1983 ein schwerer Störfall (Überhitzung des Kühlkreislaufs), der jedoch von Mitarbeitern unter Kontrolle gebracht werden konnte. 1986 kam es zu einem weiteren Störfall, als Schweres Wasser aus dem Kraftwerk trat. Beide Vorfälle wurden von den Verantwortlichen lange Zeit geheim gehalten, nur die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) wurde informiert. Nur durch Nachforschungen gelang es den Medien, den Störfall an die Öffentlichkeit zu bringen.[3][4] Bis 2007 ereigneten sich insgesamt zehn Störfälle.[3]

Daten der Reaktorblöcke[Bearbeiten]

Das Kernkraftwerk Embalse hat insgesamt einen Block:

Reaktorblock[1] Reaktortyp Netto-
leistung
Brutto-
leistung
Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommerzi-
eller Betrieb
Abschal-
tung
Embalse CANDU-6 600 MW 648 MW 1. April 1974 25. April 1983 20. Januar 1984

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Power Reactor Information System der IAEA: „Argentina (Argentine Republic): Nuclear Power Reactors“ (englisch)
  2. Embalse Refurbishment Project, Argentina (englisch) (Version vom 7. September 2011 im Internet Archive)
  3. a b Argentina: Central Nuclear de Embalse, ¿un nuevo Chernobyl?, Instituto Argentino para el Desarrollo Económico, 20. Januar 2007
  4. Mir läuft der kalte Schauer über den Rücken, Der Spiegel (Archiv), 20. April 1987

Siehe auch[Bearbeiten]

 Commons: Kernkraftwerk Embalse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien